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Herr Wulff, bestellen Sie endlich die Möbelpacker!

Eigentlich kann es langsam niemand mehr hören. Da eine kostenlose Übernachtung bei Freunden aus der wirtschaftlichen Schmuddelecke in einer mallorquinischen Finca. Dort ein Kredit von jemandem, mit dem man angeblich keine Geschäftsbeziehungen pflegt. Aber natürlich nur von der Ehefrau, die gleichwohl weitgehend mittellos in die Ehe mit dem vom Niedersächsischen Landtag hinterfragten Schrotthändler gekommen ist.

(Von Thorsten M.)

Und dann war da noch der andere Kredit zu traumhaften Konditionen, von der Bank, die durch die Porsche-VW-Übernahmeschlacht leicht hätte große Verluste machen können. Herr Wulff als niedersächsischer Ministerpräsident und damit VW-Aufsichtsratschef könnte der BW-Bank hier als vorweg genommene Gegenleistung ohne weiteres hinter den Kulissen geholfen haben. Wir werden die Wahrheit wohl nie erfahren.

Jeden Tag kommt inzwischen eine neue Geschichte mutmaßlicher oder offensichtlicher Vorteilsnahme ans Licht der Öffentlichkeit. Und jeden Tag auf’s Neue gibt der Bundespräsident gerade so viel zu, wie man ihm nachweisen kann, wenn es ihm mit „Wulffen“ der Mailboxen von Chefredakteuren nicht gelungen ist, zuvor die Veröffentlichung der Fakten zu verhindern. Dazu kommen halbherzige Schuldeingeständnisse – zum Teil verpackt in „Großes Kino“ – denen aber keinerlei Taten folgen. Oder hat man je vernommen, dass er einen eingeräumten unrechtmäßigen finanziellen Vorteil z.B. für einen guten Zweck gespendet hätte?!

Inzwischen lässt Wulff seine Öffentlichkeitsmitarbeiter auch schon behaupten, dass ein vom Land Niedersachsen mit hohen Landesbürgschaften begünstigter Filmunternehmer ihm die Kosten für Luxushotel-Übernachtungen nur verauslagt hätte. Selbstverständlich habe er die Beträge ohne Quittung und in bar an diesen sofort zurückerstattet. Die Minibar sei dagegen von ihm direkt mit Kreditkarte bezahlt worden. Entschuldigung, für wie dumm hält dieser Mann eigentlich die Menschen, denen er als Bundespräsident vorsteht?! Sollte dieser Sachverhalt – wider alle menschliche Erfahrung – so zutreffend sein, müsste man an seiner Intelligenz in einem Ausmaß zweifeln, dass allein schon dies ausreichen würde, ihn zum Rücktritt aufzufordern.

Nein dieser doch eigentlich so sympathische Schwiegersohn-Typ entpuppt sich als Alptraum für alle Werte, die dieser Republik einmal heilig waren: Der Aufstieg aus „kleinen Verhältnissen“ in hohe Ämter? – Zu korruptionsanfällig. Die Familie als Keimzelle der Gesellschaft? – Seht her, wer es zu etwas bringt, lässt seine alternde Frau und die pubertierende Tochter sitzen und sucht sich eine 12 Jahre jüngere.

Von diesem Bundespräsident wird einmal nichts übrig bleiben, als die hohle Phrase vom Islam, der zu Deutschland gehört und das neue Duden-Verb „wulffen“ für „Druck aufbauen durch Drohungen auf Handymailboxen“. Und nicht zuletzt ein schon von der Verfassung kastriertes Amt, das als moralische Instanz konstruiert, sich nach diesem Bundespräsident wie ein entzündeter Blinddarm im deutschen Politkörper anfühlen wird.

Nein Herr Wulff, damit es für dieses wichtige Staatsamt nicht zum Äußersten kommt, bestellen Sie bitte endlich die Möbelpacker nach Schloß Bellevue! Ansonsten bleibt nur noch die Aufforderung: Frau Bundeskanzlerin, übernehmen Sie! Beenden Sie das unwürdige Staatsschauspiel, Sie haben die Macht dazu!