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WELTWOCHE wegen Volksverhetzung angezeigt

Österreich ist immer wieder für gerichtliche Auseinandersetzungen in Sachen „politischer Korrektheit“ gut. Man denke an den Prozess gegen Elisabeth Sabaditsch-Wolff, das Internet-Minarettspiel und die „Marokkaner-Dieben“-Plakataktion der dadurch ungetrübt populären FPÖ. Wie es aussieht, steht nun als nächstes die Schweizer „Weltwoche“ auf dem Menüplan der österreichischen Gutmenschen. Ein Journalist hat Anzeige gegen die Wochenzeitung erstattet, da diese auf ihrem Cover ein Roma-Kind bringt, das mit einer Pistole auf die Leser zielt.

Die Presse [1] berichtet:

Die Autorin Sibylle Berg nannte die Schweizer Wochenzeitung „Weltwoche“ via Twitter Freitagfrüh „den neuen Stürmer“ in Anlehnung an die antisemitische Wochenzeitung aus der NS-Zeit. Grund dafür ist das aktuelle „Weltwoche“-Titelbild: Ein Romakind zielt mit einer Pistole auf den Leser, darunter steht die Überschrift: „Die Roma kommen: Raubzüge in die Schweiz“. Nicht nur in der Schweiz, auch in Österreich wird das Titelbild und die dazugehörige Geschichte im Inneren („Sie kommen, klauen und gehen“) des von Roger Köppel geführten Blattes diskutiert. Der Journalist (u.a. „profil“) Klaus Kamolz hat das Magazin am Freitag bei der Wiener Polizei wegen Verhetzung der Volksgruppe der Roma gem. §283 StGB angezeigt und stellte eine Einstweilige Verfügung gegen die Verbreitung des Magazins in Österreich. In der Zwischenzeit hat sich im Internet verbreitet, woher das Titelfoto stammt. Das Foto mit dem Romakind entstand demnach nicht in der Schweiz wie angedeutet wird, sondern bereits 2008 auf einer Mülldeponie im Kosovo.

Wie SOS Österreich heraus gefunden hat, nimmt es dieser Profi-Journalist mit der political correctness selber aber nicht ganz so genau. Auf seiner Facebook-Seite bezeichnet er schon einmal die Kärntner pauschal als die “Deppatn”. (PI wird demnächst zumindest Teile des Roma-Artikels veröffentlichen.)

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