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Neues vom „Schiefen (Bildungs-)Turm von Pisa“

Heute ist PISA-Tag. Die OECD veröffentlicht die Ergebnisse der letzten internationalen Vergleichsstudie zwischen 15-jährigen Schülern aus 65 verschiedenen Ländern, darunter allen 34 als entwickelt geltenden Staaten. Wieder wird festgestellt, dass die in Deutschland unterrichteten Schüler – diesmal bei einer Schwerpunktuntersuchung zur Lesestärke – international lediglich Mittelmaß sind.

(Von Thorsten M.)

Natürlich werden sich die Gutmenschen von ZEIT bis Frankfurter Rundschau wieder beeilen, ein „undurchlässiges Schulsystem“ und insbesondere fehlende Bildungschancen in „sozialschwachen Familien“ anzuprangern. Ansonsten wird man sich an den kleinen Fortschritten freuen, die Deutschland im breiten Feld des Mittelmaßes trotzdem im Bereich Mathematik und Naturwissenschaften gemacht hat.

Interessant ist aber, dass – das Sarazzin-Tauwetter lässt grüßen – auch endlich an prominenter Stelle jemand Klartext redet: So äußert der Chef des Deutschen Philologenverbandes (DPhV), Heinz-Peter Meidinger, gegenüber der Bildzeitung ganz ungeniert:

„Der relativ hohe Migranten-Anteil an unseren Schulen ist mitverantwortlich für das schlechte Ergebnis der Deutschen bei der Pisa-Studie.“

Weiter sagte er gegenüber Bild:

„Lesen als Kernkompetenz für Bildung kann nicht von der Schule allein verbessert werden. Da ist der Einfluss des Elternhauses viel wichtiger. Doch in vielen Einwanderer-Familien ist die Sprachkompetenz der Eltern noch schlechter als die ihrer Kinder.“

Genau hier liegt aber der Hase im Pfeffer: Selbst ein Ganztagsschüler verbringt bis zum 15. Lebensjahr lediglich 20% seiner Lebenszeit in der Schule oder im Kindergarten. Wenn man die unbetreuten wichtigen ersten drei Lebensjahre noch dazu zählt, sind es sogar eher nur 15%. Der entscheidende Punkt ist, dass Migranten in den verbleibenden 80-85% ihrer Zeit deutsch reden, denken und träumen müssten, um ihre Chancen in unserer Bildungsgesellschaft zu wahren. Dies geschieht aber mit einer an Borniertheit grenzenden Dickfelligkeit in breitesten Kreisen unserer Einwandererszene nicht – bzw. immer weniger. Als Quittung dafür bekommen wir dann im günstigsten Fall das Geschrei nach der Quote. Im ungünstigsten werden wir von einem sich benachteiligt und gleichzeitig überlegen fühlenden Südländer vor die Münchner U-Bahn gestoßen.

Will heißen: Eines der wichtigsten Mittel zur Verbesserung der Pisa-Ergebnisse unserer Migrantenkinder – und damit Deutschlands insgesamt – wäre eine flächendeckende Kultur der deutschen Sprache im öffentlichen Raum und auf dem Schulhof. Es muss verpönt werden, dass Menschen, die mit etwas anderem als einem Drei-Monats-Touristenvisum bei uns leben, sich öffentlich nicht auf deutsch unterhalten. Diese Maßnahme würde eine ganz andere Wirkung zeigen, als Millionen- oder gar Milliardenprogramme zur frühkindlichen Sprachförderung oder Ganztagsschulen, wie man sie uns jetzt wieder nahelegen wird. Darüber hinaus sollten sich Migranten, die ihr Leben in unserem Land verbringen wollen, gut überlegen, ob sie nicht sogar zu Hause – allein der Übung halber – besser deutsch reden, lesen und fernsehen sollten.

Klar muss der deutschen Politik aber auch sein, dass eine Stärkung der deutschen Sprache und ein Aufschließen zur PISA-Spitzengruppe darüber hinaus nur dadurch möglich ist, dass der Anteil der Kinder mit deutschsprachigem Elternhaus wieder deutlich zunimmt. Es wird Zeit, dass endlich einmal ein prominenter Politiker den Deutschen erklärt, dass jeder gefälligst sein Leben so zu organisieren hat, dass sich dabei auch noch Platz für zwei Kinder findet. Denn man muss sich ganz dringend von der Illusion verabschieden, dass man eigene Kinder billig durch „ausgewachsene Importe“ ersetzen kann, wie es aktuell mit Ausnahme der CSU fast der gesamten etablierten Politik wieder vorschwebt. Denn perspektivisch haben nur Länder Migranten abzugeben, die in ihr „Humankapital“ nicht besonders viel investieren. Bildung, die Deutschland wirklich seinen Status als eine der größten und vor allem technologisch führenden Industriemächte erhalten kann, setzt aber die Familientradition von mindestens einer bis gar zwei Bildungsgenerationen voraus, die Kinder viel mehr prägen, als dies eine noch so ganztägige Schule vermag. Zur Stärkung des deutsch-muttersprachlichen Anteils und zur Verbesserung unserer PISA-Ergebnisse wie von Zauberhand, würde darüber hinaus auch beitragen, wenn unsere Politik den Mut aufbringen würde, Migranten ohne deutschen Pass nach spätestens zwei Jahren Sozialleistungsbezug zur Ausreise zu bewegen.

Dies alles ist aber nicht viel Wert, wenn darüber hinaus nicht unser Bildungssystem wieder lernt, insbesondere männliche Schüler zu Respekt, Demut, Disziplin, Fleiß und Ordnung zu erziehen. Wer glaubt, Ruhe über eine ständige Absenkung von Anforderung ins System bringen zu können, bekommt schnell die Quittung von der Berufswelt. Immer mehr Firmen verzichten bereits jetzt auf ehrgeizige Expansionspläne, da sie dafür kein geeignetes Personal auf dem Arbeitsmarkt finden. Auch dies ist Teil des immer schieferen deutschen (Bildungs-)Turms von PISA.

Es ist schließlich eine Binsenweisheit, dass es langfristig einen starken Zusammenhang zwischen dem Wohlstand von Staaten auf der einen Seite und dem Vorhandensein von Produktionsfaktoren auf der anderen Seite gibt. Dass Deutschland – insbesondere seit dem Verlust eines Drittels seines Territoriums im letzten Jahrhundert – an Land und Rohstoffen eher ein armes Land ist, dürfte allgemein bekannt sein. Wenn wir glauben, es uns dazu noch leisten zu können, nur mittelmäßiges „Humankapital“ hervorzubringen, werden wir aber auf den harten Bänken der Holzklasse des internationalen Warenaustausches aufwachen.