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Die seltsamen Verbindungen des Imams Idriz

Die seltsamen Verbindungen des Imams IdrizDer Focus beschäftigt sich in seiner aktuellen Druckausgabe intensiv mit Imam Bajrambejamin Idriz aus Penzberg (Foto r.), der in seinem Bemühen, Nichtmuslimen einen „modernen europäischen Islam“ schmackhaft zu machen, ein weiteres blitzsauberes Eigentor geschossen hat. Denn er propagiert auf seiner Internetseite einen gewissen Prof. Husein Djozo als „Pionier islamischer Reformen“ in Bosnien und Herzegowina.

Der Focus ist nun den Spuren dieses Professors gefolgt und stieß auf einen Sumpf aus Judenhass, Waffen-SS und Naziverherrlichung. In dem Artikel mit dem Titel „Hitler? Ach so“ wird wahrhaft Erschreckendes zu Tage gefördert (Fotos von PI eingefügt):


Hitler? Ach so

Benjamin Idriz, Imam von Penzberg, beruft sich für seinen Reformislam auf einen Imam und Hauptsturmführer der Waffen-SS.

Er ist das freundliche Gesicht des Islam. Wenn Politik oder Kirche zum interreligiösen Dialog aufrufen, fehlt Imam Idriz selten. Benjamin Idriz, 38, gilt als weltoffener, aufgeklärter Muslim. Die Aktivitäten des von ihm geleiteten Islamischen Zentrums im bayerischen Penzberg werden reihum gelobt – obwohl der bayerische Verfassungsschutz Idriz‘ Gemeinde wegen des Verdachts auf verfassungsfeindliche Aktivitäten beobachtet. Demnächst will Idriz in München ein „Zentrum für Islam in Europa“ eröffnen samt Moschee und Imam-Akademie. Der Stadtrat, einschließlich der CSU, unterstützt das Großprojekt. Seltsam nur: Ein wichtiger Vordenker des umtriebigen Imams war Hauptsturmführer der Waffen-SS, Kriegsteilnehmer auf dem Balkan und Judenhasser.

Die Rede ist von Hussein Djozo (1912- 1982), einem Militärimam von Hitlers Gnaden in der sogenannten „Handschar-Division“ der Waffen-SS. Djozo nimmt in Idriz‘ Plädoyer für einen zeitgemäßen Islam eine zentrale Rolle ein. Er nennt ihn einen „Pionier islamischer Reformen in Bosnien und Herzegowina“. So steht es auf der Homepage des Islamischen Forums Penzberg unmittelbar über Idriz‘ Aufsatz zur „muslimischen Geschichte in Bosnien“. Dort ist Djozo mit einem Foto prominent vertreten. Laut Idriz, der aus Mazedonien stammt, ist der Bosnier Djozo „ein Vorreiter für ein ausgeprägtes und konsequentes Reformschema“ in der muslimischen Welt. Dank der von Djozo gegründeten ersten islamischen Wissenschaftsfakultät in Bosnien seien „die Reformideen weit und effektiv verbreitet“ worden. Im neuen, von Idriz mitherausgegebenen Sammelband „Islam mit europäischem Gesicht“ beruft sich Idriz abermals auf Djozo. Dessen Arbeiten seien „wegweisend“ für die „progressiveren Kräfte“. Auch in seinem für Ende November angekündigten Buch „Grüß Gott, Herr Imam!“ lobt Idriz Djozo.

Komplett ausgeblendet wird die Begeisterung Djozos für den Nationalsozialismus. In enger Zusammenarbeit mit dem Großmufti von Jerusalem, Amin al-Husseini, einem fanatischen Judenhasser, beteiligte Djozo sich am Versuch, eine nationalsozialistisch-muslimische Allianz zu bilden.

Heinrich Himmler, Chef der SS, war überzeugt: Das Deutsche Reich und der Islam „haben dieselben Ziele“ – so Himmler im Januar 1944.

