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Gesegnete Weihnachten all‘ unseren Lesern!

Das Fest der Geburt Jesu Christi gibt uns allen die Gelegenheit, uns abseits von den vielen unangenehmen Themen, die hier täglich auf PI behandelt werden, für ein paar Tage wieder zu besinnen. Nutzen Sie die Abstinenz, schöpfen Sie neue Kraft und beehren Sie uns sobald wie möglich wieder. Auch wir, die PI-Autoren und -Moderatoren, werden während der Feiertage die Schlagzahl etwas herunter fahren, aber natürlich gibt es hier immer wieder zwischendurch aktuelle Informationen. Wir wünschen unseren Lesern ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und viele schöne Stunden mit Ihren Familien und Freunden.

Herzliche Grüße, Ihr PI-Team


Doch noch eine Meldung zum Schluss: Heute, an Heiligabend, verstarb im hohen Alter von 108 Jahren der Schauspieler und Sänger Johannes Heesters.




Der halbe Weihnachtsbaum

Als mein Vater nach fünf Jahren Krieg und Gefangenschaft nach Hause kam, war er 24 Jahre alt. Das Elternhaus stand noch unversehrt und seine Eltern lebten.

(Eine Weihnachtsgeschichte von Westerby)

Mein Vater hatte Glück gehabt. Malaria auf der Krim. 40 Grad Fieber. Schüttelfrost trotz Militärmantel und 43 Grad Hitze im Schatten. Das reichte selbst im Krieg für einen Rücktransport in die Heimat. Für einen Aufenthalt im Lazarett in Frankreich. Anschließend Westfront und amerikanische Gefangenschaft.

Als er aus der Gefangenschaft entlassen wurde, hatte er einen amerikanischen Seesack und 16 Päckchen mit amerikanischem Tabak bei sich. Das war alles, war er in fünf Jahren verdient hatte.

Aber er war gesund und unversehrt.

Auch einer seiner Brüder war aus dem Krieg unversehrt zurückgekehrt. Andere Brüder nicht. Stattdessen Briefe. Gefallen auf dem Felde der Ehre. Vermisst an der Ostfront.

Mein Vater und sein Bruder tauschten den Tabak gegen Getreide. Aus dem Getreide brannten sie Schnaps. Korn. Sehr gute Qualität. Den Schnaps tauschten sie auf Hamsterfahrten gegen Lebensmittel. Getreide, Kartoffeln, Speck. Sie überlebten. Mein Vater konnte heiraten und eine Familie gründen.

Wir sind in einer Großstadt in Nordrhein-Westfalen aufgewachsen. Die erste Wohnung hatte dreieinhalb Zimmer. Das Wohnzimmer war in der ersten Zeit völlig leer. Ohne Möbel. Lediglich ein Kohleofen stand dort. Wir Kinder spielten und sangen gerne in dem leeren Zimmer, weil es dort so schön hallte.

An jenem Weihnachtsfest arbeitete man noch fünfeinhalb Tage die Woche.

Mein Vater hatte Samstag Mittag Feierabend. Heiligabend. An diesem Tag gab es Weihnachtsgeld. Meine Mutter wartete an der Firma auf meinen Vater, um mit dem Weihnachtsgeld noch schnell Weihnachtsgeschenke für uns Kinder zu kaufen.

Als mein Vater an diesem Heiligabend von der Arbeit nach Hause kam, zog er sich schnell um und ging sofort los, um einen Weihnachtsbaum zu kaufen.

Der Markt war bereits geschlossen. Die Verkaufsstände schon abgeräumt. Weder hier noch anderswo gab es noch Weihnachtsbäume zu kaufen. Die öffentlichen Verkehrsmittel hatten ihren Betrieb eingestellt.

Mein Vater ging mit leeren Händen die kilometerlange und teilweise steile Straße zurück nach Hause. Ein LKW, beladen mit Tannenbäumen und Tannengrün, fuhr die Straße rauf. Während der LKW-Fahrer beim Hinauffahren des Berges an einer Steigung in einen anderen Gang schaltete, fiel ein Tannenbaum vom Laster auf die Straße. Der Fahrer hatte nichts bemerkt und fuhr weiter.

Mein Vater rannte zu der Stelle, an der der LKW den Tannenbaum verloren hatte, und schnappte sich den Baum. Er zündete sich eine Zigarette an und dachte daran, dass niemals irgend jemand ihm diese Geschichte glauben würde.

Auf dem Heimweg, mit dem Tannenbaum im Arm, rief ihm plötzlich jemand zu: „Hallo. Warten Sie. Einen Moment bitte. Woher haben Sie den Baum. Bleiben Sie stehen.“ Ein Mann rannte hinter ihm die Straße hinauf.

Mein Vater nahm den Baum und rannte sicherheitshalber ebenfalls los, gab den Wettlauf nach einer Weile aber auf. Der andere Mann war ohne Baum schneller.

Der Fremde fragte meinen Vater völlig außer Atem, wo er den Weihnachtsbaum noch bekommen habe. Er habe überall gesucht, aber nirgends mehr einen Baum gefunden.

Beide beratschlagten bei einer gemeinsamen Zigarette die Situation. Der Mann fragte meinen Vater, ob er ihm wenigstens einige Zweige seines Tannenbaums abtreten könne. Es sei undenkbar, dass er ohne Weihnachtsbaum und ohne Tannenzweige nach Hause komme.

An einer Kreuzung in der Nähe war eine Tankstelle, die noch geöffnet hatte. Der Tankwart hatte Werkzeug.

Die drei Männer machten sich daran, den Weihnachtsbaum meines Vaters der Länge nach in zwei Hälften zu teilen. Der Tankwart hatte offenbar auch alkoholische Getränke im Angebot. Ob er sie verkauft oder spendiert hat, weiss ich nicht mehr.

Als mein Vater mit dem halben Weihnachtsbaum nach Hause kam, staunten wir nicht schlecht. Den ganzen Abend mußte er die Geschichte wieder und wieder erzählen. Meine Mutter lobte meinen Vater und auch wir Kinder waren irgendwie stolz auf ihn.

Mein Vater stellte den halben Weihnachtsbaum in einer Ecke unseres Wohnzimmers auf. In diesem Jahr brauchte er noch länger als sonst für den Aufbau und für das Schmücken des Baums. Wir hatten silbernes Lametta und echte Kerzen.

Mein Vater las die Weihnachtsgeschichte vor:

Und der Engel des Herrn trat zu ihnen,
und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie.

Siehe, ich verkündige Euch eine große Freude,
die allem Volk widerfahren wird.

Euch ist heute der Heiland geboren,
welcher ist Christus, der Herr.

Und alsbald war bei dem Engel die Menge der himmlischen Herrscharen, die lobten Gott und sprachen:

Ehre sei Gott in der Höhe
und Friede auf Erden
und den Menschen ein Wohlgefallen.

Und der halbe Weihnachtsbaum glitzerte und strahlte bei der Bescherung, als wäre er ein ganzer Weihnachtsbaum.




Email von „Tom’s Original Hot Dogs Germany“

Ich habe den PI-Artikel „Düsseldorf: Halal als Trendfood“ zum Anlass genommen, der Firma Tom’s Original Hot Dogs Germany eine Email zu schreiben, die größtenteils ein Zitat der Ergebnisse des französischen Veterinärmediziners Alain de Peretti zur „Halal“-Situation in Frankreich enthält. Die darin angesprochenen Prinzipien sind m.E. ohne Weiteres auf Deutschland übertragbar.

(Von Peter Shaw)

Meine Email betont bewusst den Gesundheitsaspekt und den Tierschutz:

Sehr geehrte Damen und Herren,

mir wurde zugetragen, dass Ihr Unternehmen am Düsseldorfer Flughafen Putenwürstchen aus „Halal-Fleisch“ anbietet.

Von Verfechtern des Islam wird der von der Religion vorgeschriebene brutale Schlachtvorgang an Tieren oft auch mit dem Argument verteidigt, halalgeschlachtetes Fleisch sei für den Konsumenten viel gesünder. Ein Forscher hat diesen Mythos nun entkräftet. Er fand sogar heraus, dass genau das Gegenteil zutrifft: Halal-Fleisch bietet viele zusätzliche Gesundheitsrisiken – und versteckt sich auch immer öfter in Verpackungen ohne Halal-Etikettierung.

Die rituelle Schlachtung wird oft als professionell und sauber portraitiert, in der Realität lassen sich aber offensichtliche Hygiene-Probleme nicht vermeiden, wie der französische Veterinärmediziner Alain de Peretti erläutert: Damit Fleisch für Muslime akzeptabel ist, wird der gesamte Hals bis auf die Wirbelsäule durchtrennt, das Tier blutet ohne Betäubung aus. Diese Praxis verbietet die EU-Richtlinie für Schlachthygiene rigoros, nur für das „rituelle Schlachten“ gelten die Hygienevorschriften offenbar nicht: „Beim Ausbluten dürfen die Luftröhre und die Speiseröhre nicht verletzt werden“, heißt es dort. Eine islamische Schlachtung durchtrennt sie vollständig.

Die Konsequenzen? Der Mageninhalt des geschlachteten Tieres fließt durch die Speiseröhre zurück und gerät in die anatomisch direkt angrenzende Luftröhre. Das gestresste Tier atmet unterdessen sehr stark weiter – der Todeskampf kann bis zu einer Viertelstunde lang andauern – und transportiert den Mageninhalt, der reich an Keimen aller Art ist, in die Lunge. Dort können die Krankheitserreger leicht ins Blut gelangen. Die Durchblutung wird im Todeskampf zudem noch angeregt, um alle wichtigen Organe mit Blut zu versorgen, somit verbreitet sich das verseuchte Blut überall im Körper. Abgesehen davon verursacht der Stress des Überlebenskampfes heftige Krämpfe, die dazu führen, dass das gesamte Schlachtareal durch Urin und Kot verunreinigt wird. Von Schlachthygiene kann also keine Rede sein.

Die Zielgruppe dieser Schlachtung konsumiert nur bestimmte Fleischstücke, der Rest wird nicht weggeworfen, sondern regulär verkauft. Außerdem ist es für Schlachtbetriebe oftmals rentabler, sich nur einer Schlachtmethode (also der Halal-Schlachtung) zu bedienen. Es wird bewusst gegen das Prinzip der Gesundheitsvorsorge verstoßen, um eine irrationale, von wissenschaftlicher Betrachtung auf allen Ebenen unhaltbare religiöse Praxis zu ermöglichen.

Da ich davon ausgehen muss, dass Ihr Unternehmen potentiell gesundheitsschädliches Fleisch anbietet, werde ich zukünftig Ihre Produkte nicht mehr kaufen.

Ganz unabhängig davon verurteile ich die unnötige und grausame Tierquälerei, die Ihr Unternehmen durch die Verwendung von „Halal-Fleisch“ fördert.

Soweit mir bekannt, ist diese Art der Schlachtung nach dem deutschen Tierschutzgesetz verboten. Ich werde mich an die zuständigen Behörden bzw. Tierschutzorganisationen wenden, um hier Klarheit zu erlangen.

Über eine kurze Stellungnahme zum Sachverhalt würde ich mich sehr freuen.

Tatsächlich kam nur wenig später eine Antwort auf meine Email. Die Tatsache, dass überhaupt reagiert wurde, muss hier lobend erwähnt werden. Große Handelsketten, wie z.B. Aldi-Nord, die ebenfalls Halal-Produkte anbieten, hatten es nicht nötig, auf vergleichbare Anfragen zu antworten. Hier nun die Email von Tom’s Original Hot Dogs Germany:

danke fuer die belehrung. wenn alles war waere wuerden wohl schon wohl alle leute die halalfleisch gegessen haben tot sein…sind aber nicht- sogar ich habe schon welche gegessen und sage und schreibe ich lebe!

eigentlich sollten sie an die industrie wenden.sprechen sie mit denen weil ich werde weiterhin dieses produkt verkaufen- an denen die es wollen. 98% von den verkauften wuerste sind es schweinewuerste der rest halal und rind. es waere leicht zu sagen „kein halal mehr“ aber fuer mich sind moslems(und wenn sie hot dog essen wolle nehmen sie leider gottes kein schweinefleisch-leider) auch menschen- wenn sie andere meinung sind ist ihre sache. aber nochmals danke fuer d. info 🙂

Love, Peace & Hot Dogs
Tom Henriksson

– Leithund –

mob +49 173 / 600 34 50
mail@toms-original.de
www.toms-original.de

Die Antwort ist gleich in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert. Zum einen wird die Wechselwirkung aus (gesteuerter) Nachfrage und (gewolltem) Angebot deutlich. Ohne „Moslems“, die Halal nachfragen, keine Anbieter, die es verkaufen. Was dann verkauft wird, das interessiert den Anbieter offensichtlich nicht. Denkt man das konsequent zuende, würde Tom’s Original Hot Dogs Germany auch ohne mit der Wimper zu zucken Hot-Dogs aus Walfleisch anbieten, wenn es nur genügend Japaner oder Isländer am Düsseldorfer Flughafen gäbe. Spielt ja keine Rolle, oder?

Zum anderen wird sofort ein zumindest unterschwelliger Rassismusvorwurf unterstellt, der zeigt, dass ein vernünftiges Diskutieren über dieses Thema kaum (noch) möglich ist. Tierquälerei ist aber IMMER Tierquälerei, egal, welchen Glauben oder welches Aussehen der Täter hat.

Dabei findet sich im Koran KEINE Vorschrift, die das betäubungslose Schächten zwingend vorschreibt. Es ist Mohammedanern sogar ausdrücklich erlaubt, in einem nicht-muslimischen Land (z.B. Deutschland) auch Fleisch zu essen, das nicht „halal“ ist. Die Forderung islamischer Verbände und Interessenvertretungen, dass in Kindergärten, Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen „Halal“-Essen angeboten werden muss, hat weniger „religiöse“, als vielmehr politische und wirtschaftliche Hintergründe. Es geht hauptsächlich darum, über „Halal“-Zertifikate Geldströme in die Kasse islamischer und djihadistischer Organisationen zu leiten.

Wie das funktioniert kann man z.B. aus der Zusammenfassung der „Fachtagung: Einheitliche Standards für Halal-Zertifizierung“ der vom Verfassungsschutz beobachteten Organisation Milli Görüs (IGMG) lernen. Hier wird deutlich, mit welchen Tricks die Mohammedaner vorgehen, z.B. indem man „Halal“ mit „Bio“ gleichsetzt.

Nach einer Koranrezitation wurde die Fachtagung Halal-Lebensmittel mit einem Grußwort von Fr. Dr. rer. nat Zahra Mohammadzadeh aus der Bremer Bürgerschaft eröffnet. Sie betonte die Wichtigkeit einer solchen Veranstaltung und plädierte für EU-Richtlinien für Halal-Fleisch mit einem besonderen Kennzeichen, ähnlich dem BIO-Siegel, um die Endverbraucher zu schützen.

„Schützen“ WOVOR?

Weiter heißt es:

Dr. Yavuz Özo?uz, der das Zertifizierungsunternehmen m-haditec vertritt, referierte über die Praxis der Zertifizierung. Er betonte, dass man oft den sprituellen Charakter bei der Schlachtung vergisst. Außerdem gäbe es in Frankreich bereits Halal-Theken, genauso wie BIO-Theken hierzulande.

Wäre dies eine Szene aus einem Monty Python-Film, man könnte fast darüber lachen. Was soll diese Zertifizierung aussagen? Dass der Schlachter wirklich a) ein Mohammedaner (also kein lebensunwerter „Kuffar“) war und b) auch wirklich ganz doll an Allah geglaubt hat, während er die Tiere auf brutale Art und Weise tötet?

Das Bio-Siegel hingegen dürfen

Erzeuger, Verarbeiter, Händler und Importeure auf die Etiketten ihrer Bioprodukte drucken, wenn das jeweilige Produkt die einschlägigen Anforderungen der EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau erfüllt.

Das bedeutet u.a. keine Anwendung der Gentechnik, kein Pflanzenschutz mit chemisch-synthetischen Mitteln, Anbau wenig anfälliger Sorten in geeigneten Fruchtfolgen und keine Verwendung leicht löslicher mineralischer Düngemittel.

Merken Sie den Unterschied?

Selbst wenn die Tiere vor dem Schächten betäubt werden, was auch nach mohammedanischer Auffassung in Ordnung ist, bleibt das Problem, dass hier etwas zertifiziert werden soll, was in einer aufgeklärten und modernen Gesellschaft schlicht und ergreifend nicht zertifizierbar ist. Es ist gefährlicher Hokus-Pokus, der nur dem Zweck dient, Geld aus dem Nichts zu schaffen (die „Halal-Zertifikate“ müssen natürlich regelmäßig erneuert werden). Geld, das für die weitere Islamisierung unserer noch freien Gesellschaft verwendet werden wird. Daher sind Halal-Lebensmittel grundsätzlich abzulehnen.

Persönlich habe ich für mich die Konsequenz gezogen, zukünftig einen weiten Bogen um Verkaufsstände von Tom’s Original Hot Dogs Germany zu machen.




Weihnachtsgrüße von Benjamin Netanjahu




Weihnachten in deutschen Knästen

Weihnachten ist eine besonders schlimme Zeit für die Menschen, die es trotz geringer Chancen geschafft haben, in ein deutsches Gefängnis zu kommen. „Es gibt keine Zeit im Jahr, in der das Eingesperrtsein“ stärker zu spüren ist als an Weihnachten“, sagt Alexander Boger, Leiter der JVA Ravensburg. Über die Festtage sind dort 400 junge Erwachsene bis 24 Jahre inhaftiert. Aus diesem Grund wird für die eingeschlossenen Menschen viel getan.

Wir zitieren – alles aus diesem Artikel geschnippelt:

… ökumenischer Gottesdienst… Gospelchor „Reach out“… ausgegrenzt sind…

Besuch von außen, vom Bürgermeister in Freiburg, von einem Folk-Musiker in Offenburg, vom evangelischen Dekan in Heilbronn, in Heimsheim hat sich Weihbischof Thomas Maria Renz angesagt…

In den Gefängnissen werden in diesen Tagen die Wehmut, die Sehnsucht nach Freiheit besonders zu spüren sein…

…in allen Haftanstalten geschmückte Bäume. In jeder der 13 Abteilungen in Ravensburg können sich die Gefangenen ans Schmücken machen…

In Heilbronn erhalten die rund 310 Gefangenen ein Päckchen mit Obst, Süßigkeiten, Schreibartikel, Teelicht und Tannenzweig. In Offenburg bekommen die 470 Häftlinge einen kleinen Stollen, einen Kalender, ein Teelicht und eine Grußkarte der Bischöfe. In Schwäbisch Hall ist eine Kerze dabei: „Diese darf abweichend von den allgemeinen Regeln von Heiligabend bis Dreikönig in den Hafträumen angezündet werden“, teilt JVA-Sprecher Reiner Probst mit. In Ulm sind auch „Genussmittel“ eingepackt. Dort spendiert der kirchliche Dienst Gefangenen, die in den letzten drei Monaten nichts gekauft haben, 30 Euro.

Sehr geschätzt wird der „Umschluss“, dabei können sich Gefangene in der Zelle besuchen und auch dort übernachten. „Damit soll es ermöglicht werden, dass über die Weihnachtstage kein Gefangener nachts allein sein muss“, betont der Freiburger Anstaltsleiter Thomas Rösch, verantwortlich für 570 Häftlinge, von denen über die Feiertage 50 Urlaub bekommen.

Viele Inhaftierte freuen sich über das „Sondergeld“, das in einigen JVA eingezahlt werden kann. In Freiburg gibt es laut Rösch damit „einen großen Einkauf für alle Gefangenen“, die sich mit „Zusatznahrungsmittel“ wie Obst, Gebäck und Schokolade versorgten.

Das Essen an Heiligabend ist auch hinter Gittern wichtig. In Freiburg wird Badisches Schäufele mit Kartoffelsalat aufgetischt, in Offenburg Entenkeule mit Rotkraut und Kartoffelknödel, in Ravensburg fällt der Speiseplan mit Wurst und Kartoffelsalat „schwäbisch traditionell“ aus. Über die Weihnachtstage laben sich Inhaftierte an Kalbsrahmschnitzel, Schweinshaxe, Wildgulasch, Hähnchenschlegel, Rinderbraten. Auch in Ulm wird gekocht, was am liebsten gegessen wird: Sauerbraten mit Kartoffelknödel und Schweinelendchen mit Spätzle und Salat.

So ist das? Gibt es kein halal? Sind da neuerdings nur Schwaben eingesperrt? Oder hat der Reporter das Fragen vergessen? Jedenfalls kann ich jetzt heute beruhigt sein, eine Currywurst verspeisen, die Socken auspacken, die mir meine Frau geschenkt hat, eine Flasche Oettinger trinken und danach mit gutem Gewissen einschlafen. Frohes Fest!




Al-Kemni oder: Sind Koran und Islam rassistisch?

Sayyid al-KemniIm Juli diesen Jahres während des sogenannten „arabischen Frühlings“ wurde dem ägyptischen Forscher Sayyid al-Kemni (Foto) der Staatspreis nachträglich aberkannt, den er unter Mubarak erhalten hatte. Dieser Vorgang fand in europäischen Medien kaum Widerhall. Dabei wäre in Hinsicht auf den „arabischen Frühling“ die Begründung hochinteressant gewesen: Kemnis‘ Schriften würden „den Koran und die (überlieferte Tradition der) Sunna verletzen, die Propheten verächtlich machen und Gott beleidigen.“

(Von Arent)

Was hatte Al-Kemni gesagt? Er hatte den Jihad ein nach heutigen Maßstäben rassistisches Konzept genannt:

Das Konzept des Jihad […] (ist) für ihn […] ein nicht mehr zeitgemäßes und im heutigen Kontext rassistisches Gedankenkonstrukt.

Ich möchte hier versuchen die Frage zu klären, inwiefern Al-Kemni mit seiner Aussage, dass der Jihad im heutigen Kontext rassistisch ist, gängigen Definitionen entspricht.

Definition des klassischen Rassismus

Rassismus ist definiert nach Memmi:

Der Rassismus ist die verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung tatsächlicher oder fiktiver Unterschiede zum Nutzen des Anklägers und zum Schaden seines Opfers, mit der seine Privilegien oder seine Aggressionen gerechtfertigt werden sollen. (Memmi, S. 103 u. 164).[37]

Diese verabsolutierte Wertung ist ausdrücklich nicht auf biologisch begründete Rassismen beschränkt, sondern schließt kulturelle Unterschiede zwischen Gruppen ein:

Diese Definitionen ist nicht auf rassenbiologisch begründete Rassismen beschränkt, so stützt sich die „rassistische Anklage bald auf einen biologischen und bald auf einen kulturellen Unterschied. Einmal geht sie von der Biologie, dann wieder von der Kultur aus, um daran anschließend allgemeine Rückschlüsse auf die Gesamtheit der Persönlichkeit, des Lebens und der Gruppe des Beschuldigten zu ziehen.“ (Memmi, S. 165 f.).[37][40]“

Allerdings ist Memmi mit der etablierten unscharfen Rassismusdefinition unzufrieden:

„Manchmal […] fehlt [das biologische Merkmal] ganz. Kurz, wir stehen einem Mechanismus gegenüber, der unendlich mannigfaltiger, komplexer und unglücklicherweise auch stärker verbreitet ist, als der Begriff Rassismus im engen Wortsinne vermuten ließe. Es ist zu überlegen, ob man ihn nicht besser durch ein anderes Wort oder eine andere Wendung ersetzt, die sowohl die Vielfalt als auch die Verwandtschaft der einzelnen Formen des Rassismus zum Ausdruck bringt“ (Memmi, S. 165 – 166).[37]“

Nach dem Koran gelten Nichtmuslime als:

1. Nichtmuslime sind Lügner:

Non-Muslims are close-minded: They desire to deceive Allah and those who believe, and they deceive only themselves and they do not perceive. There is a disease in their hearts, so Allah added to their disease. A painful doom is theirs because they lie. Qur’an 2:9-10

2. Nichtmuslime sind dumm:

Non-Muslims are Deaf, Dumb and Blind: The likeness of those who disbelieve is as the likeness of one who shouts to that which hears nothing, save a call and a cry; deaf, dumb, blind — they do not understand. Qur’an 2:171

3. Nichtmuslime sind böse:

Non-Muslims are Evil: Lo! We have made the devils protecting friends for those who believe not. Qur’an 7:27; Evil as an example are people who reject Our signs and wrong their own souls. Qur’an 7:177

4. Nichtmuslime sind geizig:

Non-Muslims are Greedy: And you will most certainly find them the greediest of men for life (greedier) than even those who are polytheists; every one of them loves that he should be granted a life of a thousand years, and his being granted a long life will in no way remove him further off from the chastisement, and Allah sees what they do. Qur’an 2:96

5. Nichtmuslime sind unrein:

Non-Muslims are Unclean: O ye who believe! Truly the Pagans are unclean; so let them not, after this year of theirs, approach the Sacred Mosque. And if ye fear poverty, soon will Allah enrich you, if He wills, out of His bounty, for Allah is All-knowing, All-wise. Qur’an 9:28

6. Nichtmuslime sind die schlechtesten Tiere:

Non-Muslims are the Worst of Creatures: For the vilest beasts in God’s sight, are the deaf, the dumb, who understand not. Qur’an 8:22; For the worst of beasts in the sight of God are those who reject Him: They will not believe. Qur’an 8:55; Verily those who believe not, among those who have received the scriptures, and among the idolaters, [shall be cast] into the fire of hell, to remain therein [for ever]. These are the worst of creatures.

Aus diesen Auszügen wird klar, dass der Koran, zusammen mit den Hadithen und den daraus abgeleiteteten Rechtsschulen „von der Kultur aus[geht um] allgemeine Rückschlüsse auf die Gesamtheit der Persönlichkeit, des Lebens und der Gruppe des Beschuldigten zu ziehen“. Insbesondere definiert der Koran die Gruppe der Muslime und Nichtmuslime, darunter die Gruppe der Atheisten und Polytheisten und die Christen und Juden zwischen denen eine abgestufte Diskriminierung etabliert wird. Nach Karl Marx:

Der Koran und die auf ihm fußende muslimische Gesetzgebung reduzieren Geographie und Ethnographie der verschiedenen Völker auf die einfache und bequeme Zweiteilung in Gläubige und Ungläubige. Der Ungläubige ist ‚harby‘, d.h. der Feind. Der Islam ächtet die Nation der Ungläubigen und schafft einen Zustand permanenter Feindschaft zwischen Muslimen und Ungläubigen.“ – Karl Marx, Die Kriegserklärung – Zur Geschichte der orientalischen Frage, Marx-Engels-Werke, Band 10, S. 170. mlwerke.de

Für Christoph Butterwegge ist Rassismus:

Denken, das nach körperlichen bzw. nach kulturellen Merkmalen gebildeten Großgruppen unterschiedliche Fähigkeiten, Fertigkeiten, und/oder Charaktereigenschaften zuschreibt […][45]

Den Großgruppen des Korans, insbesondere Muslimen und Nichtmuslimen, werden nach den vorgenannten Passagen unbegründet und verallgemeinernd

nach kulturellen Merkmalen […] unterschiedliche Fähigkeiten, Fertigkeiten, und/oder Charaktereigenschaften [zugeschrieben].

Nach Manfred Kappeler benachteiligt Rassismus:

[…] größere Gruppen von Menschen aufgrund ihrer biologisch oder kulturell begründeten Fremdheit und bestreitet ihren Anspruch auf Menschen- bzw. Bürgerrechte sowie Menschenwürde. Sein „zutiefst inhumaner Kern“ bestehe darin, dass er Menschen nicht als Persönlichkeiten mit eigenen Anlagen und Begabungen, sondern nur als Mitglieder ihrer »Rasse« oder ihres «Kulturkreises» ansehe[…]

Vor dem Hintergrund des Absprechens der Menschen bzw. Bürgerrechte und Menschenwürde nach Manfred Kappeler ist insbesondere auf die Kairoer Erklärung der Menschenrechte hinzuweisen, in deren Artikel 1 die Gleichheit aller Menschen vor dem Recht ausgelassen wird und die Würde der Menschen von ihrer Frömmigkeit abhängig gemacht wird. Weiterhin die Abschaffung der Gleichheit von Frauen, die Abschaffung des Artikels zur Religionsfreiheit, der Abschaffung des Artikels zur Zustimmung beider Ehepartner zur Ehe uvm.

Der Historiker Georg Kreis betont beim Rassismus die Verallgemeinerung der Differenz:

Rassismus als eine Position zu verstehen, aus der heraus gegenüber einer Gruppe aufgrund unpersönlicher Merkmale eine abschätzige Haltung eingenommen und der Einzelne wegen des negativen Gruppenbildes wie auch die gesamte Gruppe wegen negativer Einzelerfahrungen negativ beurteilt wird.[47]

In den vorgenannten Stellen des Korans werden den Gruppen der Atheisten, Polytheisten, Christen und Juden „aufgrund unpersönlicher Merkmale“ (i. e. der Kultur bzw. Religion) „eine abschätzige Haltung eingenommen“. Insbesondere wird „der Einzelne wegen des negativen Gruppenbildes […] negativ beurteilt[…]“.

Allen diesen Rassismusdefinitionen ist gemein, dass sie neben der biologischen auch ethnische und kulturelle Gruppenbildungen und daraus abgeleitete, unbegründete und überzogene Charakterisierungen des einzelnen Gruppenmitglieds als Rassismus definieren. Memmi geht ausdrücklich darauf ein, dass das biologische Merkmal vollständig abwesend sein kann. Aus den im Vorhergehenden genannten verallgemeinernd und unbegründet abwertenden Passagen des Koran ist erkennbar, dass es sich hier um klassischen, wenn auch weitestgehend kulturell begründeten Rassismus handelt. Im Falle der systematischen Abwertung und Diskriminierung der Juden im Koran muss man sogar von biologischem Rassismus sprechen, da in diesem Fall ethnische und kulturelle Gruppe starke Überschneidungen aufweisen.

