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Schriftsteller gegen Vornamen Mohammed

Richard Millet [1]Frankreich steht näher am Abgrund der nicht assimilierenden Einwanderungsgesellschaft, als Deutschland dies tut. Frankreich hat aber auch eine andere Kultur des Aufbegehrens und der Diskussion als Untertanen-Germanistan.

(Von Thorsten M.)

Dies erklärt, das für hiesige Vorstellungen erstaunliche Gespräch [2], das der französische Schriftsteller und Herausgeber, Richard Millet (Foto), vergangenen Samstag im öffentlich-rechtlichen Rundfunk mit dem französisch-jüdischen Philosophen Alain Finkielkraut führen durfte.

Richard Millet hielt in der Sendung „Répliques“ auf France Culture mit seinen Einschätzungen der demographischen Situation Frankreichs gegenüber dem Gastgeber Alain Finkielkraut nicht vor dem Berg. So fühle er sich gerade in öffentlichen Verkehrsmitteln durch die massive Häufung schwarzafrikanischer und muslimischer Fahrgäste als Opfer einer neuen Apartheid (was insofern stimmt, als dass man beobachten kann, dass Einheimische dort gerne die Nähe von Ihresgleichen suchen).

Bemerkenswert war aber vor allem eine andere Äußerung: Richard Millet prangerte mit drastischen Worten das Verharren der arabischen Familien in Frankreich in ihrem Herkunftskulturraum an. „Wenn nach mehreren Generationen eine arabische Familie ihre Kinder weiterhin Mohammed oder Djamila nennt, ist dies ein Akt der Barbarei und/oder des Bürgerkriegs. Nicht mehr und nicht weniger!“

Tatsächlich ist es die plakativste Art, auf die ein Einwanderer seinem Umfeld zeigen kann, dass er im Land angekommen ist und dazu gehören möchte, wenn er seinem Kind einen dort üblichen Vornamen gibt. Ganz nebenbei erhöht er damit die beruflichen Chancen seines Kindes erheblich. Schließlich interpretieren Arbeitgeber diese Geste instinktiv dergestalt, dass sie für ein solches Kind trotz untypischem Familiennamen und anderem Aussehen eine „landesübliche Sozialisation“ unterstellen (was bei einem Jean-Louis Suliman oder bei uns einem Lars Öztürk sicher auch zutreffend wäre!). Nicht zu vergessen, dass man seinen Kindern und anderen dadurch auch die peinliche Situation ersparen kann, z.B. bei einem Schriftwechsel versehentlich als Frau statt als Mann angesprochen zu werden. Schließlich sind nicht wenige Vornamen des Nahen Ostens für Europäer schwer einem Geschlecht zuzuordnen.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass man die Lager bei den heranziehenden Europäischen Bürgerkriegen wesentlich nach Vornamen wird sortieren können. Insofern wird Robert Millet vermutlich auch mit dem zweiten Teil seiner Aussage zur Namensgebung („Akt des Bürgerkriegs“) leider recht behalten.

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