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Adidas-Sportschuh des Rassismus überführt

Normalerweise wird Rassismus Menschen vorgeworfen, nun  hat es einen Schuh erwischt. Einen Sportschuh. Grund: Der „JS Roundhouse Mid“ verfügt über eine per Kette verbundene Fußbinde in orange. Linke Internetnutzer wollten sich hierdurch an die Sklaverei oder Guantanamo erinnert fühlen, nach über 2000 Beschwerden hat Hersteller Adidas die Werbekampagne für das Produkt inzwischen gestoppt.

Die „Abendzeitung“ berichtet:

„Rassismus!“, „Fußfesseln wie im Knast!“, „Erinnert an Guantanamo!“, waren noch harmlose Kommentare über Scotts und Adidas’ „JS Roundhouse Mid“, einen Basketball-Schuh, der mit Kunststoff-Schnallen und -Ketten versehen ist, die der Träger am Fußgelenk befestigen soll und für schlappe 280 Euro in den Handel sollte. Doch jetzt haben die Herzogenauracher einen Rückzieher gemacht: Der Protest-Sturm, den erste Bilder des Schuhs im Internet auslösten, wurde binnen kürzester Zeit zum Politikum.

Vor allem in den USA löste der geplante Release eine Welle der Empörung aus: Kritiker aus der schwarzen Bürgerrechtsbewegung warfen dem deutschen Konzern vor, mit symbolischen Fußeisen an den Schuhen die Sklaverei zu vermarkten. Der Versuch, „mehr als 200 Jahre Entwürdigung nun mit Sportkleidung zu kommerzialisieren“, sei „beleidigend, erschreckend, geschmacklos“, sagte etwa der afroamerikanische Politiker und Pastor Jesse Jackson (70).

Die Reaktionen von Adidas fielen – außer den Schuh samt Schmähkommentaren schnell von den Internetseiten zu entfernen – eher mau aus: „Die Referenz war überhaupt nicht Jeremy Scotts Absicht. Er ist einfach ein sehr kreativer Designer.“

Der Schuh wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern.