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Gegen Resignation: Ora et labora!

[1]Nicht zum ersten Mal lese ich auf PI, dass sich angesichts der Islamisierung Europas – neben verständlicher Wut auf die politische Elite und die Medien – so etwas wie ein Schleier von Ratlosigkeit, ja Resignation, ausbreitet. Selbst der von mir hoch geschätzte Dr. Raddatz scheint über die Zukunft Europas doch etwas desillusioniert [2] zu sein. Ich kann ihn sehr gut verstehen!

(Von Wolfgang Hebeisen, Schweiz)

Wenn im dekadenten Europa Kreuze umgesägt oder abgehängt und Juden wieder zunehmend drangsaliert werden, muss man sich schon fragen, welche Werte hier noch Gültigkeit haben. Der Islam tritt als kompaktes, streng geregeltes System auf. Ständige Forderungen belegen klar, dass von Integration keine Rede sein kann: Eroberung heisst die Strategie („Islam“ bedeutet auch heute noch „Unterwerfung“). Der Humanismus der rot-grünen „Systemparasiten“ und die verlogene Dialog-Heuchelei der offiziellen Kirchen haben dem Islam schlicht gar nichts entgegenzustellen! Wer den Koran gelesen hat, weiss, dass die Rechtgläubigen uns alle verachten.

Es gibt jedoch eine Waffe, die der Islam total fürchtet: Sie ist geistlicher Art und heisst „Wort Gottes“ – die Bibel. Wir wissen alle zur Genüge, dass in muslimischen Ländern Juden und Christen immer diskriminiert und verfolgt wurden – in letzter Zeit wieder zunehmend und weltweit. Warum eigentlich? Offenbar haben die zehn Gebote, die Psalmen und das Evangelium doch sehr viel mit unserem „Mensch-Sein“, mit Freiheit und Würde, zu tun. Allerdings müssen Freiheit und Menschenwürde immer wieder neu verteidigt, ja erkämpft werden.

Offenbar jetzt auch wieder in Europa! So lange dem braven Bürger aber PANEM ET CIRCENSES (Brot und Spiele) übers Fernsehen in der trauten Wohnstube geboten werden, die Jungen in Diskotheken und feucht-fröhlichen Parties den Alltagsfrust vergessen können, scheint kein Bedarf an kritischer Hinterfragung zu bestehen. Alles gut? Doch nicht ganz: Jetzt, wo es zunehmend ans liebe Geld geht, bläst uns schon eine steifere Brise ins Gesicht… Kracht der Euro zusammen? Die EU auch gleich? Das reicht aber bei weitem nicht, dem Islam wirksam Widerstand zu leisten. Die Grabenkämpfe zwischen Atheisten und Christen (hier auf PI, und überhaupt) sollten endlich aufhören, denn die bedrohte Freiheit müssen wir gemeinsam verteidigen. Waffen, die man aber nicht ergreift und einsetzt, nützen schlicht und einfach gar nichts. Deshalb unsere Strategie: Bücher auf! Koran und Bibel, Grundgesetz und Scharia, historische Dokumente auf den Tisch, in die Medien und unters Volk (z.B. Handzettel oder Kleber mit Zitaten)!

Vor anderthalb Jahren [3] wurde hier auf PI der Prager Kardinal Vlk zitiert. Er unterstrich die Wichtigkeit der „geistlichen Waffen“, die die Christen Europas ergreifen sollten. Was könnte er wohl damit gemeint haben? Geistliche Waffen haben sehr viel mit Gebet und Evangelisation zu tun – sowohl bei uns, als auch in anderen Ländern.

