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Cameron: Islam-Extremismus zu wenig bekämpft

Großbritanniens Premierminister David CameronAngesichts des Anschlags in Schweden räumte der britische Premierminister David Cameron (Foto) ein, dass die Toleranz des Königreiches das Anwachsen des radikalen Islam begünstigt habe. Der Attentäter vom 11. Dezember hatte sich in der schwedischen Hauptstadt Stockholm in die Luft gesprengt, sich selbst getötet und zwei Personen verletzt. Zuvor hatte er sich in der britischen Stadt Luton radikalisiert.

(Von nockerl)

Großbritannien war in den 90er-Jahren ein Zentrum des radikalen Islam geworden, nachdem die Asylpolitik Mujahedin Schutz vor dem Zugriff des Herkunftsstaates gewährt, damit die Gotteskrieger unbehelligt den Massenmord der Aufnahmegesellschaft planen konnten. Cameron fordert nun – wohl kaum zu früh – Maßnahmen gegen den radikalen Islam.

So möchte der britische Premier dafür Sorge tragen, dass die nach England reisenden Imame ausreichend Englisch sprechen. Wer jedoch jemals „Undervover Mosque“ des britischen Senders „Channel 4“ gesehen hat, weiß, dass man den von Mohammed gepredigten Hass auch in akzentfreiem Englisch verbreiten kann. Wie in Deutschland wird als eine der ersten Maßnahmen gegen den radikalen Islam so getan, als sei es eine Frage der Sprachkompetenz und nicht des Inhalts, um sich so den Anschein des Handelns zu geben.

Doch es ist zumindest anzuerkennen, dass die größte aller Hürden genommen ist: Die Erkenntnis, dass ein Problem vorliegt. Ein Problem, das die Partei des Tony Blair auch dadurch verschärft hat, indem es sich durch die Zuwanderung die Macht sichern wollte.

Ob es ausreichend ist, den bestärkten Dschihad in Großbritannien zurückzuschlagen, indem man die Universitäten „entradikalisiert“, wie es Cameron sehr unspezifisch vorschlägt, darf bezweifelt werden. Eher würde da schon die sofortige Auflösung der über 80 offiziellen und inoffiziellen Schariagerichte auf der britischen Insel ein erster Schritt sein. Doch das dürfte nicht zu den „weiteren Schritten“ gehören, die Cameron sehr schwammig fordert. Dabei gehört der Punkt, sich zu fragen, warum junge Muslime sich radikalisierten, zu den klaren, aber am einfachsten zu bewältigenden Schritten: Lesen Sie den Koran, Herr Cameron!

Derweil macht die Moscheegemeinde, in der der spätere Stockholmer Selbstmordattentäter Taymour Abdulwahab mit seinen Glaubensbrüdern betete, geltend, man habe diesem die Tür gewiesen, da er „radikale Ideen“ gehabt habe. Warum der Imam und seine Gemeinde es allerdings versäumten, die Behörden über den Dschihadisten zu informieren, bleibt unklar. Dieser Umstand ist umso verwunderlicher, da sich die Sicherheitsapparate alle Mühe geben, zu entsprechenden Mitteilungen anzuhalten. Es wird so viel Geld und Mühe darauf verwandt, dass im Falle von Hauseinbruch und Drogenhandel die Telefone heiß laufen würden. Bei der Terrorismusbekämpfung hingegen blieben die Telefone stumm, wie der frühere oberste Terrorismusbekämpfer Andy Hayman gegenüber der BBC bedauerte. Allerdings seien, so seine Einschätzung, die Radikalen auch nur ein kleiner Teil der muslimischen Community.

Auch die Tatsache, dass Hass predigen anders als Diebstahl oder Drogenhandel für sich genommen noch keine Straftat darstelle, mache die Angelegenheit schwierig. Die Festnahme von EDL-Mitgliedern aufgrund des Abspielens des Muezzin-Rufes von einem Dach in Dudley im Mai dieses Jahres schien hingegen rechtlich keine Schwierigkeiten zu machen.

Für die BBC bleiben Gegner der Islamisierung die Radikalen

Doch während die britische Politik zumindest einmal das Problem erkannt hat, weigert sich der öffentlich rechtliche Rundfunk im Heimatlandes des Winston Churchill die wahren Radikalen zu erkennen. In einem Interview mit dem Chef der English Defence League (siehe Video am Ende des Beitrags), Tommy Robinson, betrachtet der Moderator die Demonstranten der EDL als die Radikalen, weil diese teilweise Masken tragen. Dass die Anhänger der EDL sich laut Robinson damit in der Hochburg der Political Correctness vor Abdruck ihrer Gesichter in den Zeitungen und damit verbundenen möglichen Kündigungen schützen, will der Journalist der BBC nicht anerkennen. Er geht auch nicht darauf ein, dass diese Masken damit eine größere Berechtigung haben als Burkas, die getragen werden, um Männer vor sexuellen Übergriffen auf Frauen abzuhalten. Die Radikalen sind und bleiben in den Augen des Radiomoderators die Anhänger der EDL.

Der Interviewer will auch nicht auf den Attentäter eingehen, der in Luton in die Moschee ging. Erst nachdem Robinson ihn dazu zwingt, das Thema zu behandeln, stellt der Moderator den Attentäter als Einzelgänger dar, indem er seinen Talkgast fragt, wieviele der Muslime wohl die Ansichten des Gotteskriegers teilen. Nachdem ihn der Chef der EDL darauf aufmerksam macht, dass 37% der in Großbrittanien geborenen Muslime die Scharia einführen wollen, zweifelt der schlecht vorbereitete Moderator die Belastbarkeit dieser Statistik an. Allerdings muss er sich belehren lassen, dass dies Zahlen sind, die von der Regierung Ihrer Majestät erhoben wurden.
Und auch Robinson macht darauf aufmerksam, dass für das angebliche Hinauswerfen des späteren Attentäters durch die örtliche Moschee kein Beweis vorliegt und sich ohnehin die Frage stelle, warum sie ihn dann nicht den Behörden gemeldet hätte.

Großbritannien hat schon einmal versucht, sich mit “Toleranz” den Frieden zu erkaufen. Damals nannte man dies allerdings noch Appeasement. Ob Cameron der Churchill unserer Zeit ist, darf zumindest bezweifelt werden.

(Video: Vlad Tepes, gefunden auf Gates of Vienna / Spürnase: Daniel Katz)