1

Selbstmordattentäter im US-Helikopter?

Die Berner Zeitung hat einen schlimmen Verdacht: Saß im „abgeschossenen“ US-Hubschrauber, bei dem am vergangenen Samstag in Afghanistan 22 amerikanische Soldaten starben, ein Selbstmordattentäter in der Uniform eines afghanischen „Partners“? Wenn sich dies bewahrheiten sollte, dann dürfte das Vertrauen der Amerikaner genauso zerstört sein wie der Helikopter und das Leben der Kameraden. Wem kann man noch trauen? Jeder könnte ein korantreuer Mohammedaner sein, der die Bindung zu seinen Glaubensbrüdern viel höher einstuft als zu den ungläubigen Amis.

Die Berner Zeitung schreibt:

Vertreter westlicher Geheimdienste berichteten in Kabul, «dass man Hinweisen nachgeht, wonach sich unter den afghanischen Soldaten an Bord ein Selbstmordattentäter befunden haben könnte». Er habe möglicherweise mit einer eingeschmuggelten Bombe die Maschine zum Absturz gebracht.

Maulwürfe der Taliban

CIA-Kreise wiesen auch darauf hin, dass die Taliban auf Befehl ihres Anführers Mullah Omar immer mehr dazu übergehen, Attentäter in die Isaf-Truppen einzuschleusen. Im Zusammenhang mit der Ausbildung von afghanischen Soldaten durch die Isaf haben die Zwischenfälle zugenommen, bei denen Afghanen in Uniform die Waffe gegen ihre Ausbilder richteten und sie töteten.

Bei dieser gefährlichen Entwicklung kommt nach Einschätzung von Offizieren und Geheimdienstlern das von der Nato propagierte Prinzip des «Partnering», der verzahnten Zusammenarbeit der alliierten Truppen mit den afghanischen Einheiten, in «grosse Gefahr». Die Afghanen sollen 2014 die Verantwortung für ihr eigenes Land übernehmen.

Schwerer Schlag für die Moral der Truppe

Der Vorfall mit dem Chinook, der schwerste Einzelverlust seit Beginn des Kriegs mit den Taliban 2001, hat unter den Militärs in Kabul eine «schwerwiegende emotionale Beeinträchtigung» hervorgerufen. Offiziere berichteten, es mache sich folgender Eindruck breit: «Jetzt heisst es langsam: nichts wie weg.»

Wenn es den Taliban gelinge, ihre Kämpfer immer häufiger verdeckt in die Reihen der westlichen Truppen zu schleusen, «ist es mit unserer Sicherheit endgültig dahin», sagte ein Nato-Offizier. Die Taliban hätten offensichtlich «bewusst davon gesprochen, sie hätten den Helikopter abgeschossen, um zu verdecken, dass es ihnen wieder gelungen ist, einen ihrer Kämpfer als Selbstmordattentäter in unsere Reihen einzuschleusen», sagte der Oberstleutnant.

Es bleibt abzuwarten, wann sich bei Bundeswehrsoldaten ein ähnlich motivierter Zwischenfall ereignet. Das Band zwischen Moslems ist korangemäß wichtiger als alles andere. Wenn es bei Auslandseinsätzen in islamischen Ländern zu inneren Zwiespälten kommt, dann wird es gefährlich. Spezielle intensive Gesinnungstests sollten eigentlich zwingend sein, um die Sicherheit unserer Soldaten zu gewährleisten.