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Stoiber: Offensiver gegenüber Islam auftreten

Wir freuen uns über jeden Politiker, der nicht das „Islam ist Frieden“-Mantra beständig vor sich hin murmelt und dies auch noch der Öffentlichkeit kundtut. Auch wenn es in dem Focus-Interview mit Edmund Stoiber größtenteils um die katholische Kirche geht, lässt folgende Passage durchaus aufhorchen: „[…] gegenüber anderen Religionen können die christlichen Kirchen durchaus offensiver auftreten und deutlich benennen, was uns verbindet, aber auch, was uns unterscheidet. Das gilt insbesondere mit Blick auf den Islam. Da können wir durchaus die Weltoffenheit des Christentums, insbesondere der katholischen Kirche betonen“, so Stoiber.

Und weiter im Focus-Interview:

FOCUS Online: Das müssen Sie erklären?

Stoiber: Man muss sich einmal vor Augen führen, in welchen Ländern es dynamische Entwicklungen, großen Fortschritt gibt. Die katholische Kirche zeichnet Weltoffenheit und Vertrauen in die Zukunft aus, nicht der Blick zurück. Es gibt eine Bereitschaft, Veränderungen in der Gesellschaft aufzunehmen. Gerade die katholische Kirche ist bereit, gesellschaftlichen Wandel zu akzeptieren, auch wenn sie ihn nicht immer gutheißt. Das kann man ruhig offensiv vertreten.

FOCUS Online: Erwarten Sie das von jedem einzelnen Katholiken…

Stoiber: Ich habe ein gutes Beispiel: Auf einem Rückflug von den USA sind wir im Landeanflug nach Frankfurt. Die Stewardessen haben sich auch schon angeschnallt, da rollen zwei Muslime im Gang ihre Gebetsteppiche aus und verrichten ihr Morgengebet. Die Stewardessen haben es nicht gewagt, diesen Passagieren zu sagen, sie sollten sich wieder auf ihre Plätze setzen. Ich habe mir dann vorgestellt, es wären zwei Ordensfrauen kurz vor der Landung aufgestanden, hätten ein Kreuz aufgebaut und zu beten begonnen. Ich bin mir sicher, das Flugpersonal wäre eingeschritten…

Das komplette Interview gibts hier.