Eigentlich sollte es das Wort gar nicht geben, mit dem dieser Satz eingeleitet wurde. Denn eigentlich ist „eigentlich“ völlig überflüssig, wie im Kommentarbereich von PI immer wieder mal zu lesen ist – im physikalischen Sinn also „hyperliquide“. Eigentlich brauchen wir dieses Wort also überhaupt nicht – und dennoch gibt es das Wort: „eigentlich“. Aber wozu?

(Von Eckhardt Kiwitt und „Coriolanus“)

Und überhaupt: Welche Wörter brauchen oder gebrauchen wir – quasi immer wieder – eigentlich und überhaupt?

Das Wort „quasi“ (gewissermaßen, gleichsam, sozusagen) ist so ein Wort, das so mancher Zeitgenosse gern mal inflationär verwendet. Aber wozu? Warum? Entweder spreche ich eine Sache im Klartext an, oder ich tue dies nur „quasi“, also wohl irgendwie verschleiernd – sofern ich das nötig habe und mich zu einem eindeutigen und klaren Statement oder zu was auch immer nicht eindeutig, sondern nur „quasi“ (oder verquast?) hinreißen lassen will oder mich zu einer unmissverständlichen Stellungnahme außerstande sehe.

Auch das Wort „relativ“ könnte eigentlich überflüssig sein – wären da nicht die beiden Relativitätstheorien (die „Allgemeine“ und die „Spezielle“) des Albert Einstein. Denn was ist schon verhältnismäßig, also „relativ“? Ist Allah relativ der größte aller Götter, wie dieses absurde „Allahu akbar“ (Allah ist der Größte) suggerieren will? Was bleibt von all den anderen Göttern – und insbesondere von all den Göttinnen – die wir Menschen ersonnen haben? Sind die allesamt „relativ“ kleiner als diese komische Märchenfigur aus der Sandwüste Arabiens? Könnte das jemand beweisen?

„Mehr oder weniger“ ist eine Floskel, die wohl niemand braucht – denn entweder geht es um ein „Mehr“ oder um ein „Weniger“. Oder geht es um beides gleichzeitig? Das sollte mir bitte mal jemand erklären.

Und überhaupt – worum geht es hier quasi, eigentlich und überhaupt?

Nun, es geht „gewissermaßen“ oder „sozusagen“ darum, dass wir viele Wörter „eigentlich“ „quasi“ und „überhaupt“, ja „mehr oder weniger“ gar nicht verwenden sollten, ginge es nach denen, die das Wort „eigentlich“ für überflüssig halten.

Aber auch das „Bayerische Reinheitsgebot von Anno 1516“, auf das sich bis heute etliche Brauereien berufen, ist so eine Sache.
Denn dieses „Reinheitsgebot“ – übrigens das erste Lebensmittelgesetz weltweit – erlaubt für das Bierbrauen nur „Wasser, Hopfen und Malz“. Von Hefe ist in diesem Gesetz nicht die Rede. Ohne Hefe als Katalysator kann man jedoch kein Bier brauen, wie jeder Brau-Ingenieur bereits während seines Studiums lernt und spätestens in der täglichen Praxis am Sudkessel erfährt. Wozu also dieses Lebensmittelgesetz von Anno dazumal? Keiner braucht es heute mehr. Deshalb gibt es inzwischen ein Reinheitsgebot, das auch die Hefe fürs Brauen zulässt. Fairerweise muss man zugestehen, dass die Menschen im frühen 16. Jahrhundert von Chemie noch keinen blassen Dunst hatten, das gelungene Bierbrauen damals also reine Glückssache war. Das ändert jedoch nichts daran, dass dieses Reinheitsgebot von 1516 überkommen ist.

Weitere überflüssige Wörter, Floskeln und Gesetze werden dankbar entgegengenommen.

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50 KOMMENTARE

  1. Ich seh das anders. Diese Worte und Floskeln haben schon Sinn und Bedeutung. Jedenfalls für Menschen die mit dieser Sprache aufgewachsen sind.
    Für Fremdsprachler sind Sinn und Bedeutung dieser Worte kaum zu erfassen.
    Aber mit der deutschen Sprache geht es sowieso bergab.
    ZB. kennen viele die Bedeutung des Wortes „vergleichen“ nicht mehr. Daher kommt dann der schwachsinnige Satz, den man ständig hört, man könne nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.
    Dabei ist ein Vergleich genau dazu da.

  2. Es sind weibliche Worte und Worte des Kompromisses. Sie sind wichtig, weil sie signalisieren, dass die Wahrheit ein kleines bisschen relativ ist und der Sprecher oder Schreiber dies auch weiß. Sie zeigen auch von offnen Armen, der der Contrapart könnte, wenn er das Signal versteht, durch ein wenig Kompromissbereitschaft, auf denjenigen argumentativ zugehen. Ich benutze – als traditionell sanftes Wesen – diese Worte sehr häufig. Die Reaktion ist leider nicht immer danach. Wenn aber ein sanftes, kompromissbereites Wesen so etwas merkt, ist natürlicherweise unangenehm berührt, entäuscht, gekränkt – es schlägt zurück. Eigentlich ist das nicht gut, sozusagen blöd, aber es ist mehr oder weniger die einzige mögliche Antwort.

  3. Speziell eigentlich empfinde ich nicht als überflüssig, da es feine Bedeutungsunterschiede auszudrücken gestattet, z.B.:

    a. Ich möchte zum Islam konvertieren
    b. Ich möchte eigentlich zum Islam konvertieren

    Bei b. schwingt ein nachfolgendes aber, eine Einschränkung der Aussage mit.

    (a. und b. sind nur frei erfundene Beispiele ohne realen Bezug)

  4. Auch 1516 hat man Bier mit Hefe gebraut, wenn auch eher unwissentlich. Diese stammte entweder aus der Luft oder war in den Ritzen der Fässer angelagert.
    Das nur mal so und eigentlich OT.

    Prost, egal welches Bier ihr bevorzugt! 🙂

  5. Nun, wenn mann wohl eigentlich nur etwas ausdrücken will, was den Sachverhalt nicht 100 Prozent trifft aber im Wesentlichen, man aber nicht langathmig aufdröseln möchte da offensichtlich, ja was macht man dann eigentlich?

  6. und während der zivilisierte Europäer mit quasi überbordender Tapferkeit gegen Zivilisationsverfall bloggt und sich nicht die eigentlich kleinsten Sprachdetails dabei entgehen lässt, netzwerkt der tapfere islamische Familienpapi mit seinem Bruder die Preisdetails des Hochzeitsvertrags aus, um danach noch mal seine Frau koranisch zu beackern für Allahs Armeebestückung.

  7. ist das der kiwitt, der hier gern gegen kewil schießt?

    vielleicht sollte man seine artikel in der rubrik „von überflüssigen beiträgen, fadheiten und sätzen“ zusammenfassen.

  8. Ueberfluessige Woerter fuellen Luecken, wenn man beim Sprechen mit dem Denken nicht nachkommt.

  9. #9 deckelzu (21. Jun 2011 20:59)

    Ja und? Oder ist das ein Aufruf, von meinem Bruder eine Frau zu kaufen? Nö, muss nicht sein.

  10. Vor ein paar Tagen las ich zu meinem Entsetzen den Namen „Pittiplatsch“ im Kommentarbereich, jetzt erscheint hier ein Artikel über das Wort, mit dem uns diese schreckliche Nervensäge mit den zahlreichen Nicks monatelang terrorisiert hat. Haben wir uns früher nicht schon oft genug vom Thema ablenken lassen und über das Reizwort „eigentlich“ diskutiert? Hatte PI den Eigentlich-Hasser nicht endlich gesperrt? Bitte PI, lasst den hier nicht noch einmal sein Unwesen treiben.

  11. #11 Hausarrest

    Wenn’s nicht der Holzhammer ist, dann kann es ja nicht taugen!

    Für einfachere Gemüter reicht eben ein Kewill, andere wollen mehr!

  12. Hehe… Ertappt. Denn auch ich gebrauche dieses Wort gelegentlich. Meine Rhetoriklehrerin sagte dazu glasklar: „Weglassen!“, weil es die Beestimmtheit (und indirekt den Wert) der eigenen Aussage abschwächt – und noch indirekter das sogar das Ansehen und die Dominanz der eigenen Person.

    Allerdings möchte ich auch #4 und #6 zustimmen!
    (BTW: Und wieder würde an dieser Stelle meine Rhetoriklehrerin einschreiten und sagen: „Das heißt: ‚…wie auch #4 und #6 sagen!‘ oder so ähnlich. Aber ich möchte kein Redner/Demagoge/Politiker werden, ich bin mit meinem Beruf ganz glücklich! „ganz“ ist auch wieder so ein Füllwort, aber lassen wir das. 😉 )

  13. Das ist „halt“ so. Wer es sich abgewöhnen will: Statt „halt“ einfach immer „stop“ sagen, dann merkt man schnell, wie blöde das klingt 🙂

  14. @Kiwitt und Coriolanus
    Eigentlich Sind Sie ja irgendwie schon ziemlich streng hier mit den Usern.
    Jetzt genügt es anscheinend nicht mal mehr, einen Kommentar FEHLERFREI hinzukriegen. Wir sollen auch noch die unnötigen FÜLLWÖRTER WEGLASSEN.

    Kommen da demnächst noch mehr Hinweise oder so ähnliches? Müssen wir am Ende noch den PISA Test bestehen?

    Darf man eigentlich nur Islamkritik üben, wenn man perfekte Kommentare schreiben kann?
    Äh, das glaube ich nicht! 😉

  15. @ #17 fritzberger78

    wenn ich lehrhafte, geistreiche oder einfach amüsante sprachglossen lesen will, dann greife ich zu lichtenberg, w. e. süskind, e. chr. hirsch oder selbst zu sick. kiwittchen ist von dieser liste so weit entfernt wie axel schulz von einer boxweltmeisterschaft.
    kewil hingegen: mit seiner derb – direkten art könnte er fast als ein moderner luther durchgehen.

  16. #18 Holzer:

    Wobei man immer wieder die Feststellung macht, dass eine gute Rhetorik in aller Regel mit der Qualität der Aussage korreliert.

    Schlampiges Denken drückt sich auch entsprechend aus.

    Das kann man anhand der Postings exakt nachweisen, wenn man es einmal gelernt hat 🙂

    Insoweit ist Kiwitts Beitrag gut und sollte als Hilfe verstanden werden.

  17. #1 vato0815 (21. Jun 2011 20:01)

    Ist das ein Lückenfüller?

    Nein, der Herr Kiwitt will uns seine Omnikompetenz beweisen. Bis vor kurzem pflegte er auch noch eine Fußnote an seine Beiträge zu hängen, wonach er ein bekannter „Islamkritiker“ sei.

    Er versucht sich in allem, um uns beizubringen, daß auch ein Verlagslagerist allwissend sein kann. Besonders hat er es mit dem Recht. Und damit das dann paßt, werden gelegentlich Passagen ausgelassen.

    Heute ist er wieder über einen Türken hergefallen nur weil der Türke ist und hat damit gezeigt, dessen Aussage nicht verstanden zu haben. Der Satz war ihm zu lang – Pisa -, deswegen verstand er ihn nicht.

    Und mit Amöben oder so hatte er es auch gerade. Wie gesagt, omnipotent.

    Auf Anraten einiger User hatte er jetzt Wochen pausiert und ich dachte solche Beiträge blieben uns nun erspart. Tja, geirrt.

  18. #4 MuXel go Home (21. Jun 2011 20:10)
    Ich seh das anders. Diese Worte und Floskeln haben schon Sinn und Bedeutung. Jedenfalls für Menschen die mit dieser Sprache aufgewachsen sind.
    Für Fremdsprachler sind Sinn und Bedeutung dieser Worte kaum zu erfassen.
    Aber mit der deutschen Sprache geht es sowieso bergab.

    Full ACK! Man denke an Worte (bzw. Anglizismen) wie Handy, Showmaster, „Sinn machen“, „Sex haben“, der Deppenapostroph, sowie dass die Werbe- und dt. Musiksprache praktisch Englisch ist – und das auch noch schlecht („Come in and find out.“, Let’s go west.“ usw.)

    ZB. kennen viele die Bedeutung des Wortes “vergleichen” nicht mehr. Daher kommt dann der schwachsinnige Satz, den man ständig hört, man könne nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.
    Dabei ist ein Vergleich genau dazu da.

    Klasse, genau richtig, denn das Ergebnis dieses Vergleichs ist eben, dass sie ungleich sind. 🙂

    Zweckmäßig ist ein Satz wie „Man kann Äpfel nicht mit Birnen gleichsetzen“.

    Übrigens: MIR geht es hier nicht um klugsch…, sondern darum, daass wir die Deutungshoheit von bestimmten Begriffen, oder neuen Wörtern und Zusammenhängen, eben nicht den (uns häufig sprachlich und ideologisch-kämpferisch überlegenen) (ultra-)linken Germanistikstudenten/-innen, die nach dem Studium oftmals als Lehrer, in PR-Agenturen und im Journalismus arbeiten, überlassen dürfen!!!

  19. #21 Hausarrest:

    Von Martin Luther dürfte unser kleiner Katholiban doch wohl um Lichtjahre etfernt sein 🙂

  20. #22 fritzberger78 (21. Jun 2011 21:44)
    #18 Holzer:

    >Wobei man immer wieder die Feststellung
    >macht, dass eine gute Rhetorik in aller
    >Regel mit der Qualität der Aussage
    >korreliert.

    Jain… Ca. ca. 50 – 60 % stimme ich dieser Aussage zu. Warum? Es gibt auch Rabulistik und Demagogie.
    Z. B. Merkels „alternativlos“ sehe ich als gute (in einem bestimmten Sinne) Rhetorik an. Das war (aus ihrer Sicht) zielführend und überzeugend. Ihrem Rhetoriklevel sind eben die meisten Parlamentarier nicht gewachsen und haben dem nichts entgegenzusetzen. Gute kommunistische Schule eben. Trittihn ist auch so einer.

    >Schlampiges Denken drückt sich auch
    >entsprechend aus.

    Ich mache das an dem Grad der Korrektheit von Rechtschreibung und Zeichensetzung eines Postings fest. Wenn jemand das schon nicht mal beherrscht, und z. B. alles in Kleinbuchstaben schreibt, wie will er/sie dann andere Menschen intellektuell überzeugen?
    Gute Form geht i. d. R. mit gutem Inhalt einher, ich überspringe solche Beiträge dann in aller Regel. Prädikat: Nicht lesenswert.

    >Das kann man anhand der Postings exakt
    >nachweisen, wenn man es einmal gelernt hat

    >Insoweit ist Kiwitts Beitrag gut und sollte
    >als Hilfe verstanden werden.

    Ja klar, unbedingt! Insbesondere wenn man mit anderen Menschen über politische Überzeugungen redet. Das muss man schon auf die Feiheiten achten, und wie das beim Empfänger ankommt.

  21. Bei Langeweile rege mich auch gerne furchtbar über den Term „Sex machen“ auf. Es heißt „Sex HABEN“, verdammt… 😉

  22. Auch Ich steuere gerne ein paar Worte/Floskeln bei:

    1. Sinn machen – Ein Übersetzungsanglizismus (something makes sense), der aber völlig sinnentleert ist. Nichts MACHT Sinn.
    Richtig wäre: Sinn haben oder Sinn ergeben

    2.lohnenswert – dieses Geschwür wütet seit Jahren durch den deutschen Wörterwald, doch fällt sofort auf, dass dieses Wort an Dämlichkeit kaum zu übertreffen ist. Lohnenswert? Ist etwas lohnenswert, wenn es es wert ist, sich zu lohnen? Was die Nutzer eher meinen ist wohl lohnend. Das Wort ist wahrscheinlich aus einer Affäre von lohnend und lobenswert entstanden.

    3. Das Wort „zunehmend“ in einigen Zusammenhängen. Bspw. in den Nachrichten „Die Lage wird zunehmend dramatischer“. Was sagt dieser Satz aus? Er sagt nichts anderes als „Die Lage wird dramatischer“. Was der Nutzer allerdings eigentlich sagen will, dass die Lage zusehens dramatischer wird. Auch hierbei handelt es sich um einen Übersetzungsanglizismus.

    4. Gelantine – Das Wort schreibt und spricht sich GELATINE ohne n zwischen A und T. Leider scheint mittlerweile die Mehrheit der Menschheit das fürchterliche „Gelantine“, das nicht nur falsch ist, sondern den Nutzer auch minderbemittelt erscheinen lässt, zu benutzen.

  23. Auch ganz oben in der Aufreger-Liste: „von dem her“, findet besonders gerne Anwendung im Schwabenland.

  24. An #20 menschenfreund 10 und Andere:

    Nun hackt doch nicht so auf dem Ecki Kiwitt ‚rum. PI-München macht schon recht gute Arbeit, und ist vllt. sogar die beste deutsche PI-Gruppe.

    Und die Beispiele „quasi“ und „halt“ sind bairischer Dialekt.

    Mein Wortvorschlag: „irgendwie“ und dergl.
    Ich benutze es nur, wenn es mir darum geht, eine kreative Denkweise zu schaffen: „Da muss es doch irgendeine Lösung geben.“
    Aber: „Das ist irgendwie komisch…“ würde kein Alphatierchen sagen.
    Am Rande: Merkels „alternativlos“ ist absolute Machtsprache und das Gegenteil von „irgendwie“: Sie (Merkel) bestimmt und gleichzeitig herrscht Denk-/Sprechverbot für andere, u. U. bessere Lösungen (bei deren Nennung sie eben ihr Gesicht als Leithammel verloren hätte). Man merkt: Es geht ihr um den Erhalt des Alpha-Status in der Männerrunde, und nicht um gute, oder die besten, Lösungen.
    Ach ja, die ist schon einfach zu durchschauen, diese Osttussi – wenn man Vorbildung hat.

  25. „Überflüssige“ Wörter sind dazu da um natürliche Sprechpausen auszufüllen und sich nicht mit „öhms“ und „ehs“ zu blamieren. Insofern sind sie weniger überflüssig als man zunächst denken mag. Aber in Texten sind diese Wörter natürlich sinnlos.

  26. Stimme dem Artikel zu.Das Reinheitsgebot von 1516 ist überkommen und gehört abgeschafft. Wenn man sieht was in Belgien (aber auch weltweit)an Sortenreichtum möglich ist. Dagegen sieht die Bierlandschaft in Deutschland öde aus.

  27. #28 Nie wieder
    Bei Langeweile rege mich auch gerne furchtbar über den Term “Sex machen” auf. Es heißt “Sex HABEN”, verdammt…

    ———————————————-

    Ja? Ist die US-amerikanische Prüderie (im Sinne von „make sex“ oder „toilet“ als Pfui-Wörter-/Begriffe) schon nach Deutschland herübergeschwappt? So wie deutsche Fernsehzuschauer(innen) stets ganz entsetzt gucken, dass man von einem deutschen Gericht nicht „Einspruch Euer Ehren“ sagen darf, und der Richter auch nicht mit „(Nicht) stattgegeben!“ antwortet, sondern vielmehr sehr genervt guckt?

    Na dann sollte ich Dinosaurier mich mal langsam an die deutsche Transliteration von „to have sex“ gewöhnen. 😉

  28. Eigentlich ein irgendwie hochgradig wichtiger Beitrag, oder so …oder eher doch nicht?

    Mein Einverständnis dazu, eine verkifft-unverbindliche Diktion voller widersprüchlicher Füllwörter wie im obigen Satz abscheulich zu finden und daraus auch Rückschlüsse auf den Sprecher zu ziehen.

    Andererseits graut es mir vor Sprachverbastlern aller Art,nicht nur vor solchen politisch korrekter Sorte, sondern in unserer Zeit des Effizienzwahnes auch vor Sprachverkürzern, wie Hr. Kiwitt einer zu sein scheint. Das scheinbar Überflüssige kann Emotionen ausdrücken, vor allem aber trägt es zur Verständlichkeit von Sprache bei. Geheimtip: Mal den Begriff „Redundanz“ nachschlagen!

    Vle Txt kntn rhblch krzr gfßt wrdn nd wrn mmr nch vrstndlch. br, mchtn S s n Bch lsn?