Divisionsimam Djozo formulierte diese Ziele 1943 in einem Beitrag für die „Handschar“-Zeitschrift: Europa müsse von seinen „Feinden“ mit Hilfe der SS befreit werden, konkret von den Juden, den Freimaurern, den Kapitalisten und Kommunisten. Leicht, so Djozo, werde das nicht, aber „die SS wird eine bessere Zukunft für Europa bauen“. Djozos Aufruf gibt der US-amerikanische Historiker George Lepre in seinem Buch über „Himmler’s Bosnian Division“ wieder.

Auf dem Balkan sollte die „13. Waffen-Gebirgs-Division der SS“, die nach dem arabischen Wort für Krummdolch benannte „Handschar“, diese „Befreiung“ vorantreiben. Im April 1941 hatte Jugoslawien rasch vor den Hitler-Truppen kapituliert. Die Nationalsozialisten riefen den „Unabhängigen Staat Kroatien“ aus. Um den Widerstand der kommunistischen Partisanen zu brechen, legten die SS-Leute eine große Brutalität an den Tag. George Lepre rechnet allein für die Operationen zwischen Juni und August 1944 mit mehreren tausend getöteten Aufständischen und einigen hundert Toten auf nationalsozialistischer Seite. Auch gegen die Zivilbevölkerung wurde gewütet.

Die „Handschar“ sollte nach Himmlers Vorstellung eine rein muslimische Division sein. Faktisch zählten zu den rund 20 000 Soldaten auch etwa 2800 Katholiken. Da sie in der Minderheit waren, blieb der Modellcharakter der Division für eine weltweite nationalsozialistisch-muslimische Allianz gewahrt. Zur Schulung des geistlichen Personals gründete die SS im brandenburgischen Guben ein Imam-Institut. Bei dessen Eröffnung am 21. April 1944 sprach erst der Großmufti von Jerusalem, dann Militärimam Djozo.

Großmufti Al-Husseini, hier bei einer Rede vor Imamen 1943 in Babelsberg.

Mufti al-Husseini erklärte, die Muslime würden keinen besseren Verbündeten finden als das Deutsche Reich, und das nationalsozialistische Deutschland habe „keinen loyaleren Freund als die Muslime“. Djozo, der das Institut leitete, schloss sich an: Das Institut werde die „freundlichen Bande zwischen der islamischen Welt und dem nationalsozialistischen Deutschland weiter stärken“. Die Imame seien bereit, „unsere größten Anstrengungen auszuweiten, um die Neue Ordnung zu verwirklichen“ – das von den Nazis beherrschte Europa also. Im Dezember 1943 hatte Djozo auf Deutsch an Himmler geschrieben, „uns Muselmanen“ sei es eine Ehre, „unser Leben im Kampfe für den großen Führer Adolf Hitler und das Neue Europa“ einzusetzen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Djozo kein Philosemit. Er verbüßte wegen Kollaboration mit den Nazis eine fünfjährige Gefängnisstrafe. Danach wandte er sich dem Studium des Korans zu, ohne seine alten Abneigungen ganz abzulegen. Wie die serbische Schriftstellerin Zeni Lebl in ihrem 2003 publizierten Buch über Al-Husseini schreibt, trafen sich der antisemitische ehemalige Jerusalemer Großmufti und sein bosnischer Bewunderer Anfang Oktober 1968 erneut. Auf der vierten islamischen Konferenz in Kairo mit Würdenträgern aus 34 Ländern wurde laut Lebl ein Aufruf verabschiedet, wonach Jerusalem im „heiligen Krieg“ von den Juden zu „befreien“ sei. Djozo versprach „im Namen der jugoslawischen Muslime“, durch Freiwillige und durch Spenden zum „Sieg des Dschihad im Nahen Osten“ beizutragen.

Kann Husein Djozo, wie es im von Idriz herausgegebenen Sammelband über den Islam der ehemalige Kölner Imam Dzevad Hodzic´ tut, für ein „authentisches Leben“ gepriesen werden? Ist Djozos „Reformschema“, auf das sich Idriz beruft, durch die Mitwirkung am nationalsozialistischen Vernichtungszug kontaminiert?

Auf Nachfrage erklärt Benjamin Idriz, seine Wertschätzung Hussein Djozos beruhe auf dessen religiösen Reformschriften, wie sie von den 1960er-Jahren an entstanden seien. Damals hätten konservative Gelehrte Djozo angefeindet, weil er den Islam so modern auslegte. Im Übrigen sei Djozos Reformbemühung für ihn, Idriz, eine Inspiration, Djozo selbst aber kein Vorbild. Die Verstrickung des jungen Djozo in den Nationalsozialismus sei ihm bisher unbekannt gewesen.


Soweit der Focus. Ab hier wird es aber erst so richtig spannend. Denn die Behauptung von Idriz, über die Vergangenheit Djozos im Nationalsozialismus nichts gewusst zu haben, ist mehr als abenteuerlich. Denn Idriz hat in diesem Jahr ein Buch mit dem Titel „Islam mit europäischem Gesicht – Perspektiven und Impulse“ herausgegeben, in dem Husein Djozo und sein Gedankengut auf 13 Seiten ausführlich dargestellt werden.

Gleich auf der ersten Seite der Ausführungen über Djozo steht geschrieben:

Während des Zweiten Weltkrieges diente er als Imam auf Seiten der deutschen Besatzung, weshalb er von der kommunistischen Militärmacht zu fünf Jahren Haft und zu fünf Jahren Verlust der Ehrenrechte verurteilt wurde.

Eine solche Strafe setzt natürlich mehr als nur die bloße Mitgliedschaft in der Wehrmacht voraus, das müsste eigentlich jedem klar sein. Dass Djozo Hauptsturmführer der SS war und das von Himmler gegründete Institut Guben leitete, in dem Imame für die Handschar-Division ausgebildet wurden, ist in dem Buch „Himmler’s Bosnian Division“ des Historikers George Lepre aus dem Jahr 1997 ausführlich beschrieben.

Auf diesem Foto ist er beispielsweise mit dem Großmufti al-Husseini und dem Generalleutnant der Waffen-SS Karl-Gustav Sauberzweig vor Hakenkreuz- und SS-Flaggen zu sehen. In einem Brief an den SS-Reichsführer Heinrich Himmler vom 6.12.1943 schrieb Imam Djozo:

„Ich erachte es daher für meine Pflicht, im Namen der Imame dieser Division sowie im Namen von Hunderttausend Armen aus Bosnien dem Reichsführer unseren Dank auf die Art auszusprechen, indem ich unsere aufrichtigste Bereitschaft ausspreche, unser Leben im Kampfe für den großen Führer Adolf Hitler und das Neue Europa einsetzen zu wollen.“

Diese Zuneigung beruhte wohl auf Gegenseitigkeit, denn Heinrich Himmler hielt am 28.1.1944 eine Rede vor Leitern des Rassepolitischen Amtes, in der er mitteilte:

„Ich muss sagen, ich habe gegen den Islam gar nichts, denn er erzieht mir in dieser Division seine Menschen und verspricht ihnen den Himmel, wenn sie gekämpft haben und im Kampf gefallen sind. Eine für Soldaten praktische und sympathische Religion“.

Und am 11. Januar 1944 sagte er vor der Führung der 13. SS-Gebirgsdivision:

„Es war doch klar: Was sollte denn die Muselmanen in Europa und in der ganzen Welt von uns trennen? Wir haben gemeinsame Ziele. Es gibt keine solidere Grundlage für ein Zusammenleben als gemeinsame Ziele und gemeinsame Ideale. Deutschland hat seit 200 Jahren mit dem Islam nicht die geringste Reibungsfläche gehabt. Deutschland, das Reich und seine maßgebenden Führer waren in den vergangenen zwei Jahrhunderten nicht aus Zweckmäßigkeiten, sondern aus Überzeugung Freunde des Islams.“

Die ideologischen Ähnlichkeiten zwischen Islam und Nationalsozialismus haben wir ausführlich in unserem vor kurzem veröffentlichten Artikel über Erdogan und seine Weltmachtsphantasien dargelegt.

