Gestern wurde viel gewählt und abgestimmt. Dazu ein  paar Anmerkungen: In Athen hat die Euro-freundliche Neo Dimokratia mit 29,7 Prozent die Mehrheit, aber was für eine. Heute morgen glotzen wieder alle Blätter auf die Börsen, was jedoch völlig sinnfrei ist, denn meist stehen die acht Stunden später ganz anders. Das Ergebnis ist für uns definitiv schlecht, denn nun wird in der Euro-besoffenen Politik mit Athen „nachverhandelt“, man will den Griechen „mehr Zeit geben“, was bedeutet, daß die ihre bisher nicht durchgeführten Reformen auch fürderhin nicht durchführen und weiteres deutsches Geld in Athen verbrannt wird, bis der aufgeschobene Crash doch noch kommt. 

Es besteht aber eine begründete Hoffnung, daß sich die griechischen Parteien weiter streiten und eine eventuelle Koalition bald wieder auseinanderbricht oder erneut nicht zustandekommt. Erstaunlich und erfreulich ist, daß unsere Presse bisher nicht in Euphorie ausgebrochen ist.

In Paris hat Sozialist Hollande die absolute Mehrheit in der Nationalversammlung. Vor den gestrigen Wahlen verhielt er sich taktisch ruhig, nun kann er durchregieren. 60.000 neue Staatsdiener sind angekündigt, Herabsetzung des Rentenalters und Eurobonds, Eurobills und Bankenunion zur Rettung der EU samt Grande Nation. Alle diese Forderungen bedeuten weitere Staatsschulden in ganz Europa, an denen Berlin möglichst kräftig beteiligt werden soll. Die Merkel-Regierung wird uns bald wieder verraten, ihre Versprechen wie üblich brechen und auf Kosten des deutschen Steuerzahlers die sozialistische Sause begleichen. SPD, Grüne und Kommunisten im Bundestag sind sowieso schon lange dafür. Der Front Nationale hat zwei oder drei Abgeordnete von 577, in manchen Wahlkreisen, etwa im Süden, aber über 20%, was im französischen Wahlrecht nichts zählt, die anderen Parteien aber nicht kalt läßt.

In München wurde gestern gegen die dritte Startbahn des Flughafens abgestimmt. OB Ude befolgt die wirtschaftsfeindliche, schlafmützige Entscheidung, die allerdings bei einer vergreisenden Bevölkerung weder neu noch überraschend ist. Wozu eine dritte Startbahn, wenn man ausstirbt?

In der Schweiz gab es gestern viele Abstimmungen. Für uns bedeutsam war die Initiative, daß die in Bern Regierenden alle Verträge mit dem Ausland dem Volk vorzulegen haben. Diese Initiative wurde aber wie alles andere abgeschmettert.

In Kairo soll das offizielle Wahlergebnis der Präsidentenwahl erst am Mittwoch vorliegen. Die Muslim-Brüder behaupten nichtsdestotrotz, sie hätten gewonnen und bereits 1 Million Stimmen Vorsprung. Nachdem das Militär das Parlament aufgelöst hat, darf man gespannt sein, was mit dem Moslembruder-Präsidenten im Fall der Fälle passiert. Eines ist aber sicher: einen arabischen Frühling gibt es nicht, egal was der interventionsfreudige  Westen halluziniert.

Es gibt schönere Tage als der heutige!

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26 KOMMENTARE

  1. Ob es in Griechenland zu einer Regierungsbildung reicht, ist sehr unsicher. Die Linke wird die Straße mobilisieren und es steht eine weitere destabilisierung des Landes bevor.
    Die Wahlbeteiligung in München zur dritten Startbahn lag bei 33 %. Es ist eine kleine Minderheit, die die Ablehung bestimmt. Volksentscheide sollten bei einer Beteiligung unter 50 % annulliert werden, weil ansonsten Minderheiten der Mehrheit ihren Willen aufzwingen.
    Hollande verteilt, wie alle Sozialisten, Geschenke auf Pump. Sie sind einfach nicht lernfähig, wenn es um Geld geht.
    Der globale Trend geht weiter abwärts, die Talsohle kommt in Sichtweite.

  2. Volksentscheide sollten bei einer Beteiligung unter 50 % annulliert werden, weil ansonsten Minderheiten der Mehrheit ihren Willen aufzwingen.

    Das ist doch ein sehr gute Idee, dann könnte man die Bundestagswahlen ja auch gleich für ungültig erklären.

    Aber, bei dem ganzen Gemecker über die ach so verschwenderichen Griechen, vermisse ich hier einfach mal öfter den Hinweis, das die Griechen nicht einen Cent von den ganzen EU-Hilfen bekommen haben. Das Geld geht doch nicht zu den Leuten, sondern gleich zu den Banken!

  3. Viel entscheidenter ist was jetzt in Spanien weiter passiert. Allerdings bleibt im Moment alles beim alten:

    Merkel gratuliert

    Merkel gratulierte Samaras telefonisch zu dessen Wahlerfolg, wie eine Regierungssprecherin mitteilte. Außenminister Guido Westerwelle signalisierte der neuen Führung Entgegenkommen beim Zeitplan zur Umsetzung der Sparauflagen. EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy und EU-Kommissionschef Jose Manuel Barroso lobten die Griechen für ihren Mut und ihre Ausdauer. Es sei klar, welche Opfer von den Bürgern verlangt würden, um die griechische Wirtschaft aufzubauen. Dafür sei das Anpassungsprogramm die Basis. Der Internationale Währungsfonds erklärte, er sei bereit mit der neuen Regierung zusammenzuarbeiten, um das Land wieder zu wirtschaftlichem Wachstum zu führen. Samaras erklärte, das Land werde seine Verpflichtungen erfüllen. „Es wird keine Abenteuer mehr geben, an Griechenlands Platz in Europa besteht kein Zweifel.“

    http://www.cash.ch/news/front/sparbefuerworter_in_griechenland_vor_regierungsbildung-1183324-449

  4. Das Wahlversprechen der Muslimbrüder in Kairo war den deutschen Medien keine Zeile wert – obwohl man sich dort vorkommen muss wie auf dem Reichssportfeld 1941:
    http://youtu.be/QI3wG3loKlA

    Ich bitte um adäquate Verbreitung.

  5. Falls es jemanden interessieren sollte:
    ND 29,65% – 129 Sitze;
    Syriza 26,9% – 71 Sitze;
    PaSoK 12,28% – 33 Sitze;
    Anexartitoi 7,51% – 20 Sitze;
    Chrysi Avgi 6,93% – 18 Sitze
    DimAr 6,25% – 17 Sitze
    KKE 4,51% – 12 Sitze

  6. Die Entscheidung der Schweizer in der Sache Staatsverträge vors Volk verstehe ich nicht, vor allem daß die Ablehnung so deutlich war. Da sollte man nochmal genauer hinschauen.

  7. Eben wurde im Morgenmagazin gesagt, dass viele in Griechenland nicht zur Wahl gegangen seien, weil man bei dem schönen Wetter lieber ans Meer geht.
    Sowas kenne ich aus Italien auch wenn Wahlen anstehen:“ Sonntag kann ich nicht, ich „muss“ ans Meer.“
    Ich wäre sowieso für eine EU-weite Einführung einer Wahlpflicht, wie z.B. in Brasilien.
    Dann würde manches wahrscheinlich anders aussehen.

  8. #3 teufels
    Das ist grundsätzlich richtig. Du vergißt jedoch, daß das, was jetzt an die Banken geht, vorher von den Banken an den Staat in Form von Staatsanleihen gegeben wurde. Es ist Schuldentilgung.
    Ohnehin wurden per Schuldenschnitt bereits 100 Milliarden geschenkt, Geld, das vorher die griechische Regierung unters Volk verteilt hat. Solche Geschenke hätte ich auch gerne.
    Das Märchen, es komme beim Volk nichts an, ist deshalb eine bewußte Irreführung.
    Bei der EU liegen 26 Milliarden Euro bereit für Entwicklungsprojekte in G. Es kann nicht ausgezahlt werden, weil G. seinen Eigenanteil nicht beisteuert.

  9. # 2 fraktur

    Volle Zustimmung!!! Vielleicht müssen wir diesen Weg bis zum bitteren Ende gehen , um aus den Trümmern etwas NEUES und SCHÖNERES aufzubauen . Alles was nach der Herrschaft der EUdSSR kommt kann nur BESSER sein .

  10. „Es gibt schönere Tage als der heutige!“

    Am 11.09.2001 war gegen 6.30 Uhr in New York die Welt noch OK, dieser Tag wurde erst später zur Katastrophe.

    Man weiß nie wie der Tag endet, optimistisch bleiben lieber kewil…..

    …mich schmerzt es auch zu sehen wie der kollektiv/sozialistische Wahnsinn unser Land, unser Geld, und die europäische Idee zerstört, aber noch besteht Hoffnung das uns das Schicksal noch einen Joker in den Ärmel zaubert!

    😉 semper PI!

  11. In Ägypten werden die Ergebnisse der einzelnen Wahllokale öffentlich gemacht, wenn sie ausgezählt sind.

    Verschiedene Institutionen zählen diese Ergebnisse inoffiziell zusammen: Fernsehstationen, Zeitungen, Parteien, etc.

    Im Moment sind ca. 98 bis 99% der Wahllokale ausgezählt und veröffentlicht.

    ALLE Zählungen sehen Mursi, also den Kandidaten der Muslimbruderschaft, vorn.

    Er erhielt in den meisten Zählungen zwischen 51 und 52%.

    Die Wahlbeteiligung liegt bei ca. 50%, da heißt ca. 25 Millionen Waehler bei ca 50 Millionen Berechtigten.

    Hier die Zaehlung der populaeren Zeitung Al-Masry Al-Youm („Aegypten heute“):

    Mursi 51.13 % , 12,322,549 Stimmen

    Shafiq 48.87%, 12,201,549 Stimmen.

