Nach dem ersten Teil „Die Anfänge“ und dem zweiten Teil „Aufstieg zur Großmacht“ folgt heute der dritte Teil „Deutsche Einheit unter Führung Preußens“ zu Ehren des 300. Geburtstags von Friedrich II. dem Großen, König von Preußen.

(Von Eternia, PI-Koblenz)

Nachdem Napoleon fast ganz Europa erobert hatte und vergaß, zur rechten Zeit Frieden zu machen, verbündeten sich zahlreiche Staaten gegen den französischen Kaiser. Der hatte zuvor das Heilige Römische Reich Deutscher Nation aufgelöst und sich zum Kaiser krönen lassen. Als Napoleons Feldzug gegen Russland kläglich gescheitert war, sahen nun auch Preußen und weitere deutsche Länder ihre Stunde gekommen. So kämpften Österreich und Preußen neben Russland und Schweden 1813 bei der Völkerschlacht bei Leipzig und die napoleonische Fremdherrschaft über die deutschen Länder wurde beendet. Napoleon musste sich hinter den Rhein nach Frankreich zurück ziehen. Nach dem Sieg über Napoleon wurden immer mehr Rufe nach einer deutschen Einheit laut. Bei der Völkerschlacht bei Leipzig hatten Deutsche gegen Deutsche gekämpft. Dies sollte in Zukunft nicht mehr geschehen. Das Ziel sollte ein geeintes Deutschland nach dem Vorbild anderer europäischer Nationalstaaten wie Frankreich oder Großbritannien werden. Von nun an begann ein Kräftemessen Preußens mit der zweiten deutschen Großmacht Österreich um die Vorherrschaft über die deutschen Länder und den Führungsanspruch bei einer Einigung.

Im Jahre 1848 sprang der Funke der Revolution von Frankreich kommend auch auf zahlreiche deutsche Länder über. In zahlreichen deutschen Staaten forderten die Menschen mehr Rechte, die ihnen verfassungsmäßig zugesichert werden sollten. Die Ideen des Humanismus und des Nationalismus machten sich breit. Die Völker Europas wollten keine Fremdbestimmung durch fremde Herrscherhäuser mehr akzeptieren. Nationalismus und Liberalismus gingen Hand in Hand. Bis 1849 erarbeitete die Frankfurter Nationalversammlung eine Verfassung für Deutschland. Darin wurde bereits eine Einigung Deutschlands unter einem Kaiser gefordert. Eine konstitutionelle Monarchie unter der Führung des preußischen Königs Friedrich-Wilhelm IV. Der Preußenkönig lehnte jedoch ab. Nach dem damaligen Verständnis waren die Monarchen von Gottes Gnaden bestimmt über ein Volk zu herrschen, es war damals undenkbar vom Volk zum Kaiser gekrönt zu werden. Somit scheiterte der Versuch einer deutschen Einigung und Demokratisierung vorläufig. Lediglich einige Reformen wurden in den deutschen Ländern eingeführt.

In den folgenden Jahren kam es zum Krieg zwischen Preußen und Dänemark und zwischen Preußen und Österreich. Hieraus ging Preußen siegreich hervor und konnte sein Gebiet weiter vergrößern, so das nun fast ganz Norddeutschland und ein großer Teil des heutigen Polens zum Staatsgebiet gehörte. Auch Österreich könnte als Doppelmonarchie mit Ungarn über einen großen Machtzuwachs verfügen, jedoch lag dieser außerhalb der deutschen Ländern vor allem in Mittelosteuropa und auf dem Balkan. Es gelang dem protestantischen Preußen das katholische Österreich nach und nach abzudrängen und so seinen Führungsanspruch in Deutschland endgültig durchzusetzen. Zur Einigung aller deutschen Länder fehlte jedoch noch ein Anlass. Die Könige von Bayern, Sachsen und Württemberg etwa dachten nicht daran, ihre Staatssouveränität aufzugeben.

In Frankreich machte sich dagegen großer Unmut über das Entstehen eines deutschen Nationalstaats breit. Die deutschen Länder Elsaß und Lothringen befanden sich seit dem westfälischen Frieden in französischem Hoheitsgebiet und Frankreich fürchtete einen starken Nachbarn. Der damalige Ministerpräsident von Preußen, Otto von Bismarck, bediente sich einer List, um Frankreich gegen Preußen in einen Krieg zu verwickeln. Ein Telegramm, das Bismarck über Gespräche des französischen Botschafters mit dem Preußischen König in Bad Ems unterrichten sollte, verschärfte Bismarck und gab es als Pressemitteilung heraus. Die Emser Depesche wurde zum Kriegsgrund für das Kaiserreich Frankreich, das Preußen den Krieg erklärte. In völliger Verkennung der Lage stürzte sich Frankreich in einen Krieg, in dem es bald auch die süddeutschen Staaten Baden und Bayern gegen sich hatte. In wenigen Monaten wurde Frankreich geschlagen und die nationale Euphorie sorgte dafür, dass eine Einigung Deutschlands nun umgesetzt werden konnte. Die sogenannte „Kleindeutsche Lösung“ ohne Österreich war nun erreicht.

Kaiser Wilhelm I. der zuvor König von Preußen war, wurde gegen sein Zögern zum Kaiser ernannt. Es begann eine lange Zeit des Aufbaus und des Friedens. Das Industriezeitalter begann und das geeinte Deutschland wurde bald zum Zentrum der Industrialisierung der Welt, mit den Erfindungen des Ottomotors, des Dieselmotors und des Automobils. Im Bereich der Wissenschaft war Deutschland auf den meisten Gebieten führend.

Was auf der wissenschaftlichen Seite gelang, konnte Deutschland auf politischer Seite nicht erreichen. Im Jahr 1890 entließ der noch junge Kaiser Wilhelm II. den Reichskanzler Otto von Bismarck. Diese Entscheidung war nur eine von vielen Fehlentscheidungen eines Monarchen, der das deutsche Reich mehr und mehr ins politische Abseits drängte und in Europa isolierte. Deutschland und die Welt steuerten auf einen Krieg zu, der erst der erste Auftakt zur Demontage Europas werden sollte. Der Erste Weltkrieg brachte Millionen Tote mit sich und bald darauf folgte ihm der Zweite Weltkrieg, der noch weitaus blutiger geführt wurde und der das Ende eines mächtigen Deutschlands, eines Europas, das die Führungsrolle in der Welt inne hatte, und auch das Ende Preußens bedeuten sollte.


(Foto oben: Das Deutsche Eck in Koblenz. Das Reiterstandbild Kaiser Wilhelm I. symbolisiert die deutsche Einheit. Es finden sich Wappen aller deutscher Länder in Stein gemeißelt – auch der Länder Ost- und Westpreußen, Schlesien, Pommern und des Elsaß/Lothringen. Auch eine amerikanische Fahne weht seit der Wiedervereinigung am Eck, zum Dank für die amerikanische Unterstützung gegen den Sozialismus und der Wiedervereinigung. Hinter dem Reiterstandbild befindet sich eine Ballei des deutschen Ritterordens dem Begründer Preußens, welches wiederum Einiger Deutschlands wurde)

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13 KOMMENTARE

  1. Was noch nachzutragen wäre zum „Deutschen Eck“:In Stein gemeißelt steht der Spruch:“Nimmer wird das Reich zerstöret,wenn Ihr einig seid und treu.“

  2. Ja, so gesehen hat Preußen die deutsche Einheit auf dem Rücken Österreichs ausgefochten.
    Dieses wiederum revanchiert sich und schmuggelt dann den Ihrigen in Preußen als Kanzler ein, der Preußen erfolgreich abschafft.

  3. Diese Zeit des Gedenkens an Friedrich II. ist deswegen eine HOCH-zeit für Deutschland, weil jetzt endlich der Blick auf GANZ Deutschlands Geschichte gewürdigt wird. Und damit die GANZE Geschichte.

    Und nicht Deutschland dauernd verkürzt wird auf 33-45.

    Hoch lebe das GANZE lange Deutschland, seitdem es Deutsche gibt! Und die Deutschen sollen bestehen bleiben in Zukunft!

  4. Was noch fehlt ist, daß die damalige Führung den preussischen Staat stark verschlankte. Durch Bürokratieabbau und Korruptionsbekämpfung (dadurch schlanke kostengünstige und effektive Bürokratie) und weitgehende wirtschaftliche Freiheit (viel weiter als heute), im Verbund mit geringer Steuerlast, wurde der Grundstein für wirtschaftlichen Aufstieg und damit Wohlstand und ein auch demographisches Aufblühen des deutschen Volkes gelegt.
    Während die anderen europäischen Staaten im Schuldensumpf erstickten, hatte Preussen einen ausgeglichenen Staatshaushalt und keine Schulden. Es folgte eine Bevölkerungsexplosion, die dann mit der Industrialisierung zu Landflucht sozialen Problemen in den Städten führte (aber das ist eine andere Geschichte). Berlin würde zur viertgrößten Stadt der Welt.

  5. #2 La ola

    Dieses wiederum revanchiert sich und schmuggelt dann den Ihrigen in Preußen als Kanzler ein, der Preußen erfolgreich abschafft.

    Erst wollte ich schon protestieren, weil ich nicht wusste, wer mit ‚Kanzler‘ gemeint war… 😉
    Allerdings war der Gefreite und verhinderte Postkartenmaler nicht Preußens Kanzler, sondern des Deutschen Reiches. Der hat übrigens nicht nur Preußen, sondern ganz Deutschland ruiniert. Seine Heimat konnte sich mehr oder weniger erfolgreich international aus der Schusslinie bringen. Mir ist nicht bekannt, dass dort über allem und jedem Nazikeulen drohen.

  6. #8 HKS
    Ja, Hitler hatte keinen vernünftigen Schulabschluss und keine Berufsausbildung.

    Aber die Lizenz zum Weltkrieg und Holocaust hat er sich ergaunert.

    Hätte die Münchner Kunstakademie diesen schrägen Postkartenmaler nicht abgewiesen, wäre die Geschichte anders verlaufen.

  7. Insgesamt eine gute Darstellung des Geschichtsablaufs, leider fällt aber auch Eternia auf das Klischee vom unfähigen Kaiser Wilhelm II. herein, der seit 1918 zum Sündenbock für den verlorenen Krieg etc. gemacht wurde.

    Diese Sichtweise des Kaisers ist überholt und entspricht nicht den Tatsachen. So wurde Bismarck u.a. entlassen, weil der Kaiser fortschrittliche Arbeiterschutzgesetze vorschlug, die Bismarck zu weit gingen wie z.B. die Gründung von Betriebsräten.

    Sehr gute Informationen bietet dazu die Seite:

    http://www.wilhelmderzweite.de/index.php

  8. Das ist eine sehr interessante Zusammenfassung, denn: Von nun an sind die politisch Korrekten in drei Gruppen gespalten.

    a) die Atheisten
    b) die Christen mit katholischer Ausrichtung
    c) die Christen mit protestantischer Ausrichtung.

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