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Altintop-Brüder werben auf türkisch

Altintop-Brüder werben auf türkischDie Zwillingsbrüder Halil und Hamit Altintop sind beide gute Fußballspieler. Der eine beim FC Bayern München, der andere bei Eintracht Frankfurt, zusammen in der Nationalmannschaft – natürlich der türkischen. Nun sind sie beide bundesweit und überlebensgroß auf Werbeplakaten zu sehen, „bewaffnet“ mit einem riesigen Wattestab. Für oder gegen was diese Aktion sein soll, erschließt sich zumindest der nicht-türkisch-sprechenden gemeinen deutschen Kartoffel auf den ersten Blick nicht.

Denn das einzig Deutsche auf diesem Plakat ist am unteren Rand das Logo der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS). Offensichtlich geht dies hier nur Türken etwas an, bzw. deutschen Neu-Staatsbürgern, die des Türkischen mächtig sind. Diejenigen, die in diesem Land noch nicht so viel interkulturelle Sprachkompetenz besitzen, um in der künftigen Amtssprache versiert zu sein, müssen erst einmal rätseln, was es mit diesem Satz auf sich hat:

Bir cubukla lösemiye karsi. Siz de kök hücre bagiscisi olun.

Durch den google-Übersetzer erfahren wir:

Mit einem Tupfer gegen Leukämie. Werden auch Sie Stammzellenspender.

Beide Altintops sind in Deutschland, und zwar in Gelsenkirchen, geboren und aufgewachsen. Für beide ist es aber geradezu selbstverständlich, nicht in der deutschen, sondern in der türkischen Nationalmannschaft zu spielen. So hat Hamit auch die Entscheidung Mezut Özils für die deutsche Nationalmannschaft offen kritisiert. Im Focus war zu lesen:

Er könne beispielsweise die Entscheidung Mesut Özils für die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nicht vollständig nachvollziehen: „Ich bin ein toleranter Mensch und respektiere Mesuts Weg, aber unterstützen kann ich ihn nicht. (…) Eine andere Entscheidung als für die Türkei habe für Altintop nie im Raum gestanden. „Ich würde immer für die Türkei spielen. Es heißt doch ´Länder´-Spiel, man hört die Hymne, und da spielt man doch für das Land, dem man sich zugehörig fühlt“, betonte der 59-malige Nationalspieler: „Ich bin Deutschland sehr, sehr dankbar, ich habe hier sehr viel gelernt und sehr viele Chancen bekommen. Aber meine Mama kommt aus der Türkei, mein Vater kommt aus der Türkei, ich bin Türke.“

Mama und Papa Altintop leben in Deutschland und reden mit Sicherheit eher selten deutsch. Damit wir Hamit Altintops Botschaft auf dem Webeplakat verstehen lernen und sich Mama und Papa hier nicht fremd fühlen, ist es doch selbstverständlich, dass Deutschland endlich türkisch lernt. In einem anderen Interview erzählt Hamit:

„Ich bin zwar hier geboren, aber trotzdem bin und fühle ich mich als Türke. Sonst könnte ich auch nicht für die türkische Nationalmannschaft spielen.“

So redet einer, der im Kohlenpott groß geworden ist. Nun, dann ist es auch nur folgerichtig, dass Hamit Altintop seinen Teil dazu beitragen will, den Deutschen die türkische Sprache nahezubringen. Das ist schon jetzt durchaus wichtig, zum Beispiel um während der Fahrt im öffentlichen Nahverkehr auch etwas mitzubekommen von den vielen Gesprächen um einen herum.

All dies dient der Völkerverständigung und der Integration Deutschlands in die drei Millionen starke türkische Gemeinde in unserem gemeinsamen Land. Wir wollen schließlich GutBesserMenschen sein, und daher werden wir auch sicher bald anbieten, einen christlichen Feiertag in einen muslimischen umzuwandeln. Und türkisch als zweite offizielle Amtssprache in der öffentlichen Verwaltung einzuführen, vorzugsweise in den Sozialhilfebereichen. Und nachdem der Islam bereits zu Deutschland gehört, wird Bundeswulffi ab nächste Woche irgendwann auch sagen können: „Der Terror gehört zu Deutschland“.

Wir sind nun mal anderen Kulturen und ihren vielen netten Begleiterscheinungen gegenüber aufgeschlossen und geradezu beseelt von dem Wunsch, in jeder Hinsicht bereichert zu werden. Nachdem demnächst auch das Osmanische Großreich mit seinem Führer Erdogan errichtet wird, sollte man sich ohnehin rechtzeitig an die neuen Herrschaftsstrukturen anpassen. Und wie sich die türkische Herzlichkeit gegenüber Minderheiten auch hier in Deutschland darstellt, kann man in diesem Video, einem Glanzstück hoher türkischer Musik-Kultur, eindrucksvoll beobachten:

Textauszug der bewundernswerten türkischen Dichtkunst in deutscher Sprache:

„Kurde verreck, Du Dreck, dies ist türkischer Gangster-Rap. (..) Ich werde Dir die Fresse eintreten, Nase kaputtknicken, die Beine in den Hals treten. (…) Ich schneid Dir Deine Eier ab, zack zack. Vor Schiss hast Du Dir nämlich in die Hose gekackt. (…) Weißt Du was, Du Hurensohn, Du hast es nicht gecheckt: Türken sind am Start, also geh einfach weg, Alter, bevor ich Dir irgendwas abschneid, Du Hurensohn.“

Wie sagte doch Recep Tayyip Erdogan im Februar 2008 in der Kölnarena:

„Das türkische Volk ist ein Volk der Freundschaft und der Toleranz. Wo es hingeht, bringt es nur Liebe und Freude mit.“

P.S.: Das obige liebevolle Video ist seit 6. August 2007 bei Youtube von knapp 235.000 Menschen gesehen worden. Keiner kam offensichtlich auf die Idee, dieses „Werk“ wegen Anstiftung zur Gewalt und Volksverhetzung zu melden. Oder Youtube scheint sich schon auf die „neue Zeit“ eingestellt zu haben..

(Text: Roland Heinrich & Michael Stürzenberger / Foto: Roland Heinrich / Spürnase: Bernd das Brot)