Der Begriff „Freiheit“ ist bei uns Europäern, aber auch in vielen anderen Staaten, Gesellschaften und Kulturkreisen wohl eindeutig besetzt und definiert: Tun und lassen zu dürfen was man nach eigener Entscheidung will, solange man damit nicht die Rechte anderer verletzt oder sich sonst wie strafbar macht. Ebenso, sagen und schreiben zu dürfen was man will, solange man damit niemanden beleidigt oder diffamiert.

(Von Eckhardt Kiwitt, Freising)

Denken und glauben darf bei uns ohnehin jeder, was und wie er oder sie will. Auch darf man sich bei uns „weltanschaulich“ bekennen zu was man will, ohne sich damit jemals strafbar machen zu können. Mit einem „weltanschaulichen Bekenntnis“ kann man sich bei uns schlimmstenfalls irgendwie verdächtig machen, ohne dass Polizei oder Justiz dem nachzugehen hätten. Denn die „Freiheit des weltanschaulichen Bekenntnisses“ ist laut unserem deutschen GG Artikel 4 Satz 1 „unverletzlich“.

Man darf sich bei uns also z.B. zur Sodomie „bekennen“, auch zum Kannibalismus, sogar zum Terrorismus oder zum Völkermord u.v.a.m. – solange man all dies nicht in die Tat umsetzt.

Oder zur Demokratie, zur Rechtsstaatlichkeit und zur Freiheit!

Nicht so in manch anderen Ländern, in denen z.B. das Wort „Freiheit“ entweder ganz anders als bei uns – oder auch gar nicht – verstanden wird.

In einem Reiseführer zu Marokko findet sich eigens ein zweiseitiges Kapitel über Frauen – ein Kapitel über Männer sucht man in dem Buch vergebens. In diesem Frauen-Kapitel heißt es – vielleicht ein wenig süffisant – u.a.:

Das Wort „Freiheit“, heute für die junge Europäerin eine Selbstverständlichkeit, schlägt die gleichaltrige Marokkanerin im Atlasgebirge eher im Lexikon nach, obwohl das neue Familienrecht, die Moudawana, die Frau dem Mann theoretisch gleichstellt – außer beim Erbrecht.

Und an anderer Stelle im selben Kapitel:

Das Schicksal der Marokkanerin war bis 2003 das Schicksal der Muslimin schlechthin: Scheinbar ohnmächtig trieb sie einer ungewissen Zukunft entgegen, umgeben von einer erzkonservativen Gesellschaft, der Umma, die Selbstverwirklichung nicht kannte und sie in eine archaische Rolle zwang – bis (der marokkanische König; Anmerkung PI) Mohammed VI., selbst mit einer modernen, gebildeten Frau verheiratet, das patriarchalische islamische Familienrecht reformierte und die Frauenrechte stärkte – zumindest auf dem Papier.

Völker und Gesellschaften, die seit vielen Jahrhunderten unter dem Joch des nicht modernisierbaren (nicht zu verwechseln mit „reformierbaren“) Islams leben, benötigen eben etwas mehr Zeit, um die Diktatur abzuschütteln und aus eigener Überzeugung Freiheiten für sich zu erkämpfen und dauerhaft zu etablieren – was immer ein Monarch auch beschließen mag. Er (der marokkanische König Mohammed VI.) hätte besser daran getan, den Islam aus seinem Land zu verbannen und die Schriftzüge zweier Wörter des „nationalen Erbes Frankreichs“ an den Rathäusern der Städte und Dörfer Marokkos anbringen zu lassen:

„Liberté, Égalité“

Ob er das jedoch überlebt hätte… ?

Eckhardt KiwittZum Autor: Eckhardt Kiwitt ist Angestellter in einem Verlag, Mitglied der Bürgerbewegung Pax-Europa und Autor des Aufsatzes „Das Islam-Prinzip“ sowie Gestalter des PI-Kalenders 2011. Laut LMU-Dozent Stefan Jakob Wimmer gehört er in die Riege der „prominenten Islamkritiker“.


(Hinweis: Gastbeiträge geben nicht zwingend die Meinung der Redaktion wieder. Wenn Sie selber einen Artikel beisteuern wollen, schreiben Sie uns: info@blue-wonder.org)

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42 KOMMENTARE

  1. Nein, mit dem Begriff Freiheit können Moslems nichts anfangen.
    Sie nutzen aber die Freiheiten, die ihnen die westlichen, demokratischen Länder geben und garantieren, um genau diese Freiheiten abzuschaffen.

