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Der missverstandene Islam?

„Terror, Anschläge und Ängste – spätestens seit dem 11. September 2001 beherrschen Misstrauen und Antipathie das Bild vom Islam. Grund genug unser Verständnis dieser Weltreligion zu vertiefen.“ So lautet der Untertitel eines Zeitungsartikels von Friederich Mielke (Foto), der am 29. April 2011 im Schleswig-Holstein Journal erschienen ist. Mit der Aussage, „unser Verständnis dieser Weltreligion zu vertiefen“ hat sich Mielke ein hohes Ziel gesetzt, das er mit Sprechblasen, Unkenntnis und Verharmlosungen zu erreichen versteht – immerhin.

(Von Eckhardt Kiwitt, Freising)

Keine Religion ist so umstritten wie der Islam. Theologen, Politiker, Journalisten und „Islamkritiker“ streiten darüber, ob der Islam friedlich oder militant ist.

Das hat Mielke richtig erkannt, ohne jedoch nach den Ursachen zu fragen. Ist der Islam möglicherweise friedlicher als alle anderen Religionen und steht er gerade deshalb so massiv in der Kritik? Die Frage muss erlaubt sein. Warum Mielke im Eingangssatz seines Artikels nur das Wort ‚Islamkritiker’ in Anführungszeichen setzt, erklärt er nicht. Er hätte, mit der gleichen Berechtigung, auch die Wörter ‚Theologen’, ‚Politiker’, ‚Journalisten’ in Anführungszeichen setzen können. Hat er aber nicht. Warum nicht?

Viel hängt davon ab, ob wir den Islam kennen und verstehen. Oft basiert die Debatte jedoch auf Meinungen, Vorurteilen, Ängsten und Halbwahrheiten. Doch rationale Argumente versagen, wo Furcht und Unwissenheit vorherrschen. „Fakten ändern keine Gefühle“, sagt eine amerikanische Management-Weisheit.

Sind Koran und Hadith „Halbwahrheiten“ Herr Mielke? Das müssen Sie uns bitte näher erklären. Und auch den Muslimen werden sie es erläutern müssen. Es dürfte einen lebhaften Gedankenaustausch auslösen.

„Fakten ändern keine Gefühle“ – das stimmt. Aber manchmal beeinflussen oder prägen sie eben jene.

In einer Zwischenüberschrift Mielkes heißt es „Islam-Hysterie breitet sich aus“, um zu ergänzen:

Das mag zutreffen, denn seit dem 11. September 2001 spielen Angst, Wut, Misstrauen und Antipathie in der Islam-Debatte eine große Rolle. Islamistische „Gotteskrieger“, die im Namen Allahs morden, erschweren die sachliche Analyse. Eine fatale Islam-Hysterie breitet sich aus. Ein Grund mehr, zum Ursprung zurückzukehren und den echten Islam zu beschreiben.

Ach so? „Islamistische ‚Gotteskrieger’, die im Namen Allahs morden, erschweren die sachliche Analyse… Ein Grund mehr, zum Ursprung zurückzukehren und den echten Islam zu beschreiben.“

Dann „beschreiben“ wir doch mal den „echten“ Islam und „analysieren“ ihn „sachlich“ mit Hilfe des Korans, insbesondere der chronologisch letzten, also der endgültigen Verse dieses Buches:

„Und wenn die heiligen Monate abgelaufen sind, dann tötet die Götzendiener, wo immer ihr sie findet, und ergreift sie und belagert sie und lauert ihnen aus jedem Hinterhalt auf. Wenn sie aber bereuen und das Gebet verrichten und die Zakah entrichten, dann gebt ihnen den Weg frei. Wahrlich, Allah ist Allvergebend, Barmherzig.“ (Sure 9:5).

„Allah hat von den Gläubigen ihr Leben und ihr Gut für das Paradies erkauft: Sie kämpfen für Allahs Sache, sie töten und werden getötet; eine Verheißung – bindend für Ihn – in der Thora und im Evangelium und im Qur’an. Und wer hält seine Verheißung getreuer als Allah? So freut euch eures Handels, den ihr mit Ihm abgeschlossen habt; denn dies ist wahrlich die große Glückseligkeit.“ (Sure 9:111).

