Die Iranerin Ameneh Bahrami will heute einen jungen Mann blenden (QQ berichtete), der ihr aus verschmähter Liebe bei einem Säureattentat beide Augen ausgebrannt hat. Man kann ihr nachfühlen. Nach dem Prinzip „Auge um Auge“ erreichte die 30-Jährige im Iran ein Urteil, nach dem sie Rache üben und dem Attentäter mit einer Pipette Säure in die Augen tröpfeln darf. Das soll heute in Teheran vollstreckt werden, wenn überhaupt. Amnesty International und andere protestierten. Interessant wird aber, ob tatsächlich eine nach der Scharia minderwertige Frau einem höheren Wesen, also einem Mann, etwas antun darf! Umgekehrt ginge natürlich klar. Der Fall ist hier im Abendblatt ganz gut beschrieben.

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56 KOMMENTARE

  1. Warum nur empfinde ich dieses Urteil als gerecht?
    Hat die Scharia auch ihre guten Seiten? (grübel)

  2. Also wenn Amnesty das „fordert“ dann bleibt ihr nur eines übrig. Sie muss es tun.

  3. Wie positionieren sich eigentlich unsere linksgrünen BessermenschInnen in dieser Angelegenheit?

    Die Tötung eines Terroristen in Pakistan durch Navy Seals war zumindest für die LinksgrünInnen haram, wird die Blendung auch haram sein oder sind die LinksgrünInnen einfach nur abgetaucht?

  4. > Warum nur empfinde ich dieses Urteil als gerecht?

    Weil es nicht die Sharia ist. Es ist je nach Lesart der Ehrencodes des Hammurapi oder die Regel es Alten Bundes – oder der Torah – Auge für Auge. Je nach Lehre stammt das von Hammurapi und wurde in die Torah übernommen oder umgekehrt.

    Die Sharia würde – wenn überhaupt – nur ein Auge erlauben. Sie ist schließlich nur eine Frau und er ein Mann.

  5. Teheran: Blendung ausgesetzt

    Teheran – Die iranische Justiz hat die Vollstreckung eines Urteils verschoben, wonach einem Mann Säure in beide Augen geträufelt werden sollte, um ihn blind zu machen. Die für den Mittag vorgesehene Urteilsvollstreckung wurde ohne Angaben von Gründen verschoben, wie die Nachrichtenagentur ISNA meldete. Ein neuer Termin wurde zunächst nicht genannt. Ein islamisches Scharia-Gericht hatte Madschid Mowahedi 2009 wegen eines Säureattentats auf eine Frau verurteilt. Er hatte Ameneh Bahrami 2004 Säure ins Gesicht gekippt, weil sie seinen Heiratsantrag abgewiesen hatte. Die heute 30-Jährige verlor bei dem Anschlag ihr Augenlicht und wurde entstellt. Sie hatte wiederholt gefordert, das Urteil gegen Mowahedi zu vollstrecken, und war eigens aus Spanien in den Iran gereist, um dabeizusein.
    http://www.bild.de/home/telegramm/home-telegramm/telegramm-15478948,textId=17898988.bild.html

    Andreas

  6. Der Mann war ne echte Sau. Ein typisch verrottetes Tier seiner niederen Kultur.
    Mit dem habe ich wirklich null Mitleid.

    Ganz anders sieht es aus wenn die ihre abartige Hurenbockmoral durchsetzen, diesen primitiven archaischen Rudelkult dazu hernehmen um auf Frauen jedes Recht auf eigene Bestimmung bei Androhung Folter bis zum Tode absprechen.
    Dämonen die das tun, sollen genau das haben was sie anderen androhen und zwar doppelt so hart. Frage mich sowieso warum das Monster Mohammed nicht gesteinigt oder mit Knüppeln nicht zu groß auf offener Strasse totgeschlagen wurde?

  7. Das ist ungerecht ❗
    Er wird eine Narkose bekommen und nur ein Auge verlieren, nicht das ganze Gesicht.

  8. @ Heiner

    > Aber nicht heute.