  2. Freiheit unter dem Islam?

    Vergest es, von Freiheit steht nichts im Koran.

    Und wie sehr diese Selbstversklavung in den Hirnen der Mohammedaner eingebrannt ist, sieht man aktuell in Ägypten, in Tunesien und auch bald in Libyen:

    Die revoluzzern sich mit Gewalt und Tod die Demokratie herbei, nur um sich dann „demokratisch“ mehr Gängelung durch Scharia und Islam zu wählen.

  3. Eckhardt Kiwitt schön wieder von dir zu hören!

    Und volle Zustimmung!

    Aber ich weiß nicht warum; aber mit: „Liberté, Égalité“

    verbinde ich immer leger, egal… 🙁

    Ist aber mein Fehler…

  4. Bei aller kritischen Betrachtung versucht der
    marokkanische König Mohammed VI, der durch sein Studium in den USA und Frankreich sehr
    westlich geprägt ist, das Land behutsam zu modernisieren und hat dabei einigen Erfolg, der vom Volk durchaus anerkannt wird. Problem ist die Jugendarbeitslosigkeit, bedingt durch
    ein zu starkes Bevölkerungswachstum. Aller-
    dings hat diesbezüglich auch ein Umdenken in
    der jungen Generation stattgefunden, so dass
    die Kinderzahl pro Paar langsam sinkt.
    Es ist eben ein langer Weg aus dem Mittelal-
    ter in die Gegenwart. Aber die Marokkaner im
    Lande versuchen es, im Gegensatz zu vielen in
    Europa lebenden Landsleuten. In Agadir z.B.
    herrscht ein moderneres Leben als in Berlin-
    Neukölln oder Duisburg-Marxloh!!

  5. Habe ich noch vergessen: Marokko hat das Grundbuchrecht von Deutschland übernommen. Ichkonnte mich selbst davon durch Einsicht in
    Grundakten und Katasterunterlagen überzeugen.
    Marokko hat es schließlich auchfertiggebracht
    innerhalb von knapp 10 Jahren eine 880 Km
    lange Autobahn von Tanger bis Agadir (durch
    das Antiatlasgebirge )zu bauen. Immerhin hät-
    te man in D. mindestens 10 Jahre darüber dis-
    kutiert.
    Pikant: Griechenland hat gar keine nachvoll-
    ziehbaren Grundbücher. Und denen gewähren wir
    Milliardenkredite. Ich bin übrigens autoch-
    toner, konservativer Deutscher.

  6. „…Völker und Gesellschaften, die seit vielen Jahrhunderten unter dem Joch des nicht modernisierbaren (nicht zu verwechseln mit „reformierbaren“) Islams leben…“

    ———————————–

    Ouhhhh ! Das riecht aber verdammt streng, nach hoffnugsvollem Jasmin… 😉

  7. Es ist leider so eine Sache, die heutzutage in der Gesellschaft von „Eliten“ kaum noch ausgesprochen werden kann, ohne Vorwürfe der übelsten Sorte hören zu müssen.

    Die moderne, westliche Konzeption der individuellen Freiheit mit Bürgerrechten usw. ist eine absolute historische Ausnahmeerscheinung die direkt aus den spezifischen sozio-kulturellen Entwicklungen im europäischen Raum hervorgeht. Sie ist auch hier jedoch ein äußerst zerbrechliches Gebilde, welches vielleicht nur eine historische Momentaufnahme ist – wenn man nicht aufpasst.

    Aber es ist ohne Frage so, dass es ohne Europa und die gewachsene europäische Zivilisation, ohne „tote weiße Männer“ auch keine Freiheit, Emanzipationsbewegungen usw. gäbe. Im nicht-europäischen Raum waren despotische bzw. extrem autoritäre Gesellschaftstypen der absolute Standard bis Europäer bzw. Leute aus europäischen Siedlerkulturen (USA, NZ, AUS etc.) dort hinkamen und verstärkt Einfluß nahmen und in vielen Teilen der Welt ist es heute noch der Standard.

    Man liest oft, dass der Islam im Mittleren Osten und Nordafrika vor 30-40 Jahren noch wesentlich moderater auftrat als er es heute tut. Warum eigentlich? Die Antwort ist ziemlich klar und dennoch selten ausgesprochen, denn natürlich waren es die bösen Kolonialmächte, die auch moderne westliche Konzepte des Rechtsstaates und der individuellen Freiheit in diese Teile der Welt brachten. Seit der Entkolonialisierung und der post-kolonialistischen Dämonisierung des „weißen Mannes“ sinkt dieser Einfluß jedoch rapide ab. Das entstehende weltanschauliche Vakuum kann auf lokaler Ebene eigentlich vor allem nur vom Islam gefüllt werden.