    Also, kurz und knapp: Ein hochgradig nutzloser Artikel – uneigentlich und überhaupt und sowieso!

  29. EIGENTLICH ist ein relativierendes Adverb, das sehr wohl sprachlich nuancierend wirkt.
    Welcher Doofmann hat denn hier den Oberlehrer rausgelassen??????

  30. Neulich spickte ein Diskussionspartner seine Entgegnungen mit der Floskel: „ich sag dir ehrlich.“ Kam in jedem zweiten Satz vor. Wie interpretiert ihr das?

  31. #39 unermuedlich:

    Wer einen Satz einleitet mit „ehrlich gesagt“, lügt bereits 😉

  32. Auch das Wort „relativ“ könnte eigentlich überflüssig sein – wären da nicht die beiden Relativitätstheorien (die „Allgemeine“ und die „Spezielle“) des Albert Einstein.

    Eine Stunde in die Eier getreten zu werden ist relativ lang. Eine Stunde noch zu leben haben ist relativ kurz. Was hat das mit Einstein zu tun? Ich fürchte, der Verfasser beklagt hier eher implizit sein mangelhaftes deutsches Sprachverständnis. Zudem sollte ebenfalls bekannt sein, dass es außer der scharfen Logik auch Phänomene gibt, welche durch unscharfe (nicht ungenaue!) Begriffe beschrieben werden müssen oder sollten (fuzzylogische Zusammenhänge).

    Übrigens: das Glas ist EIGENTLICH voll, obwohl noch was reinpasst, damit man beim Anheben nichts verschüttet.

    Was hier eher beklagt werden könnte ist eine falsche Verwendung der hier angeprangerten Begriffe als Füllworte.

  33. Eigentlich sind Wörter wie „Eigentlich“ nutzlos.

    Aber uneigentlich machen genau diese, nur auf den ersten Blick überflüssigen, Wörter die deutsche Sprache aus.

    Unser Deutsch ist eine feine Sprache, die es erlaubt, mit nur wenigen Änderungen in einem Satz die getätigte Aussage als feine Ironie oder ernstgemeinte Aussage zum Ausdruck zu bringen.
    Ausserdem ist unsere Sprache exakt definierend, mit klaren Aussage- und Beschreibungsmöglichkeiten und unsere zahlreichen bildhaften Vergleiche bringen das Thema kurz und knapp auf den Punkt.

    Es ist die Sprache von Dichtern, Denkern, Technikern und Handwerkern, die allerdings auch Ansprüche an Diejenigen stellt, die sich in unserer Sprache ausdrücken möchten.

    Nun, nachdem nun immer mehr „hier“ sind, die die nötigen Fähigkeiten für den Gebrauch unserer Sprache weder mitbrachten noch erlernen wollen, „muss“ nun auch unsere Sprache „modernisiert“ werden.

    Das kennen wir ja bereits aus anderen Bereichen: Wenn sich die Anderen nur lange genug weigern, knicken eben „wir“, als angeblich feindseliges „Nahssi“-Volk, des lieben Friedens Willens ständig ein, indem „wir“ Zugeständnis über Zugeständnis machen…
    🙄

    Also, ganz uneigentlich mag ich meine Sprache genau so, wie sie ist und ich lasse sie mir auch nicht nehmen, von Kommunikation nach Art von: „Ey Alder, isch disch misch Reschpeckt machen“ halte ich nämlich noch weniger als nichts.

  34. Ich benutze auch immer wieder viele der oben erwähnten und wohl unerwünschten Worte.

    Ehrlich gesagt habe ich irgendwie jetzt eigentlich mehr oder weniger das Gefühl, dass ich hier quasi möglichst nicht mehr schreiben soll. Oder wie soll ich den Artikel verstehen ?

  35. Was für ein blödsinniger Artikel! Erstens laß ich mir nicht in mein deutsches Bier pinkeln. Zweitens hab ich was gegen Sprachverhunzer, die allen Ernstes (oha, wieder so eine pöhse Floskel) Wörter wie „eigentlich“ als sinnlos erachten. Doppelplusungut.

  36. Das Wort „eigene“ ist auch so was von doppelt gemoppelt und eigentlich überflüssig.
    z.B. der Vater hat seine „eigene“ Tochter geschlagen
    Mubarak schießt auf sein „eigenes“ Volk.
    Mutter ließ ihren „eigenen“ Sohn verhungern.

  37. #45 sommerwind (22. Jun 2011 01:34)

    Naja, das „eigene“ hat auch da einen gewissen Sinn. Wenn es z.B nur heißt: „Der Vater hat seine Tochter geschlagen“ kann das auch bedeuten, der Vater hat die Tochter des Nachbarn geschlagen. Sooo umsonst ist das alles nicht. Würde man tatsächlich mal auf alle vermeintlich sinnlosen Floskeln verzichten, gäbe es wohl wesentlich mehr Mißverständnisse.

  38. … aber Sie haben ja selbst geschrieben, daß das Wort eigentlich überflüssig ist, und nicht wirklich 😉

  39. Jedes Wort der deutschen Sprache kann man sinnvoll gebrauchen – oder auch nicht.
    Ein schönes Wort ist zum Beispiel „Mensch“.
    Beispiel für einen Mißbrauch des Wortes:
    „Wir müssen die MENSCHEN in unserer Stadt alle mit ins Boot nehmen.“
    Übersetzung: „Wir brauchen noch ein paar tausend Deppen, die uns zwar nicht weiter interessieren, die aber am Sonntag unserer Partei ihrer Stimme geben.“
    Das Wort „Menschen“ wird seit einigen Monaten inflationär gebraucht. Bei Verkehrsunfällen werden neuerdings „Menschen“ (und nicht Personen) verletzt, in Syrien gehen die „Menschen“ (nicht etwa die Bewohner oder die Syrer) auf die Straße.
    Da die Entfernungen riesig sind, die Zahl der Beteiligten mitunter sehr hoch ist und die Personen absolut unbekannt sind, wird mit dieser Ausdrucksweise „Menschlichkeit“ vorgetäuscht.
    Faustregel: Genau das, was per Modewort auf der Verpackung suggeriert wird, ist nicht drin.
    Das Wort „eigentlich“ bezieht sich auf das „Eigene“, bezeichnet den Gegensatz zum „(All)gemeinen“.
    Beispiel:“Eigentlich wäre ich gerne schon früher gegangen“.
    Allen meinen Freunden gefiel der Film, nur mir nicht. Wir haben ihn gemeinsam bis zum Ende verfolgt. Zugunsten des „Allgemeinen“ habe ich also das „Eigene“ zurückgestellt.

  40. #14 Wirtswechsel (21. Jun 2011 21:18)

    Schätz mal, wieviele Namen man hier verwenden kann. 😉
    Und „eigentlich“ ist und bleibt überflüssig, sinnentleert, wertlos ….. einfach unnütz. JederSatz, jede Aussage, jede Frage schaffe ich ohne ein „eigentlich“ und kann jedes „eigentlich“ egaliesieren. Wenn „eigentlich“ einen Sinn, oder Wert hätte, müßte man es dann nicht in jedem Satz, in jeder Frage verwenden, wenn man es doch vorher schon gebrauchte ❓ Es hat doch einen Wert oder einen Sinn ……..

    Am Besten läßt sich diese Überflüssigkeit in Übersetzungen erkennen.
    Beispiel ein Schauspieler auf englisch: „my name is John“.
    Übersetzer: „ich heiße eigentlich John“. Wenn man nun dem Übersetzer folgt, dann heist er „eigentlich“ John, er könnte aber „eigentlich“ auch Mark, Phil oder Baby heißen. Nein, er heist definitiv John, und das sagte er auch im Original.

    Ich komme mein Leben lang ohne „eigentlich“ aus, also ist es überflüssig und Niemand muß sich Gedanken machen was ich sagen will, da ich immer eine konkrete Frage oder Aussage formuliere.

    Und übrigends: ICH bin der „eigentlich“ Hasser. 😉
    Und ich mag nicht nur das „eigentlich“ nicht, sondern alle Hohlfloskeln, die auch im Thema genannt sind.

  41. Der Islam ist eigentlich eine friedliche Religion, quasi die Religion des Friedens. 😀

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