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Polizist konvertiert zum Salafisten

Salafist [1]In Frankfurt haben die Botschaften des Islamisten Pierre Vogel offensichtlich ein neues Bekehrungsopfer gefunden. Der 40-jährige Polizist Roman R. ist jetzt im Dienste Allahs unterwegs und setzt sich für die Sharia in Deutschland ein. Der sich jetzt im Internet nennende „Abu Bilal“ fordert den Gottesstaat und hetzt gegen nicht verhüllte Frauen. Der Verfassungsschutz rennt beobachtend hinterher.

Der NDR meldet [2]:

Roman R. war einmal ein Aushängeschild für Frankfurts Polizei. Jung, dynamisch, eloquent und kameratauglich. Der Hessische Rundfunk begleitete ihn vor drei Jahren im Rahmen der Sendereihe „Polizeireport“. Damals war R. Beamter im Kriminaldauerdienst und in Zivil unterwegs auf Frankfurts Straßen. Er sei ein „Sportfanatiker“, erzählte er den Journalisten freimütig. Einmal pro Woche leitete er das Boxtraining der Frankfurter Polizei.

Inzwischen dürften seine Vorgesetzten es bereuen, den Beamten so in Szene gesetzt zu haben. Der 40-Jährige ist jetzt in anderer Mission unterwegs. Seine Eloquenz nutzt er, um zu predigen. Roman R. ist zum Islam konvertiert, einer Religion, die seiner Meinung nach im Westen von vielen Menschen „gedemütigt“ wird und über die „Lügen“ verbreitet würden. Immer wieder wirft er aber auch Muslimen vor, unislamisch zu handeln, etwa Frauen, die sich nicht verhüllen wollen oder das Verhüllungsgebot zu liberal auslegen: „Knallenge Jeans und nur ein Tuch auf dem Kopf – ist das das, was Allah von uns möchte? Wohl kaum!“ Und weiter: „Dass Frauen vergewaltigt werden, hat auch damit zu tun, weil sie ihre Reize zeigen.“

„Dawa FFM“-Anhänger gelten als Islamisten

Diese Thesen verbreitet Roman R. unter dem Namen „Abu Bilal“, das hat der hessische Verfassungsschutz bestätigt. Der Prediger hat zumindest enge Kontakte zum Netzwerk „Dawa FFM“, einer Gruppe, die die hessischen Behörden möglichst verbieten wollen. Die „Dawa FFM“ und ihre Botschaften sollen, so der Vorwurf, im Februar den Kosovo-Albaner Arid U. zumindest animiert haben, am Frankfurter Flughafen auf US-Soldaten zu schießen. Zwei Menschen wurden damals getötet, das Attentat galt als das erste in Deutschland mit islamistischem Hintergrund.

Die Anhänger der „Dawa FFM“ gelten in Behördenkreisen längst als Islamisten. Sie seien, so der hessische Verfassungsschutz, „Salafisten“ – eine Strömung, für die der Chef des Niedersächsischen Verfassungsschutzes, Hans-Werner Wargel, deutliche Worte findet: „Der Salafismus richtet sich gegen unsere verfassungsmäßige Ordnung. Er möchte hier in Deutschland einen Gottesstaat aufbauen. In einem solchen Gottesstaat würden danach nur die Gesetze und Regeln der Scharia gelten und nicht mehr die Gesetze, die von Menschen oder Parlamenten gemacht sind.“

„Habe ich genug vorausgeschickt?“

Auch der aktuelle hessische Verfassungsschutzbericht geht auf die „Dawa FFM“ ein: Es lägen Anhaltspunkte vor, wonach sich der Frankfurter Verein „gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung richtet“. Zielgruppen seien vor allem junge Muslime und Konvertiten – so wie Roman R. alias Abu Bilal. Mit NDR Info will er über seinen Weg zum Islam nicht sprechen. Das ließ Roman R. über seinen Anwalt ausrichten. In seinen Predigten aber deutet er zumindest an, was ihn zum Salafismus gebracht hat. Demnach war es auch der Polizeidienst und die zum Teil enorme Belastung, die die Arbeit für die Beamten bedeutet. „Bis ich eines Tages nachgedacht habe: Du hast jetzt bestimmt 200 Tote in Deiner Hand gehabt. Aber was ist mit Dir selber? Wann und wie wird er mich holen? Habe ich genug vorausgeschickt?“

Seine Ansprachen verbreitet Roman R. vorwiegend über das Internet, in Zusammenarbeit mit „Dawa FFM“. Anlass für strafrechtliche Ermittlungen hat R. darin offenbar noch nicht gegeben. In Hessen ist lediglich von dienstrechtlichen Ermittlungen im Zusammenhang mit seinem Status als Polizeibeamter die Rede. Über den Ausstieg aus dem aktiven Dienst will die Polizei nichts sagen. Den Recherchen von NDR Info zufolge erhält Roman R. aber noch einen Großteil seiner Bezüge – so finanziell vom Staat ausgestattet, kann er sich ganz seiner religiösen Arbeit widmen.

Verfassungsschutz hat Salafisten im Visier

Diese Arbeit führte ihn auch nach Hamburg. Über ein Reisebüro in der Innenstadt hat er nach Informationen von NDR Info Pilgerfahrten nach Saudi-Arabien organisiert – den Hamburger Behörden ist er deshalb ebenfalls bekannt. Die Zielgruppe der Pilgerfahrten: vor allem junge, männliche Muslime. Diese Aktivitäten beobachten die Behörden mittlerweile genau. Niedersachsens Verfassungsschützer Wargel hält den Salafismus und seine netzwerkartig organisierten Missionierungsgruppen gar für die „dynamischste“ Richtung unter den Islamisten.

Viele muslimische Verbände haben sich von den Thesen der Salafisten und ihrer Religionsauslegung distanziert. In Niedersachsen will die Schura, also der Landesverband der muslimischen Vereine, an Präventionsprojekten mitarbeiten, so Wargel. Die Schura-Verantwortlichen wollten verhindern, dass junge Männer durch salafistische Prediger oder Vereine radikalisiert würden. Eine Befürchtung, die auch der hessische Verfassungsschutz im Zusammenhang mit „Dawa FFM“ äußert. Im aktuellen Bericht heißt es: „Insbesondere die immer wieder geforderte Abgrenzung von der Mehrheitsgesellschaft befördert eine immer stärkere Verstrickung in extremistische Kreise sowie die Verfestigung eines Freund-Feind-Denkens.“ Roman R. alias Abu Bilal wird in dem Bericht zwar nicht ausdrücklich erwähnt. Seinen Ex-Kollegen dürfte der Polizist außer Dienst aber wegen seiner Zusammenarbeit mit „Dawa FFM“ trotzdem eine Menge Sorgen bereiten.

Auch das ZDF berichtet über den Fall „Abu Bilal“ [3]. Dadurch, dass unsere Regierung solche Hassprediger wie Pierre Vogel nicht aus dem Verkehr zieht, gelingt es ihm solche Figuren wie Roman R. mit seinen Botschaften zu verblenden und einzufangen. Der Verfassungsschutz beobachtet und beobachtet, ohne dass es die Bürger schützt, da unsere Politik nicht nach den Erkenntnissen handelt.

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