    Der Fakt, dass auch die Dämonisierung des Westens interessanterweise ein Produkt des Westens ist, zeigt die Schwachstelle unserer vorherrschenden Gesellschaftskonzeption auf. Zu viel Freiheit mit zu wenig Verantwortung gebärt Dekadenz und Dekadenz frisst die Freiheit letztendlich. Marxismus und Co. sind ja eigentlich auch nur arg verzogene, selbsthassende Kinder des Westens.

  8. Freiheit und Kritik kennen sie nicht, weil ihnen die Kritische Methode (Kant)fremd ist. Aus diesem Grund beziehen sie JEDE Kritik generell auf sich selbst, sie sind zu einer reflektierenden Betrachtung und Diskussion nicht fähig – und reagieren dementsprechend (extrem) affektiert, anmaßend und beleidigend ….. bis hin zur tätlichen Gewal und Mord. Mord und Totschlag wird als das Recht auf Selbstjustiz interpretiert, die jede Verhältnismäßigkeit vermissen lässt!

  9. Und es fehlt ihnen auch der Begriff Würde, der fälschlich durch Ehre definiert wird, die wiederum unbedingt gewahrt und wiederhergestellt werden muss, sollte sie einmal wieder verletzt worden sein. Sei es durch die Tochter, die dann „ehrengemordet“ wird oder durch den Anderen, der den „Propheten“ beleidigt hat, der dann selbstverständlich gewalttätig rechtgeleitet werden muss. Unsere grundgesetzlich garantierte Würde bleibt dabei, tolerant wie wir sind, meist auf der Strecke.

  10. #10 Stresemann (11. Jun 2011 03:32)

    Volle Zustimmung. Gut auf den Punkt gebracht.

  11. Das Problem islamischer Länder lag schon immer darin, dass liberalere Herrscher durch konservative abgelöst wurden, die alle Fortschritte rückgängig gemacht haben. Solange der Koran als das ewiggültige, unveränderliche Allahwort die Grundlage ist, wird das auch nichts mit Demokratie und Menschenrechten. Und momentan sind weltweit die Fundamentalisten auf dem Vormarsch.

  12. Man darf sich bei uns also z.B. zur Sodomie „bekennen“, auch zum Kannibalismus, sogar zum Terrorismus oder zum Völkermord u.v.a.m. – solange man all dies nicht in die Tat umsetzt.

    Eben nicht! Wer in Deutschland den Holocaust leugnet bzw. ihn glorifiziert, kann wegen Volksverhetzung angeklagt werden. Deutschland ist kein demokratisches Land im eigentlichen Sinn, sondern ein Zustand davor.

  13. Die Aussage ist nicht richtig, daß es in Deutschland eine Meinungsfreiheit gibt!

    Sie dürfen sich zwar zum Kommunismus oder Sozialismus bekennen und entsprechende Symbole öffentlich zeigen, aber sie dürfen sich in Deutschland auf keinen Fall zum Nationalsozialismus bekennen, geschweige denn echte oder angebliche Nazisymbole öffentlich zeigen.

    Das geht ja in diesem Irrenhaus so weit, daß auf Autokennzeichen nicht einmal die Buchstabenkombinationen SA, SS, NS, KZ usw. zugelassen werden. Vollkommen absurd, das Ganze!

    Auch Sätze wie „meine Ehre heißt Treue“ dürfen Sie nicht in der Öffentlichkeit sagen, ohne eine Anzeige wegen Volksverhetzung zu riskieren.
    Dabei hätte dieser Satz vor der Erfindung der SS jedem gut zu Gesicht gestanden, denn was bitteschön ist an der Treue auszusetzen? Nun ja, Treue in der Ehe ist heute bekanntlich auch nicht mehr modern, aber ich schweife ab…

  14. @ #16 Cidalm (11. Jun 2011 10:57)

    Wer in Deutschland den Holocaust leugnet bzw. ihn glorifiziert, kann wegen Volksverhetzung angeklagt werden. Deutschland ist kein demokratisches Land im eigentlichen Sinn, sondern ein Zustand davor.

