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Zwischen den Stühlen

Vor der nächtlich beleuchteten Silhouette der Dresdner Altstadt feierte die Bundeswehr am Montagabend am Elbufer einen Großen Zapfenstreich zum Jubiläum '20 Jahre Armee der Einheit'.Staatsbürger in Uniform – das war und ist der Soldat in den Streitkräften Deutschlands seit 1955. Doch wie bei so vielen Institutionen hierzulande klaffen Realität und Wirklichkeit auch bei der Bundeswehr auseinander. Die aktuellen Reformen und die Tagung in Dresden will ich als Anlass nehmen, dem geneigten Leser mal einen Einblick in die Welt des pflichtbewussten Soldaten zu geben. In eine Welt, in der öffentliche Auftritte polizeilich abgesichert werden müssen.

(Von J.S.)

Ich bin Truppenoffizier mit Leib und Seele. Nie wollte ich etwas anderes werden. Woran das liegt, kann ich nicht beurteilen, eine elterliche Indoktrination fand jedenfalls nie statt (eine staatliche auch nicht, da kurz nach meinem fünften Geburtstag die DDR ihr Ende fand) – ganz im Gegenteil, väterlicherseits wurde der Wehrdienst bei der damaligen NVA als notwendiges Übel mehr oder weniger in Kauf genommen, um studieren zu können. Er selbst war in seiner alten Einheit bekannt als der „UA-König“, wobei „UA“ hier für „unerlaubt abwesend“ stand. Die Disziplinarbescheide über mehrere Tage Arrest hat er noch.

Wie dem auch sei, als ich vor einigen Jahren meinen Dienst antrat, war ich voller Motivation und gespannt, was mich erwarten würde. Das ist nun sieben Jahre her, und die Realität ist jetzt da. Dabei soll dies keine Abrechnung sein, denn der Dienst macht immer noch Spaß und es war die richtige Berufswahl. Doch selbst beim bewaffneten, verlängerten Arm des Grundgesetzes ist man weder vor Idiotie, noch vor dem Gutmenschentum sicher. Dabei bleibt es nicht aus, dass der Großteil des Artikels subjektiv gefärbt ist. Die „Sahnestücke“ waren jedoch alle auch in den Medien.

Was ist nun das größte Problem? Ist es das Ansehen in der Öffentlichkeit? Mitnichten. Meine Laufbahn bringt es mit sich, dass ich sehr viel im schönen Deutschland unterwegs war und bin. Geographisch gesehen war ich tatsächlich schon „in jeder Ecke“. Und offene Aversion gegen die Bundeswehr habe ich nirgends in besonderem Maße erlebt – ganz im Gegenteil. Der normale Bürger ist mehr als aufgeschlossen. Darum ist man auch sehr bemüht. Öffentlichkeitsarbeit wird, besonders beim Heer, groß geschrieben. Fast jede Kompanie hat eine Patengemeinde oder -stadt. Gerade in der besinnlichen Jahreszeit ist man quasi jedes Wochenende auf einer Patenschaftsveranstaltung – in Uniform (grau) versteht sich –, wird dort fürstlich bewirtet und pflegt das Gespräch. Umgekehrt funktioniert das auch. Üblicherweise würden mindestens einmal pro Quartal Schulklassen aus den Patengemeinden in unsere Kaserne kommen. Je nach Altersstufe entweder zur Berufsorientierung oder im Rahmen des Sozialkundeunterrichts.

So weit, so gut. So geschah es auch eines schönen Tages im Oktober letzten Jahres. Die Schulklasse kam und sollte das Standardprogramm bekommen – Kasernenführung, Vorstellung der Grundausbildungskompanie, Vorstellung der Fahrzeuge etcpp. Zur damaligen Zeit bekleidete ich meinen Dienstposten in der Grundausbildungskompanie. Immer wenn dann die Schulklassen zu uns kamen, habe ich ihnen gezeigt, wie Rekruten wohnen, wie der Tagesablauf ist und was sich alles so in der Waffenkammer versteckt. Der geneigte Leser kann hier schon ungefähr erahnen, wo sich langsam aber sicher die Angriffsflächen bilden.

