1

Energiewende: Kretschmann baut schon mal vor

Winfried KretschmannBaden-Württembergs grüner Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Foto) hat eingeräumt, dass es bei der Energiewende wegen fehlender Netz- und Speicherkapazitäten ernsthafte Zeitprobleme gibt. Die Energiewende werde durch fehlenden Netzausbau, fehlende Regelenergie und fehlende Speicherkapazitäten gebremst, sagte Kretschmann der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

Damit hat nach Umweltminister Untersteller bereits der zweite baden-württembergische Spitzen-Grüne für den Fall vorgebeugt, dass die Energiewende zum Flop wird und man die Atomkraftwerke nicht wie geplant abschalten kann. Weil Bayern und Baden-Württemberg keine Investoren für die unrentablen und der politischen Willkür ausgelieferten Gaskraftwerke finden, sagte Untersteller vor kurzem: „Wenn wir uns dem Problem nicht widmen, werden wir nach 2015 in eine Situation kommen, doch Atomkraftwerke am Netz lassen zu müssen“.

Kretschmann warf der Bundesregierung vor, die Energiewende nicht schnell genug voranzubringen und forderte die Schaffung eines neuen Ministeriums, in dem die energiepolitischen Kompetenzen gebündelt werden. Aber das ist natürlich nur ein Ablenkungsmanöver. Jeder weiß, dass es vor allem Grüne und Umweltverbände sind, die den Netzausbau und neue Speicherkraftwerke behindern. Als Beispiel sei nur das geplante Pumpspeicherkraftwerk in Herrischried im Schwarzwald genannt, wo „Öko gegen Öko“ kämpft, wie die taz schrieb.

Die Grünen in Baden-Württemberg scheinen begriffen zu haben, dass die Energiewende scheitern wird und trichtern den Bürgern nun ein, dass sie daran nicht schuld sind. Das wird ihnen außer ihren eigenen, quasi-hörigen Klientel nur keiner abkaufen. Ein halbwegs normaler Mensch baut erst die Speicher und die Stromnetze, bevor er sich von Wind- und Sonnenenergie abhängig macht. So viel Verstand ist aber in der deutschen Politik leider nicht vorhanden.

Wer sich die heutige Stromproduktion in der Grafik unten ansieht, wird außerdem mühelos feststellen, welchen bescheidenen Anteil die Öko-Stromproduktion hat. Heute dürfte die Stromproduktion eher gering ausfallen. Ein normaler Tag sieht so aus, dass die konventionelle Erzeugung bei 60 Gigawatt liegt und der Öko-Anteil bei 5 Gigawatt, wobei dieser von der Willkür des Wetters abhängt und daher ein Backup durch konventionelle Kraftwerke erfordert, die stets mitlaufen müssen. Da sich die Produktion des Ökostroms schlecht planen lässt, kommt es dazu, dass man Überkapazitäten, mit denen man nicht gerechnet hatte, nach Frankreich verkaufen muss, was die grünen Heuchler als Erfolg verkaufen. Dass am selben Tag Strom aus aller Herren Länder astronomisch überteuert eingekauft werden muss, wird verschwiegen.