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Heike Wieses mültikülti Türken-Deutsch

Die „Deutsch Türkischen Nachrichten“, meine Lieblingszeitung im Internet, sind begeistert. Sprachmix der 3. Generation: Deutsche Jugendliche sprechen jetzt türkischen Slang, heißt die Überschrift, und im Vorspann geht es enthusiastisch weiter so. Die Freude kennt keine Grenzen! Das verdanken wir einer Schmalspur-Professorin aus Potsdam, die den Eingewanderten wieder einmal den Bauch pinselt, indem sie deren defizitären Wortschatz zum neuen Dialekt erhöht. Die Eingeborenen passen sich dem neuen Idiom angeblich an? Tun sie das wirklich? 

Zunächst nochmals zum DTN-Artikel:

Jugendjargon verbindet – da ist es egal, woher die Ausdrücke ursprünglich kommen. Eine gemeinsame „Multi-Kulti-Sprache“ ist ein Zeichen für gelungene Integration, haben Wissenschaftler der Universität Potsdam herausgefunden.

Der Wissenschaftler heißt im „türkischen Slang“ bei DTN Professor Heiser Wieker, es dürfte sich aber um die Potsdamer Linguistin Heike Wiese handeln, die das Buch Kiezdeutsch – ein neuer Dialekt (Abb.) verfaßt hat. Beispiele der neuen Sprache:

Lassma Viktoriapark gehen, Lan. Ich weiß, wo die gibs. Abu, gib mal Handy. Ich bin Alexanderplatz. Wir gehen jetzt so ins Kino so.

Nun behauptet Frau Dr. multikulti Wiese, das sei ein neuer Dialekt und gleichwertig. In Wirklichkeit meint die Türkenfreundin aber, es sei eine neue Sprache. Denn wenn immer mehr so reden, dann ist dies das Duden-Deutsch. Stimmt. Wenn alle hier nur noch Türkisch reden, dann ist Türkisch das neue Deutsch. Da dies aber noch nicht so weit ist, schreibt Frau Wiese einen Senf.

Wer sich nur so ausdrücken kann, kriegt Probleme und bringt es nicht weit. Nicht wir müssen uns der Kanak-Sprak (Zaimoglu) anpassen, sondern die Einwanderer sollten korrektes Deutsch lernen. Jürgen Kaube drückt dies in der FAZ vornehmer aus:

So wiederholt sich der alte Denkfehler auch hier: Die normative Erwartung wird einerseits als bloße Konvention zum Vorteil bestimmter Kreise dargestellt, andererseits aber werden diejenigen, die von ihr abweichen, darin bestärkt, sich nicht in Besitz der entsprechenden Techniken zu bringen. Eine auf Chancengleichheit bedachte Schule müsste gerade die kulturellen Festlegungen der höheren Schichten allen Schülern zugänglich machen. Umso mehr, als diese Schichten mehr als die Hälfte der Bevölkerung umfassen. Der Versuch, umgekehrt diesen höheren Schichten ihre kulturellen Festlegungen wissenschaftlich auszureden, wirkt, vor allem bei solcher Machart, lächerlich.

Recht hat er! Und eine kleine Anmerkung für die Sprachartisten bei den DTN. DEUTSCH TÜRKISCHE NACHRICHTEN ist eine unkorrekte und unglückliche Schreibweise!