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Straußenfarm in Plessa sucht Halal-Schlachter

Straußenfarm in Plessa sucht Halal-SchlachterNicht uninteressant ist ein gelegentlicher Blick auf die Stellenseite des Muslimmarktes. Erfährt man dort doch manchmal aus erster Hand, welche Firmen sich aus dem europäischen Standard der Fleischerzeugung verabschiedet haben oder verabschieden wollen.

Aktuell sucht über diesen Weg die Straußenfarm der GESTRA GmbH im brandenburgischen Plessa einen „Fleischer für die Straußenschlachtung gemäß der Halal-Zertifizierung“ (ganz nebenbei bemerkt ein Arbeitsplatz, für den in diskriminierender Weise ein Christ nicht infrage kommt, da es dafür erforderlich ist, gläubiger Muslim zu sein).

Ob nach dem Abklingen der BSE-Hysterie die biodeutsche Nachfrage nach Straußenfleisch zu gering geworden ist – oder ob hier muslimische Investoren eine Rolle spielen – ist Spekulation.

In jedem Fall dürften sich die etwa 400 Tiere auf der 23 Hektar großen Farm 40 km nördlich von Dresden über die Islamisierung ihres Betriebs kaum freuen.

Wer sich nach dem Wohlergehen der Tiere erkundigen möchte, kann dies bei Ute Schwabe, der Geschäftsführerin, unter handrek-creative@gmx.de tun.

Update I: Nachdem sich die Zahl der Einträge im sechs Jahre alten Internet-Gästebuch der Gestra GmbH innerhalb von 24 Stunden durch aufgebrachte Kunden vervierfacht hat, wurde selbiges heute nachmittag (26.04.2011) vom Netz genommen.

Update II: Inzwischen wurde das Gästebuch der Firma Gestra GmbH wieder geöffnet. Immerhin blieb der größte Teil der kritischen Gästebuch-Einträge der letzten 24 Stunden erhalten. Es ist davon auszugehen, dass die fehlenden Postings lediglich beleidigender Natur waren. Dies spricht für die Kritikfähigkeit der Firma.

Gleichzeitig erfolgte ein Bekenntnis der Gestra GmbH zur Halal-Schlachtung, die sich – elektronische Betäubung inbegriffen – von der sonst im Betrieb üblichen Schlachtung nur durch den zwingenden Einsatz eines muslimischen Schlachters unterscheide. (Auf die Allah-Weihung der Tiere und die Ausrichtung des Schlachters nach Mekka wird dabei nicht bezug genommen.) Auch behauptet die Firma, sicher zu stellen, dass halal-geschlachtete Tiere stets für den Handel gekennzeichnet würden.

Ein schlüssiges Konzept, wie gewährleistet ist, dass Nicht-Muslimen KEIN derart geschlachtetes Fleisch – z.B. bei Überhängen – verkauft wird, bleibt die Firma bisher allerdings schuldig. Wem also unwohl bei dem Gedanken ist, Allah gewidmete Tiere zu verzehren, dem empfehlen wir, Produkte aus Betrieben mit halal-Schlachtung im Zweifel zu meiden.