Definition des Kulturrassismus

Der Begriff des Rassismus wurde in jüngster Zeit weiter ausgedehnt:

Nach dem dem französischen Marxisten Étienne Balibar handelt es sich um Rassismus:

[…] Eines Rassismus, der […] nicht mehr die Überlegenheit bestimmter Gruppen oder Völker über andere postuliert, sondern sich darauf beschränkt, die Schädlichkeit jeder Grenzverwischung und die Unvereinbarkeit der Lebensweise und Traditionen zu behaupten.

Hier muss man auf die Verbote der Freundschaft zu Andersgläubigen, die Verbote der Heirat zwischen Muslimen und Atheisten bzw. Polytheisten, des Verbots der Heirat zwischen muslimischen Frauen und männlichen Christen und Juden, aber auch die generelle Diskriminierung – insbesondere dem intoleranten Aufruf zum Jihad – uvm. hinweisen:

Believers, do not seek the friendship of the infidels and those who were given the Book before you, who have made of your religion a jest and a pastime.
Qur’an 5:57

O ye who believe! take not the Jews and the Christians for your friends and protectors: They are but friends and protectors to each other. And he amongst you that turns to them (for friendship) is of them. Verily Allah guideth not a people unjust.
Qur’an 5:51

Das Verbot bereits von blosser Freundschaft „[behauptet] die Schädlichkeit jeder Grenzverwischung“

Und heiratet nicht heidnische Frauen, solange sie nicht gläubig werden! Eine gläubige Sklavin ist besser als eine heidnische Frau, auch wenn diese euch gefallen sollte. Und gebt nicht (gläubige Frauen) an heidnische Männer in die Ehe, solange diese nicht gläubig werden! Ein gläubiger Sklave ist besser als ein heidnischer Mann, auch wenn dieser euch gefallen sollte. Sure 2, Vers 221

Das Verbot von Heirat „[behauptet] die Unvereinbarkeit der Lebensweise und Traditionen.“

„Fight those who believe not in Allah nor the Last Day, nor hold that forbidden which hath been forbidden by Allah and His Messenger, nor acknowledge the religion of Truth, (even if they are) of the People of the Book, until they pay the Jizya with willing submission, and feel themselves subdued. Qur’an 9:29“

Der Jihad bis zur völligen Auslöschung aller anderen Lebensweisen und Traditionen „[behauptet] die Unvereinbarkeit der Lebensweise und Traditionen.“

Nach Stuart Hall liegt Rassismus vor:

[…]wenn eine ausgrenzende Mehrheitsgruppe die Macht besäße, eine Minderheit als nicht „normal“ oder „anders“ zu definieren und sie in ihren Lebensbedingungen zu benachteiligen[…]

Nach dieser Definition wäre der Islam gemäß dem Koran nur in islamischen Mehrheitsgesellschaften rassistisch bzw. in lokal vorhandenen „Mehrheitsgruppen“.

Als Merkmale kulturalistischer Konzepte werden durch Pierre-André Taguieff folgende Eigenschaften beschrieben:

1. Ethnische Formulierung: Kultur wäre alleine mit der (ethnischen, völkischen) Herkunft verbunden.

Diese liegt im Koran nur im Falle der Juden vor, da bei dieser Gruppe ethnische und kulturelle Gruppendefinition starke Überschneidungen aufweisen.

2. Homogenität: Alle Mitglieder einer ethnischen Gruppe sollten die gleiche Kultur haben.

Der Koran setzt ausdrücklich sozialen Druck ein, um diese Homogenität zu erreichen. Sogar innerhalb der Familie ist Freundschaft zu Andersgläubigen verboten:

„O you who believe! do not take your fathers and your brothers for guardians if they love unbelief more than belief; and whoever of you takes them for a guardian, these it is that are the unjust Qur’an 9:23“

Taguieff weiter:

3. Reduzierbarkeit: Die wesentlichen Eigenschaften einzelner Menschen wären auf die kulturellen Eigenschaften einer Gruppe beschränkt.

Die vorgenannten Aussagen des Korans in Bezug auf Intelligenz, Ehrlichkeit, Reinheit usw. einzelner Menschen waren allgemeine Aussagen über die jeweiligen religiösen Gruppen.

4. Starrheit: Kulturen seien nicht oder nur über lange Zeiträume (im Rahmen von Generationen) veränderbar.

Der Koran reklamiert ohne Zweifel zu sein, keine Widersprüche aufzuweisen und unveränderbar zu sein. Die Eigenschaften bzw. Kultur der andersgläubigen Gruppen werden als vollkommen allgemein und zeitlich unveränderbar angesehen:

Dies ist ein vollkommenes Buch; es ist kein Zweifel darin[…] – Sure 2, 2

Martin Barker löst Rassismus als Neorassismus weitgehend von biologischen Konstruktionen:

[…]und wendet ihn als komplexen Diskriminierungszusammenhang auch auf ähnliche Einteilung und Bewertungen aufgrund von Klasse, Geschlecht, Nation, Kultur und Religion an.

