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Bonn-Bad Godesberg: Scharia statt Maria?

Bonn-Bad Godesberg: Scharia statt Maria? [1]Am Sonntag Nachmittag wollte ich etwas für meine Bildung tun und besuchte eine der zahlreichen Islam-Werbeveranstaltungen, die der überaus aktive Interreligiöse Dialogkreis Bad Godesberg unter der Leitung der (noch nicht konvertierten) evangelischen Synodalbeauftragten Elisabeth Thissen organisiert, die auch Seminare in der fundamentalistischen König-Fahd-Akademie in Bonn-Lannesdorf durchführt.

(Von Verena B.)

Den Muslimen dient Thissen als „sachkundige Bürgerin“ und Beraterin des muslimischen Bündnisses für Innovation & Gerechtigkeit [2] (BIG-Partei: „Gib Rechts keine Chance“), ist. Motto der Veranstaltung: „In Kirche und Moschee – Interreligiöser Dialog am praktischen Beispiel“.

Die islambegeisterten Bürger trafen sich zunächst in der evangelischen Heilandkirche in Bonn-Mehlem, die immer wieder Treffpunkt für heilbringende interkulturelle Veranstaltungen ist und von ca. 60 Personen besucht wurde, darunter auch zahlreiche MuslimInnen und zumindest zwei Vertreter der BIG-Partei, nämlich die Stadtverordnete und stets mit Kopftuch geschmückte Hülya Dogan und der Bonner Direktkandidat Moussa Acharki, der gleichzeitig auch Vorsitzender der vom marokkanischen Kulturverein betriebenen Al-Ansa-Moschee auf der Bonner Straße in Bad Godesberg ist, die im Anschluss besucht werden sollte.

Thissen begrüßte die Teilnehmer und wies dabei darauf hin, dass die Musik in den christlichen Kirchen eine große Rolle spiele (Kirchengesänge und Orgelmusik). Auch am heutigen Tage habe man daher Orgelspiel und Gesänge eingeplant, aber da die muslimischen Freunde „ein Problem mit Musik“ hätten, habe man sich kurzerhand entschlossen, auf musikalische Darbietungen zu verzichten und die bereits angereiste Organistin wieder nach Hause geschickt. Die Muslime hätten sich zwar freundlicherweise bereit erklärt, die Kirche während des Orgelspiels und des Gesangs zu verlassen und danach wieder in die Kirche zurückzukehren, aber das würde zu viel Unruhe mit sich bringen und so entfiele dieser wesentliche Bestandteil des Gottesdienstes am heutigen Tage. Wir durften im Gesangbuch das Lied „Großer Gott, wir loben dich“, das man auch gemeinsam mit den Katholiken singt, aufschlagen, die Noten betrachten, den Text lesen und das Lied geräuschlos singen. Thissen erklärte anschließend im Einzelnen den Ablauf eines Gottesdienstes, die Predigten und die Figuren in der Kirche sowie Abendmahl und Taufe und verwies dann auf eine Dame, die Erläuterungen zu der von Albert Nadolle aus Münster geschnitzten und aus mehr als 100 Figuren bestehenden Holzkrippe gab, die jedes Jahr auf einer Fläche von 40 Quadratmetern aufgebaut wird und viele Figuren zeigt, die in anderen Krippen nicht vorkommen, so z.B. die Seherin Sibylle, die Königin von Saba mit dem Einhorngespann, Johannes den Täufer und viele mehr. Eine ganze Reihe dieser Figuren sind auch im Islam bekannt und stellen somit eine Verbindung zwischen Christentum und Islam her.

Besonders hervorgehoben wurden in diesem Zusammenhang auch angedeutete „Gemeinsamkeiten“, wie zum Beispiel „Du sollst dir kein Bildnis machen“ (Anspielung auf das Verbot, Abbildungen des Propheten zu zeigen?) und die Vielweiberei, die von zahlreichen Herren im alten Testament betrieben wurde und die sich heute ja auch noch bei den Muslimen größter Beliebtheit [3] erfreut, wobei diese Damen kostenlos in der deutschen Krankenkasse mitversichert sind. Besonders interessant war Salomon. Hier wollte ein Muslim wissen, wie viele Frauen dieser genau gehabt habe. Mindestens acht, in Wahrheit aber ganz viele mehr, erklärte die Krippenbeauftragte, und der muslimische Fragesteller nickte zustimmend mit der Bemerkung: „Ja, ein sehr weiser Mann, dieser Salomon.“ Ein anderer Muslim wollte wissen, welche Veranstaltungen für Kinder die Gemeinde anbiete, was „Altes“ und „Neues“ Testament bedeute u.a.m. Ich war erfreut über das Interesse, das einige Vertreter der wahren Religion zeigten, wenngleich sie der anderen „wahren“ Religion wohl nie beitreten werden (können).

Wir fuhren dann zur Moschee Al Ansa auf der Bonner Straße, die den PAX-EUROPA Mitgliedern und mir wohl bekannt ist, da dort anlässlich des Auftritts des salafistischen Hasspredigers Pierre Vogel alias Abu Hamza am 22. November 2009 eine Protest-Kundgebung stattgefunden hatte, die zu zahlreichen Morddrohungen der friedfertigen Muslime gegen den Veranstalter führten.

