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„Establishment nicht mehr zurechnungsfähig“

Endlich herrscht wieder Ruhe in England. Mehr oder weniger. Zwei Faktoren sorgten dafür, dass es in der vergangenen Nacht nicht zu derart heftigen Ausschreitungen kam wie in den Nächten davor: erstens die Polizei. Und zweitens Regen. Da macht das „Demonstrieren“ keinen Spass mehr. Derweil geht in deutschen Medien das Ringen um die richtige, politisch-korrekte Deutung der Ereignisse weiter. Dabei kommen die üblichen Methoden gezielter Verklärung zum Einsatz. Ein hervorragendes Beispiel liefert die FAZ.

FAZ-Korrespondentin Gina Thomas liefert aus dem fernen London einen hervorragenden Beleg dafür ab, mit welcher Einseitigkeit die Ausschreitungen in England in deutschen Medien dargestellt werden. In ihrem aktuellen Artikel berichtet sie von „Londoner Bürgern“, die sich gegen die Randalierer zur Wehr setzten:

Die türkischstämmigen Bewohner von Dalston im Nordosten Londons, die ihre Geschäfte mit Schläuchen, Staubsaugern, Snooker-Queues und anderen gerade zur Hand liegenden Geräten schützten, sind nun ebenso als Helden gefeiert worden wie die Sikhs im Westlondoner Southall, die vor ihrem Tempel Wache standen, um die Randalierer fern zu halten.

Es gibt keinen Zweifel, dass unter den vielen Bürgern, die sich dem wütenden Mob mutig entgegen stellten, auch viele Einwanderer waren. Doch waren es nur Einwanderer?

Nein. Auch die Partei „English-Defence-League“ (EDL) schickte ihre Mitglieder auf die Straßen, um sich zum Schutz der Bürger den randalierenden Jugendbanden entgegen zu stellen (siehe Video am Ende des Textes). Ganz gleich, was man von der EDL hält – wäre nicht auch das eine Erwähnung wert?

Keine Sorge. Erwähnt werden die „Rechtsextremen“ auch in dem FAZ-Artikel von Gina Thomas. Allerdings in einem ganz anderem Zusammenhang. Und der ist natürlich alles andere als positiv:

Damit aber sind die Forderungen nach dem Einsatz des Militärs und der Organisation von Selbstwehrgruppen keineswegs verstummt, zumal die Kommentatoren voll der Kritik sind über die liberale Politik, die die Autorität der Polizei unterhöhlt habe. Aus dieser Stimmung versuchen unter anderem die Rechtsextremen Kapital zu schlagen, die das Chaos auf den Straßen als Bestätigung ihrer ständigen Unkenrufe über die Folgen der Einwanderungspolitik darstellen.

Mit anderen Worten: heldenhafte Einwanderergruppen stellen sich den Randalierern entgegen. Und böse, böse Rechtsextreme versuchen, aus dem Ereignis Kapital zu schlagen. So funktionieren deutsche Medien. Das sind die Methoden propagandistischer Berichterstattung.

Was das Volk von derart offensichtlicher Manipulation hält, zeigt sich derweil schon im FAZ-Kommentarbereich. Ein Leser schreibt:

Man muß sich das Verhalten der britischen Polizei und Regierung, wie es in diesem Artikel goutiert wird, mal auf der Zunge zergehen lassen:
Erst kommt die Polizei nicht, und dann sind es aber die Bürgerwehren, die die Gewalt „schüren“.
Erst holt die Regierung Millionen Elendsflüchtlinge ins Land, und wenn diese außer Kontrolle geraten, „mißbrauchen“ Rechtsextremisten die Situation.
Man ist offenbar nur noch von Verrückten umgeben. Das Establishment ist nicht mehr zurechnungsfähig.

Dem ist wirklich gar nichts mehr hinzuzufügen.

Videos zum Thema (mit Dank an TheAnti2007):

EDL-Mitglieder beschützen Einwohner von Eltham:

Londons Bürgermeister Boris Johnson über die EDL: