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Gudrun Eussner über Minkmars Le Pen-Schelte

Nils MinkmarEs stimmt so gut wie nichts an dem FAZ-Artikel Tanzbarer Wahlerfolg Marine baila, angefangen damit, daß es DER Front National heißt, oder man schreibt „die Nationale Front“, was es aber nicht träfe, das bezeichnet nämlich etwas anderes. Gestern abend auf i-tele, dem Informationskanal, war Marine Le Pen mehrmals und ausführlich zu sehen. Das ist eine sehr sympathische Frau, die, wie man weiß, im Front National aufgeräumt hat mit fast allen alten und neuen Nazis, von denen einige das Feld freiwillig geräumt haben und andere noch heute fluchen und schimpfen. Solange ihr Vater lebt, wird es allerdings immer einen Bodensatz alter Kader geben, Macht hat von ihnen keiner mehr.

(Von Dr. Gudrun Eussner)

Man zeigte sie auch in den USA, wo die Leute normal mit ihr umgehen, Hysterie herrscht gegen sie nur in Deutschland, außer bei dem allseits bekannten Tischgenossen des François Hollande Bernard-Henri Lévy, der Wähler des Front National debile Rechte nennt, nicht einmal in Frankreich selbst, dort trifft man sogar bei Linken nur auf Ablehnung der Politik des Front National, die Haarfarbe der Kandidatin hat in Frankreich nirgends eine Rolle gespielt. Die Belegung mit dem Eigenschaftswort „rechtsextrem“, die Betonung ihrer „blonden Haare“, schade, daß sie nicht obendrein noch Brunehaut heißt, Brunhilde, was den germanischen Vorstellungen näher käme, ebenso falsch wäre, aber die deutschen Nazis marschierten im Gleichschritt, Marine Le Pen wäre mitsamt den deutschen Alt-Nazis entsorgt, bis auf Günter GraSS, der wird noch als Festredner im Kampf gegen Rechts gebraucht.

Es geht weiter damit, daß ein Nils Minkmar bestimmt, wer ein guter Mensch ist, was „gute Musik“, die „guten Menschen vorbehalten bleiben“ sollte, ihm nämlich, dem guten Menschen, der sich als Teenager von Les Rita Mitsouko hat hochziehen lassen, und dem es nun seine spärlichen Haare sträubt, daß Marine Le Pen beansprucht, danach Freudentänze aufzuführen, wie er damals.

Was meint ein Verantwortlicher Redakteur für das Feuilleton der FAZ mit dem Satz: „Es ist ein schönes Lied, selbst wenn man es lange nicht gehört hat.“ Den hätte ich gern erklärt. Welche Logik bestimmt ihn? Ein schönes Lied ist nach längerer Zeit, in der „man“, nämlich Nils Minkmar, es nicht mehr gehört hat, grundsätzlich nicht mehr schön, und Marcia Baila macht eine Ausnahme? Nils Minkmar bestimmt, was schön ist? Wie peinlich!

Und der Haß der Marine Le Pen gegen Ausländer: Hat er jemals eine Rede gehört und verstanden? Hat er die Anhänger der Marine Le Pen gesehen, die ihren Sieg feiern, unter ihnen eine Farbige, die sich kaum einkriegt? Sicher nicht, er kann gut abschreiben, „Marine Le Pen“ „Marcia Baila“ ergibt bei Google.fr 6 360 Ergebnisse. Philippe Boyrivent, vom linken Nouvel Observateur nennt den Tanz eine politische Absurdität. Die versammelten Linken auf Who Talking sind auch außer sich; denn das Lied gehört ihnen, weil die Väter der beiden Künstler der Gruppe Les Rita Mitsouko Kommunist der eine, polnischer Deportierter der andere waren. Nils Minkmar schließt sich dem an, nun weiß man doch endlich, wo man die FAZ politisch zu verorten hat. Wie bei deutschen Journalisten üblich, weiß der Feuilleton-Redakteur, was sein Arbeitgeber auf Grund seiner Geschäftsinteressen in den islamischen Staaten lesen möchte, und so rückt er Marine Le Pen in die Nähe der Nazis Deutschlands, sie fordere die „Abschaffung“ der anderen, denen sie vorher Probleme in die Schuhe geschoben habe: vernichten, ausmerzen, wie Deutsche seinerzeit die Juden, und schon ist wieder ein wenig Schuld der Deutschen relativiert, und auch die Vereinigten Arabischen Emirate kommen nicht auf geschäftsschädigende Gedanken, sondern inserieren weiterhin in der FAZ. Weiter auf eussner.blogspot.fr…

(Foto oben: Nils Minkmar, FAZ)