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Neues von Wulff

Ich habe mal den Titel Bundespräsident vorsichtshalber weggelassen, man weiß ja nie…

(Von Felixhenn)

Der Spiegel berichtet sehr aufschlussreich:

[…] Er rief offenbar persönlich den „Bild-„Chefredakteur an: Bundespräsident Christian Wulff soll versucht haben, einen Bericht über seinen umstrittenen Privatkredit zu beeinflussen. Das berichten zwei Zeitungen. Demnach drohte Wulff sogar mit einem Strafantrag. […]

Das ist ist schon ungeheuerlich, da begeht einer als Ministerpräsident von Niedersachsen ganz klar einen Gesetzesbruch, auch wenn seine juristischen Fähigkeiten als Jurist wohl nicht ausreichen, diesen zu erkennen, und droht als Bundespräsident denen, die diesen Gesetzesbruch aufdecken wollen. Peinlicher geht es wohl kaum noch.

Aber der Spiegel-Artikel ist noch weiter aufschlussreich:

[…] Nach SPIEGEL-Informationen hatte die Bank wohl allen Grund, Wulff dankbar zu sein. Als niedersächsischer Ministerpräsident hatte er eine wichtige Rolle bei der Rettung des Autobauers Porsche gespielt. Der wiederum ist Kunde der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), zu der die BW-Bank gehört.

Auf die Frage des SPIEGEL, ob der Kredit eine Art „Dankeschön“ für die Porsche-Rettung gewesen sei, antwortet Wulff, es bestehe „keine irgendwie geartete Interessenkollision“. Vorgänge aus dem Aufsichtsrat könne er aber nicht kommentieren, weil sie „fortgeltender Verschwiegenheitsverpflichtungen“ unterlägen.

Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ berichtet von weiteren Ungereimtheiten. In einer Stellungnahme am 15. Dezember, zwei Tage nach dem „Bild“-Bericht, erklärte Wulff, ein längerfristiges Bankdarlehen mit einem Zinssatz von 3,62 Prozent festgeschrieben zu haben. Wie die Zeitung berichtet, wurde der ab 2012 gültige Darlehensvertrag aber erst am 21. Dezember unterschrieben. […]

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, da hat Herr Wulff den Kredit von Frau Geerkens, vermittelt von Herrn Geerkens, zinsgünstig angenommen und konnte sich nachher nicht mehr daran erinnern, dass Herr Geerkens auch was damit zu tun hat. Und nachdem er den unter Druck umschultet, sucht er ausgerechnet die BWB die ihm dankbar sein muss, weil er als niedersächsischer Ministerpräsident das Land Niedersachsen vertreten hat, das Großaktionär bei VW ist und war als Porsche mit dem Übernahmeversuch scheiterte. Damals hätte VW mit Niedersachsen und ihm als Ministerpräsidenten Porsche das Leben echt schwer machen können. Auch dazu wird Herr Wulff wohl einiges erklären müssen.

Aber worum es überhaupt geht – Herr Wulff scheint entweder kein Gespür oder kein Schamgefühl zu haben. Da fliegt er schon mit einer Kredit-Trickserei auf, anstatt sich nun unbedingt eine total neutrale Bank zu suchen, die ihm nicht auch nur einen einzigen Kugelschreiber als Vergütung gibt, versucht er gleich die nächste Trickserei und will wieder was im großen Stil geschenkt haben. Wahrscheinlich war er zu oft mit Maschmeyer zusammen und da hat einiges abgefärbt. Aber selbst wenn alles legal sein sollte oder nachträglich legal gemacht wird, diese Gier ist einfach unerträglich.