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Wie die WELT ihre Leser manipuliert…

Selten lassen uns die WELT-Verbesserer des gleichnamigen Springer-Blattes so in ihre „Giftküche“ blicken wie bei diesem Artikel. Darum wollen wir gerne einmal verdeutlichen, welcher Elefant sich hier hinter einer scheinbaren Mücke verbirgt. Schließlich ist dies nicht mehr und nicht weniger als das Eingeständnis einer Redaktion, dass man die Bevölkerung nicht informieren, sondern im Sinne der eigenen Geschäftsinteressen erziehen möchte.

So hat die WELT in ihrem Artikel vom 2. Februar über den Vorschlag des rheinland-pfälzischen Justizministers Jochen Hartloff, Scharia-Gerichte neben dem deutschen Gesetz zuzulassen (PI berichtete), kurzerhand Überschrift und URL geändert.

„Islamische Gerichte“ liest sich für den unbedarften Bürger doch schon wesentlich angenehmer als „Scharia“ – beinahe schon so wie “rechtsstaatlich“ -, und „für möglich halten“ ist doch auch etwas ganz anderes als „sich einsetzen für“. Der Skandal ist nicht die Verwendung der einen oder anderen Überschrift, sondern die Veränderung mit dem bewussten Ziel der Manipulation des Lesers.

Bleibt die Frage offen, ob die Redaktion dies aus vorauseilendem Gehorsam tat oder von dem „Volkvertreter“ dazu genötigt wurde. Die ursprüngliche Überschrift findet sich noch in der URL, die nach wie vor auf den gleichen Artikel weiterleitet.

Alter Link:
http://www.welt.de/politik/deutschland/article13847398/SPD-Justizminister-setzt-sich-fuer-Scharia-Recht-ein.html

Neuer Link:
http://www.welt.de/politik/deutschland/article13847398/SPD-Minister-haelt-islamische-Gerichte-fuer-moeglich.html

Und hier ein Screenshot der alten Artikel-Version aus dem Webcache:

» redaktion@welt.de

(Spürnase: Ratz)