Infos über die SS-Vergangenheit Djozos sind auch reichlich im Internet zu finden. Bei vojska.net beispielsweise findet sich unter der Rubrik „2. Weltkrieg in Jugoslawien“ die Namensliste der 13. Waffen- Gebirgsjägerdivision SS-Handschar. An fünfter Stelle ist Husein Djozo aufgeführt.

• Sulejman Alimajstorovic, born 1913, Medical detachment
• Hasan Bajraktarevic, born 1919, Sarajevo, 27th Regiment
• Bubalo, Military Police
• Osman Delic, born 1919, Tuzla, 1st Battalion/27th
• Husein Dozo, born 1912, Goražde, 28th Regiment

Auf der wohl rechtsradikalen Seite „Der Freiwillige“ ist zu lesen, dass Djozo durch „einige antisemitische, antikapitalistische und antikommunistische Reden und Schriften“ bekannt wurde. Außerdem schien sich Djozo ganz schnell auch dem kommunistischen System windschnittig angepasst zu haben. So arbeitete er für Tito als Dolmetscher bei dessen Reisen in die arabische Welt. Das passt zu dem Prinzip des „Idschtihad“, das er befürwortete und das in Idriz’ Buch auf Seite 257 in der Legende beschrieben ist:

Zur Auslegung der Quellen (Koran und Sunna) sind grundsätzlich zwei Wege vorgesehen: die Bezugnahme auf früher getroffene Rechtsentscheidungen und darauf basierende Ableitung und die selbstständige Auswertung der Quellen auf Grundlage veränderter Umstände und eigener Kompetenz.

Dieses Prinzip der flexiblen Auslegung der Quellen aufgrund „veränderter Umstände“ erklärt, dass sich Djozo problemlos erst an die Nazi-Ideologie und anschließend nahtlos an den Kommunismus anschmiegen konnte. Heutzutage würde er sich mit der gleichen Skrupellosigkeit an die regierenden demokratischen Politiker heranrobben, um dem Islam zu einer Ausdehnung seiner Macht zu verhelfen. Und Imam Idriz sieht diesen gewissenlosen Opportunisten als Vorbild an – was für eine Inspirationsquelle für die europäische Zukunft…

Äußerst aufschlussreich ist es auch, dass dieser Imam Djozo, der sowohl rechtsradikale als auch linksradikale Affinitäten hat, für die heutigen bosnischen Muslime „prägend“ ist, wie der Theologe Dr. Hansjörg Schmid, Referent an der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart mit dem Schwerpunkt christlich-islamischer Dialog, in seinem Aufsatz „Brücke zur islamischen Welt -Was die bosnischen Muslime modellhaft macht“ schreibt:

Prägend für die heutige Generation bosnischer Muslime ist der Reformtheologe Husein Djozo (1912-1982), dessen Anliegen eine zeitgemäße und traditionskritische Islaminterpretation war: „Selbst wenn es sich um dasselbe Problem handeln würde, nur in einer anderen Zeit und unter anderen Umständen, gäbe es zwei verschiedene Lösungen und Anwendungen. Es ist unmöglich, zu welchem Problem auch immer eine endgültige konkrete Lösung zu bieten und darüber das letzte Wort zu sagen. (Izabrana djela, Bd. 1.: Islam u vremene, Sarajevo 2006, 358). Wenn sich die heutigen Vordenker des bosnischen Islam mit dem Verhältnis von Islam und Europa befassen, greifen sie dabei mehr oder weniger auf Djozos Leitprinzip zurück.“

Bei Imam Idriz entpuppt sich nicht nur sein von ihm benutzter Vorname „Benjamin“ bei näherem Betrachten als vorgetäuschter Schein. In Wahrheit heißt er laut Eintrag im Penzberger Telefonbuch Bajrambejamin, was sich in deutschen Ohren eben nicht ganz so nett und sympathisch anhört. Das größte Problem, das ganz Deutschland tiefste Sorgen bereiten sollte, ist sein Plan, ein „Zentrum für Islam in Europa in München“ zu bauen. Und das auch ganz ohne Skrupel mit dem Geld aus arabischen Golfländern, die sich ja nicht unbedingt durch religiöse Toleranz und freiheitlich-demokratische Gesinnung auszeichnen.

