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Nationalität der Täter spielt eine Rolle

Klaus JansenDer Chef des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, Klaus Jansen (Foto), erklärt gegenüber der Welt, warum es Sinn macht, die Nationalität Krimineller zu erfassen und präventive Maßnahmen zu ergreifen. Jansen ist ein Verfechter des Neuköllner Modells der verstorbenen Jugendrichterin Kirsten Heisig, wonach sich junge Täter bei kleineren Delikten wenige Tage später bereits vor Gericht verantworten müssen.

Nicht zuletzt weil es viel Geld spart. Wir können lange Prozessverhandlungen, die Vorladung von Zeugen und die Verhängung von Strafen in Jugendhaftanstalten vermeiden, wenn wir direkt am Anfang richtig handeln. Wenn ein Jugendlicher wenige Tage nach seinem ersten Delikt je nach Schwere vielleicht zu vier Wochen Arrest verurteilt wird, ist das ein einschneidendes, abschreckendes Erlebnis. …

Die Täter gehören eingefangen und auf die richtige Spur gesetzt. Ich denke da übrigens ganz im Sinne der Täter: Wir brauchen jeden von denen. Es gibt fantastische Schulen, die viel tun.

Gerade die Erfassung der Nationalität der jungen Straftäter sei wichtig, um festzustellen, was ihnen zu wirklicher Intgration fehlt:

Natürlich, das fordern wir schon lange. Wir müssen doch im interkulturellen Dialog wissen, womit wir es zu tun haben, um mit den richtigen Integrationsmaßnahmen gegenzusteuern.

Wir brauchen etwa mehr Sozialarbeiter mit Migrationshintergrund. Warum bringen wir uns um diesen Steuerungsmechanismus? Das ist doch dumm. Denn wer einmal eine schwere Tat begangen hat, den bekommt man nur mit viel Aufwand wieder auf die richtige Bahn. …

Junge Menschen müssen klare Regeln einhalten. Natürlich muss man sich aus Respekt vor der Andersartigkeit auch mal zurückhalten. Aber unsere Gesetze gelten für alle. …

Wenn wir einen Teil der Jugendlichen heute stabilisieren können und dann einen größeren Teil in der nächsten Generation, das doch ein riesiger Erfolg.

Jansen hält an der „Talentiertheit“ aller Einzelfälle fest, macht aber immerhin auch deutlich, dass man den Migrationshintergrund nicht unterschätzen darf.