Mit der Nennung von Religion ist bei Martin Barker keine weitere Argumentation für oder gegen die Klassifizierung von Koran und Islam als rassistisch notwendig.

Jedoch gibt es auch vehemente Kritik an Begriff und Theorie des Kulturrassismus:

Kritiker bezeichnen Balibars Konzept des Rassismus ohne Rassen als „Inflation des Rassismus“ (Christoph Türcke[27]). Der Gefahr der Verschleierung des Rassismus stehe dann die Gefahr entgegen, den negativ besetzten Rassismusbegriff zur Tabuisierung und intellektuellen Abwertung von sachlich unverwandten Themenstellungen zu missbrauchen. Dies wiederum verzerre den intellektuellen Diskurs.

Zusammenfassung

Allgemein müssen die – auf pauschalen Urteilen über kulturell unscharf definierte Gruppen – basierenden Abwertungen des einzelnen Menschen im Koran laut praktisch allen gängigen Rassismusdefinitionen als rassistisch angesehen werden. Zwar kritisieren einzelne Forscher den etablierten Rassismusbegriff – insbesondere Memmi mahnt eine zukünftige Rückkehr zur Verwendung des Begriffs Rassismus in seinem ursprünglichen Wortsinn an – andere Forscher sind jedoch vielmehr dabei den Begriff weiter auszudehnen. Der Koran bzw. Islam ist daher gemäß gängigen Definitionen rassistisch, mindestens jedoch kulturrassistisch.

Sollten sich Memmi und andere Kritiker des Kulturrassismus tatsächlich in der Zukunft durchsetzen und einen alternativen Begriff für die kulturelle Dimension von Rassismus einführen, müsste man den Koran bzw. Islam als Heterophobie klassifizieren, die Memmi als Oberbegriff für die verschiedene Formen des Rassismus vorschlägt:

damit [Heterophobie] ließen sich jene phobischen und aggressiven Konstellationen begrifflich fassen, die gegen andere gerichtet sind und mit unterschiedlichen – psychologischen, kulturellen, sozialen oder metaphysischen – Argumenten gerechtfertigt werden, und von denen der Rassismus im engeren Sinne lediglich eine Variante wäre. (Memmi, S. 121–122).[37]




Erdogan: Türken nichts als tolerant gewesen

Erdogan ist wegen dem französischen Armeniergesetz wütend wie ein kleines Kind. Er fühlt sich als Chef der Weltmacht Türkei, die durch einen kleineren Staat wie Frankreich beleidigt worden ist. Botschafter abziehen und Kontakte einfrieren, das reicht ihm nicht. Nach dem Vorwurf, die Franzosen hätten in Algerien einen Völkermord veranstaltet, Sarkozy müsse nur seinen Vater fragen, kam jetzt die allgemeine Moslemkeule.

Bei einer Islam-Konferenz in Istanbul sagte Erdogan folgendes:

„Die Abstimmung in Frankreich, wo fast fünf Millionen Muslime leben, zeigt ganz klar, dass das Ausmaß des Rassismus, der Diskriminierung und der anti-muslimischen Gefühle eine gefährliche Stufe erreicht hat.“

Und dann kam folgender Hammer:

„Herr Sarkozy wird keinen Genozid in der Türkei finden können. Er wird in der türkischen Geschichte nichts anderes finden als die Toleranz der Türken, Hilfe und Leidenschaft“.

Hat er die Osmanen meint, die es in Europa mit Kamelle und Bützchen bis vor Wien geschafft haben? Die Jungtürken und die Armenier meint er natürlich sowieso nicht? Aber wie war das doch gleich mit der Vertreibung der Griechen und den begleitenden Massakern, die schon bei den Osmanen anfing? Und in der Republik ging das weiter. Was war denn am 6. auf den 7. September 1955 in Istanbul (siehe Foto)? Wiki schreibt:

Mord, Vergewaltigung und schwerste Misshandlung, unter anderem Zwangsbeschneidungen, gingen mit der Zerstörung einher. Weiterhin zählte man in Istanbul 32 schwerverletzte Griechen. Von den insgesamt 80 orthodoxen Kirchen in und um Istanbul wurden zwischen 60 bis 72 „mehr oder weniger beschädigt“ bzw. in Brand gesetzt. Zu den beschädigten Gotteshäusern gehörte auch St. Maria, welche einst von dem Eroberer Konstantinopels, Mehmed II. seinem griechischen Architekten Christodulos geschenkt worden war. Neben den Kirchen wurden mehr als 30 christliche Schulen in Brand gesetzt. Weiterhin schändete der Mob christliche Friedhöfe, Gebeine der Geistlichkeit, verwüstete rund 3.500 Wohnhäuser, 110 Hotels, 27 Apotheken und 21 Fabriken und mehr als 4.000 bis 5.000 Läden und Geschäfte. In den Wirren des Pogroms wurden auch einige Geschäfte von Muslimen angegriffen. Bei den Ausschreitungen gegen die Minderheiten sah die Polizei untätig zu bzw. duldete sie wohlwollend.

Türkei und tolerant! Da könnte man noch viele Seiten füllen. Die Franzosen lassen übrigens Erdogan bisher kühl abblitzen.