Es ist somit recht und billig, das Wesen des Islam zu beschreiben und unser Verständnis dieser Weltreligion zu vertiefen.

Das hätte Mielke besser mal selber tun sollen, bevor er den Artikel für das Schleswig-Holstein Journal geschrieben hat.

Der Islam entstand aus den göttlichen Eingebungen des Propheten Mohammeds, der im siebenten Jahrhundert das Wort Gottes (Allahs) verkündete. Seine in „Suren“ beschriebenen Visionen wurden im „Koran“ zusammengefasst.

Erstens: „Wer Visionen hat, soll zum Psychiater gehen“, sagte sinngemäß ein prominenter deutscher Politiker.

Zweitens: Die Araber haben in vormohammedanischer Zeit, aber auch noch zu Lebzeiten Mohammeds, an weit über Hundert Göttinnen (!) und Götter „geglaubt“. Siehe dazu z.B. das Buch von Dünya Asad: Ist Islam eine Religion?

Der Koran ist also mit Sicherheit nicht das Wort irgendeines „Gottes“, sondern ein zusammenphantasiertes Märchenbuch. Aber all dies weiß Friederich Mielke leider nicht, der uns das „Wesen des Islam“ zu erklären versucht, es aber nicht einmal grammatikalisch korrekt vermag, müsste es doch „Wesen des Islams“ heißen.

Ein paar Absätze weiter schreibt er:

Muslime fasten einen ganzen Monat (Ramadan), Christen leben zwischen Aschermittwoch und Ostern besonders gottgefällig.

Wenn Muslime tatsächlich einen ganzen Monat lang „fasten“ würden, dann wären sie verdurstet und verhungert. Und welchem Gott wollen die Christen zwischen Aschermittwoch und Ostern besonders gefällig sein? Einem der Götter der Hindus vielleicht?

Gegen Ende seiner „Aufklärungsschrift“ versteigt sich Mielke zu der Behauptung:

Fundamentalismus ist eine politische Ideologie

Leider wird diese These zuzeiten der Islam-Hysterie oft übersehen oder verzerrt. Der Islam ist ein religiöser Glaube, der islamistische und terroristische Fundamentalismus hingegen eine politische Ideologie.

Um zu ergänzen:

Der Islam ist somit ursprünglich eine friedliche und gütige Religion, die jedoch oft für politische und wirtschaftliche Machtansprüche missbraucht wurde und wird.

Ja, Herr Mielke, „ursprünglich“, also in den frühen Suren und Versen des Korans war der Islam vielleicht eine „friedliche und gütige Religion“. Ähnliches gilt womöglich auch für das Christentum, wie Siegfried Kohlhammer in seinem Buch „Islam und Toleranz“ – PI berichtete hier und hier –, ab Seite 115 aufzeigt.

In den 19 späten, den endgültigen medinensischen Suren entwickelt sich der Islam jedoch zu einer Hass-, Gewalt- und Verbrechensideologie und folgt damit – „seltsamerweise“ – der Vita des „Propheten“ Mohammed.

Wie kommt es übrigens, dass alle Länder, in denen der Islam Staatsreligion ist, Diktaturen sind? Liegt das am Herrschaftsprinzip des Islams, das keine individuellen Rechte und Freiheiten zulässt, sondern nur das unmenschliche Gesetz Allahs duldet?

» mail@friederich-mielke.de

Eckhardt KiwittZum Autor: Eckhardt Kiwitt ist Angestellter in einem Verlag, Mitglied der Bürgerbewegung Pax-Europa und Autor des Aufsatzes „Das Islam-Prinzip“ sowie Gestalter des PI-Kalenders 2011. Laut LMU-Dozent Stefan Jakob Wimmer gehört er in die Riege der „prominenten Islamkritiker“.


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