Über Bajrambejamin Idriz lässt sich viel schreiben. Bei diversen Veranstaltungen, die die PI-Gruppe München besuchte, hat sich jedes Mal ein Sumpf aus Lügen, Verdrehungen und Verfälschungen ergeben, wenn Idriz kritisch über den Islam befragt wurde. Bei der Stadtversammlung der Münchner Grünen im April dieses Jahres kam er besonders ins Schwimmen, da er bei diesem Publikum offensichtlich keine Kritik erwartet hatte. Und so sprach er nachweislich bei drei ganz entscheidenden Punkten klar die Unwahrheit. So log er, in Sure 4:34 stünde gar nicht, dass Männer ihre Frauen bei Widerspenstigkeit schlagen dürften. Er behauptete, dass es in der „richtigen Übersetzung“ von Mohammed Asad anders dargestellt sei. Die Wahrheit ist allerdings schnell festgestellt, denn in dieser Koranausgabe steht:

„And as for those women whose ill-will you have reason to fear, admonish them (first), then leave them alone in bed, then beat them.“

Beat them – schlagt sie! Und so ist es auch in allen anderen Übersetzungen zu finden. Idriz ist aber offensichtlich so auf die Verharmlosung des Islams getrimmt, dass er auch die klarsten Fakten zu vernebeln versucht. Auf den bosnischen Großmufti Mustafa Ceric angesprochen, der die „Verpflichtung auf die islamische Scharia“ als „immerwährend, nicht verhandelbar und unbefristet“ bezeichnete, flunkerte er, dass Ceric die Scharia „nur als die Verbindung zwischen Gott und Mensch, das elementare Glaubensbekenntnis zu Gott“ sehen würde. Aber dieser Mustafa Ceric hat die Scharia in diesem Artikel für „European View“ als genau das bezeichnet, was sie ist, nämlich das islamische Recht:

Diese einheitliche Muslim-Autorität solle auf den drei Grundpfeilern des Islam fußen. Nämlich auf Aqidah (dem Glauben), auf der Scharia (dem islamischen Recht) und auf dem Imamat, wohinter die Vorstellung steht, dass die Menschen von religiösen Führern geleitet werden sollen. Die Scharia ist die Basis, von der aus alle Muslime in allen Generationen das Recht und die Pflicht haben, über gut und böse, richtig und falsch zu urteilen, im Kontext von Zeit und Raum und in Übereinstimmung mit den eigenen Erfahrungen.

Es geht munter weiter: Geldgeber für die Moschee seiner wunderbar offenen, toleranten und liberalen Islamischen Gemeinde Penzberg ist mit drei Millionen Euro der Scheich Sultan bin Mohammad al-Qassimi vom Emirat Schardscha, das konservativste Emirat der Vereinigten Arabischen Emirate, da es noch weitgehend das religiös legitimierte, unabänderliche Gesetz des Islams, die Scharia einhält. Es verfügt z.B. immer noch über ein strenges Alkoholverbot auch für Ausländer. Dieser Scheich al-Qassimi hat auch die Moschee in Cordoba finanziert, die der islamistischen Vereinigung der Murabitun zugerechnet wird. Idriz behauptete, dass er die Murabitun nicht kennen würde. Nun, der deutsche Ableger dieser Murabitun ist die 1995 gegründete „Islamische Gemeinschaft in Deutschland / Weimar-Institut“ mit Sitz in Erfurt. Die Führung des Weimar-Instituts gibt die deutschsprachige Publikation “Islamische Zeitung” (IZ) in Potsdam heraus. Der IZ-Herausgeber Andreas Abu Bakr Rieger ist Mitglied im Islamrat.

