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Kairo: Muslime provozierten Kopten-Massaker

Vor wenigen Minuten wurde ich von der deutschen Journalistin Marianne Brüchel (so der Name, den ich wegen der schlechten Verbindungsqualität nicht genauer vernehmen konnte) telefonisch direkt aus Kairo über die massiven Ausschreitungen ägyptischer Muslime gegen demonstrierende Christen in einem halbstündigen Telefonat informiert. Brüchel ist zusammen mit der türkisch-aramäischen Schwester Hatune (die für ihren Einsatz für christliche Verfolgte vor kurzem den Bundesverdienstorden erhielt) derzeit in Ägypten. Beide sind Augenzeugen der dramatischen Geschehnisse, die sich derzeit in Ägypten abspielen.

(Von Michael Mannheimer)

Auch Schwester Hatune bestätigte mir telefonisch die Angaben der Journalistin und gab mir einen ägyptischen Kopten ans Telefon, der inmitten der gestrigen Demonstration war und die Vorkommnisse unmittelbar verfolgen konnte. Aus einsichtigen Gründen kann ich den Namen dieses Kopten nicht veröffentlichen. Es besteht derzeit Lebensgefahr für alle Kopten, insbesondere für jene, die mit ausländischer Presse über ihre persönlichen Beobachtungen der Demonstration sprechen. Nach seinen Angaben mischten sich in die anfangs gänzlich friedlich verlaufende Demonstration eine Reihe ägyptischer Muslime, die plötzlich mit Waffen und Steinen aus der Spitze des Demontrationszugs den Angriff auf das ägyptische Militär eröffneten.

Dieses schoss daraufhin mit scharfer Munition mitten in die Demonstranten und verübte ein Blutbad: mindestens 26 Kopten wurden getötet und mindestens 200 von ihnen wurden teilweise schwer verletzt. Die ausländische Presse ist auf die gezielte Provokation durch Muslime bislang noch nicht eingegangen und spricht weiterhin von „Gewaltexzessen zwischen Christen und der ägyptischen Polizei“.

Nach gleichlautenden Berichten der drei Informanten demonstrierten etwa 10.000 Kopten in einer der größten Kundgebungen des Landes während der letzten Jahre gegen die anhaltende, sich seit dem „arabischen Frühling“ dramatisch verschärfte Verfolgung und Unterdrückung ihres Glaubens durch ägyptische Muslime. Seit dem Sturz Mubaraks hat sich die Christenverfolgung in Ägypten nicht verbessert, sondern im Gegenteil dramatisch verschlimmert. Wurden unter Mubarak einige Dutzend Kirchen pro Jahr zerstört und angegriffen, fanden seit seinem Ende nagezu tägliche Angriffe auf Kirchen statt mit dem Ziel, diese zu verwüsten und niederzubrennen. Westliche Medien haben diese Umstände – wenn überhaupt – nur am Rande erwähnt. Gehen sie in ihrer Mehrzahl doch immer noch davon aus, dass es sich beim arabischen Frühling um eine „Revolution für Demokratie und Freiheit“ gehandelt habe. Doch wir Islamkritiiker haben immer schon davor gewarnt, dass nach dem Sturz des ägyptischen Militärregimes nur eine Partei auf Dauer profitieren wird: Die fundamental-islamischen Muslimbrüder, die Partei Allahs.

Ich erwarte jeden Moment den Bericht der Journalisten, dem sie, falls technisch möglich, ein Mobile-Video von den Ausschreitungen mitliefern wird. Ihr Bericht wird auf PI und anderen Medien publiziert, sobald er eingetroffen ist.

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