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Assange: Vom Enthüller zum Weltverschwörer

Julian AssangeDer 39-jährige Gründer und Kopf der Enthüllungs-Seite Wikileaks, Julian Assange, der von Großbritannien nach Schweden ausgeliefert werden soll, hat viele Geheimnisse der internationalen Politik ans Tageslicht gebracht. Mittlerweile jedoch hat seine Phantasie seine Nachforschungen überflügelt: Assange glaubt offenbar, Opfer einer jüdisch-feministischen Weltverschwörung zu sein.

Der Blick berichtet:

Jetzt erklärt er (Assange) einem Reporter des britischen Magazins «Private Eye» in einem Telefonat, wer in seinen Augen wirklich verantwortlich ist für die schwedische Anklage und das britische Auslieferungsurteil: Lauter Journalisten, Juristen und Organisationen, „die alle jüdisch sind“.

Eine jüdische Verschwörung gegen Wikileaks? Offensichtlich, findet Assange. Entweder seien seine Feinde selber Juden, verwandt mit Juden, oder abhängig von jüdischen Spenden.

Assange sieht oft und gern Verschwörer. Letzten Sommer veröffentlichte seine Organisation Hunderttausende Geheimdokumente der US-Armee über den Irak-Krieg. Kurz darauf zeigten ihn zwei schwedische Ex-Mitbarbeiterinnen von Wikileaks an wegen Vergewaltigung und Nötigung. Seine Erklärung: „Wir wussten immer, dass die CIA mich mit schmutzigen Tricks jagen würde.“

Um Journalisten auf ihre Zuverlässigkeit zu testen, vertraut Assange auf seinen „Männlichkeits-Test“:

Journalisten des Assange-kritischen „Guardian“ bestehen in seinen Augen den „Männlichkeits-Test“ nicht. „Sie benehmen sich wie tratschende Schulmädchen“, findet der Mann, der angeblich zwei Schwedinnen zum Sex genötigt hat.

Amis, Emanzen, Juden, Schwule. Alle darauf aus, Julian Assange zu erledigen.

Zu Assanges Unterstützern gehört bislang der US-Staranwalt Alan Berkowitz – ein Jude, der über Assanges neueste Enthüllungen weniger erfreut sein dürfte.