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Pascal Bruckner im Schlamassel

Thierry Chervel, der Boss bei Perlentaucher, hat einen großen Essay des französischen Intellektuellen Pascal Bruckner (Foto) ins Deutsche übersetzt: Wege aus dem Schlamassel. Das ist ein Text, wie ihn gebildete Franzosen lieben, sprachlich funkelnd, voller Ideen und Geistesblitze – und mit viel Nebel. Wenn man den Essay nämlich durchliest, ist man am Schluß genauso weit wie vorher, man wird nicht klüger.

Man könnte auch sagen, wer viel schreibt, hat immer wieder recht, liegt aber genauso oft falsch. Schon der Beginn ist ein Witz:

Der Kapitalismus scheint den Tod seines ältesten Feindes, des Kommunismus, nicht zu überleben.

Es ist ein weitverbreiteter Irrtum, daß wir im Kapitalismus leben. Seit Adenauer im Jahre 1957 die kapitalgedeckte Rente aus wahltechnischem Kalkül in eine umlagefinanzierte verwandelt hat, im später so genannten „Generationenvertrag“, seither ist Deutschland Jahr für Jahr mehr in den sozialistischen Sumpf geglitten, geführt von unverantwortlichen, ignoranten Politikern. Und das gilt in Frankreich noch mehr. Dort steht die Politik seit Menschengedenken weit über der Wirtschaft. Warum sind Intellektuelle unfähig, die Eingriffe der Politik in den Markt richtig zu bewerten? So etwas ist nicht mehr freier Kapitalismus, sondern rundherum Staatswirtschaft voller Gesetze, Verordnungen, Abmachungen, Vorschriften, Steuern, erzwungener Selbstverpflichtungen, Ökowahn und anderer Würgegriffe der Politik. Und da unsere Intellektuellen diese ins Auge fallende Gegebenheiten nicht erkennen, sind auch ihre Rezepte meist untauglich.

Trotzdem, wer viel Zeit hat, hier ist das Opus [1]!

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