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Asyl: Afghanen kaufen „Bedrohungs“-Dokumente

Afghanische Asylsuchende kaufen anscheinend derzeit massenweise Dokumente, die beweisen sollen, dass sie in ihrem Land durch die Taliban mit dem Tod bedroht werden, weil sie für ihre Regierung oder für die US-Streitkräfte arbeiten. Die Papiere sind laut der britischen Guardian für ein paar hundert Euro zu kaufen, mit denen die Afghanen hoffen, in Europa und Australien unbürokratisch als Asylsuchende anerkannt zu werden.
 
Die Afghanen können die Dokumente bei einem Kabuler Richter gegenüber der Hauptpolizeiwache bekommen. Nach Aussage eines dortigen Mitarbeiters kann jedes gewünschte Dokument mit jedem gewünschten Text geliefert werden.
 
Es handelt sich hauptsächlich um Afghanen, die zu etwas Geld gekommen sind und sich deshalb einen falschen Pass oder falsche Papiere leisten können.

Die teurere Version der Reise in ein europäisches Land ist die Direktroute, die preiswertere mit Umwegen meist über Griechenland verbunden. Andere verlassen ihr Land über Pakistan, Malaysia und Indonesien weiter nach Australien.
 
In der ersten Häflte 2011 fragten nach Angaben der Flüchtlingsorganisation UNHCR 15.300 Afghanen Asyl in westlichen Industrieländern an. Das waren 2500 mehr, als in der gleichen Periode des Jahres 2010.

Afghanen sind die größte Gruppe von Asylsuchenden auf der Welt. In den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres fragten allein 855 Afghanen in den Niederlanden um Asyl.

(Quelle: Almere Vandaag vom 20.1.2012 / Übersetzung: Günther W.)