    Eine Gnade kann man nur erbitten und erfragen nicht aber einfordern. Wenn sie nach dem Auftritt von Amnesty nachgibt dann ist das Urteil wertlos. Und noch viel schlimmer wird es sein wenn nun der Iran einknickt. Das wäre dann eine Legitimation des Verhaltens des Täters.

  9. Ursprünglich hatten die Richter ihr nur ein Auge des Täters zugestanden. „Nach dem Scharia-Recht sind zwei Augen einer Frau nur ein Auge eines Mannes wert“, sagt sie.

    Offenbar kennt sich der Saeure-Attentaeter im Scharia-Rechtssystem nicht aus.

    Er haette locker aussagen koennen, dass er sie beim Sex mit Fremden erwischt haette und reflexartig die Ehre des Islams retten wollte. Sie wuerde daraufhin ausgepeitscht und anschliessend exekutiert werden.

    Er braeuchte fuer seine Anschuldigung nichtmal irgendwelche Beweise zu liefern. Denn Allah, der Juden, Frauen und andere Unglaeubige hasst, ist mit den Gerechten 🙂

  10. Das ist schon eine furchtbare Tat, keine Frage. Aber das rechtfertigt nach meinem Verständnis auf keinen Fall ein Gerichtsurteil, das Selbstjustiz nach dem Motto ‚Auge um Auge – Zahn um Zahn‘ zulässt. Amnesty International kritisiert das vollkommen zu recht. Die gesamte zivilisierte Welt erachtet die Scharia als barbarisch und rückständig. Da kann man kaum ein solches Urteil gutheissen und dabei die eigene Glaubwürdigkeit erhalten.
    Auch scheint mir dieses Beispiel wenig dazu geeignet, die untergeordnete und rechtlose Stellung der Frauen im Islam zu beschreiben. Der Täter sitzt wohl schon seit 6 1/2 Jahren im Gefängnis. Ich bezweifle ernsthaft, dass er dies in Deutschland auch noch täte.
    Als Teil einer zivilisierten Gesellschaft muss man eine solche Rechtsprechung kritisch betrachten oder aber konsequenter weise auch bei uns einführen. Strafgesetzbücher bräuchte man dann nicht mehr, lediglich die Schuldfrage wäre zu klären. Ermordete Mörder, bestohlene Diebe, überfahrene Unfallflüchtige, geschlagene Schläger und vergewaltigte Vergewaltiger? So leid es mir tut, aber dafür hätte es keiner Enwicklung hin zu einer rechtsstaatlichen, modernen Gesellschaft bedurft.

  11. Genau dieses Verständnis von Gerechtigkeit ist mit ein Beleg für die Rückständigkeit des Islam aber das geht schon Ordnung, es bestätigt ja nur deren Stand von geistiger und kultureller Entwicklung !

  12. Leute, wir müssen uns moralisch über den Islam stellen. Dazu gehört auch, dass dieses Urteil als inakzeptabel hingenommen werden muss. Auch wenn die ersten Emotionen etwas anders sagen. „Auge um Auge“ ist out und ist unchristlich. So müsst ihr argumentieren, auch wenn man dem Täter das gleiche Schicksal gönnt. Doch nur so reißt ihr dem Islam seine Maske herunter.

  13. #15 Spartiat

    Leute, wir müssen uns moralisch über den Islam stellen. Dazu gehört auch, dass dieses Urteil als inakzeptabel hingenommen werden muss.

    Wir stehen moralisch weit über dem Islam, denn so tief kann man kaum sinken. Solange wir nicht anfangen kleine Mädchen wegen nichts zu auf grauenhafte Art zu lynchen stehen wir weit, weit über dem Dämonenkult.

  14. Andere Länder/Kulturen andere Sitten, aber gut wenn auch mal eine Frau in dieser Kultur Gerechtigkeiterfährt.

    OT

    Deutlich mehr Menschen nach Deutschland zugezogen!

    Deutschland hat im vergangenen
    Jahr mit rund 128.000 Menschen den höchsten Zuwachs an Zuwanderern seit 2004 verzeichnet. 798.241 Zuzüglern standen 670.606 Auswanderer gegenüber, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit.

    http://nachrichten.t-online.de/migration-in-deutschland-hoechste-zuwanderung-seit-2004/id_46298282/index

    Weitere Fachkräfte stehen schon Schlange
    – 1600 neue Bootsflüchtlinge auf Lampedusa –

    http://nachrichten.t-online.de/1600-bootsfluechtlinge-auf-lampedusa/id_46423060/index

  15. > Amnesty International kritisiert das vollkommen zu recht.

