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„Zimtstern & Halbmond“ und die Regeln der ARD

Am 25. Dezember veröffentlichte PI einen Offenen Brief von Dr. Gudrun Eussner an die Redaktion des Bayerischen Fernsehens, in dem Sie ihren Unmut über den Fernsehfilm „Zimtstern und Halbmond“, der am 27. Dezember zur Primetime im Bayerischen Fernsehen gezeigt wurde, bekundete. Heute nun erhielt sie eine Antwort aus dem BR-Programmbüro Fernsehfilm.

(Von Dr. Gudrun Eussner)

Dr. Stephanie Heckner antwortet auf meinen Offenen Brief zum Film Zimtstern und Halbmond.

Sehr geehrte Frau Dr. Eussner, haben Sie Dank für Ihre Rückmeldung.

Mit dem Film „Zimtstern&Halbmond“ möchten wir unsere Zuschauer(innen) zu einer respektvollen, aufmerksamen Haltung gegenüber fremden Kulturen ermutigen, einer achtsamen Haltung des Hinschauens, Hinhörens und der individuellen Auseinandersetzung.

Mit freundlichen Grüßen und besten Wünschen für das Neue Jahr!

Dr. Stephanie Heckner
Leitung Reihen und Mehrteiler/ Programmbüro Fernsehfilm
PB Spiel Film Serie

3. Januar 2011

Auszüge aus den Programmgrundsätzen der ARD. Dokumentation:

Mit unterschiedlichen Formulierungen im einzelnen sind für die Landesrundfunkanstalten heute zumeist folgende Punkte geregelt:

1) die Verpflichtung auf die verfassungsmäßige Ordnung der Bundesrepublik,
2) die Achtung der Menschenwürde,
3) die Aufforderung, für Frieden, Freiheit und Völkerverständigung einzutreten,
4) die Pflicht, das gesellschaftliche Meinungsspektrum möglichst umfassend und fair widerzuspiegeln,
5) die Verpflichtung zu wahrheitsgetreuer und sachlicher Berichterstattung sowie zur sauberen Trennung von Nachrichten und Kommentaren und schließlich
6) das Recht zur Kritik wie das Recht kritisierter Personen oder Institutionen, ihre Gegenposition darzulegen.
[…]

Mit der siebten Novellierung, die zum 1. 4. 2004 in Kraft trat, wurde der Rundfunkstaatsvertrag um den neuen Paragraphen 11 zum Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ergänzt. Darin heißt es, der öffentlich-rechtliche Rundfunk habe „bei Erfüllung seines Auftrags die Grundsätze der Objektivität und Unparteilichkeit der Berichterstattung, die Meinungsvielfalt sowie die Ausgewogenheit der Angebote und Programme zu berücksichtigen.“

Mein Kommentar:

2) Mit der hergebeteten arabischen Floskel unterwirft sich die Braut Allah und ihrem muslimischen Ehemann. Wo bleibt die Menschenwürde dieser Frau – selbst wenn sie sich ihrer aus Liebe selbst entledigt? (Suren 2:223, 2:282, 4:11, 4:34, 5:60, 24:13, 24:31, 33:36 [Auswahl], Mohammed: Der Koran. Übersetzer: Max Henning. Projekt Gutenberg-DE)
3) Sie unterstellen Gottfried Hinrichs Vorurteile. Wo bleibt seine Freiheit, auf Grund von Kenntnissen des Islams und des Nahostkonflikts Probleme für die Verbindung seiner Tochter mit dem Palästinenser zu sehen? (Koran – Zitate – Analyse)
4) Sie zeichnen Christen als Personen, deren Weltoffenheit an der eigenen Türschwelle endet. Das christliche Personal auf dem Hochzeitsschiff wird als verunsichert und deppert karikiert und lächerlich gemacht, während die Muslime vor Lebensfreude strotzen. Was ist fair daran? (Zimtstern und Halbmond, Trailer)
5) Wenn es sich bei diesem Film auch nicht um eine Nachrichtensendung handelt: Wo bleibt die grundsätzlich (!) wahrheitsgetreue Darstellung der aus den nicht kompatiblen Werten der Mehrheitsgesellschaft und der muslimischen Minderheit entstehenden Probleme – oder sieht der Sender sie gar als kompatibel?
11) Mit dem Film werden einseitig negative bzw. positive Informationen und Behauptungen über Christen und Muslime transportiert. Wo bleiben Objektivität und Unparteilichkeit?
1) Der Film lässt nicht erkennen, dass sich der Sender der verfassungsmäßigen Ordnung der Bundesrepublik verpflichtet sähe, im Gegenteil, er spricht Relativismus und Beliebigkeit das Wort.


Der Film in voller Länge:

» zuschauerservice@br-online.de