Christliche Hilfswerke berichten von einer Verbreitung des Evangeliums in einigen Ländern der Dritten Welt, die die dortige Gesellschaft in absehbarer Zeit grundlegend verändern werden: in Mekka (!) gibt es eine Untergrundkirche (Skype hat es möglich gemacht), in Nepal bitten Tausende um eine Bibel, in China sind es Zehntausende! Christliche Fernsehsendungen in den jeweiligen Landessprachen – obwohl z.T. verboten – wecken ein enormes Interesse. Regierungen und religiöse „Würdenträger“ sehen das gar nicht gern…

Wenn Oriana Fallaci (auf PI am 24.8. zu Recht wieder gerühmt) [4], die sich Atheistin nannte, die z.T. auch katholisch geprägte italienische Kultur aber leidenschaftlich (!) verteidigte, sollten auch wir uns wieder mit größerer Überzeugung – und Dankbarkeit – auf das jüdisch-christliche Erbe des Abendlandes besinnen und nicht ständig Schuldgefühle angesichts der Geschichte unserer Nationen mit uns herumtragen.

Besonders wichtig erscheint mir, dass politische Aktionen auch durch eine geistliche Komponente ergänzt werden: Ein für mich sehr eindrückliches Beispiel war die Nikolaikirche in Leipzig. (Ich könnte mir gut vorstellen, dass einige der Leser und Kommentatoren hier bei PI dabei waren). Wie viele Leute wissen, dass dieses historische Ereignis 1982 mit wöchentlichen Gebetstreffen in der Nikolaigemeinde begann (vermutlich beteten andere Gemeinden ebenfalls jahrelang)? Sie wollten beten, bis (!) die Mauer fiel. Als es zu Verhaftungen durch die Polizei kam, wurden tägliche Gebetstreffen organisiert. Tausende von Menschen kamen. Die Mauer ist gefallen. Eine gewaltlose Revolution – mit Gottes Wort, Gebet und Kerzen! Dies hielt man nach Budapest (1956) und Prag (1968) kaum für möglich…

Ein weiteres Einfallstor für den Vormarsch des Islam ist Antisemitismus. Er hat in Europa – leider (!) – tiefe Wurzeln. In Deutschland wurde das Terrain natürlich durch die Nazis noch besonders vorbereitet – und ist offensichtlich mancherorts nie richtig „entsorgt“ worden… Hier werden die Auswirkungen eines der wichtigsten geistlichen Gesetze der Bibel sichtbar: Es geht um die Beziehung zu den Juden. Ich zitiere die Stelle aus Genesis 12,3: (Und der HERR sprach zu Abraham:)

Und ich will segnen, die dich segnen, und wer dir flucht, den werde ich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde!

Das hat nichts mit „religiösem“ Erleben zu tun – es ist die Rede von Segen und Fluch (!), und zwar seit fast 4000 Jahren. Dies sowohl für Einzelpersonen, Familien, Städte, Regionen, ja ganze Länder, und lässt sich an vielen historischen Beispielen – bis in die Gegenwart – nachweisen. Wenn doch nur unsere Politiker davon eine größere Ahnung hätten. Angesichts der erneuten Bedrohung Israels dürfen wir nicht einfach zuschauen – die Politik unserer Regierungen für oder gegen Israel hat weitreichende Konsequenzen für unsere Länder.

Da ist jetzt jeder von uns gefordert: ORA ET LABORA (bete und arbeite). Das haben Einzelne und Gruppen in Europa früher auch beherzigt. Manchmal dauerte es eine Zeit, bis Resultate sichtbar wurden… Also, einerseits „arbeiten“: Den Abgeordneten und der Regierung schreiben, Leserbriefe und Handzettel verfassen, Kundgebungen und Informationsstände organisieren – von PI meist sehr gut dokumentiert. (Warum nicht gleich den Koran und die Bibel mitnehmen? Daraus wird dann zitiert… Einen Grundstock an Zitaten sollte man schon vorbereiten. Oder auch, zum Verteilen, eine Ausgabe eines einzelnen Evangeliums in deutscher, türkischer oder arabischer Sprache? Kostet nicht viel. Eine Bibel kann man hier [5] sogar gratis bekommen).

Dann, andererseits „beten“: Gläubige Juden und Christen sollen solche Aktionen nicht nur durch gezieltes Gebet unterstützen, sondern auch für Regierungen und Leute in leitender Stellung Fürbitte tun. In Jeremia 29,7 wurden sogar die deportierten (!) Juden aufgefordert, für das Wohl der fremden (!) Stadt zu beten. Dort, wo Juden geschätzt wurden, wurden sie immer zum Segen für die ganze Gesellschaft. Im Neuen Testament stehen ähnliche Texte: Im Römerbrief (13,1-7) unterstreicht der Apostel Paulus die Wichtigkeit, für die „Obrigkeit“ zu beten, ebenso im 1. Brief an Timotheus (2,1-4). Ich weiß, dass in vielen Synagogen, auch bei uns, für die jeweilige Regierung des Landes gebetet wird. Und in den Kirchen? Da wird leider kaum für die Regierung, die Banken, die Wirtschaft, die Gewerkschaften gebetet…

Wir sollen beten, damit Gottes Sicht von sozialer Gerechtigkeit umgesetzt wird. Dann wird eine ungerechte Regierung nicht lange an der Macht bleiben… Wenn wir aber nicht beten, entstehen Freiräume, die dann rasch von verschiedenen Ideologien besetzt und ausgenützt werden. Die entsprechenden Früchte müssen wir dann aber alle ernten…

Fürbitte ist natürlich ganz besonders in politischen Notsituationen erforderlich. Als Beispiel nehme ich den Psalm 83: Ein Ruf aus großer Bedrängnis, vor 3000 Jahren geschrieben, passt der Text haargenau in die heutige Situation Israels. Die Feinde schließen einen Bund und wollen die Juden ausrotten. Der Beter ruft zu Gott, dem HERRN: Er möge eingreifen! Und wie!

Jeder gläubige Christ kennt das „Unser Vater“. Wenn wir zum Schöpfer von Himmel und Erde beten, sollen wir sagen: „Dein Reich komme! Dein Wille geschehe!“ Das sind nicht so beschauliche Meditationen – die es bei anderen Gelegenheiten schon gibt -, die Verben stehen hier im Imperativ! Da eröffnen sich ganz andere Perspektiven, sogar ziemlich militante: Offenbar sollen wir nicht passiv Gebete vor uns her murmeln, sondern als verantwortliche, von Gott eingesetzte Verwalter bewusst in eine schwierige Situation hineinsprechen.

Selbstverständlich sollte man nie vergessen, Gott für all die guten Dinge zu danken, die man immer wieder erlebt hat. Auch für unser Land! Nicht umsonst heißt es in der ersten Strophe unserer Landeshymne: „Betet, freie Schweizer, betet!“ Schöne Gegenden gibt es in allen Ländern Europas – danken wir doch dem Schöpfer vermehrt dafür! Dankbarkeit ist ein sehr wirksames „Medikament“ gegen Resignation…

Noch schnell zum Schluss: Politische Fürbitte kann man schon als Einzelperson durchführen. Im Bundeshaus in Bern haben wir offiziell akkreditierte Fürbitter. In einer Gruppe ist es aber schon einfacher… (Ich weiß von – noch kleinen – Fürbittegruppen in Brüssel, seit kurzem auch in der Knesset.) Landesweit wurden aber bereits seit einiger Zeit Fürbittenetze aufgebaut. Dort kann man sich einer Regionalgruppe anschließen. Hier zwei Möglichkeiten: Für Deutschland: „Der Wächterruf“ [6] – für die Schweiz: „Gebet für die Schweiz“ [7].

Genug der Theorie – jeder kann Hand anlegen! An Herausforderungen fehlt es ja wahrlich nicht! Wie sagte doch Ayaan Hirsi Ali [8] letzthin im Schweizer Monat:

„Die entscheidende Frage ist doch: Was ist uns die Freiheit in Europa denn wert?“


(Gastbeiträge geben nicht zwingend die Meinung der Redaktion wieder. Wenn Sie selber einen Artikel für PI beisteuern wollen, schreiben Sie uns: info@blue-wonder.org [9])

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