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Beim Zauselbart des „Propheten“

ZauselbartSeit wir Menschen in kultivierten Gemeinschaften leben, haben wir es uns weitestgehend angewöhnt, zumindest unsere Geschlechtsorgane, die zu den primären Geschlechtsmerkmalen gehören, tagsüber hinter einem Stück Stoff zu verbergen, solange wir nicht als Mann und Frau miteinander „ins Bett“ gehen wollen – denn dabei wären solche Stoffteile in Form von Hosen, Röcken etc. der „Sache“ eher hinderlich. Dieses Verbergen ist nachvollziehbar, hat es doch die Ausbildung von Zivilisationen wahrscheinlich erheblich beeinflusst oder sogar erst ermöglicht.

(Von Eckhardt Kiwitt, Freising)

Die primären Geschlechtsmerkmale, die bei uns Menschen bekanntlich zwischen den beiden großen Zehen liegen, üben auf Mann und Frau einen gegenseitig unwiderstehlichen Reiz aus, was von der Natur offenbar genau so vorgesehen ist. Denn sonst wäre die Menschheit längst ausgestorben.

Nun gibt es aber auch sekundäre Geschlechtsmerkmale wie die weiblichen Brüste, die für Männer ihren Reiz haben. Und die Bärte der Männer dürften attraktiv auf Frauen wirken.

Zumindest, solange der Bart des Mannes gepflegt erscheint, weil das bei Frauen vermutlich einen positiven Eindruck hinterlässt. Schauen die Barthaare jedoch aus wie der Zauselbart eines allseits bekannten salafistischen Wanderpredigers, wirken sie wohl eher abstoßend, weil man / frau hinter dem Träger eines derart ungepflegten Gesichtshaares eventuell einen Asozialen vermutet.

Nicht viel anders verhält es sich mit den Gesichtern der Menschen, mit ihren Augen, und auch mit ihrem Haupthaar: Sie signalisieren, je nach Physiognomie, Seelenzustand oder Frisur entweder Männlichkeit oder Weiblichkeit, Aufgeschlossenheit oder Introvertiertheit, manchmal auch Depressivität, Bürgerlichkeit oder Verwahrlosung, um nur ein paar Beispiele zu nennen, wirken auf andere attraktiv, neutral oder abstoßend.

Die Möglichkeit, sexuell erregend wirken zu können, ist von den Gesichts- oder Haupthaaren eines Menschen allerdings eher nicht zu erwarten, denn sonst sollten Bart tragende Männer ihre Wangen- und Kinnhaare eventuell in Stofftücher hüllen, Frauen ihre Wimpern und Augenbrauen entfernen.

Unter der Überschrift „Der Reiz des Kopftuchs“ meint man bei der Zeit, dass speziell das Verhüllen des weiblichen Haupthaares zum „Geschlechterspiel“ gehört – und fährt im Antexter fort:

Eine Frau mit Kopftuch signalisiert, dass sie sexuell nicht verfügbar ist.

Da fragt man sich: Wie schafft sie es, Kinder in die Welt zu setzen, wenn sie „sexuell nicht verfügbar ist“? Vielleicht durch Jungfrauengeburt? Ist es ein von der Natur vorgesehenes Muster, dass Frauen mit Kopftuch „sexuell nicht verfügbar“ sind? Dann müssten sie längst ausgestorben sein! Und sind Frauen, die kein Kopftuch tragen, aber Kinder bekommen, allesamt Prostituierte oder Schlampen, Männer potentielle Vergewaltiger?

Dieser eine Satz in der Zeit ist eine Beleidigung für alle Frauen ohne (islamisches!) Kopftuch und für alle Männer.

In dem Text des Zeit-Autors heißt es weiter:

Eine Frau, die ein Kopftuch trägt, folgt in der Öffentlichkeit meistens einem bestimmten Verhaltens-Codex. Sie zeigt sich nicht nur im textilen Sinne zugeknöpft; sie vermeidet Gespräche und Körperkontakt mit Männern und nimmt eine distanzierte Haltung ein. Sie signalisiert damit Ehrbarkeit, die nicht nur in islamisch konservativen Kreisen damit gleichgesetzt wird, dass die Frau sexuell nicht verfügbar ist.

Meidet sie auch jeden Körperkontakt mit ihrem Ehemann, sofern sie verheiratet ist? Oder nur mit anderen Männern, was dann eine offenkundige Diskriminierung darstellt! Und was hat es mit „Ehrbarkeit“ zu tun, „sexuell nicht verfügbar“ zu sein, also enthaltsam zu leben, keine Familie zu gründen und damit den Bestand der eigenen Gene dem Verfall preiszugeben? Das ist, mit Verlaub, unmenschlich und widernatürlich!

Gegen Ende dieses Zeit-Artikels heißt es:

Frauen, die mit einem Kopftuch ihre Reize vor Männern verdecken, sind ausgesprochen stark mit Sexualität und deren tabuisierten Seiten beschäftigt. Gerade die Abwehr zeigt die Bedeutung des Themas an.

Frage an den Autor des Zeit-Artikels: Soll das eine Aufforderung zu einem „Schäferstündchen“ mit einer Frau unter dem islamischen Kopftuch sein, weil sie sich „ausgesprochen stark mit Sexualität und deren tabuisierten Seiten beschäftigt“? Vielleicht ein kurzer Aufenthalt mit ihr in einem „Stundenhotel“?