Und genau dieser islamischen Zeitung hat der „liebe Herr Idriz“ – wie die IZ schreibt – Ende April ein interessantes Interview gegeben. Diese vertraute Anrede deutet darauf hin, dass hier ein freundschaftliches Verhältnis besteht.

Bei einem weiteren Zusammentreffen bei einer „Dialog“-Veranstaltung in Penzberg versuchte er einer Fragestellerin durch ständige Gegenfragen den Antworten zur Scharia aus dem Weg zu gehen. Dieser Imam, der an dem islamistischen Institut Château Chinon ein Fernstudium belegte, ist bei weitem nicht der harmlose Vertreter eines „friedlichen, toleranten und modernen Euro-Islam“, als den ihn alle naiv hoffenden Gutmenschen dieses Landes, angefangen von der Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger über den evangelischen Landesbischof Johannes Friedrich bis hin zum kompletten Münchner Stadtrat, der die Pläne zum „Zentrum für Islam in Europa“ kritiklos unterstützt, gerne sehen wollen.

Hochinteressant sind auch die Bücher in der Bibliothek der angeblich der Modernität verpflichteten Moschee in Penzberg. Dort wird offensichtlich auch Sayyid Qutb eifrig studiert. Dessen Buch „Zeichen auf dem Weg“ gibt es in den Regalen gleich zweimal:

Qutb kann als geistiger Führer der Muslimbruderschaft betrachtet werden. Der deutsche Ableger der Muslimbruderschaft ist die Islamische Gemeinschaft Deutschland. Idriz behauptet, keinen Kontakt mehr mit dieser zu haben, was der bayerische Innenminister Herrmann als Lüge betrachtet. Idriz sah sich zur Distanzierung von manchen islamischen Organisationen genötigt, was ihn aber offensichtlich nicht davon abhält, die Literatur von Theoretikern des Dschihad zu verbreiten, die im Falle des Qutb hinsichtlich des Antisemitismus der Waffen-SS in nichts nachsteht. Insofern schließt sich der Kreis zu Djozo.

Sayyid Qutb wurde in Ägypten mehrfach inhaftiert und letztlich zum Tode durch Erhängen verurteilt. Das in Penzberg geführte Buch „Zeichen auf dem Weg“ wurde in Ägypten interessanterweise verboten. Wikipedia liefert folgende Informationen über Sayyid Qutb:

Am 8. Oktober 1954 scheiterte ein angeblich durch Muslimbrüder geplantes Attentat auf Nasser, wobei ein Anhänger der Muslimbruderschaft festgenommen wurde. Nasser ließ die Organisation zerschlagen, zahlreiche Aktivisten wurden verhaftet und gefoltert, darunter auch Qutb. Das Urteil für Qutb, gefällt am 13. Juli 1955, lautete auf 25 Jahre Zwangsarbeit. Diese musste er anfänglich in einem Staatsgefängnis in Tura und dann in einem Gefängniskrankenhaus verbringen. Zu dieser Zeit erhielt er die Möglichkeit zu schreiben. Seine Werke Fi zilal al-Qur’an (Im Schatten des Koran) und Ma’alim fi-t-tariq (Zeichen auf dem Weg) entstanden während seiner Haftzeit. Letztgenannte Schrift konnte in ersten Entwürfen erstmals 1962 einem größeren Kreis bekannt gemacht werden. Qutb wurde 1964 durch die Intervention des irakischen Präsidenten, der damals auf Staatsbesuch in Ägypten weilte, aus dem Gefängnis entlassen. Sein Buch „Zeichen auf dem Weg“ wurde veröffentlicht, jedoch von der Zensur verboten, wieder zugelassen und nach der fünften Auflage erneut verboten. Nach einer erneuten Anklage und einem Gerichtsverfahren verurteilte man ihm zum Tod durch Erhängen. Das Urteil wurde am 29. August 1966 vollstreckt.

Noch erschreckender liest sich die Analyse des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes:

Der Ägypter Sayyid Qutb (1906-1966) gehört zu den einflussreichsten islamistischen Denkern in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Qutb war zunächst Schriftsteller und Literaturkritiker, wandelte sich aber nach einer USA-Reise Anfang der 50er Jahre zu einem scharfen Kritiker westlicher Lebens- und Ordnungsmodelle und entwickelte einen radikalen islamischen Gegenentwurf dazu. (…)Qutb war zunächst Schriftsteller und Literaturkritiker, wandelte sich aber nach einer USA-Reise Anfang der 50er Jahre zu einem scharfen Kritiker westlicher Lebens- und Ordnungsmodelle und entwickelte einen radikalen islamischen Gegenentwurf dazu. Ziel des Kampfes sei die Errichtung einer göttlich legitimierten Herrschaft. Die Muslime, die sich nicht dieser Weltsicht anschließen wollen, einschließlich der Herrscher in der islamischen Welt, werden zu Ungläubigen erklärt, die bekämpft werden müssen.

Qutbs Werke werden bis heute vielfach als Argumentationshilfen für den militärischen Kampf gegen als ungerecht empfundene Systeme gelesen und rezitiert. Seine Schriften stellen daher einen entscheidenden Schritt auf dem Weg hin zum gewalttätigen Islamismus dar und seine Ideen haben bis heute großen Einfluss auf zahlreiche Anhänger der islamistischen Bewegungen.

Und von diesem Hetzer stehen gleich zwei Bücher in der Penzberger Moscheebibliothek. Eine Gemeinde, die immer als Paradebeispiel für gelungene islamische Integration genannt wird. Und die auch hochaktiv bei der Verbreitung verharmlosender Islam-Propaganda ist. Am kommenden Samstag beispielsweise findet im Gymnasium Geretsried bei München wieder eine solche Veranstaltung statt, bei der den Bürgern mit ziemlicher Sicherheit die Fata Morgana der „Religion des Friedens“ vorgegaukelt werden soll. Gönül Yerli, die Frau des Vorsitzenden der Islamischen Gemeinde Penzberg, hat zusammen mit ihren islamischen Brüdern und Schwestern ein ganzes Jahr Vorbereitungszeit benötigt, um den Besuchern in Vorträgen zu bezeichnenden Themen wie „Fakten zum Islam“; „Die Kreuzzüge“; „Die Stellung der Frau im Islam“; „Gegenseitige Provokationen“; „Integration und Chancengleichheit“; „Das Gebet“ und „Die Moschee – Gotteshaus des Islam“ nun vermutlich gehörig das Hirn zu waschen.

Um 13 Uhr beginnt am Samstag dann eine Podiumsdiskussion mit der Bundesjustizministerin sowie Gönül Yerli, Rainer Öchslen (Evangelische Kirche) und Andreas Renz (Erzbistum München-Freising). Da haben sich dann wieder einmal die üblichen Islam-Verharmloser, mit denen wir schon einschlägige Erfahrungen sammeln durften, zu einem unkritischen Stelldichein versammelt. Man sollte zumindest der Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger im Vorfeld einige Information aus diesem Artikel zukommen lassen, mit welcher Islamischen Gemeinde sie es dort zu tun hat.

» sabine.leutheusser-schnarrenberger@wk.bundestag.de

Auch die Münchner CSU freut sich sicher über Zuschriften bezüglich ihrer Unterstützung des „Zentrums für Islam in Europa in München“. Bei den anderen Parteien dürfte jeglicher Versuch zur Aufklärung aufgrund ideologischer Blockiertheit ohnehin zwecklos sein.

» muenchen@csu-bayern.de

(Text: Michael Stürzenberger / Video: Robert Markus / Fotos: Roland Heinrich – PI-Gruppe München)