Bemerkenswert hierbei: unabhängig vom Alter der Schüler, waren die gestellten Fragen immer gleich. Und es ging keineswegs darum, ob man denn in der Grundausbildung „ordentlich ballern“ kann. Nein: selbst Neuntklässler fragten in erster Linie: „Warum sind Sie Soldat geworden?“ „Wie ist es denn im Einsatz?“ „Ist es gefährlich?“. Auch den Lehrern konnte ich vermitteln, dass es ohne weiteres möglich ist, ca. 100 Rekruten innerhalb von rund zehn Wochen auf den gleichen Leistungsstand zu bringen. Man muss es nur wollen und vernünftige Erwachsenenpädagogik anwenden – der Ansatz, alles auszudiskutieren, hilft da nicht. Wir reden hier immerhin über rund 700 Ausbildungsstunden, obwohl nur ca. 590 gefordert sind.

Doch das Vorstellen der Handwaffen war nicht der Punkt, der für Aufregung sorgen sollte. Im weiteren Verlauf des Tages präsentierte dann eine andere Kompanie den sogenannten AGSHP – das Ausbildungsgerät, Schießsimulator für Handwaffen und Panzerabwehrhandwaffen. Hier durfte die anwesende Schulklasse natürlich nicht selber schießen – das darf man erst ab 18. Aber sie durften zuschauen, wie normale Grundwehrdienstleistende einige Übungen schossen. Dazu muss man sagen, dass der AGSHP ein ausgezeichnetes Ausbildungsmittel ist – denn er spart richtig Geld und funktioniert immer, egal welches Wetter, egal welche Tageszeit. Doch hier passierte es dann: Im Vorfeld fiel eine Aussage, die durchschlagende Wirkung haben sollte. Um den Schülern zu verdeutlichen, was nun auf sie zukommt, sagte der Durchführende sinngemäß: „Jeder von euch hat zu Hause eine Playstation. Das hier ist tausendmal besser!“.

Eigentlich hätte sich in diesem Moment der Himmel verdunkeln müssen, als schlechtes Omen. Als nämlich in den nächsten Tagen vom Truppenbesuch in den lokalen Nachrichten berichtet wurde, dauerte es nur wenige Stunden, bis die Empörungsmaschinerie auf Hochtouren lief. Linke, Grüne, der örtliche Friedenskreis und „empörte Eltern“ überschlugen sich förmlich. Man würde hier die Kinder „indoktrinieren“, „desensibilisieren“ und „Bauernfängerei“ betreiben. Das dürfe nicht sein. Sogar Anfragen ans Verteidigungsministerium wurden gestellt. Wohlgemerkt war 2009 schon eine zweistellige Anzahl von Schulklassen bei uns unterwegs gewesen – bis dahin hatte sich niemand daran gestört. Als „Vergeltung“ sollte es nun eine öffentliche Gesprächsrunde mit Vertretern aller Betroffenen geben. Dies wurde von der Bundeswehrseite aus ziemlich schnell bejaht. Mag daran liegen, dass man hier sowohl rhetorisch als auch argumentativ auf der sicheren Seite ist. Überraschenderweise dauerte es aber dann mehrere Wochen, bis man von Seiten des Friedenskreises zustimmte (!) und sich auf einen gemeinsamen Termin einigte.

Im Vorfeld wurde dann noch einmal die Richtung festgelegt: sachlich bleiben, zu nichts hinreißen lassen und abwarten, ob sich die Melange aus Gutmenschen nicht irgendwann gegenseitig zerfleischt. Ich selbst war als Zuschauer in zivil anwesend. Das Klientel der Gegenseite überraschte mich dann doch – fast ausnahmslos Damen und Herren fortgeschrittenen Alters, die sich nur noch mittels Gehhilfe fortbewegen konnten. Auch zugegen war der Schulleiter der betroffenen Schule, ein gewisser Matthias Isecke-Vogelsang (Foto l.), Matthias Isecke-Vogelsangder dem aufmerksamen PI-Leser durchaus bekannt sein sollte. Ich war entsetzt. Doch sollte sich hier mal wieder bewahrheiten, dass Äußerlichkeiten trügerisch sein können. Unabhängig davon, ob ein derartiger Kleidungsstil einem öffentlichen Amt würdig ist oder nicht, sprach aus ihm überraschenderweise die Stimme der Wahrheit und Vernunft. Doch dazu gleich mehr.

