Gilles Kepel gilt als einer der besten Kenner des politischen Islams. Der Professor am Institut d’études politiques de Paris hat ein neues Buch geschrieben, «Banlieue de la République», und aus diesem Grund führte die Neuen Zürcher Zeitung ein Interview über die französischen Vorstädte und die islamischen Jungs, die dort leben. Auf die Frage, ob es in den Problem-Vorstädten aufwärtsgehe, sagte er: „Leider nicht.“

Und er fuhr fort:

Der von Sarkozy versprochene «Marshall-Plan» blieb aus, investiert wurde bloss in den Beton, nicht in die Menschen. Viele der befragten Bewohner äusserten denn auch die Sorge, dass die neuen Wohnbauten schnell wieder verwahrlosen würden, da die sozialen Probleme unverändert fortbestehen. Yazid Sabeg, der Regierungskommissar für Diversität und Chancengleichheit, klagte jüngst, man habe bloss «sauberere Ghettos» gebaut.

Nötig wäre ein Quantensprung in der Erziehungspolitik. Wer die Schule verlässt, müsste zumindest lesen und schreiben können und die grundlegenden Verhaltensregeln so weit verinnerlicht haben, dass er eine reale Chance hat, Arbeit zu finden. Das ist für viele Banlieue-Bewohner, insbesondere junge Männer, nicht der Fall.

Aus Ressentiment verteufeln sie dann mit der «nutzlosen» Schule auch die durch diese vertretenen republikanischen Werte, namentlich die Laizität. Etliche von ihnen fassen nie wirklich Fuss im Leben. Mohamed Merah war ein absolutes Extrembeispiel hierfür. Zum Glück aber auch eine absolute Ausnahme.

Lesen Sie das ganze Interview und die Hinweise auf Kepels Bücher hier!

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31 KOMMENTARE

  1. Ist hier in Köln mit gewissen Stadtteilen vergleichbar, Chorweiler,Seeberg, Ossendorf…
    Meine Kollegin hat sich heute bei mir darüber beklagt, wie verwahrlost doch Köln Kalk wäre..hehe..meine Einstellung kennt sie, glaube aber, sie und ihr Mann sind eher SPD-Wähler…

    Bei einer Unterhaltung zuletzt, meinte sie, meine Ansichten wären rassistisch
    Ich:“das ist doch die Realität“
    Sie“Ja, aber das darf man ja nicht sagen“.

    Klopf,klopf,klopf, Deutschland erwacht vielleicht so langsam. 🙂

  2. #1 geissboeckchen (04. Mai 2012 17:19)
    Ist hier in Köln mit gewissen Stadtteilen vergleichbar, Chorweiler,Seeberg, Ossendorf…
    Meine Kollegin hat sich heute bei mir darüber beklagt, wie verwahrlost doch Köln Kalk wäre..hehe..meine Einstellung kennt sie, glaube aber, sie und ihr Mann sind eher SPD-Wähler…

    Bei einer Unterhaltung zuletzt, meinte sie, meine Ansichten wären rassistisch
    Ich:”das ist doch die Realität”
    Sie”Ja, aber das darf man ja nicht sagen”.

    Klopf,klopf,klopf, Deutschland erwacht vielleicht so langsam.

    In Deutschland wird flugs ein Aktionsbündnis gegründet, das in diesen Vierteln ein Sozial- Bildungs- oder Integrationsprojekt durchführt, dann kommt die Friedrich_Ebert-Stiftung, erstellt eine Studie und schwups! Alles ist in in diesen Vierteln in allerbester Ordnung, wie die Studie es beweisen wird!
    So kann man Bedenken wegwischen 🙂

  3. Wenn „Hollande“ gewinnt, wird sich die arabische Welt freuen!

    Für französische Juden wird es erst recht ungemütlich werden.

  4. Nötig wäre ein Quantensprung in der Erziehungspolitik. Wer die Schule verlässt, müsste zumindest lesen und schreiben können und die grundlegenden Verhaltensregeln so weit verinnerlicht haben, dass er eine reale Chance hat, Arbeit zu finden. Das ist für viele Banlieue-Bewohner, insbesondere junge Männer, nicht der Fall.

    Tja, wie sich die Verhaltensweisen doch grenzenlos gleichen.

    Überall schraubt man Schilder mit der Aufschrift „Für Mohammedaner kein Zutritt“ an die Schulen, nirgendwo gibts Förderprogramme und Kuschelpädagogen für unsere Schätze.

    Seltsam nur, dass niemand je so ein Schild gesehen hat und dass ein grosser Teil unserer Sozialbudgets genau in die -nutzlose- Förderung dieser „Talente“ gesteckt wird.

    Die Türken haben dafür ein gutes Sprichwort:

    „Man kann den Esel zur Tränke führen, aber saufen muss er schon selbst.“

  5. #1 geissboeckchen
    Ist hier in Köln mit gewissen Stadtteilen vergleichbar, Chorweiler,Seeberg, Ossendorf…“

    Und wie das vergleichbar ist. Der Unterschied liegt doch nur darin, dass die deutschen Banlieue nicht am Stadtrand liegen wie in Frankreich, sondern mitten in der Stadt. In Berlin z.B. leben die reicheren Deutschen und „begeisterte“ ex-Multikultis (aus Kreuzberg, Neukölln) mit ihren Kindern in schönen noch deutschen Vorstädten wie Potsdam, Königs Wusterhausen, während die „Merahs“ im Zentrum Berlin (Hamburgs, Kölns, H, BO, DU, D usw.) leben. So ähnlich sieht es in allen deutschen Städten aus.

  6. Das lernen die Leute nie, daß ein „Quantensprung“ der physikalisch kleinstmögliche Sprung überhaupt ist, denn wie weit kann ein Quant wohl springen?
    Ein Quantensprung ist also genau das Gegenteil von dem Riesenschritt, der eigentlich gemeint ist.

  7. Anders ausgedrückt:

    Den Jugendlichen müssten christliche Werte beigebracht werden.

    Solange man aber vor dem Islam kuscht und nicht eine nichtmuslimische moralische Erziehung als Grundziel der Schule definiert, kann es natürlich nicht voran gehen.

    Wie nach den Unruhen 2008 ein Sozialarbeiter im französischen Fersehen erklärte, weigern sich muslimische Jugendliche in den Banlieus auch dann arbeiten zu gehen, wenn man ihnen einen Job besorgt und berufen sich dabei auf den Koran, der Arbeit für Nichtmuslime als schwere Süden bezeichnet. (Sure 4, Vers 144)

  8. #7 wolfi (04. Mai 2012 17:54)

    Der Begriff des Quantensprungs bezieht sich nicht auf die Entfernung, sondern auf die Tatsache daß der Wechsel von einem Zustand in einen anderen ohne die Annahme von Zwischenzuständen erfolgt.

  9. Wer sich die dritte Welt ins Land holt, bekommt die dritte Welt.
    Kein Schulsystem kann das ändern.Es ist über die Lernunwilligkeit hinaus auch die Fähigkeit die einem großen Teil der „Einwanderer“ fehlt.Die autoritäre Primitivreligion Isalm, die in der Konkurenzsituation mit der westlichen Welt fortwährend narzistische Kränkungen erfährt, in Kombination mit der Neidreligion Sozialismus, machen aus den Minderbegabten Zeitbomben.

    Da wir auch noch dazu gezwungen werden,jedem Tropf zu bestätigen wir allein seien diejenigen, die zwischen ihm und dem Doktorhut stehen, kann der Hass auf die einheimische Bevölkerung nur steigen.

    Mit der unkontrollierten Masseneinwanderung ist unsere Chance auch in Zukunft in einer demokratischen Gesellschaft zu leben verspielt worden,denn Freiheit braucht Vernunft und Vernunft braucht ein gewisses Maß an Verstand.

    Stadtteilmütter und Kurse für Toilettenbenutzung weisen tatsächlich in die Zukunft…

    Ganz abgesehen von der Zerstörung durch staatlich geförderte Bandenmentalität, die durch die Implementierung der Gruppenrechte in unser Rechtssystem betrieben wird.

  10. Ich mag Gilles Kepel sehr. Er ist zwar nicht mit uns auf einer Linie, aber er analysiert gut und ist ein kritischer Zeitgeist.

    Ich habe mich auch schon erkundigt über „Banlieue de la République“, weil ich die Thematik gerade in Frankreich sehr interessant finde. Seine-Saint-Denis ist sicher ein krasses Beispiel. Leider erheben die Franzosen die Religionszugehörigkeit nicht, weil es mit ihrem Laizismus nicht vereinbar ist (wohl aber hauptsächlich um besser zu schlafen). In verschiedenen Quellen habe ich aber gelesen, dass man aufgrund der Herkunft den Anteil Muslime auf 600’000 von 1.5 Millionen schätz. Das sind ganz andere Verhältnisse als zum Beispiel in Deutschland, der Schweiz oder Österreich. Dort sind ganze Départements praktisch schon in muslimischer Hand. Wenn man noch die Schwarzafrikaner dazu nimmt, dann ist schon sehr viel in „afrikanischer“ Hand.

    Gespannt bin ich auch, ob das französische Modell des Laizismus eine gute Antwort auf die Islamisierung ist, da dieses einerseits die katholische Kirche schwächt, aber andererseits man jegliche anti-muslimische Aktion im Namen des Laizismus rechtfertigen kann.

    Generell denke ich aber das das Leben zwischen Muslimen und anderen Franzosen nicht schlecht klappt. Dieser Meinung ist auch Gilles Kepel. Auch weil sie nicht nur segregiert voneinander leben.

  11. #12 JeanJean

    Das ist leider so. Das Problem liegt in der Mentalität der Menschen. Das ist auch der Grund, warum zum Beispiel Deutschland schon relativ schnell nach dem 2. Weltkrieg wieder ganz oben stand, während viele ehemalige Kolonien auch Jahrzehnte nach ihrer Unabhängigkeit so wie damals oder sogar noch schlechter dastehen.

    Deshalb sind die „sozialen Probleme“, von denen die Linken immer reden, eben gerade durch die Kultur begründet. Deshalb muss man einen Kurs der Assimilation verfolgen, sonst klappt das nie mit dem Zusammenleben.

  12. Von Frankreichs Sozialisten sind erstaunliche Töne zu vernehmen: François Hollande sagte vorgestern im Privatsender BMF-TV, dass es „zu viele Einwanderer in ungeregelten Verhältnissen gibt“. Und Ségolène Royal, Präsidentschaftskandidatin 2007, sagte gegenüber „Le Monde“: „Die Bewohner der einfachen Viertel, die über den Zustrom illegaler Einwanderer beunruhigt sind, sind keine Rassisten.“ Derartige Sätze, meint ein „dirigeant socialiste“ laut „Le Monde“, „wären bei der PS vor kurzem noch ein Skandal gewesen“. Noch zwei Tage, und wir wissen, ob sich das „glissement idéologique du PS“ gelohnt hat.

    Die Banlieues an sich sind ein Verbrechen. Wer Vorstädte in dieser menschenfeindlichen Monsterarchitektur baut, kriegt Probleme, die er nie mehr los wird. Aber selbst schuld, weil man die Algerier, für die man Wohnraum brauchte, geradezu angelockt hat. Alle, die vor 1962 (Unabhängigkeit) in Algerien geboren wurden, konnten bis 1998 ihre „Wiedereingliederung“ nach Frankreich beantragen.

  13. In ein paar Jahren werden sich die Deutschen Turban oder Kopftuch aufziehen müssen, damit sie in Städten wie Bremen, Berlin oder Duisburg nicht als „Exoten“ zu erkennen sind.

    Bedankt Euch bei CDU, Sozis und Grünen!

  14. Unsere Gesellschaft diskreditiert Autorität und Strafen. Manche Schüler lassen sich allein durch Worte nicht zum erwünschten Verhalten bewegen. Zuspät zum Unterricht kommen, den Kopf auf den Tisch legen während des Unterrichts, schwätzen, aufstehen und und und führen nicht zur Ausbildungsreife. Das gilt für die deutsche und die muslimische Unterschicht.

  15. #20 Wilhelmine (04. Mai 2012 19:01)

    In Pforzheim ggf. noch etwas früher – ein handfester „Dank“ an CDU-Gutscher wäre durchaus angebracht.

  16. Neues aus der Gebetsmühle:
    Bildung ist der Schlüssel zur Integration! Sprache ist der Schlüssel zur Integration!

    Französischer Teilchenphysiker Adlaine Hicheur (in Tunesien geboren, arbeitete am CERN) von französischem Gericht zu 5 Jahren Haft verurteilt. Der Mohammedaner wandelte fröhlich auf Jihads Spuren und war bereit, für das Islam-Franchise-Unternehmen Al Qaeda mit seinen Kenntnissen ein bißchen Terror über die Ungläubigen zu bringen, damit die Feinde Allahs erniedrigt und besiegt werden…

    Islam ist Islam ist Islam ist Islam.

    http://www.bbc.co.uk/news/world-europe-17956202

  17. @ #6 BePe:

    „In Berlin z.B. leben die reicheren Deutschen und “begeisterte” ex-Multikultis (aus Kreuzberg, Neukölln) mit ihren Kindern in schönen noch deutschen Vorstädten wie Potsdam, Königs Wusterhausen, während die “Merahs” im Zentrum Berlin (Hamburgs, Kölns, H, BO, DU, D usw.) leben. So ähnlich sieht es in allen deutschen Städten aus.“

    Dies dürfte ein Grund dafür sein, warum es in Deutschland bislang noch nicht zu solch eruputiven Migrantenkrawallen à la française gekommen ist. Allerdings, je mehr der Prozess der Ghettoisierung auch in unseren innerstädtischen Bezirken fortschreitet, um so mehr wächst auch diese Gefahr.

  18. #19 Heta   (04. Mai 2012 18:41)

    Von Frankreichs Sozialisten sind erstaunliche Töne zu vernehmen:

    *****************
    Richtig interessant wurde die TV-Debatte erst, als François Hollande versprach, unter seiner Regierung gäbe es keine Sonderrechte, die die Laizität in Frage stellen könnten: Also keine Burka, keine getrennten Schwimmbäder, kein Halalfleisch in den Schulkantinen…

    Sur la laïcité, François Hollande a affirmé « que les Français n’aient aucune inquiétude, sous ma présidence , il n’y aura aucune dérogation à quelque règle que ce soit en matière de laïcité .La loi sur la burqa , si je deviens président de la République, sera strictement appliquée.Aucun horaire de piscine ne sera toléré s’il fait la distinction entre les hommes et les femmes. rien ne sera toléré en terme de présence de viande halal dans les cantines de nos écoles.

    http://ripostelaique.com/debat-hollande-sarkozy-mon-choix-est-fait-je-voterai-francois-hollande.html

    Ob er da schon zuviel versprochen hat? Die Muslime Frankreichs unterstützen massiv den linken Kandidaten, der ja den Ausländern das Stimmrecht (in Angelegenheiten der Gemeinde) zuhalten will… Die werden sich dann schon zu Wort melden!

  19. #27 1. Advent 2009:

    Dann gibt es noch diesen angeblichen Aufruf von 700 Moscheen, für Hollande zu stimmen, soll auf einer linken Seite gestanden haben, der französische Islamrat CFCM behauptet, nichts davon zu wissen. Angeblich hat auch Tariq Ramadan, der Mann mit dem größten Einfluss in den Banlieues, die „jeunes“ aufgefordert, für Hollande zu stimmen.

    Ramadan ist gegen Sarkozy, klar, mobilisiert aber auf viel gefährlichere Weise: er schürt Unzufriedenheit, hier ein Statement von Anfang März, er ist gegen alles und jeden, weil er „tellement mécontent“ ist:

    http://www.liberation.fr/politiques/2012/04/26/l-intox-des-appels-de-tariq-ramadan-et-des-700-mosquees-a-voter-pour-hollande_814519

  20. #28 Heta   (05. Mai 2012 01:34)

    Ramadan ist gegen Sarkozy, klar, mobilisiert aber auf viel gefährlichere Weise

    **************
    Jaja, Tariq Ramadan. Er ist der Taqiya-Meister schlechthin! Weil er aber kultivierter spricht als die Vollbart- und Käppchenträger, wird er von den Medien immer noch regelmässig hofiert.

    Da gab es letzthin in Le Bourget einen Kongress für die Rechtgläubigen in Frankreich. Eine der Perlen aus dem Rezital von Frère Tariq:
    « Vous, musulmans, êtes français. Tous les musulmans immigrés doivent demander, revendiquer la nationalité française. Vous ne retournerez plus dans vos pays d’origine. Vous avez cette chance de vivre en Europe. »
    (Ihr, Muslime, seid Franzosen. Alle eingewanderten Muslime müssen die französische Nationalität verlangen, ja einfordern. Ihr werdet nicht mehr in eure Heimatländer zurückkehren. Ihr habt dieses grosse Glück, in Europa zu leben.)

    http://ripostelaique.com/la-subtile-strategie-des-freres-musulmans-en-france-des-fois-que-cela-interesse-un-candidat.html

  21. Auf „Riposte Laïque“ habe ich ein von Pascal Hilout übersetztes Video des offenbar berühmten marokkanischen Salafisten Omar al-Haddouchi gefunden, der, im totalen Gegensatz zu Ramadan, die Rechtgläubigen in Frankreich auffordert, das ungläubige Land zu verlassen, ja zu fliehen (!), damit sie an ihrem Glauben nicht Schaden nähmen!

    http://ripostelaique.com/musulmans-omar-al-haddouchi-vous-conseille-de-quitter-la-france.html

    Das sind doch für einmal neue Töne! Finden wir gar nicht so abwegig, nicht wahr!

  22. #29 1. Advent 2009:

    Tariq Ramadan sagte, „Vous, musulmans, … avez cette chance de vivre en Europe.” Jetzt kann man mal wieder lange rumdeuteln, wie er das dann wohl gemeint hat. Die naheliegende Deutung ist, dass es hier besser ist als da, wo sie herkommen.

    Meinte auch Marcello Pera, der frühere italienische Senatspräsident, in dem Buch „Ohne Wurzeln“: „Wenn die Migrationsströme vom Islam zum Westen gehen und nicht umgekehrt, dann gibt es einen begründeten Anlaß anzunehmen, dass A besser als B ist.“

    („Ohne Wurzeln“: zusammen mit Joseph Ratzinger)

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