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Video: Traumhochzeit auf den Malediven?

Die Schweizer Zeitung Blick berichtet von einem Paar, das auf den Malediven sein Eheversprechen erneuerte. Im Prospekt hatte das Hotel eine romantische Zeremonie versprochen, wofür sie das Paar zunächst auch hielt, da es die üblen Beschimpfungen nicht verstand. Jedoch: Zum Vergnügen aller sonstigen nach außen hin „netten“ Beteiligten wurden sie als „Ungläubige“ und „Schweine“ verhöhnt.

Der Zeremonienmeister weist den Kameramann immer wieder an, die schlimmsten Stellen herauszuschneiden. Der Außenminister der Malediven, auf denen man nur als Muslim Staatsangehöriger sein kann, ist angeblich erschüttert.

Seine in dem Video zu sehenden (und zu hörenden) Landsleute hatten hingegen diebische Freude daran, die Ungläubigen zu beschimpfen. Um die Welt daran teilhaben zu lassen, haben die Hotelangestellten das Video ins Internet gestellt. Dabei blieben die Stellen, die man dem Paar wohl vorenthalten wollte – wie sich aus der Anweisung an den Kameramann ergibt – der Nachwelt erhalten:

Blick berichtet hierzu:

Das Ehepaar steht auf, hebt die Hände, schaut sich verliebt in die Augen. Dann beginnt der Angestellte des „Vilu Reef Beach and Spa Resort“ seine feierliche Hochzeitsrede: „Ihr seid Schweine. Die Kinder, die aus dieser Ehe hervorgehen, werden alle Bastarden-Schweine sein“, sagt er in zeremoniellem Singsang auf Dhivehi, der lokalen Sprache.

Kameramann: „Schau nicht auf ihre Brüste!“

Der Mann fährt weiter: „Eure Ehe ist nicht gültig. Ihr seid nicht solche Leute, die eine gültige Ehe führen dürfen. Einer von euch ist untreu. Der andere auch – wir glauben auch, dass er ein Ungläubiger ist, der nicht einmal seiner eigenen ungläubigen Religion treu ist.“

Das Paar hat keine Ahnung, was ihm geschieht. Es lauscht konzentriert der fremden Sprache. „Schau nicht auf ihre Brüste“, warnt einmal der Mann mit der Videokamera, als sich die weiß gekleidete Braut vorbeugt und ihren Ausschnitt zeigt. Der Zeremonienmeister singt im Tonfall eines Religionsgelehrten: „Hurerei ist nach Artikel sechs Strafgesetzbuches legalisiert worden. Das bedeutet: häufige Unzucht von Homosexuellen. Die meisten Unzucht wird von Männern betrieben“, fährt er fort. „Wut tropft von den Spitzen eurer Penisse“

„Die Forschung hat gezeigt, dass Männer einen höheren Sexualtrieb als Frauen haben“, sagt er. „Gemäß Artikel 8 bis 6 des Strafgesetzbuches sind das Konvertieren zum Islam und die Beschneidung keinesfalls wünschenswert.“ Dann kommt erklärt er: „Keime der Wut und Hass werden aus den Spitzen eurer Penisse tropfen.“ …

Zynischer Applaus des einheimischen Publikums

Zahlreiche einheimische Zuschauer applaudieren, das Paar darf nun am Strand als Symbol ihrer Liebe eine Palme pflanzen. Das Publikum nimmt das wieder zum Anlass, ungehemmt in Dhivehi über die Brüste der Touristin zu diskutieren.

15 Minuten lang wird das Video . Und die Hotelangestellten finden es so lustig, dass sie es auf „Youtube“ stellen. Bald jedoch sorgt das Dokument der Schande für Aufsehen: Die lokalen Behörden sind „schockiert und entsetzt“. Die Polizei untersucht nun den Vorfall.

Hotelmanager: „Sonst war es okay“

Der maldivische Aussenminister Ahmed Shaheed: „Es ist ein Horror. Ich konnte das Video nicht einmal zu Ende sehen, weil meine Kinder anwesend waren. Es zerstört unseren guten Ruf und unsere Reputation, die wir über Jahre aufgebaut haben. Ich erwarte, dass das Hotel dem Paar das Geld zurückgibt und sich vollumfänglich entschuldigt.“

Laut der Homepage des „Vilu Reef Beach and Spa Resort“ kostet die Zeremonie 1300 Dollar. Die Direktion des Hotels hat den verantwortlichen Angestellten offenbar suspendiert und sich beim Paar entschuldigt. Der Hotelmanager Mohamed Rasheed scheint sich der Tragweite der Situation nicht ganz bewusst zu sein: „Der Mann hat eine unanständige Sprache benutzt. Sonst war die Zeremonie aber okay.“

Wie so oft, wenn multikulturelle Brücken gebaut und Mauern aus Vorurteilen überwunden werden sollen, ist es wohl auch hier zu einigen „Missverständnissen“ gekommen, die bestimmt in einem ausführlichen und vor allem aufrechten Dialog (wahlweise: der Kulturen, Religionen etc.) ausgeräumt werden können. Es gilt auch zu bedenken, dass das Verhalten der Hotelangestellten auf eigene Diskriminierungserfahrungen zurückgeht.

Also insgesamt besteht kein Anlass, das für seine Gastfreundschaft berühmte Ferienziel nicht mehr anzusteuern.