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EZB: Draghi gab Banken gestern halbe Billion

Neuer Betrug der Eurozone am Steuerzahler. Die EZB ist in italienischer Hand nicht besser als in französischer. Der jetzige EZB-Chef, Mario Draghi, hat gestern den europäischen Banken 489 Milliarden Euro ausgeliehen, zu billigen Zinsen und mit einer unerhört langen Laufzeit von drei Jahren. Bisher waren es immer höchstens drei Monate. Jedes Mal dabei – der Steuerzahler! Fast eine halbe Billion an einem Tag!

Die Situation ist folgende: Die Banken im Euroraum leiden an einer Liquiditätskrise, keine Bank traut der anderen, sie leihen sich gegenseitig nichts mehr aus. Also sprang die EZB ein (mit neu geschöpftem Geld aus dem Nichts). Das ist für eine Zentralbank nicht verboten, unerhört sind aber die hohen Summen, die lange Laufzeit und die niedrigen Zinsen. Wenn die Zentralbank Geld verleiht, verlangt sie üblicherweise Sicherheiten. Was sie für die halbe Billion als Sicherheit hat gelten lassen, sagt sie nicht. Es ist aber anzunehmen, daß es hauptsächlich Staatsanleihen der Euroländer waren, also Schrottpapiere.

Man kann das Ganze aber nicht unbedingt als Bankenrettung bezeichnen, denn die EZB rechnet damit, daß die Banken das neue Geld wiederum dazu verwenden, um noch mehr Euro-Schrottanleihen aufzukaufen. Die EZB nimmt also einen indirekten Weg, um eigentlich selber Staatsanleihen zu kaufen, um die wankenden Schuldenstaaten zu stützen, dies aber nicht sagen zu müssen.

Habe mich schon neulich gewundert, wie glücklich unsere Qualitätspresse war, als Spanien und andere PIIGS neue Schulden aufnehmen konnten. Die FAZ war happy. Es stellt sich die Frage, ob die das echt geglaubt haben oder ob sie nicht selber merken, daß der ganze Schuldenmarkt inzwischen total manipuliert ist.

Nun bleibt noch der letzte Punkt. Die EZB kann natürlich statt einer halben Billion auch 10 Billionen ausleihen oder 100 Billionen. Nur glaubt dann keiner mehr, daß dies seriös ist, und der Euro ist tot. Darum sollen auch immer die Mitgliedsländer, also der Steuerzahler, ein paar Milliarden in die EZB einschießen, um den Anschein zu erwecken, sie sei hochseriös finanziert. Im Endeffekt sind dann auch diese Milliarden futsch, und alles Geld ist wertlos. Im Euroland herrschen nur noch staatliche Lüge und Betrug, was die Finanzen angeht! Lesen Sie dazu einen ganz guten, umfangreichen Artikel aus der Wirtschaftswoche!