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Frankfurt: Kelek mit Freiheitspreis ausgezeichnet

Necla Kelek und Alice SchwarzerDie Islamkritikerin Necla Kelek ist am Samstag mit dem diesjährigen Freiheitspreis der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung ausgezeichnet worden. Mit Kelek werde eine Frau geehrt, die die Freiheit gegen jeden Versuch verteidige, sie unter Verweis auf kulturelle und religiöse Traditionen einzuschränken, sagte der Stiftungsvorsitzende Wolfgang Gerhardt bei der Preisverleihung in der Frankfurter Paulskirche.

hr-online berichtet:

Die Publizistin und Frauenrechtlerin Alice Schwarzer würdigte in ihrer Laudatio den Mut und die Beharrlichkeit der Preisträgerin, für die „Befreiung“ muslimischer Mädchen, Frauen und jungen Männer einzutreten und etwa Zwangsehen und sogenannte Ehrenmorde anzuprangern. Mit ihren „bitteren Wahrheiten aus der Perspektive der Opfer“ habe Kelek sich zwar viele Feinde gemacht, doch niemals einschüchtern lassen, sagte Schwarzer.

Kelek dankte Schwarzer und anderen dafür, dass sie seit Jahren ein Gesetz gegen Zwangsheirat einforderten. Dass dies jetzt Wirklichkeit werden solle, sei mehr als ein symbolischer Akt. „Es ist die gesellschaftliche Ächtung einer unsäglichen Praxis, bei denen junge Menschen gegen ihren Willen verheiratet werden“, sagte Kelek. Mit dem Gesetz hätten mehrere zehntausend junge Frauen und Männer eine kleine Chance, über ihr eigenes Leben zu bestimmen.

Bereits im Vorfeld der Preisverleihung sagte Kelek über ihre Arbeit: „Manche erschrecke ich sicherlich, viele überzeuge ich auch nicht. Das ist für mich auch ein Punkt, über den ich viel nachdenke.“ Umstritten war sie schon immer, die in Berlin lebende Soziologin Kelek.

Seit erscheinen ihres ersten Buches „Die fremde Braut“ (2005) gilt Kelek in Deutschland als Kronzeugin jener Mahner und Rufer, die es schon immer besser wussten: Multikulti gibt es nicht. Insbesondere die Muslime stehen im Visier der promovierten Soziologin. Ihnen wirft Kelek vor, nicht in Deutschland angekommen zu sein und an traditionellen Rollenmustern festzuhalten.

Viele türkische und muslimische Verbände betrachten sie als Gegnerin. Auch integrierte Deutsch-Türken der dritten Generation kritisieren Kelek wegen ihrer scharfen Angriffe auf den Islam.

Mely KiyakWie zum Beispiel die türkischstämmige Journalistin Mely Kiyak (Foto l.). Sie schreibt in einer Kolumne für die Frankfurter Rundschau voller Hass und Verachtung über die Preisverleihung an Kelek:

Die FDP übergibt Necla Kelek am Samstag den Freiheitspreis. Alice Schwarzer hält die Laudatio. Schamloser kann man das Gebot der Freiheitlichkeit nicht besudeln. Die FDP will normalerweise, dass die Leute denken und glauben sollen, was sie wollen.

Weshalb kriegt Necla Kelek diesen Preis? Sie will doch nicht mehr Freiheit, sondern weniger. Sie will einen starken Papa Staat. Einen mit Haaren auf der Brust und Oberarmmuskeln, dick und rund wie eine Rolle vierlagiges Klopapier. Einen Macho-Daddy-Staat, der sagt, der Islam gehört abgeschafft. Die Muslime gehören abgeschafft.

Wir hatten schon einmal einen Staat, der Menschen anderer Glaubensrichtungen abschaffen wollte. Die FDP hat gerade aus dieser Erfahrung heraus ihr Fundament auf den Liberalismus gebaut. Sie ist für die Gleichberechtigung aller Staatsbürger. Egal welcher Religion. Jedem seine Kirche. Jedem seine heilige Schrift. Wer will, kann auch Aktien anbeten. So verstand ich bislang die FDP.

Ist die FDP nun verrückt geworden?

» leserbrief@fr-online.de

(Spürnase: hänsel)