Den kompletten Verlauf der Diskussion wiederzugeben sprengt mein Gedächtnis, jedoch waren Argumentationsketten und -grundlagen von Gutmenschenseite die Üblichen. Allein die Grundzüge der anständigen Diskussion waren unbekannt. Es ist auch schwierig, jemanden mal ausreden zu lassen, der eine abweichende Meinung hat. Traumtänzer-Konsens: Kein Schüler dürfe jemals irgendwie mit den Streitkräften in Verbindung kommen! Das schüre Militarismus. Hier konterte Herr Isecke-Vogelsang ausgezeichnet: Auf der einen Seite werden die Schüler im Geschichtsunterricht von den Weltkriegen erschlagen und mit Gräueltaten der SS konfrontiert – auf der anderen Seite soll ihnen aber verwehrt werden, die modernen Streitkräfte kennenzulernen, die damit rein gar nichts zu tun haben. Darauf folgte dann der Vorschlag des Abends: Es werde ja ohnehin zu viel Geschichte unterrichtet. Da könnte man doch bestimmt pro Woche locker zwei Stunden streichen und stattdessen das Fach „Glück“ unterrichten, wo die Schüler dann das Glücklichsein üben könnten.

Das ist kein Witz. Die ca. 40-jährige Frau, die diesen Vorschlag brachte, meinte das aus voller Überzeugung. Dieser bodenlosen Absurdität ist es auch geschuldet, dass sich der Wortlaut in mein Gedächtnis eingebrannt hat. Bezeichnend war weiterhin, dass den Schülern jegliche Fähigkeit zur Reflexion abgesprochen wurde. Dies wusste ich dann durch einen Beitrag zu entkräften, auf Grund meiner Erfahrung mit den oben erwähnten Schulklassen. Und so versuchte man eben weiter, allerlei Lügen zu verbreiten. Die Schüler seien gezwungen worden, an diesem Ausflug teilzunehmen und es hätte in der Schule weder Vor- noch Nachbereitung diesbezüglich gegeben. Auch hier sprang der mit coloriertem Haupt ausgerüstete Schulleiter wieder dazwischen – er sagte dazu sinngemäß: „Sowas ist grundsätzlich freiwillig und ohne schlüssiges Konzept geht mir niemand vom Hof! Dazu gehört Vorbereitung und Auswertung. Sie können das Konzept gerne einsehen!“ Also auch Granit. Letztlich versuchte man dann noch, den Simulator (der Begriff „Schießkino“ ist übrigens politisch inkorrekt, weil gewaltverherrlichend!) als Werkzeug hinzustellen, das seelenlose Tötungsmaschinen produziere. Ob denn auch Bauchschüsse beim Schützen Müller simuliert würden? Und abgetrennte Gliedmaßen? Dass Tod und Verwundung ein eigener Ausbildungsabschnitt ist, und die Grundwehrdienstleistenden im Rahmen der Sanitätsausbildung mit recht realistischen Wundbildern konfrontiert werden, wurde ignoriert.

Alles in Allem machte der Abend mal wieder überdeutlich, womit man es zu tun bekommt, wenn man die Schablone der linksgrünen Meinungsdiktatur verlässt: entweder verbieten oder mit Gewalt eindämmen. Aber erreicht haben sie nichts, ausser dass die Maske wiedermal fiel. Denn Schulklassen kommen noch immer, und Tage der offenen Tür sind gut besucht. Auch der Simulator.

Lange Rede, kurzer Sinn: Das Ansehen der Bundeswehr in der Öffentlichkeit ist besser, als man gemeinhin annimmt. Nur eine kleine radikale Randgruppe sieht in ihr die Nachfolgeorganisation der Wehrmacht. Dass man dabei auch vor Gewalt nicht zurückschreckt, wurde gerade in den letzten Jahren besonders deutlich.

Ich selbst war an diesem Morgen auch an der Universität der Bundeswehr in Hamburg. Das ist schon eine ganz andere Qualität, als Sprechchöre bei öffentlichen Gelöbnissen. Hier wird der Tod von Menschen billigend in Kauf genommen. Gott sei dank sind Liegenschaftsgebäude in der Regel recht massiv gebaut, so dass Feuer nur schwer übergreifen kann. Apropos Gott: die ehemalige A-Klasse ganz links auf dem Foto war der Dienstwagen vom Standortpfarrer. In Dresden gab es 2009 ja einen ganz ähnlichen Anschlag.

