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Lebensrechtler demonstrierten in Münster

Am Samstag fand in Münster wieder der „1000-Kreuze-für-das-Leben“-Marsch statt. Rund 110 Lebensrechtler hatten sich eingefunden, um ausgestattet mit weißen Holzkreuzen durch einen Gebetszug auf die massenhafte Tötung von ungeborenen Kindern in der Bundesrepublik – allein 2011 waren es mindestens 108.900 – hinzuweisen. Die Teilnehmerzahl lag zwar etwas unter jener des letzten Jahres, als Ausgleich wurde der Aufzug dieses Jahr jedoch nicht durch Blockaden behindert. Die Polizei war mit zwei Hundertschaften im Einsatz.

(Von Gartenzwerg, PI-Münster)

Nachdem sich die Teilnehmer auf dem Aegidii-Kirchplatz versammelten hatten, folgte gegen 14:30 Uhr die Begrüßung durch den Veranstalter Wolfgang Hering, der in München ein Lebenszentrum aufgebaut hat. Hering wies darauf hin, dass es sich beim Gebetszug nicht um eine politische Veranstaltung handele und bat um ein entsprechendes Verhalten. Auch riet er, auf Provokationen durch Gegendemonstranten nicht zu reagieren. Anschließend setzte sich der Marsch in Bewegung.

Im Gegensatz zu 2011 und 2009 gab es in diesem Jahr keine Blockaden, gleichwohl wurde der Gebetszug von rund 150 Linkstotalitaristen mit Trillerpfeifen und Sprechchören massiv gestört. Die Abtreibungslobbyisten skandierten unter anderem angestaubte Parolen wie „Kein Gott, kein Staat, kein Patriarchat!“ und „Hätt‘ Maria abgetrieben, wärt‘ ihr uns erspart geblieben!“.

Mehrere Linksextremisten wurden vorläufig festgenommen. Gegen zwei wurden Strafanzeigen wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte gefertigt, gegen einen weiteren wird wegen Verstoß gegen das Versammlungsgesetz ermittelt, weil er verbotenerweise Pfefferspray bei sich geführt hatte.

Einmal mehr bescherten die Wiedergänger der SA, die sich selbst als „Antifa“ bezeichnen, unserem Anliegen die notwendige Aufmerksamkeit. Am Rande des Aufzuges sammelten sich ganze Menschentrauben an, die sich das Spektakel aus der Nähe ansehen wollten. Dass die Gegendemonstranten mit ihren primitiven Niederbrüllversuchen und Eierwürfen bei diesen Passanten einen guten Eindruck hinterlassen haben, ist nicht anzunehmen.

Der Gebetszug selbst bewegte sich an beiden Seiten abgeschirmt von Polizeiketten durch die Fußgängerzone, vorbei an der Synagoge hin zu einer Brücke über der Aa. Hier wurden in Erinnerung an die getöteten Ungeborenen Blumen ins Wasser geworfen und fiktive Namen verlesen. Doch selbst hier konnten die linksfaschistischen Kinderhasser sich nicht zurückhalten und klatschten stattdessen bei jedem Namen und jeder Blume Beifall. Ein makaberes Schauspiel.

Am Von-Galen-Denkmal vor dem Paulus-Dom endete die Veranstaltung schließlich. Anmelder Wolfgang Hering erinnerte in seiner Verabschiedung daran, wie viel mehr Kardinal Von Galen mit seinem Widerstand gegen das Euthanasie-Programm der Nationalsozialisten riskiert hatte.

Unter die Lebensrechtler mischten sich mit der Zeit immer mehr Gegendemonstranten, darunter auch die (nun ehemalige) grüne Landtagsabgeordnete Josefine Paul. Als ich eine Gegendemonstrantin fragte, warum man ein fremdes Herz stoppen dürfe und diese zögerte, drängte mich ein Drohungen ausstoßender Antifant unsanft von der jungen Frau weg. So sieht also der viel beschworene „herrschaftsfreie Diskurs“ in der Realität aus…

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» Münstersche Zeitung: „Abtreibungsbefürworter stören Demo massiv“
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» Charismatismus: „Linksradikale Randale bei 1000-Kreuze-Aktion am 10.3.2012 in Münster“