    Diese Kritik hat zur Konsequenz das das Verhalten des Täters legitimiert wird. Mit anderen Worten: Amnesty setzt sich für das Recht des Mannes ein einer Frau Säure ins Gesicht zu schütten wenn diese seinen Heiratsantrag ablehnt.

    Ich weiß, dass das nicht gemeint ist aber das Gegenteil von „gut“ ist leider nicht „böse“ sondern vielfach „gut gemeint“.

    > Leute, wir müssen uns moralisch über den Islam stellen.

    Müssen wir das?

    Das Gesetz von Juden und Christen steht moralisch über dem Gesetz des Islams aber das Verhalten von vielen – sehr vielen Christen und wohl auch Juden steht weit drunter.

    > “Auge um Auge” ist out und ist unchristlich.

    Das ist so besehen falsch. Genau das ist christlich. Der Christ ist zwar aufgefordert zu vergeben, das ist aber seine persönliche Entscheidung. Das ändert nichts daran, dass unsere heute scheinheilige Gesetzgebung (im Sinne von scheinbar heilig also scheinbar christlich) dem Christen diese Entscheidung vorweg nimmt und ihm keine Möglichkeit mehr belässt anders zu entscheiden.

    Wir leben in einer Gemeinschaft des enteigneten Rechts auf Rache weil man aus der Aufforderung Christi man möge auf die Rache verzichten und vergeben ein Allgemeingut gemacht hat, dass jedem Täter automatisch zusteht. Mit dem Automatismus aber wird genau das zerstört was eigentlich erreicht werden soll. Damit wird die Vergebung sinnlos.

    Erreicht werden sollte eigentlich dass der Täter um Vergebung bittet oder nach der ungefragten Vergebgung einsieht, dass er etwas bekommen hat, dass nicht selbstverständlich ist.

  16. #20 Wolfgang (14. Mai 2011 12:11)

    Diese Kritik hat zur Konsequenz das das Verhalten des Täters legitimiert wird. Mit anderen Worten: Amnesty setzt sich für das Recht des Mannes ein einer Frau Säure ins Gesicht zu schütten wenn diese seinen Heiratsantrag ablehnt.

    Ich bitte Sie Wolfgang. Das kann doch nicht Ihr Ernst sein. Das hieße ja dass alle Urteile, die keine Selbstjustiz als Strafe vorsehen, die Taten des Täters legitimieren würden. Demnach wären bei uns in Deutschland jegliche Verbrechen und Vergehen richterlich und gesellschaftlich legitimiert, da unsere Rechtssprechung solcherlei Urteile nicht vorsieht.
    Amnesty hat nur diesen Aspekt angesprochen. Die mittlerweile schon über 6 Jahre währende Gefängnisstrafe wurde keinesfalls kritisiert. Und nur dies käme einer Legitimierung gleich.

  17. So sehr ich die Emotionalität in diesem Urteil verstehen kann, so froh bin ich aber auch, daß es ausgesetzt wurde. Wenn man zu solchen Methoden zurückkehrt, bedeutet das den Rückfall ins Mittelalter. Dann kann man ja auch gleich die Hexenverbrennung wieder einführen. Als Christ kann ich das nicht akzeptieren.

    Akzeptabel wäre für mich in diesem Fall die Todesstrafe. Also Erschiessen, elektrischer Stuhl oder Giftspritze.

  18. Man sieht mal wieder das Halbwissen!

    AUGE UM AUGE, ZAHN UM ZAHN ist ein korrektes Gebot und sollte genau so verstanden werden.
    Man muss die biblische Passage schon genauer zu Ende lesen.

    Es handelt sich um ein Schadensersatzgebot und nicht um eine Rachegebot. Wenn jemand durch mich zu Schaden kommt – sein Augenlicht verliert – bin ich verpflichtet sein ganzes Leben lang für ihn Auge zu sein.
    Das bedeutet, dass ich für ihn sehen und sorgen muss.

