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Lizenz zum Lügen

Lizenz zum LügenZum Lügen gehören meistens zwei. Eine sogenannte „verlogene Beziehung“ ist dadurch gekennzeichnet, dass ein Partner den anderen schamlos ausnutzt und dies durch Lügen zu verdecken versucht, die der andere nur zu gern glaubt, weil er Angst vor Konflikten, der Trennung oder dem Zusammenbruch der schönen Fassade hat. Einen exemplarischen Eindruck von einer derartigen pathologischen Beziehung vermittelte am 25.11.2010 der Vortrag von Ayyub Axel Köhler zum Thema “Identitäten, Werte und was uns zusammenhält“ im Berliner Centrum Judaicum.

(Text und Fotos: Bärchen, PI-Gruppe Berlin)

Köhler konvertierte 1963 im Alter von 25 Jahren zum Islam und war bis September 2010 Vorsitzender des Zentralrats der Muslime und damit Vorgänger von Aiman Mazyek. Von ihm stammt die Aussage, die Demokratie als Staatsform sei „dem Islam fremd.“ Dass er sich irgendwie harmloser und seriöser gibt als der aggressiv jammernde und fordernde Mazyek, prädestiniert ihn offenbar schon zum Fachmann für „Werte“ und „Orientierung“.

Seine Ehefrau Asiye Köhler, Islamwissenschaftlerin und Pädagogin aus Köln, vertritt passend dazu die Auffassung, jeder Mensch werde als Muslim geboren, weil er einen göttlichen Kern in sich trage.

Eingeladen hatte das Paar der Deutsche Koordinierungsrat der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit, dessen Vertreter mit den üblichen Sprechblasen einleitete: man fühle sich dem interreligiösen Dialog und der interkulturellen Zusammenarbeit verpflichtet, wolle die durch Bundespräsident Wulffs Aussage „Der Islam gehört zu Deutschland“ angeregte Diskussion stärken, wünsche sich „mehr Begegnungen mit dem Islam“.

Köhler bedankte sich für diese maßgeschneiderte Vorlage und setzte an zu einer Art Zivilisationskritik für Arme. Die Globalisierung sowie die rasanten Veränderungen in Technik und Gesellschaft überforderten die meisten Menschen und führten zu einer Orientierungslosigkeit bezüglich der gesellschaftlichen Grundwerte. Deshalb sei dies auch eine Zeit von Demagogen und Geschäftemachern.

In den europäischen Ballungszentren entwickele sich nun eine multireligiöse Gemeinschaft, was zu begrüßen sei. Die deutsche Bevölkerung leide jedoch an Angst vor Überfremdung. Diese würde durch Appelle an niedere Instinkte genährt, welche sich wiederum gezielt gegen die türkisch-arabische Bevölkerung richteten.

Die sogenannte deutsche Leitkultur präsentiere sich selbstgerecht und arrogant. Diese Leitkultur – wenn es sie denn überhaupt gäbe – habe keine positiven Auswirkungen und führe zu einer Spaltung innerhalb der Bevölkerung, weil sie vermeintlich nichtchristliche Elemente ausschließen wolle, was ein Schritt zurück ins Mittelalter sei. Wie sollten sich denn Muslime integrieren, wenn sie als Fremdkörper angesehen würden? Man ziehe in Deutschland die Loyalität der Muslime in Zweifel und verhindere damit gerade deren Integration. Über dieses Misstrauen der Mehrheitsgesellschaft seien die deutschen Muslime bitter enttäuscht.

In Deutschland gebe es auch keine objektive Geschichtsforschung. Die islamische Zeit Spaniens, des Balkans und Siziliens würden negiert, 800 Jahre europäischer Islam unterschlagen. Immerhin hätten die Muslime den Europäern das Rechnen beigebracht. Auch aus diesem Grund gehörten sie zur deutschen Kultur, ihnen gebühre ein ähnliches Ansehen in der deutschen Gesellschaft wie den Bürgern jüdischen Glaubens.

Doch überall mache sich Verrohung in den westlichen Gesellschaften breit. Das beste Beispiel dafür seien der Schriftsteller Salman Rushdie und der Karikaturist Kurt Westergaard. Meinungsfreiheit sei natürlich ein hohes Gut, müsse aber immer im Zusammenhang mit Verantwortung gesehen werden. Kultur sei immer dynamisch und sterbe, wenn sie keine neuen Impulse aufnehme. Die Frage nach der Vitalität der deutschen Kultur entscheide sich daran, wie sie muslimische Impulse aufnehme und sich von diesen bereichern lasse. Schließlich hätten Millionen von muslimischen Gastarbeitern Deutschland aufgebaut. Der Westen sei wie eine Frau nach durchtanzter Nacht, deren Make up rissig geworden ist. Helfen könne da die gesellschaftliche und religiöse Vielfalt, die in den Augen der Muslime gottgewollt sei.

Im „Trialog“ der drei Weltreligionen Islam, Christentum und Judentum könne man dann Frieden schaffen, positives Beispiel dafür sei die gemeinsame deutsche Erklärung zur Hamas und dem Gazastreifen.

Für diese Darlegungen – die man als „Stammtischgerede“, aber auch als „platte Propaganda“ bezeichnen könnte – erntete Köhler den Applaus von etwa der Hälfte der 80 Zuhörer. Die andere Hälfte, darunter auch Mitglieder der Jüdischen Gemeinde Berlin, schien in ihrer Begeisterung gedämpft zu sein. Trotzdem meinte der Veranstalter zum Abschluss, der Islam könne stolz auf einen Vertreter wie Herrn Köhler sein. Das Ehepaar Köhler sonnte sich sichtlich im Glanz der über ihnen ausgeschütteten Anerkennung. Eine Diskussion über das Gehörte war nicht vorgesehen.

Fazit der dabei sitzenden und sich mühsam beherrschenden PI-Mitglieder: Was den wahren Charakter des politischen Islam und die Absichten seiner Vertreter angeht, will die gutmenschliche deutsche Öffentlichkeit – einschließlich Vertreter der christlichen Kirchen und der jüdischen Gemeinde – offenbar um jeden Preis belogen werden. Keine Worthülse ist zu billig, keine Phrase zu abgedroschen, um nicht dankbar aufgesogen und beklatscht zu werden. Zu schmerzhaft wäre das Erwachen aus dem bequemen Schlaf der friedlichen und konfliktfreien Verständigung aller Kulturen und Religionen, der so gar nichts mit der Realität des 21. Jahrhunderts zu tun hat. Das gilt auch für Organisationen wie die des Veranstalters, von der man ein Minimum an Wachsamkeit und Sensibilität für die Belange jüdischer Menschen hätte erwarten dürfen.

Kein Wort darüber, dass zu den engsten Freunden des als gütiger Großvater auftretenden Köhler Ibrahim el-Zayat gehört, der Chef der Muslimbrüder in Deutschland, in deren Strategiepapier unter Punkt 11 zu lesen ist:

„Für eine weltweite Strategie in der islamischen Politik ist es notwendig, ein Hassgefühl gegenüber den Juden zu nähren und jegliche Koexistenz zu verweigern“

und gegen den in Deutschland ein Ermittlungsverfahren wegen Gründung einer kriminellen Vereinigung, Geldwäsche, Betrug, Bankrott, Erschleichung von Fördergeldern und Untreue läuft.

Kein Wort und keine kritische Nachfrage zur Unterstützung der Gaza-„Flottilla“ durch Herrn Köhler und seinen Zentralrat der Muslime, zu dessen Verbindungen mit Hamas, Hisbollah und Erdogans islamistischer Partei AKP. Der „Trialog“, den Herr Köhler im Munde führt, hat nichts mit einem gleichberechtigten und ehrlichen Austausch zwischen den drei Weltreligionen zu tun, in Wahrheit dürfte er das Dreierbündnis Muslimbruderschaft – Hamas/Hisbollah – Erdogan/AKP bezeichnen.

Kein Widerspruch auch zu Köhlers geradezu zynisch anmutender Behauptung, ethnische und religiöse Vielfalt sei in den Augen der Muslime gottgewollt. Seit der Aufforderung zur Verfolgung und Vertreibung der Juden aus sämtlichen islamischen Staaten durch die hohe Geistlichkeit der Al-Azhar-Universität in Kairo im Jahr 1947 hat sich die Anzahl der in diesen Ländern lebenden Juden von damals 856.000 auf 7.800 im Jahr 2001 verringert, und zwar noch vor dem blutigen Aufstieg von Al-Kaida. Das ist eine Verringerung um 99%! Ganz zu schweigen von den hunderttausenden Christen, die in denselben Ländern vertrieben und ermordet wurden und werden. Vor diesem Hintergrund wirkt Köhlers Satz von der religiösen Vielfalt wie blanker Hohn.

Die jüdische Bevölkerung in den arabischen Staaten von 1948 bis 2001 (Quelle: Hagalil):

Doch anstatt dass die Islamverbände in den westlichen Demokratien ihre Stimmen dagegen erheben, schweigen oder beschönigen sie. So wie sie auch heute noch den Völkermord der Türken an den christlichen Armeniern leugnen. Werden dann Menschen misstrauisch und glauben den Lügen nicht mehr, beschuldigt man sie der „Islamophobie“. So sehen muslimische Vielfalt und muslimische Meinungsfreiheit aus!

Es wirkte so, als sei an diesem Abend auch der eine oder andere Zuhörer von Köhlers Vortrag ein wenig enttäuscht gewesen. Doch was hatte man erwartet? Wenn man einen Vertreter der Islamlobby wie Köhler einlädt, dann bekommt man keine Selbstreflexion, kein Sich-Hineinversetzen in die Position des Anderen, keine Bestandsaufnahme realer Probleme, keine anregenden eigenen Ideen und Gedanken, keinen echten Dialog, der diesen Namen verdiente, sondern nichts als knallharten Lobbyismus, d.h. Schönreden des Islam und der Muslime in aller Welt plus Klagen über Mehrheitsgesellschaft, Rassismus und „Islamophobie“. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Wann begreifen unsere „intellektuellen Eliten“ das endlich?

Entziehen wir also den Vertretern der Islamlobby und ihren Helfershelfern in Parteien, Medien und Verbänden die Lizenz zum Lügen. Treten wir ihren Geschichtsfälschungen entgegen, wie zum Beispiel der dreisten Lüge, Muslime hätten Deutschland nach dem Krieg wieder aufgebaut! Ziehen wir die einzig richtige Lehre aus dem dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte, nämlich nie wieder zuzulassen, dass eine menschenverachtende und rassistische Ideologie sich noch einmal in Deutschland ausbreiten kann, unter welchem Deckmantel auch immer! Kündigen wir die „verlogene Beziehung“, stellen wir uns der Realität, so unangenehm und schmerzhaft diese nach Jahrzehnten einer falschen Einwanderungs- und Integrationspolitik auch sein sollte! Nur dann ist ein Neuanfang möglich.