    @ #16 Cidalm (11. Jun 2011 10:57)

    Ich finde es vollkommen richtig und notwendig, dass Holocaust-Leugnung in Deutschland unter Strafe gestellt ist, oder haben Sie etwa eine andere Auffassung?

  15. @ #17 Zwiebel (11. Jun 2011 11:56)

    Schrecklich unangenehm , am Wochenende scheinen sich hier nur Rechtsradikale rumzutreiben.

    Immer dieses Ewig Gestrige Gelaber.

  16. Marokko ist zu 60 Prozent von Berbern bevölkert die einst aus Libyen nach Marokko eingewandert sind.

    Marokko hat zu anderen Ländern im arabischen Raum einen Vorteil, sein König ist der westlichen Welt gegenüber sehr aufgeschlossen.

  17. Man kann nicht oft genug auf die verschiedenen Inhalte, respektive Interpretationen gewisser Werte beschreibender Wörter (sog. Hochwertwörter) in westlichen und muslimischen Gesellschaften hinweisen, welche semantisch nicht selten ganz konträr laufen. Dies wird dann im sogenannten Dialog, besser im Missionierungsversuch (da’wa), gern gegenüber Islamunkundigen strategisch eingesetzt. E. Kiwitt führt dies immer wieder anschaulich vor Augen.

  18. #19 JeSuis (11. Jun 2011 12:05)

    Habe ich, denn Meinungsfreiheit darf nicht beim Holocaust aufhören, sonst ist sie keine.

  19. @ #23 Cidalm (11. Jun 2011 12:32)

    Armer Irrer, Meinungsfreiheit hört in Deutschland nicht beim Holocaust auf, sonst wäre es hier wie in China oder im Iran und wir dürften gar nicht bei z.B. PI schreiben.

  20. #19 JeSuis (11. Jun 2011 12:05)

    Übrigens wie verlogen dieses Verbot ist, wird am Islam recht gut ersichtlich. Denn der Islam ist Antisemitismus pur, nur kleidet er sich anders als der Nationalsozialismus. Ein Moslem kann stets als überzeugter Antisemit auftreten, sich dabei auf seine Religion berufen. Dumm gelaufen für die Bananenrepublik Deutschland, denn Religionsfreiheit ist hier ein hohes Gebot!

  21. #24 JeSuis (11. Jun 2011 12:39)

    Hört sie, sonst stünde Holocausleugnung nicht unter Strafe.
    Und ja, PI wollten schon einige deutsche Politiker schließen. Nur sind sie bis jetzt immer gescheitert, kleines Dummerchen.

  22. @ #25 Cidalm (11. Jun 2011 12:40)

    Ein Moslem kann stets als überzeugter Antisemit auftreten, sich dabei auf seine Religion berufen. Dumm gelaufen für die Bananenrepublik Deutschland, denn Religionsfreiheit ist hier ein hohes Gebot!

    Das ist in der Tat ein großes Problem für Deutschland, aber wer links und grün wählt bekommt seinen braun verschimmelten Salat.

  23. @ #27 Cidalm (11. Jun 2011 12:42)

    Richtig, weil es eben doch noch so etwas wie Meinungsfreiheit in D. gibt. Noch !

    Mit grünlinks = braun wird sich das in Zukunft leider ändern.

  24. #28 JeSuis (11. Jun 2011 12:45)

    Wer heute etabliert wählt, darf sich nicht wundern. Nicht Rot-Grün hat die erste Türken-Ministerin installiert, sondern die CDU, die christlich demokratische Union! Der Islam gehört zu Deutschland(C.Wulff, CDU). Noch Fragen?

  25. #29 JeSuis (11. Jun 2011 12:47)

    Nein, eben nicht! Denn der Blog PI mußte Deutschland auf Grund der eingeschränkten Meinungsfreiheit verlassen. Hier wäre so ein Blog heute undenkbar!

  26. @#31

    Wenn Deutschland will, dass eine von Deutschen geführte Website wirklich aus dem Internet verschwindet, dann schafft die dt. Justiz dies auch.

    Ich habe selbst schon dazu beigetragen einige linksradikale Websites aus dem Netz nehmen zu lassen, deren Server weltweit verstreut waren, u.a. in USA, Schweden und Dänemark.

    Der Verantwortliche , (ein geistesgestörter arbeitsloser Ingenieur mit Wohnsitz in D), bekam eine Bewährungsstrafe.

    Das nächste mal wird er in den Bau einfahren.

    Gegen diese Sites ist PI ein Kindergarten gewesen.

  27. #32 JeSuis (11. Jun 2011 13:15)

    Deutschland wird nur dann erfolgreich dabei sein, wenn die Seite gegen allgmeines Menschenrecht verstößt. Die USA oder ein anderes Land wird ganz sicher nicht der Bitte Deutschlands nachkommen, eine Seite aus dem Netz zu entfernen, die sich an internationale Spielregeln hält.
    Hier jedenfalls kannst Du so einen Blog wie PI nicht ungehindert mehr betreiben. Genauso werden politisch nicht korrekte Äußerungen häufig aus Foren der ÖR, und anderen entfernt. Herr Sarrazin sollte sogar der Volksverhetzung, auf Grund seines Buches, angeklagt werden, nur weil er sich an Fakten hielt.
    Es ist schon sehr naiv zu glauben, in Deutschland herrscht uneingeschränkte Meinungsfreiheit. Die gibt es hier nicht mehr!

  28. „Auch darf man sich bei uns „weltanschaulich“ bekennen zu was man will, ohne sich damit jemals strafbar machen zu können. “

    Stimmt so nicht. Zu Zweifeln am Holocaustdogma darf man sich nicht bekennen, sonst macht man sich strafbar. Es ist sogar gut, daß wir dieses gesetzliche geschützte Dogma haben.

    Jede Gesellschaft braucht ihr Dogma. Das war früher das Dogma von der körperlichen Auferstehung Christi. Wer das bezweifelte, wurde verbrannt. Wer das heutige Dogma bezweifelt, kommt nur ins Gefängnis. So sind wir viel humaner geworden als die katholische Kirche es im Mittelalter je war.

  29. #33 Cidalm (11. Jun 2011 13:32) @

    Herr Sarrazin sollte sogar der Volksverhetzung, auf Grund seines Buches, angeklagt werden, nur weil er sich an Fakten hielt.

    Ja, „sollte“. Und?
    Kam es zu einer Verurteilung?
    Nein.

    In Deutschland kann Jeder Jeden anzeigen, meistens bringt es nichts. Der zu Guttenberg bekam über 200 Anzeigen von Wildfremden wegen Abkupfern!

    47 Anzeigen waren nach einem Vortrag von Ex-Bundesbanker Thilo Sarrazin in Darmstadt eingegangen. Der Vorwurf lautete Volksverhetzung. Doch dafür fand die Staatsanwaltschaft keine Beweise.

    http://www.morgenpost.de/berlin-aktuell/article1668134/Ermittlungen-gegen-Thilo-Sarrazin-eingestellt.html

  30. Auch Marokko ist ein Steinzeitland.
    Wer hat Faustkeile für Marokko???

    Waren aus Marokko haben Hausverbot bei mir zu Hause und auf Arbeit! Gestern sah ich bei real rote Spitzpaprikas aus Marokko – iiiiiiih! (Hat nix mit Darmkeime oder nicht Darmkeime zu tun!!!) Es geht um die ideelle Sache! Nur israelische Spitzpaprikas dürfen in meinen Einkaufskorb rein!

  31. @ #11 Antonius (11. Jun 2011 06:40)

    … sie sind zu einer reflektierenden Betrachtung und Diskussion nicht fähig …

    Diese Erfahrung habe ich in meinen vielen Gesprächen mit Muslimen auch immer und immer wieder machen müssen.
    Zum Beschämen der Muslime !

    Selbstkritik und Selbstreflexion ist Muslimen fremd.

    Die haben ein geschlossenes, ideologisch zementiertes Weltbild, wie man es auch bei Links- und Rechtsextremisten vorfindet und sind unfähig, über den eigenen Tellerrand hinauszublicken.

    Zumindest zeigen sie dies im Gespräch mit Kritikern ihrer sogenannten „Religion“.

    Muslime kommen nicht auf die Idee, mal zu fragen, warum der Islam weit mehr als alle anderen Religionen in der Kritik steht.

    Diese Frage wäre für sie vermutlich ein großer Frevel.

  32. Mal unabhängig vom Holocaust darf man sich auch so nicht allgemein zum Völkermord bekennen, denn auch das dürfte als Volksverhetzung gelten.

  33. @ #6 WahrerSozialDemokrat (10. Jun 2011 23:59)

    … mit: „Liberté, Égalité“ verbinde ich immer leger, egal …

    Lieber „WahrerSozialDemokrat“ :

    Libertéhttp://dict.leo.org heißt auf deutsch FREIHEIT.

    egal“ kommt von lateinisch „gleich“, „gleichartig“, „gleichmäßig“.

    Mit dem deutschen GG enstand daraus die Gleichheit bzw. Gleichberechtigung vor dem Gesetz für alle Einwohner unseres Landes.

    So manchen islamischen Staaten und Gesellschaften ist eine solche Rechtssetzung bis heute fremd und unverständlich.

  34. @ #38 LeiserAbschied (11. Jun 2011 16:28)

    … darf man sich auch so nicht allgemein zum Völkermord bekennen …

    Es ist halt ein Unterschied, ob man sich „weltanschaulich“ dazu „bekennt“, dass ein Völkermord gut oder schlecht sei, oder ob man sich an einem Völkermord beteiligt hat.

    Ersteres ist in Deutschland gemäß Artikel 4.1 GG strafrechtlich irrelevant !

  35. Massenempörungen gegen Ungerechtigkeit
    Der Historiker Bernard Lewis analysiert die Aufstände in der arabischen Welt
    Von David Horovitz, veröffentlicht in der Jerusalem Post Christian Edition
    Der renommierte Islamwissenschaftler Bernard Lewis, einst als einflussreicher Nachkriegshistoriker des Islam und des Nahen Ostens betitelt, legte kürzlich in einem Interview mit dem Chefredakteur der Jerusalem Post David Horovitz seine Sichtweise der Aufstände in der arabischen Welt dar. Es folgen Auszüge aus diesem Interview.
    DEUTET die aktuelle Protestwelle in der Region darauf hin, dass die arabische Bevölkerungen tatsächlich Demokratie wollen? Werden wir sehen, wie sich diese jetzt entwickelt?

    DIE arabischen Massen wollen ganz sicher Veränderung. Und sie wollen Verbesserung. Doch wenn man sagt, dass sie Demokratie wollen, das ist eine schwierige Frage. Was bedeutet „Demokratie“? Dieses Wort wird mit sehr unterschiedlicher Bedeutung verwendet, selbst in verschiedenen Teilen der westlichen Welt. Es handelt sich um ein politisches Konzept, das überhaupt keine Geschichte und keinen Präzedenzfall hat in der arabisch-islamischen Welt.
    Im Westen neigen wir dazu, uns exzessiv auf Wahlen zu konzentrieren. Wir halten Wahlen für die reinste Ausdrucksform der Demokratie, für den Höhepunkt des Prozesses der Demokratisierung. Das ist insofern richtig, als es sich um den Höhepunkt eines Prozesses handelt. Doch der Prozess kann lang und schwierig sein. Betrachten Sie einmal, dass bspw. die Demokratie in Deutschland noch ziemlich jung war zwischen den beiden Weltkriegen. Hitler kam durch freie Wahlen an die Macht. Wir in der westlichen Welt definieren Demokratie nach unseren eigenen Maßstäben, das ist völlig normal und natürlich, d.h. als regelmäßig stattfindende Wahlen im westlichen Stil. Doch ich denke, es ist ein großer Fehler zu versuchen, den Nahen Osten unter diesen Vorzeichen zu betrachten. Das kann nur zu katastrophalen Ergebnissen führen, wie wir es an verschiedenen Orten schon wahrnehmen konnten. Sie sind einfach noch nicht bereit für freie und gleiche Wahlen.

    IN Ägypten steuern wir jedoch beispielsweise sehr wahrscheinlich auf Wahlen im September zu. Es scheint, dass der Westen dies fördert.

    ICH betrachte das mit Besorgnis und Misstrauen. Wenn es zu wirklich freien Wahlen kommt, dann haben die religiösen Parteien einen unmittelbaren Vorteil. Erstens verfügen sie über ein Kommunikationsnetzwerk durch den Prediger und die Moschee, mit der keine andere andere politische Bewegung konkurrieren kann. Zweitens benutzen sie eine vertraute Sprache. Die Sprache der westlichen Demokratie ist zum größten Teil erst kürzlich übersetzt worden und daher für die Massen nicht verständlich. Bei wirklich freien Wahlen werden die muslimischen Parteien aller Wahrscheinlichkeit nach gewinnen, und das wäre meiner Ansicht nach eine Katastrophe. Ein viel besserer Weg bestünde darin, die Demokratie schrittweise zu entwickeln, nicht durch allgemeine Wahlen, sondern durch lokale Selbstverwaltungseinrichtungen. Dafür gibt es in der Region bereits eine Tradition. Wenn man die Geschichte des Nahen Ostens in der islamischen Periode betrachtet, ist sie vollkommen gegen eine autoritäre oder absolute Herrschaft eingestellt. Es gibt das traditionelle System der Konsultation mit Gruppen, die nicht im Sinne der westlichen Welt demokratisch sind, aber die ihre Autorität aus einer anderen Quelle beziehen als der Staat – Autorität, die von innerhalb der Gruppe kommt, sei es aus der Klasse der Landbesitzer oder der Verwaltungsbeamten oder der Schriftgelehrten. Diese Form der Konsultation könnte eine viel bessere Basis für die Entwicklung einer freien und zivilisierten Regierung darstellen.