    Sogesehen darf der Mann sie nicht blenden, sondern muss ihr eine Rente zahlen und dafür sorgen, dass sie mit ihrer Blindheit im Leben zurecht kommt.

    So ist das biblisch korrekt zu verstehen.

  19. Sorry, andersrum: Die Frau darf den Mann nicht blenden, sondern der Mann ist ihr Schadensersatz schuldig, um ihre Behinderung im Leben erträglich zu machen.

  20. Bei dem Gebot Auge, um Auge…handelte es sich aber auch um einen Schadensfall durch einen Unfall verursacht und nicht durch grobe Fahrlässigkeit, wie wir das heute sagen würden.

    Die Handlung Auge, um Auge geht nicht von einem Gewaltverbrechen aus.

  21. > Es handelt sich um ein Schadensersatzgebot und nicht um eine Rachegebot.

    Das ist auch wieder falsch. Der Schadensersatz ist nur möglich (bzw. genau dann ist er sogar geboten) wenn kein Vorsatz vorliegt.

  22. @OGSG

    Danke für diese Klarstellung und das ist auch m.E. der einzig menschenwürdige Ausweg aus diesem moralischen Dilemma.

    1) Der Mann muss vollen Schadenersatz leisten.
    2) Zusätzlich – weil es ein Gewaltverbrechen war – muss er die dafür vorgesehene Gefängnisstrafe ableisten.

    So ist es zivilisiert und richtig.

    Aber Rache üben – das ist der Bibel fremd. Es hilft niemandem und schadet jedem. Es ist unzivilisiert und barbarisch. Ebenso wie die Tat des Mannes.

    „Ihr sollte nicht Gleiches mit Gleichem vergelten“ sagt Jesus.

    Trotzdem – Strafe und Schadenersatz müssen sein. In voller Konsequenz.

  23. Theo du wirst auf der Straße jede Diskussion mit Muslimen verlieren wenn diese auf unser Rechtsystem zu sprechen kommen und daran zeigen, dass Europa für den islam „sturmreif“ ist.

    > “Ihr sollte nicht Gleiches mit Gleichem vergelten” sagt Jesus.

    Was aber indirekt bedeutet dass es üblich war.

  24. Antijüdisches Klischee

    Viele Menschen erklären die Politik Israels gegen die Palästinenser mit typisch jüdischer Rachsucht – und sitzen damit einem christlich inspirierten Vorurteil auf. Denn in der Thora ist „Auge für Auge“ zu lesen, nie „Auge um Auge“. Ein Essay zur Klärung einer Differenz.

    Mehr:

    http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2002/03/02/a0287

  25. Meine Unterstützung hat die Frau.
    Nur wird sie es wohl kaum durchgezogen bekommen.
    Nicht gegen die Gutmenschen, nicht gegen Amnesie International und schon gar nicht gegen iranische Behörden.

  26. > Antijüdisches Klischee

    Einverstanden dann ist es nicht die Torah sondern der Codex Hammurapi der die Grundlage bildet und ich weiß zur Zeit nicht die richtigen Keys und finde über Google nichts. Aber es hat um 1925 herum einen Prozess in Deutschland gegeben. Dort ging es um jemanden, der einen türkischen Staatsmann getötet hatte (weiß beide Namen nicht mehr) und reklamierte er sei Armenier und habe den Mord an seinem Volk gerächt und dieser Mann ist freigesprochen worden und zwar von einem deutschen Geschworenengericht.

    Was die Juden praktizieren und praktizierten das weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass es in DE richtige Racheurteile gab.

  27. Noch eines wäre zu sagen: Ich habe mich nicht in der Richtung geäußert, dass ich alte Gewohnheiten wieder einführen will. Nur: Wenn man verstehen will was dort im Iran gerade passiert dann muss man sich mit diesem Rachegesetz auseinandersetzen.

    Und man mus verstehen, dass dieses Urteil weder eine Gelegenheit ist zur Mission – sei es christlich, jüdisch oder atheistisch – noch eine Gelegenheit zur Diskussion über den modernen Strafvollzug.

  28. #33 Wolfgang

    Dort ging es um jemanden, der einen türkischen Staatsmann getötet hatte (weiß beide Namen nicht mehr) und reklamierte er sei Armenier und habe den Mord an seinem Volk gerächt und dieser Mann ist freigesprochen worden und zwar von einem deutschen Geschworenengericht.

    Ja ich erinnere mich auch. Ich glaube kewil hat es gebracht oder es stand in der FAZ.

  29. Iranerin wütend über Aufschub ihrer Racheaktion

    Auge um Auge: Die Iranerin Ameneh Bahrami ist nach Angaben ihres deutschen Verlages [mvg-Verlag] «wütend und traurig» über die Verschiebung ihrer Vergeltungsaktion. Die Blendung ihres Peinigers sei von der iranischen Justiz aus fadenscheinigen Gründen abgesagt.

  30. als vater einer tochter finde ich blenden in
    dem fall ok. sie ist mutwillig aus niederen
    beweggründen, heimtückisch und ohne not
    aus einem jungen glücklichen leben, in die
    trauer der ewigen dunkelheit, eines
    entstellten blinden, geworfen worden.
    wenn sie meint das sie rache will
    ist es für mich ok.
    leider wurde laut jerusalem post der vollzug
    der strafe verschoben.

  31. @OGDG

    Wenn jemand durch mich zu Schaden kommt – sein Augenlicht verliert – bin ich verpflichtet sein ganzes Leben lang für ihn Auge zu sein.

    Naja, und beim Zahn? Muss ich dem anderen auch das ganze Leben lang „Zahn sein“?

  32. #40 Knautschke
    beim zahn sorgst du für bessere (weichere)
    nahrung (datteln anstelle von nüssen).
    es steht „sim ain tachat ain“
    unterstütze auge mit auge.
    auch wenns dich schmerzt
    ist es eigentlich
    einfach.

  33. Man muss dazusagen, dass Auge um Auge nicht ganz stimmt. Denn eine Frau ist vor einem Schariagericht nur die Hälfte wert. Daher sollte zuerst nur ein Auge geblendet werden. Es war ein harter Kampf, dass das zerstörte Gesicht letztlich als zweites Auge zählte.

  34. „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ (2. Mose, 21, 24) ist nicht als Rachevorschrift gemeint, auch wenn man es so verstehen könnte, vgl. Jesaja 59, 18: „Wie es die Taten verdienen, so übt er Vergeltung.“
    Jeremias 16, 18: „So vergelte ich zunächst nach dem Maß ihrer Schuld und Sühne“

    Man muss dazu wissen, dass das hebräische Recht dem Codex Hammurabi entspringt:

    „Entsteht ein dauernder Schaden, so sollst Du geben Leben um Leben, Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß, Brandmal um Brandmal, Beule um Beule, Wunde um Wunde.“

    In vorstaatlichen Ordnungen, zu denen auch das hebbräische Recht gehört, sind Rechtsverletzungen immer Recht des Einzelnen. Privatrecht und Strafrecht stehen daher immer nebeneinander.

    Verbrechen werden daher in diesen vorstaatlichen Ordnungen mit Bußeleistungen abgegolten. In vielen der vorstaatlichen Ordnungen hat sich aus Gewohnheitsrecht sogar ein jeweils fester Satz entwickelt, der zu entrichten war. Es gab also schon pauschalisierten Schadensersatz.

    Der pauschalisierte Schadensersatz hat dann eine Befriedungsfunktion.

    Die Rachestrafe war in vorstaatlichen Ordnungen auch schon deshalb die große Ausnahme, weil es damals keinen Sozialstaat gab. Jeder Geschädigte war froh darüber, dass er diese Ausgleichsleistungen erhalten konnte. Das ist natürlich für den durchschnittlichen nationalsozialistischen Antisemiten nicht leicht nachvollziehbar, da man ja eben auch Sozialist ist und sich in der Hängematte ausruhen kann. Wenn man das aber kann, macht man sich auch keine Existenzsorgen. Ohne die gedankliche Möglichkeit von Existenzängsten lässt sich natürlich auch nicht nachvollziehen, dass Menschen in vorstaatlichen Ordnungen kein Interesse an Rache hatten.

    Die Juden haben sehr schnell erkannt, dass die Härten des Codex Hammurabi für die gesellschaftliche Entwicklung schädlich waren. Aus diesem Grund entwickelten sie das Privatstrafrecht. Es ist noch heute erfolgreich.

  35. #43 Markus Oliver
    Letztendlich entstammt das alles Menschenhand und von keinem Gott. Man sollte endlich diesen ganzen Unfug stoppen. Zu viele Tote und zuviel verschleudertes Leben.

  36. Immerhin war die RTL-Berichterstattung darüber ausnahmsweise ungeschönt.

    Es wurde sogar ausdrücklich erwähnt, dass sich die Klägerin das Recht, dem Täter beide Augen zu verätzen, erst erstreiten musste.
    Normalerweise wird in so einem Fall, laut RTL-Reportage, nur die Verätzung eines Auges angeordnet, weil ein Männerauge den doppelten Wert eines Frauenauges besitzt.

    Jaja, Islam ist Frieden, Toleranz und Fortschritt und die Schari`a ist mit dem Grundgesetz vereinbar…
    😉

  37. Natürlich entspringt das keinem Gott. Das alttestamentarische Talionprinzip (“Auge um Auge, Zahn um Zahn” (2. Mose, 21, 24) ist schlichtweg ein Plagiat.

    Es ist von König Hammurabi abgekupfert. Wie damals üblich, wenn man Recht schaffen wollte, musste es einem oder mehreren Göttern entsprungen sein. Es gab ja noch keine Legitimationsketten von unten nach oben, es gab sie nur von oben nach unten.

    Selbst die Juden mussten ihre Legitimationskette von unten nach oben (denn es war Mose, der sie aus Ägypten führte), durch „göttliche“ Befehle tarnen. Wenn man sich damit aber ein wenig beschäftigt, begreift man was gemeint war: Die Juden nahmen ihr Schicksal selbst in die Hand. Sie reduzierten die Vielgötterei auf den Monotheismus (womit man sich weitestgehend Ruhe verschafft) und schiebt alles auf den einen Gott. Wenn man nur noch einen Gott hat, ist der Willkür weitestgehend begegnet. Außerdem können Machtkonkurrenten ihre Machtansprüche nicht mehr auf Nebengötter berufen. Der jüdische Monotheismus hatte also eine Stabilisierungsfunktion.

    Es war den Juden so möglich ihr Volk zu befrieden. Die Blütezeit unter König David kam nicht von ungefähr.

    Die alttestamentarischen Schriften sind wohl überlegt. Das ist kein Zufallswerk gewesen und es ist auch nicht über Nacht entstanden, sondern eine Sammlung vieler Gelehrter, die sich schon früh eine Menge Gedanken über Staatsführung und staatliche Machtlegitimation gemacht haben.

    Die Herrscher damals waren ziemlich fähig. Ganz anders als unsere Idioten heute, die nur noch von Wahl zu Wahl hasten und den Talkshow-Grüßaugust machen.

    Ja, die alten Schriften sind natürlich von einem Gott gekommen. Dahinter stecken Leute, die genau wussten was sie taten. Leider gibt es solche Leute heute in der Regierung nur noch sehr sehr selten. Heute kommen Leute vom Schlage eines zu Guttenberg oder einer Angela Merkel.

  38. > Letztendlich entstammt das alles Menschenhand und von keinem Gott. Man sollte endlich diesen ganzen Unfug stoppen. Zu viele Tote und zuviel verschleudertes Leben.

    Das ist unwichtig und das steht nicht zur Diskussion. Wichtig ist nur: Es gibt da ein Problem. Ein Mann hat einer Frau Säure ins Gesicht geschüttet weil diese ihn ablehnte. Und nun denke mal nicht an Opfer und Täter sondern denke daran wie die weitere Taten der Art verhindern willst.

    Und nun beachte das Urteil das nach den Rechtsgrundlagen entstanden ist die ich weiter oben Skizzierte.

    Daraus folgt für mich: Wenn du eingreifst – erfolgreich eingreifst dann legitimierst du eine Wiederholungstat.

    Das ist zwar nicht der beabsichtigte Inhalt der Botschaft das ist aber der Inhalt der vernommen wird.

  39. Tut mir leid, ich muss mich als Freund der Scharia outen – zumindest in solchen Angelegenheiten.
    Dumm nur, dass es eine Erfindung unserer Feinde ist.
    Aber man sollte darüber nachdenken ob man nicht auch gute Anstöße der Gegner übernehmen sollte.
    Schließlich werde ich nicht mit dem Rauchen anfangen, nur weil Hitler nichtraucher war.

  40. „mit einer Pipette Säure in die Augen tröpfeln“ ist nur nicht „Aug um Auge“, zumal er dafür betäubt werden soll. „Zahn um Zahn“ würde mindestens bedeuten, dass er die Säure zusätzlich auch ins Gesicht geschüttet bekommt.

    Amnesty international wird mir immer unsympathischer, gut, dass ich diesen Verein schon vor 10 Jahren verlassen habe.

  41. Zuallererst fühlte ich mit dieser Frau und bemitleidete ihren Schmerz. Ich war innerlich ganz auf ihrer Linie.
    Dann stelte ich mir vor, ich wäre die Person, die diesem missratenen Menschen, der so ein schreckliches Unglück über einen Mitmenschen gebracht hat, die Augen blenden sollte, dann wäre ich dazu nicht imstande.
    Warum?
    Würde es dem Opfer sein Augenlicht wiederbringen und sein ehemals wunderschönes Gesicht wiederherstellen? Nein, es gäbe nur ein „Auge um Auge-Elend“ mehr auf dieser Welt.

  42. Dieses Blog und der weit überwiegende Teil seiner Kommentatoren haben sich eine islam- und islamismuskritische Haltung auf die Fahnen geschrieben. In diesem Zusammenhang wird immer wieder von der (angeblichen und/oder tatsächlichen) Brutalität und menschenverachtenden Ideologie des Islam gesprochen. Ich hätte darum schwören können, dass alle Autoren dieses Blogs und so ziemlich alle Kommentatoren auch und gerade die Scharia verurteilen und ablehnen. Denn, so meinen hier die meisten, die christliche Religion, zumindest aber die westliche Kultur ist dem Islam und den islamisch geprägten Teilen der Welt überlegen.

    Und nun das! Ein Gerichtsurteil, das sich auf die Scharia stützt, verurteilt einen Mann zur Blendung, und ein beachtlicher Teil der Islam- und Schariagegner hier im Blog hält dieses Urteil für gut und gerecht. Der Verurteilte hat zweifellos ein schlimmes Verbrechen verübt. Mir ist aber nicht klar, was das vermeintlich christliche Abendland so überlegen macht, wenn man denselben archaischen Strafen anhängt. Noch mal ganz deutlich:

    In diesem islamkritischen Blog wird nun ganz offen der Scharia gehuldigt.

  43. Die neuerliche Verschiebung des Vollstreckungstermins durch die iranische Justiz zeigt, dass die Richter Angst vor ihrem eigenen unheimlichen „Recht“ haben, der nach islamischer Überzeugung gottgewollten Scharia. Vielleicht möchten die Iraner, die sich doch immer als Kulturnation verstanden haben und deren Volk auch viele gebildete Menschen umfasst, ja nicht wirklich durch die Vollstreckung eines solchen Verstümmelungsurteils mit Steinzeit-Taliban in einen Topf geworfen werden. Das ist noch ganz was anderes als die brutale Gewaltherrschaft, die sich gegen Regimegegner austobt. Ich habe nicht gelesen, dass Ameneh Bahrami Christin wäre. Gleichwohl erwarten die Richter von ihr als Muslima ein Maß an Vergebung, zu dem in ihrer schrecklichen Lebenssituation nur ein tiefgläubiger Christenmensch fähig wäre. Falls ihr dies, entgegen der Sozialisation als Muslima und dem absolut nachvollziehbaren tiefen Hass in ihrem Herzen gegen ihren Peiniger doch noch geligen sollte, so gebührt ihr höchster Respekt von rund 2 Mrd. Christen auf diesem Planeten. Falls es ihr nicht gelingt, so kann man ihre Beweggründe jedenfalls nachempfinden und muss ihr zumindest zugestehen, dass sie nicht zur Selbstjustiz greift, sondern ihr das Recht zur Ausübung ihrer Rache in einem geordneten justitiellen Verfahren in ihrem Heimatland zugebilligt wurde. Von einem „rechtsstaatlichen“ Verfahren möchte ich dabei allerdings – ob der archaischen Rechtsordnung – nicht sprechen. Die Vollstreckung des Urteils wird zeigen, dass der Islam durch die staatlich zugelassene Verstümmelung von Menschen nur tiefer ins Elend sinkt. Es sollte doch eigentlich reichen, den Peiniger von Ameneh Bahrami lebenslänglich in seiner Zelle verschimmeln zu lassen.

  44. > Es steht sogar auf wiki, sehe ich gerade: Operation Nemesis.

    Danke Hayek das war es was ich meinte. Hier hatte ein Volk die Rache in die Hand bekommen und ein Attentäter wurde von einem Deutschen Geschworenengericht freigesprochen. Diese Geschworenen haben praktisch damit diese Rache nach der Tat legitimiert.

    Das bedeutet für mich das bis vor hundert Jahren diese Denkweise in Deutschland bekannt war und Zustimmung fand, denn das Urteil hat keine Empörung ausgelöst in Deutschland.

    Von daher gesehen kann ich den Beitrag in der Taz http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2002/03/02/a0287 nur anders bewerten. Für mich ist bereits der Vorwurf gegenüber den Juden absurd denn

    1. Die Juden leben seit ca. 1.900 Jahren in der Diaspora. Es gibt also kein Land der Welt in dem man sehen kann, was „gelebte Thora“ eigentlich ist und welche Konsequenzen das hat.
    2. Selbst die strengste religiöse Kaste der Juden fordert die vollständige Einhaltung der Gesetze nur für einen klar definierten Bereich um den Tempel(berg) herum. Die Juden würden nie auch nur auf die Idee kommen eine thorabasierte Gesetzgebung für Berlin zu fordern. Das interessiert die gar nicht.
    3. Das einzige wirklich jüdische Land, dass wenigstens Ansatz- und Gebietsweise die Gesetze der Tora berücksichtigt ist Israel und Israel kennt keine Blutrache
    4. Ein in der Diaspora lebendes Volk hat naturgemäß nur einen sehr bedingten Einfluss auf die Gesetze seines Gastlandes. Damit will ich andeuten dass ein iranischer Jude ggf. die Praktiken des Racherechts kennt und auch als Iraner anwendet. Einige streng religiöse Regierungsmitglieder in Israel sind Exiliraner oder Kinder von Exiliranern. Auch aus diesem Personenkreis gibt es keine Initiativen das Rachegesetz einzuführen.

    Damit ist im Grunde die Bedeutung des Begriffes „Auge um Auge“ oder „Auge für Auge“ eine theologisch historische Frage und nicht anders wollte ich das verstanden wissen.

    Daher müssen wir unterscheiden was geschichtlich vorlag – zur Zeit Christ wurde m.E. das Rachegesetz in Israel praktiziert – und was aus der Thora folgt – das Rachgesetz gilt nicht in Israel bzw. ist auch bei den strengreligiösen nicht auf der Tagesordnung.

    So viel vielleicht noch zu dem Thema.

  45. > Die neuerliche Verschiebung des Vollstreckungstermins durch die iranische Justiz zeigt, dass die Richter Angst vor ihrem eigenen unheimlichen “Recht” haben, der nach islamischer Überzeugung gottgewollten Scharia.

    Nein das stinmt so auch wieder nicht. Ameneh Bahrami hat sich westlichen Medien gegenüber prahlerisch gezeigt. Aber das Ziel der Rache sollte ein Schlussstrich sein. In der Regel wird nach dem Urteil nicht mehr über das Urteil gesprochen. Die Sache ist zu Ende und vor allem die beteiligten Familienclans haben „zur Tagesordnung überzugehen“. Wenn aber die Rache kein Schlussstrich ist, dann ist es sinnlos sie vollstrecken zu lassen.

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