Und genau hier ist das Problem: die Personen mit der radikalsten Meinung haben oft auch die größten Mäuler. Das wirkt einschüchternd. Auch auf die militärische Führung. Das ist auch der Grund, warum Soldaten selten in Uniform die Kaserne verlassen. Zwar sagt die Vorschrift, dass der Feldanzug („grün“) auf den Fahrten vom oder zum Dienst getragen werden darf, was bedeutet: Freitagmittag, sonst nicht. Aber kaum jemand tut das. Nicht, weil man nicht stolz auf die Uniform ist, sondern weil man keine Lust hat, von irgendwelchen Idioten bespuckt zu werden. Und man darf, bis auf Ausnahmen, leider nur im Dienst Schusswaffen führen.

Ziel muss es also sein, die Bundeswehr im Bewusstsein der Bevölkerung zu halten. Die Wehrpflicht ist dafür ein adäquates Mittel. Ich habe lange Zeit Rekruten ausgebildet, in verschiedenen Funktionen. Genauso habe ich einige öffentliche Gelöbnisse geplant und durchgeführt. Wir waren immer gern gesehen. Was die Abschaffung der Wehrpflicht (was in den Streitkräften übrigens schon seit gut sechs Monaten bekannt war) angeht, so kann niemand ahnen, wie sich das zukünftig auswirken wird. Ich kann nur sagen: ein wichtiges Erziehungselement fällt dann komplett weg. Ich selbst hatte schon Rekruten, die nicht wussten, wie eine Dusche funktioniert. Viele virtuelle Krieger bekommen hier erstmalig Kontakt mit der „Welt“ und lernen die wichtigen Dinge des Lebens kennen und schätzen: Dach über dem Kopf und täglich eine warme Mahlzeit sowie Rückhalt im Kameradenkreis. Und etwas Sport hat noch niemandem geschadet. Noch dazu die Zeit bei der Bundeswehr immer ein super „Ice-Breaker“ ist, wenn man irgendwo neue Leute trifft. Irgendjemand hat immer gedient, und schon kommt man ins Gespräch. Wenn man ganz genau hinsieht, hat man als Rekrut eigentlich ein super Leben – ich sage immer: Wenig Verantwortung, drei Monate Vollpension und danach ist man ein besserer Mensch. Zumindest der Großteil.

Nun ist mir bewusst, dass es keine Wehrgerechtigkeit gibt und dass in vielen Einheiten nach der Allgemeinen Grundausbildung (AGA) nur Gammeldienst stattfindet. Das ist aber ein Verschulden der Kompanien und keineswegs typisch. Aber das soll jetzt kein Plädoyer für die Wehrpflicht werden. Das Ende ist beschlossen und damit erstmal bindend.

Es ist allerdings typisch für viele Dinge, die, zumindest im Heer falsch laufen. Oben wird entschieden, unten wird gebuckelt. Der Sparzwang hat nämlich auch vor den Streitkräften nicht halt gemacht. So sollte man annehmen, dass so grundsätzliche Dinge wie Munition immer in ausreichender Menge vorhanden sind. Dafür als Richtwert: Ende Juni 2009 hatte mein Bataillon schon fast das gesamte Jahreskontingent an Manövermunition verbraucht. Und das bei regulärem Dienstbetrieb. Im Jahr 2010 hatten wir für rund 1000 Soldaten im Standort gerade mal 12 scharfe Patronen für die Panzerfaust. Und das, obwohl jeder Soldat im Heer damit zumindest einmal im Halbjahr scharf schießen sollte. Und es geht weiter. Bei Leistungsmärschen (12 bis 30 km) ist es neuerdings verboten, Trinkwasser und Obst als Marschverpflegung auszugeben, weil es zu teuer sei. Da kommt Freude auf, gerade im Sommer. Sicherlich geht es auch ohne, aber Fürsorge sollte eigentlich an erster Stelle stehen.

