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PI-Rating: USA A, BRD B, EU C

 Die Amerika-Hasser im SPIEGEL und anderen deutschen „Qualitätszeitungen“ hoffen schon seit Wochen auf einen Zusammenbruch der USA. Erst war es der drohende Staatsbankrott, jetzt die Abstufung der Bonitätsrate durch die Rating-Agentur Standard & Poors um eine Stufe von AAA auf AA+. Wie sie am Zehnjahreschart Euro/US-Dollar sehen, hat sich aber die letzten sechs Jahre trotz SPIEGEL Online nicht viel getan, alles immer noch in derselben Bandbreite. Von Dollar-Crash keine Spur. Mich interessiert dazu nur eine Frage:

Warum redet niemand über den drohenden Staatsbankrott hier? Wir haben ohne die neuen Verbindlichkeiten in Sachen Euro-Rettungsschirm und Griechenland bereits Staatsschulden in Höhe von 2 Billionen Euro gehabt. Da sind aber keine zukünftigen Versprechungen wie „Die Rente ist sicher“ oder Beamtenpensionen mit drin. Milliarden über Milliarden sind auch ausgelagert in Schattenhaushalten, bei der KfW zum Beispiel. Und denken Sie sich die katastrophalen finanziellen Auswirkungen der Energiewende dazu. Eine Billion kostet uns der Atomausstieg mindestens. Wie kommt also unsere hirnlose Qualitätspresse dazu, so zu tun, als ob wir in irgendeinem Plus wären?

Dies soll keine Gesundbeterei der USA sein, die Lage dort ist schlimm genug, sie ist aber auch schlimm seit einem Jahrzehnt in Japan, von unseren EU-PIIGS ganz zu schweigen. Die USA kämen bestimmt schneller aus einer Pleite raus als wir. Die haben mehr Kapitalismus, bei uns ist mindestens die Hälfte des Wirtschaftssystems sozialistisch. Dort gibt es zum Beispiel nur 2 Mio Angestellte im öffentlichen Dienst, bei uns trotz weniger Einwohnern 4,5 Millionen. Die Sozialhilfe dort ist niedriger, weniger Menschen kriegen etwas, bei uns ist HartzIV eine Riesensumme. Eine Staatspleite würde Deutschland, wo die halbe Wirtschaft Staatswirtschaft ist, verheerend treffen, in den USA ist zum Beispiel Kalifornien bankrott gegangen und vor wenigen Wochen Minnesota. Da werden dann Leute entlassen, Gehälter zwei Monate  nicht gezahlt, Aufträge verschoben, Leistungen vermindert, aber man hangelt sich durch. Bei den Deutschen ginge schon mental die Welt unter.

Anstatt also auf das lächerliche US-Rating zu gucken, sollten wir unsere Augen nur auf den Euro richten. Der Euro besteht aus bedrucktem Papier. Wie lange glauben die Menschen noch, daß dieses Papier einen Wert hat? Wie lange kriegen Sie noch, liebe Leser, für derartiges Papier einen Gegenwert, zum Beispiel ein Mittagessen? PI ist nicht gegen den Euro übrigens, wie dieser Tage der STERN verlauten ließ, wir sind aber total gegen die Transferunion. Es darf nicht sein, daß deutsche Steuergelder in Milliardenhöhe die Staatsschulden anderer EU-Mitglieder ausgleichen, wenn wir selber auf einem Pulverfaß sitzen, wo die Lunte schon brennt, auch wenn vorher noch Frankreich Schlagzeilen machen dürfte! Wir vergeben aktuell folgendes PI-Rating:

USA A (die Anlage ist relativ sicher)
BRD B (spekulative Anlage, Ausfälle durchaus möglich)
EU C (Zahlungsausfälle)

Deutschland arbeitet nun schon über ein Jahr mit Hochdruck daran, mit der EU zusammen ein C-Rating zu kriegen und  „alternativlos“ bankrott zu gehen. (Und die ahnungslosen Panikmacher im SPIEGEL und anderwärts sollten mal die Bedeutung des Wortes „eskomptieren“ nachschlagen.)