1

Indonesien: Umerziehungslager für Punks

Diese Meldung könnte Linke und extrem Linke aufschrecken, wenn sie bereit wären, einen klaren Blick auf den Islam zu werfen. Das ist aber bekanntermaßen nicht der Fall, denn der Islam steht in diesen Kreisen unter Naturschutz, was Kritik anbelangt. Indonesien ist mit 240 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste muslimische Land der Welt und gilt in Islamversteherkreisen als vergleichsweise „moderat“, obwohl dort Andersgläubige ebenso diskriminiert, verfolgt und bisweilen getötet werden wie in anderen von dieser „Religion“ bereicherten Ländern. Kürzlich wurden 64 Punks, die lediglich ein Konzert besucht hatten, zwangsgeschoren und in ein Umerziehungslager gesteckt, wie die taz gestern berichtete.

(Von Michael Stürzenberger)

Geschehen in der Provinz Aceh, in der seit 2001 die Scharia gilt. Was das im täglichen Leben für Rockmusikliebhaber bedeuten kann, fasst die taz erstaunlich realitätsnah zusammen:

Nach einem Rockkonzert hat die Polizei in der indonesischen Provinz Aceh mehr als 60 Punks wegen möglicher Verstöße gegen die Gesetze der Scharia festgenommen und zur „Umerziehung“ geschickt. Das Ziel sei, die Festgenommenen von ihrem „abweichenden Verhalten“ abzubringen, sagte Iskander Hasan, Polizeichef der Provinz im Norden der Insel Sumatra, am Mittwoch.

„Eine strenge Behandlung ist notwendig“, fügte er hinzu. Die Polizei hatte die 59 Männer und fünf Frauen nach einem Benefizkonzert am Wochenende festgenommen, bei dem Geld für Waisenkinder gesammelt werden sollte. Sie hätten sich nie geduscht, hätten auf der Straße gelebt und hätten nie gebetet, begründete Hasan die Festnahmen.

Ob das mit dem „nie duschen“ und „auf der Straße leben“ in Indonesien so ungewöhnlich ist, mag dahingestellt bleiben. Schwerwiegender dürfte wohl das „nie beten“ sein – und da muss die Religionspolizei schließlich eingreifen:

Die Polizei brachte die Festgenommenen zu einem zehntägigen Aufenthalt an einen rund 60 Kilometer von der Provinzhauptstadt Banda Aceh entfernten Ort. Kurz nach ihrer Ankunft wurden den Punks die Haare geschoren, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Dann mussten sie in einem See baden und bekamen neue Kleider. Ihre alten Kleider, darunter T-Shirts mit der Aufschrift „Anarchie“, mussten sie abgeben.

Schließlich mussten sie an einem Gebet teilnehmen. „Wir hoffen, dass sie es bereuen werden“ sagte Illiza Sa’aduddin Djamal, die stellvertretende Bürgermeisterin der Provinzhauptstadt Banda Aceh, über das Verhalten der Punks. Einer der Punks sagte, die Polizei habe keinen Grund für die Festnahmen genannt. „Wir haben nichts gestohlen“, sagte der 20-jährige Fauzal.

Alle Anarchisten, Punks, Autonome, „Anti“-Faschisten und andere extrem Linke, denen die Islamisierung Deutschlands gar nicht schnell genug gehen kann: Ihr werdet die ersten sein, die unter den neuen Herren bluten werden. Aber die meisten von Euch sind schließlich zu jung, um sich an die iranischen Baukräne ab 1979 erinnern zu können, an denen viele Linke baumelten. Geschichte wiederholt sich immer wieder, da Menschen selten aus ihr lernen. Und so erfreut sich das Appeasement der 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wieder erstaunlicher Beliebtheit – nur diesmal gegenüber einer anderen totalitären Ideologie. PI-Leser und Autoren aber können sagen: Wir haben zumindest gewarnt..

(Spürnase: MuslimNaziWatch)