Jetzt könnte man meinen, dafür gebe es sonst nichts zu meckern. Weit gefehlt. Allein in der Grundausbildungskompanie werden täglich so um die 200 bis 500 Din A4-Seiten bedruckt mit Dienstplänen, Anträgen, Stellungnahmen, etc.. Dass da so ein Druckertoner schnell aufgibt, dürfte klar sein. Deshalb gibt es in der Regel auch mehrere dienstliche Drucker in der Einheit. Doch auch da muss man sparen – so dürfen Druckertoner nur noch im Tausch angefordert werden und es ist nur noch ein Drucker pro Etage zulässig. „Aber J.S.! Man könnte doch einfach weniger drucken!“. Ja, könnte man. Aber da schiebt die Bürokratie einen Riegel vor. Beispiel: Überstunden. Angenommen ich mache an einem Tag der Woche über 16 Stunden Dienst (in der Grundausbildung ist das die Regel – so um die 40 Überstunden pro Woche sind da drin), dann steht mir dafür natürlich ein Ausgleich zu. Nach Abzug von Steuer kommen da am Ende rund 35€ raus. Will ich diese 35€ haben, muss ich sie beantragen. Und dafür allein muss ich zehn Seiten Papier schwarz machen. Zehn! Das Formblatt „Dienst zu ungünstigen Zeiten“ (3-fach), Das Formblatt „Dienstausgleich“ (beidseitig, 3-fach) und einen Erfassungsbogen für die Kompanie. Und ich bin nicht der einzige, der sein Geld haben möchte. Oder Dienstpläne. Die sind in der Regel 3-seitig und werden mindestens sechsfach ausgefertigt. Pro Woche.

An anderer Stelle wirft man Geld aber zum Fenster raus. Wie beim Tiger-Hubschrauber, der als reiner Panzerabwehrhubschrauber gekauft, nun in „Unterstützungshubschrauber“ umgetauft wurde und dessen Kernaufgabe sich gerade in Wohlgefallen auflöst, wenn man dem Verteidigungsminister glauben darf. Für seine Hauptbewaffnung, die sog. PARS 3 LR, hat die Bundesregierung mal schlanke 380 Millionen Euro, für das gesamte Projekt „Tiger“ so um die 3 Milliarden Euro ausgegeben. Für ein Waffensystem, wohlgemerkt, das in der deutschen Version unfähig ist, moderne Aufgaben im Einsatz zufriedenstellend zu erfüllen und dessen Konzeption zu Zeiten des kalten Krieges stattfand. 3 Milliarden Euro. Und der normale Soldat hat nicht einmal Anspruch auf einen Apfel oder eine Banane beim Marschieren.

Ich möchte noch einmal betonen: das hier ist keine Abrechnung. Ich habe immer gern gedient und bin zu 100% loyal, und der Großteil der Soldaten ist das auch. Denn nur des Geldes wegen geht niemand zur Bundeswehr. Dafür sind die Einschnitte im Privatleben einfach zu groß, und die finanziellen Belastungen ebenfalls erheblich. Denn einfach so die Woche über in der Kaserne wohnen geht nicht mehr. Jeder, der älter ist als 25, darf sich am Standort eine Wohnung suchen. Es gibt hierfür zwar Beihilfe, doch diese umfasst keine Nebenkosten wie Strom oder Internetanschluss.

Ich denke, es ist einfach nur den Wenigsten klar, welche Belastungen Soldaten (wie Polizisten übrigens auch) tagtäglich und wöchentlich auf sich nehmen. Und das aus völlig altruistischen Motiven. Das Argument „Ihr habt es euch ausgesucht!“ läuft dabei auch völlig ins Leere. Denn man darf nicht vergessen: es waren Soldaten, die es uns heute ermöglichen, so etwas zu sagen, und die es linken Spinnern ermöglichen, auf Uniform und Flagge zu spucken, ohne Angst haben zu müssen, in einem dunklen, feuchten Keller zu versauern. Dafür sollte man zumindest etwas Respekt erwarten. Denn Soldaten sind eben auch Staatsbürger. Nur eben in Uniform.

Video:

Vor der nächtlich beleuchteten Silhouette der Dresdner Altstadt feierte die Bundeswehr am Montagabend am Elbufer einen Großen Zapfenstreich zum Jubiläum „20 Jahre Armee der Einheit“.

Teil 1:

Teil 2:

Teil 3: