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Ein Zitat und sein Zusammenhang

Heute kam es wie die Welt berichtet in Mainz zu einer Demonstration linker Spaßbremsen gegen den Auftritt Thilo Sarrazins bei den Ranzengardisten. Dabei wurde auch aus dem Buch des Bestseller-Autors „zitiert“ (siehe Foto). Es soll vermieden werden, dass aus dem Zusammenhang gerissen wird und wir stellen diesen daher her.

(Von nockerl)

Zunächst zitiert Sarrazin in seinem Buch unter der Überschrift „Islam ja, Islamismus nein?“ den niederländischen Autor Paul Scheffer, dessen Äußerung er wie folgt einleitet:

Paul Scheffer hatte im Jahr 2000 mit seinem Artikel „Das multikulturelle Drama“ eine Diskussion über die muslimischen Migranten in den Niederlanden angestoßen. Diese erfuhr eine erhebliche Beschleunigung und Emotionalisierung durch drei Ereignisse: den Anschlag auf das World Trade Center 2001, die Ermordung Pim Fortuyn und die Ermordung Theo van Gogh 2004. In der Folge breitete sie sich über ganz Europa aus. Scheffer kritisiert die Versuche, die besondere Qualität der muslimischen Migration mit der „Binsenweisheit“ herunterzuspielen, Migration habe es zu allen Zeiten gegeben:

Zitat Scheffer:
„Die Migration, die wir zu Zeit erleben, hat unsere Gesellschaften in vielerlei Hinsicht nicht offener gemacht. Durch die traditionellen Ansichten, die viele Migranten mitbringen, werden plötzlich wieder alle Fragen hinsichtlich der Stellung der Frau diskutiert, und das Recht auf freie Meinungsäußerung ist wieder umstritten. Mit einem Mal reden wir wieder über Gotteslästerung und über das Verbot, vom Glauben abzufallen. Auch wenn es dabei um Überzeugungen geht, die wir aus unseren eigenen Geschichte kennen, ist es dennoch kein Fortschritt, die Emanzipation von vor fünfzig Jahren wiederholen zu müssen.“
Ende des Zitats

Sarrazin weiter:

Das ist wohl wahr, und damit ist man im emotionalen Kern des Problems: Das westliche Abendland sieht sich durch die muslimische Immigration und den wachsenden Einfluss islamistischer Glaubensrichtungen mit autoritären, vormodernen, auch antidemokratischen Tendenzen konfrontiert, die nicht nur das eigene Selbstverständnis herausfordern, sondern auch eine direkte Bedrohung unseres Lebensstils darstellen.

Deutlich wurde dies erstmals als Ajatollah Chomeini eine Fatwa gegen den indisch-britischen Autor Salman Rushdie aussprach, weil dieser sich ein paar dichterische Freiheiten erlaubt hatte. Wegen einiger Mohamed-Karikaturen in einer dänischen Zeitung gab es dann 2005 weltweit islamische Demonstrationen und Gewalttätigkeiten mit 150 Toten. Der Zeichner Kurt Westergaard, Jahrgang 1935, lebt seither in wechselnden Wohnungen unter Polizeischutz und entging in den Weihnachtstagen 2009 nur knapp einem Mordversuch eines jungen Somaliers mit Aufenthaltserlaubnis für Dänemark.

Dänische Milchprodukte werden in islamischen Ländern wegen der Mohammed-Karikaturen boykottiert. Millionen Frauen in unserer Mitte werden durch den sozialen Druck ihrer Religion und Kultur zur Beachtung von Kleidervorschriften gezwungen, die sie als selbständige Individuen herabwürdigen, und von ihren Familien an ihrer beruflichen und persönlichen Entfaltung gehindert.

Das alles haben wir eigentlich gar nicht nötig. Wirtschaftlich brauchen wir die muslimische Migration in Europa nicht. In jedem Land kosten die muslimischen Migranten aufgrund ihrer niedrigen Erwerbsbeteiligung und hohen Inanspruchnahme von Sozialleistungen die Staatskasse mehr, als sie an wirtschaftlichem Mehrwert einbringen. Kulturell und zivilisatorisch bedeuten die Gesellschaftsbilder und Wertvorstellungen, die sie vertreten einen Rückschritt. Demografisch stellt die enorme Fruchtbarkeit der muslimischen Migranten eine Bedrohung für das kulturelle und zivilisatorische Gleichgewicht im alternden Europa dar.

Wer dies deutlich ausspricht, sieht sich Anfeindungen ausgesetzt, unter denen der Vorwurf der „Islamophobie“ noch der geringste ist. Zwar scheint in der deutschen Politik das Bewusstsein zu wachsen, dass dem Islam problematische Kräfte innewohnen, aber man scheut das Thema weiterhin. „Der Islam ist uns willkommen, der Islamismus nicht“, sagt Bundesinnenminister de Maizière in seiner ersten Parlamentsrede nach Amtsantritt. Er sollte sich einmal mit dem türkischen Ministerpräsidenten Erdogan unterhalten, der 2008 erklärte: „Es gibt keinen Islam und Islamismus. Es gibt nur einen Islam. Wer etwas anderes sagt, beleidigt den Islam.“

Danach zitiert Sarrazin Bassam Tibi, der wiederum einen Unterschied zwischen Islam und Islamismus sieht, um im Weiteren dann mit der Diskussion über die Inhalte des Islam und Aussagen verschiedener Persönlichkeiten hierzu fortzufahren. Wir wollen hier allerdings abbrechen, da die wichtigsten Aussagen im Zusammenhang mit dem obigen „Zitat“ (vgl. Bild) dargelegt wurden.

Das Buch, dessen 4. Auflage wir hier zitierten, ist – eigentlich unnötig, dies zu betonen – eine äußerst lohnenswerte Lektüre und es ist zu empfehlen, es den 1,2 Millionen bisherigen Käufern nachzutun. Schon damit man Zitate überprüfen kann, die aus dem Zusammenhang gerissen werden.

Video: Demonstration linksextremer Gruppen gegen Sarrazin in Mainz