    WELCHE Signale sollte also ein besorgter Westen senden, welche Prozesse sollte er ermutigen? Welche Möglichkeiten haben Amerika und die freie Welt, diesen Prozess zu beeinflussen?

    ICH würde die Frage anders stellen: Welche Signale sollte man nicht senden? Man sollte nicht auf Wahlen drängen. Diese Idee, dass allgemeine Wahlen im westlichen Stil eine Lösung für alle diese Probleme darstellen, scheint mir ein gefährlicher Trugschluss zu sein, der nur zum Desaster führt. Wir sollten sie es auf ihre Weise machen lassen, durch konsultative Gruppen. Es gibt verschiedene Arten und Möglichkeiten. So geschieht es gerade bspw. im Irak.

    WENN wir diese brodelnde Region betrachten, wie schätzen Sie die Ereignisse ein? Können wir die Aufstände verallgemeinern, gibt es ein gemeinsames Thema?

    ES gibt ein gemeinsames Thema: Wut und Verbitterung. Diese sind allgemeingültig und sehr berechtigt. Sie haben ihren Grund in mehreren Faktoren. Zuallererst die offensichtlichen: Die größere Erkenntnis, dank der modernen Medien und Kommunikationsmittel, dass ihre Situation von den Bedingungen in anderen Teilen der Welt sehr verschieden ist. Bitterarm zu sein, ist schlimm genug. Doch wenn alle anderen um einen herum weit davon entfernt sind, bitterarm zu sein, dann wird die Lagen ziemlich unerträglich.

    ERZÄHLEN Sie uns mehr über die Natur der arabischen Massen, ihr Verständnis ihrer Religion und des Lebensstils, den der Islam ihnen vorschreibt.

    ZWEI Dinge sind passiert. Zum einen hat sich ihre Position als Ganzes verschlechtert. Zum anderen, was viel wichtiger ist, es ist ihnen viel bewusster. Wie schon gesagt, dank der modernen Kommunikation können sie nun ihre eigene Situation mit der in anderen Ländern vergleichen. Und sie müssen nicht sehr weit blicken, um das zu tun. Ich habe mit Freunden in arabischen Ländern israelisches Fernsehen angeschaut, und ihre Reaktion war verblüffend.

    WAS erstaunt Sie denn so?

    EIN konkretes Beispiel, an das ich mich erinnere: Einem kleinen arabischen Jungen hatte ein israelichcer Polizist auf einer Demonstration den Arm gebrochen. Am nächsten Tag erschien er im israelischen Fernsehen mit einem bandagierten Arm und beschwerte sich über die israelische Brutalität. Ich war damals in Amman, und neben mir saß ein Iraker, der zur Zeit Saddam Husseins aus seiner Heimat geflohen war. Ihm fiel die Kinnlade herunter, als er diesen Fernsehausschnitt sah und sagte: „Ich würde Saddam Hussein sehr gerne erklauben, mir beide Arme und beide Beine zu brechen, wenn er mich so im irakischen Fernsehen reden lassen würde.“

    WENN es verschiedene mögliche islamische Wege gibt, die diese Menschen nun einschlagen können, wie stark ist die moderate Tradition? Wie wahrscheinlich ist es, dass sie sich durchsetzen würde? Ich frage Sie deshalb, weil Sie die Muslimbruiderschaft so darstellen, von der einige Experten behaupten, sie wäre relativ harmlos.

    ICH weiß nicht, wie man den Eindruck bekommen könnte, dass die Muslimbruderschaft relativ harmlos ist, es sei denn, man meint „relativ“ im Vergleich zu den Nazis. Es gibt andere Strömungen innerhalb der islamischen Welt, die auf ihre ruhmreiche Vergangenheit zurückblicken und in anderen Dimensionen denken. Heute spricht man viel über Konsultation. Dieses Art autoritäre und diktatorische Regimes, die in den meisten Ländern des modernen islamischen Nahen Ostens herrschen, sind eine moderne Erfindung. Die vormodernen Regimes waren viel offener und toleranter. Man kann das in einigen zeitgenössischen Beschreibungen nachlesen. Die Erinnerung daran ist immer noch lebendig.

