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Multikulti lebt – noch!

Mulitkulti sei gescheitert, befand die Kanzlerin am Wochenende. Ist das so? Noch nicht, meint Frank Furter! Aber die Politik ist auf bestem Wege, zu erreichen, was sie eigentlich verhindern will. Über Multikulti – und was die sinnbefreite Verwendung dieses Wortes über unsere Gesellschaft sagt.

(Kommentar von Frank Furter)

Multikulti ist tot? Von wegen, Frau Merkel. Da kennen Sie wohl das Land nicht, das Sie regieren. Oder verwalten, sollte man sagen. Oder vergewaltigen? Wie auch immer. Multikulti lebt. Und das schon seit Jahrzehnten. Deutschland ist ein freies, weltoffenes Land. Und das ist auch gut so.

Vor allem unsere Metropolen zeichnen sich durch Vielfalt aus. Kommen Sie mal nach Frankfurt, Frau Merkel. Ich führ Sie rum! Was mögen Sie denn? Ein Symphoniekonzert in der Alten Oper? Salsa Party im Dachcafé? Technosound im Cocoon-Club? Kunst aus aller Herren Länder – im Städel, MMK, oder dem Museum der Weltkulturen? Haxe im Biergarten? Italienische Pasta, Schwäbische Spätzle, gebratene Nudeln beim Thai? Brasilianische Cocktails? Spanischer Kulturverein? Italienisches Wettbüro? Grüne Sosse und Ebbelwoi? Havanna-Rauchen mit Business-People? Alternatives Chillen mit Skylineblick? Dönermann, Mc Donalds, Best-Worscht-In-Town? Rotwein, Pepsi, Bionade? Sternekoch oder Bürgerlich? Currywurst oder Curryreis? Rewe oder Kleinmarkthalle? Vanilletabak in Wasserpfeifen? H&M oder C&A? Woolworth oder Vernissage? Karneval im Winter oder Schwulenparade im Sommer? Internationale Spezialitäten auf dem Museumsuferfest? Jüdisches Museum? Afrikanische Küche? English Theater? Fotos-knipsende Japaner? Black Beat auf nem Partyboot? Imame, Rabbis, Priester? Dalai Lama in der Commerzbank Arena? Madonna, Eintracht, Klitschko-Kampf, Marathon und Ironman? Straßenmusiker auf der Zeil? Edelshopping in der Goethestraße? IAA oder Buchmesse? Musikantenstadl in der Festhalle? Lesung in der Paulskirche? Sprachenwirrwarr im Eiscafé? Känguruh-Steak im Your’s? Dazu Bundesliga schauen und Fosters trinken? Ist Ihnen Bundesliga nicht Multikulti genug? Dann kommen Sie halt am Mittwoch wieder, zur Championsleague. Und wenn das alles noch nicht reicht: Sie kriegen in Frankfurt sogar Klapperschange – gegrillt! – in Deutschlands einzigem indianischen (nicht indischen!) Restaurant. Wers denn braucht, bitte schön.

Natürlich ist Deutschland multikulturell. Noch! Die einzigen Gegenden, auf die das nicht zutrifft, sind entweder vereinsamte Dörfer in der ostdeutschen Provinz – oder ganze Stadtteile wie Berlin-Neukölln. Und Schandflecken wie diese finden Sie in jeder größeren deutschen Stadt – selbst in Bayern, munkelt man.

Was in diesen Gegenden geschieht, hat plötzlich mit Multikulti überhaupt nichts mehr zu tun. Vielmehr nähern sich die Verhältnisse dort Zuständen an, die wir sonst auf diesem Planeten in Ländern wie Saudi-Arabien beobachten können. Oder dem Iran. Oder den vielen anderen Monokulturen im Orient, wo ein teuflisches Buch das Leben aller Menschen bis in den letzten Winkel der Privatssphäre diktiert. Kennen Sie jemanden, der in Teheran Schnitzel verkauft? Bekommen Sie Frikadellen in Medina? Gibt es einen Christopher Street Day in Riad? Hat Sie schon mal jemand nach Mekka eingeladen? Können dort Frauen im Ballkleid Tango-tanzen, ohne deswegen gesteinigt zu werden? Oder zumindest ausgepeitscht? Von wegen! „Du kommst hier nisch rein!“ So einfach ist das!

In islamischen Ländern haben auch Nicht-Muslime ihre Frauen zu verhüllen. Wenn Sie es dort wagen, Schweinefleisch zu Essen, ist das nur nachrangig die Erfüllung Ihres eigenen Wunsches. Zu aller erst ist es eine Beleididung der feinen Herrenmenschen, an die Sie zu allem Überfluss Tribut zu zahlen haben. Und glauben Sie bloß nicht, dass Sie Kanzlerin wären, dort wo die Scharia gilt. Nicht einmal einfacher Beamter dürften Sie sein – als Christ. Und als Frau hätten Sie sowieso nichts zu lachen.

Die Wahrheit ist: Jeder, dem was an Multikulti und Vielfalt liegt, sollte besorgt sein angesichts dessen, was sich in unseren Städten abspielt. Mit dem Islam zieht eine programmatische Monokultur in unser Land ein, die so strikt, so intolerant und so herrschaftssüchtig ist, wie die linken und rechten politischen Abartigkeiten, mit denen sich das deutsche Volk im letzten Jahrhundert selbst gegeißelt hat. Kaum sind wir über diese Grausamkeiten hinweg, reissen wir die Türen auf, und lassen eine Bestie ins Land, die nicht nur unsere Freiheit bedroht, sondern uns wortwörtlich die Haare vom Kopf frisst. Immerhin: wer keine Haare mehr hat, braucht das Kopftuch ja nicht zu fürchten.

Die frappierende Dummheit, mit der in unserer Gesellschaft der Begriff des „multikulturellen“ missbraucht wird, zeigt vor allem eins: wie sinnbefreit selbst in höchsten Kreisen geredet und gefaselt wird. Ein Volk, das solche Politiker hat, braucht keine Feinde mehr.

(Bild oben: Saudi-arabische Autobahn nach Mekka, für Nicht-Muslime Zutritt verboten)