Der „Mohammed“ genannte Imam erklärte nun seinerseits die Grundzüge der wahren Religion, ihre weit reichende Bedeutung für den Alltag der Rechtgläubigen und die zahlreichen damit im Zusammenhang stehenden strengen Gebote und Rituale. Besonderes Gewicht legte er auf die Bedeutung der Lüge, die man möglichst unterlassen solle, was natürlich im Alltag (schmunzel, schmunzel, taqiyya, taqiyya) nicht immer so einfach sei (Lügen ist im Koran ausdrücklich erlaubt!). Im Anschluss an die Ausführungen des Imams durften wir Fragen stellen, die sich im Wesentlichen auf die praktische Durchführung der Koranregeln bezogen. Kritischer wurden schon Fragen dahingehend, ob Allah so wie Gott auch ein „liebender“ Gott sei und die gut gemeinte, aber doch sehr naive Frage eines Ungläubigen, ob man denn nicht auch einmal gemeinsam beten könne. Dies verneinte der Imam sehr höflich, da man ja nun doch nicht denselben Gott anbete.

Nun wollte ich endlich auch eine harmlose Frage stellen, die da hieß: „Warum hat Ihre Moscheegemeinde im letzten Jahr den salafistischen Hassprediger Pierre Vogel zu einem Vortrag eingeladen?“ Ich stellte diese Frage sehr laut und sehr deutlich. Der Imam zuckte zusammen und sprach: „Da muss ich jetzt mal unseren Präsidenten zu mir bitten.“ Herr Acharki, der die ganze Zeit hinter mir gestanden und mir sogar freundlich Kaffee angeboten hatte, eilte nach vorne. „Ach, Sie sind ja ein Mitglied von pro NRW“, und dann murmelte er noch etwas, was ich leider nicht verstehen konnte. Ich bestätigte dies gerne und wollte wissen, ob er meine Frage dennoch beantworten könne. Aber selbstverständlich. Pierre Vogel spreche hervorragend Deutsch (was man von einem Deutschen ja wohl erwarten kann) und eigne sich aufgrund seiner die Jugendlichen ansprechenden Ausdrucksweise (!) besonders, hochkriminelle Jugendliche in Bad Godesberg anzusprechen, um diese zur Einsicht zu bringen. Nun war ich etwas verwirrt, da es laut OB Nimptsch keine nennenswerte Kriminalität in Bad Godesberg und schon gar keine türkisch/arabisch/muslimischen Täter gibt (da es sich ja mehrheitlich um Pass-Deutsche handelt). Vogel sei daher als Prediger sehr willkommen. Ich entgegnete, dass Herr Vogel wohl auch als Verfechter der Steinigung von Frauen hochwillkommen sei. Hier unterbrach Frau Thissen, die den Imam bat, doch einmal den Begriff „Salafist“ zu erklären, den einige Besucher vielleicht nicht kennen würden. Imam Mohammed erläuterte, dass die Salafisten keine „Gruppe“, sondern harmlose, aber oft bös verteufelte Gläubige seien, die einfach nur die Religion so verstünden, wie der Prophet sie vermittelt habe. Ich fragte nach, ob das auch für die Steinigung von Frauen gelte. Dies wollte man dann nicht weiter vertiefen und ich verließ demonstrativ den Saal, da ich ohnehin schon genug gehört hatte.

Als ich meine Schuhe anzog, lief mir ein junger Muslim hinterher und fragte mich mit strahlendem Lächeln, ob ich ein paar Minuten Zeit für ihn hätte, er wolle mir etwas erklären. Also, das Steinigen beziehe sich nicht nur auf Frauen (wie beruhigend). Ja, das wisse ich schon. Und außerdem müssten auch bestimmte Voraussetzungen gegeben sein (vier Zeugen usw.). Ja, unterbrach ich ihn, das wisse ich auch. Und was immer er mir nun noch erklären wolle, er könne es sich sparen, ich sei gegen die Ermordung Andersgläubiger, die Steinigung und die Unterdrückung von Frauen. Allah sei groß, aber er habe in unserem Land nichts zu sagen, und dann schritt ich von dannen in der Hoffnung, dass die Nachtruhe einiger Anwesender ein wenig gestört sein würde …

Die nächste Veranstaltung findet am 23. Januar ab 15:00 Uhr in der katholischen Kirche Sankt Martin in Muffendorf, Klosterbergstraße statt. Von dort aus geht es dann in die DITIB-Moschee des Türkisch-Islamischen Kulturvereins, Koblenzer Str. 107. Nach einer Führung steht der Austausch bei einer Tasse Tee auf dem Programm. Ende ist gegen 17:30 Uhr. Ob man mich noch einmal empfängt? Vielleicht sollte ich mich ja verschleiern…

» Bonner Generalanzeiger: „Wachsamkeit ist geboten“ [4]

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