    GLAUBEN Sie, dass die Auflösung dieser modernen, nicht konsultativen Regimes uns zu einer tatsächlichen, möglichen Partnerschaft von Bevölkerung zu Bevölkerung zwischen der muslimischen Welt und dem Westen führen könnte? Wenn dem so ist, wie könnte man das erreichen?

    DER einzige Anlass, zu dem sie Allianzen mit der Außenwelt positiv betrachtet haben, war immer dann, wenn sie sich einer noch größeren Gefahr gegenüber sahen. Auch später kann man ähnliche Kalkulationen beobachten. Betrachten wir bspw. die Schlacht zwischen Israel und der Hisbollah 2006. Es war ziemlich klar, dass die arabischen Regierungen im stillen die Israelis angefeuert und gehofft haben, dass sie das Problem ein für allemal erledigen. Sie waren enttäuscht, als dies nicht der Fall war. Freundschaft kann man am besten dadurch aufbauen, dass man einen noch gefährlicheren gemeinsamen Feind konfrontiert. Das scheint mir die größte Hoffnung auf eine Verständigung zwischen den Arabern einerseits und dem Westen und den Israelis auf der anderen Seite zu sein.

    WENN man die Region betrachtet, wer sind die potenziellen Feinde, die als noch größere Bedrohung betrachtet werden?

    MOMENTAN ist das prinzipiell die iranische Revolution. Einerseits fürchten sie sich vor dem „iranischen Imperialismus“, andererseits vor der iranisch-schiitischen Revolution. Die sunnitisch-schiitische Frage beurteilt sich natürlich anders, je nachdem, in welchem Land man sich aufhält. Es gibt noch eine weitere Gruppe Menschen, an die man denken sollte, wenn man die Zukunft des Nahen Ostens betrachtet, und das sind die Frauen. Es ist argumentiert worden, und ich glaube nicht zu Unrecht, dass der Hauptgrund für die relative Rückstänsdigkeit der islamischen Welt im Vergleich zum Westen in ihrer Behandlung der Frauen liegt. Soweit ich weiß, wurde das Argument zuerst von einem türkischen Autor namens Namik Kemal um 1880 eingeführt. Damals führte man bereits seit mehr als einem Jahrhundert eine quälende Debatte: Was ist falsch gelaufen? Warum sind wir hinter den Westen zurückgefallen? Er sagte: „Die Antwort ist ganz klar. Wir sind hinter den Westen zurückgefallen durch die Art und Weise, wie wir unsere Frauen behandeln. Durch die Art und Weise , wie wir unserer Frauen behandeln, berauben wir uns der Talente und Dienste der Hälfte unserer Bevölkerung.“
    Es geht noch darüber hinaus. Ein Kind, das in einem traditionellen muslimischen Haushalt aufwächst, gewöhnt sich von Anfang an an eine autoritäre und autokratische Herrschaftsweise. Nach meiner Überzeugung ist die Position der Frauen von allergrößter Wichtigkeit.
    Deshalb beobachte ich mit großem Interesse Tunesien. Tunesien ist das einzige arabische Land, das sich um die Frauen gekünmmert hat. In Tunesuien gibt es die Schulpflicht für Mädchen von der Grundschule bis zum Abschluss. In Tunesien findet man die Frauen im Berufsleben. Frauen spielen eine wichtige Rolle im öffentlichen Leben des Landes. Ich glaube, dass wird einen immensen Einfluss haben. Es gibt diesen Einfluss bereits in Tunesien. Doch es wird sich sicherlich auf andere Teile der Welt verbreiten. Anderswo sind die Frauenfrage und die Rolle der Frauen von entscheidender Wichtigkeit für die Zukunft der muslimischen Welt allgemein.

    Ende des Interviews.

  36. marokko ist das westlichste islamische land und gleichzeitig das das islamische land mit den meisten freiheiten. ich hoffe dem könig ein langes leben, nicht das es so rückwärts läuft wie zur zeit in türkei mit erdogan.
    probiert mal den marokkanischen rotwein, vor allem der „domaine de sahari“ ist hochwertige qualitaet zu günstigem preis.

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