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Ein naiver Weißer im exotischen Pakistan

George FultonGeorge Fulton (Foto) ein politisch-korrekter BBC-Journalist aus Liverpool verliebte sich in die Pakistanerin Kiran, wurde vom kirchenfernen Christen zum Moslem, um der Familie der Braut zu gefallen und schließlich pakistanischer Fernsehstar. Erst jetzt – Jahre später – hat Fulton erkannt, dass er nur als belächeltes Maskottchen und exotischer Clown geduldet wurde und dass der Islam doch nicht so friedlich und romantisch ist, wie es ihm in seiner ersten Verliebtheit erschien.

SpOn berichtet:

Fulton, ein nach eigenen Angaben nicht sonderlich religiöser Christ aus Liverpool, konvertiert seiner Frau zuliebe zum Islam. „Damit war der Weg geebnet. Im November 2005 heirateten wir.“ Da ist die Lage in Pakistan schon nicht mehr gut. Die Anschläge vom 11. September liegen vier Jahre zurück, im Nachbarland Afghanistan herrscht Krieg, der Terror in Pakistan nimmt zu, immer mehr westliche Ausländer ziehen aus Pakistan weg. „Vielleicht war ich damals blind für all die Risiken und Gefahren“, sagt Fulton. „Klar hatte ich von Daniel Pearls Ermordung gehört. Aber ich dachte nicht daran, dass es auch für mich gefährlich werden könnte.“ Der „Wall Street Journal“-Korrespondent Pearl war im Januar 2002 am Stadtrand von Karatschi entführt und etwa eine Woche später enthauptet worden.

Ausgerechnet diese Stadt wählt Fulton sich als Zuhause.

Beim TV-Sender erhielt Fulton einen Job, obwohl er die Landessprache nicht konnte. Auch hier holte ihn die Realität erst später ein:

Dann, im vergangenen November, wird eine Christin wegen angeblicher Blasphemie zum Tode verurteilt. Zwei Politiker, die sich für sie einsetzen, werden im Januar und im März in Islamabad erschossen. Der Tod dieser Politiker markiere für ihn den Tod der Hoffnung für Pakistan, sagt Fulton. Es habe ihn schockiert, dass sogar Freunde von ihm die Morde rechtfertigten, sie sogar auf Facebook feierten, erzählt er. Kiran und George entschließen sich, Pakistan nach acht gemeinsamen Jahren den Rücken zu kehren und nach London zu ziehen. „Ich werde mir dort einen neuen Job suchen“, sagt er. Die Schwiegermutter unterstützt das Paar, das Enkelkind soll in einer sichereren Umgebung aufwachsen.

„Ich bin mir bewusst, dass es ein Luxus ist, das Land verlassen zu können, eine Möglichkeit, die Millionen anderer Menschen hier nicht haben“, räumt Fulton ein. „Ich weiß auch, dass es Tausende gibt, die hier jeden Tag daran arbeiten, das Leben ihrer Landsleute zu verbessern. Sie alle sind bessere Menschen als ich.“ Er sei dankbar für alles, was er in Pakistan erlebt und was er bekommen habe.

Aber die Liebe Pakistans zu ihm sei an die Bedingung geknüpft gewesen, dass er den „naiven Weißen auf Entdeckungstour im exotischen Pakistan“ spielt. „Sobald ich anfing, Dinge zu hinterfragen oder zu kritisieren, begann die Exkommunikation. Offensichtlich bin ich doch kein gleichberechtigter pakistanischer Staatsbürger.“ In einer solchen Atmosphäre sei es für ihn nicht mehr möglich, seinen Job zu machen.

Fulton verabschiedet sich aus seiner Wahlheimat mit bitteren Worten. Für Pakistan sehe er keine gute Zukunft. „Niemand verurteilt die Morde, die Zahl der Terroranschläge nimmt zu, wirtschaftlich geht es bergab, und ich sehe keinen politischen Willen, irgendetwas zu ändern.

Fulton brauchte Jahre, um die pakistanische Realität zu entdecken. Genügend andere Journalisten weltweit sind bereitwillig so naiv wie er.

(Spürnase: Daniel Katz)