    Gueltige Stimmen 24,965,772,

    Wahlbeteiligung 49.7% von 50,524,933

  12. Und tolle linksgrüne News gibts auch aus Düsseldorf:

    Neuer RWE-Chef will keine Atomkraftwerke mehr bauen

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/neuer-chef-von-rwe-will-keine-atomkraftwerke-mehr-bauen-a-839433.html

    und der neue RWE-Grünling hat auch noch ne absolut sensationelle Idee:

    „Wir werden uns mehr mit Photovoltaik befassen“, sagte Terium bereits vor einigen Wochen. Der Konzern habe dabei Spanien, Italien und Nordafrika im Blick.

    Ich sehe schon kommen wie uns Solarstrom aus arab. Frühlingstan als ein weiteres grosses Friedensprojekt™ aufgeschwatzt wird, sodass wir nicht nur endlose Milliarden für ein paar mickrige Watt mohammedanischen Ökostrom blechen werden, sondern ihnen zum Dank auch noch einen Grossteil ihres zornigen Bevölkerungsüberschuss abnehmen werden dürfen…

  13. Wie wahr, die Journaille guckt als erstes auf die Börse.
    Heute Morgen habe ich im Deutschen Linksfunk (DLF) irgendeinen möchtegern Experten noch von „Großer Erleichterung“ palavern hören.
    Beim ersten Blick auf den EUR/USD Kurs – wie zu erwarten: EURO -0.9%
    Die können labern soviel sie wollen, wenn ems Geld geht kommt die Wahrheit ans Licht.

  14. #16 unrein (18. Jun 2012 10:34)

    Und tolle linksgrüne News gibts auch aus Düsseldorf

    Kotz!

    Es gibt wahrlich schönere Tage als den heutigen!

  15. Wir Schweizer haben uns gestern mit dem Nein zu den Staatsverträgen und mehr Demokratie selber kastriert! Unfassbar! Wie blöd kann ein Volk eigentlich sein?

  16. Der Wahnnsinn geht weiter.

    Ich bin gespannt, wenn das Casino in Brüssel geschlossen wird.

    In Griechenland geht es so weiter, wie bisher. Es fließt weiter unser Geld nach Athen.

    Frankreich wählt Sozialisten und Kommunisten an die Macht. Vive la France!

    Ägypten bekommt mit den Muslimbrüdern nun ihren Khomeni, und Syrien brennt. Wer da wohl die Lunte gezündet hat?

    Das läuft alles szenarisch auf eine Apokalypse zu, weil die Politik in Narzismus & Gender Inklusion erstarrt ist.

    Es gibt keine Qualitätssicherung in den westlichenen „Demokratien.

    Es regiert der sozialitische Pöbel, bis zum bitteren Ende und dann wird, wie bekannt, relativiert.

    „Aber ich liebe euch doch alle“, wie Mielke es aussprach, und die blöden Massen begreifen nicht, dass der Staat nichts leistet und jede „sozial-gerechte Wohltat“ auf einem vorherigen Raub basiert, der die „starken Schultern“ etwas mehr belastet.

  17. In München wurde gestern gegen die dritte Startbahn des Flughafens abgestimmt. OB Ude bejubelt die wirtschaftsfeindliche, schlafmützige Entscheidung

    Stimmt nicht, Ude war Startbahn-Befürworter.
    Ansonsten auf jeden Fall clever, die Abstimmung auf einen Tag zu legen an welchem ein Teil der Befürworter im Flieger nach Lemberg sitzt. Ich fand auch den Stimmzettel witzig. Jeder 3 Kreuze. Frage 1: Sind Sie dafür (ja/Nein)? Frage 2: Sind Sie dagegen (Ja/Nein)? Frage 3: Was sollen wir machen wenn Ja oder Nein sowohl für Frage 1 als auch 2 gewinnt?

  18. Zu Frankreich

    Auf „Riposte Laïque“ analysiert Christine Tasin, die Gründerin von „Résistance Républicaine“ die Situation nach den gestrigen Wahlen und spricht von der Schizophrenie der Franzosen! Am Schluss ihres Artikels schreibt sie : „L’année 2012 pourrait bien, hélas, être le début d’une longue descente aux Enfers pour la France et les Français“ (das Jahr 2012 könnte für Frankreich und die Franzosen leider sehr wohl der Anfang des Abstiegs in die Hölle sein):

    http://ripostelaique.com/apres-les-legislatives-portrait-dune-france-schizophrene.html

  19. Christine Tasin gibt aber die Hoffnung nicht auf! In einem subtilen Vergleich stellt sie die Reaktionen von zwei Verliererinnen, Ségolène Royal und Marine Le Pen, gegenüber: Eine in ihrem Ego (sie nennt sie „Egolène“!) beleidigte Politikerin der alten, auf die Macht schielende SP-Garde auf der einen Seite, eine strahlende Patriotin auf der anderen Seite, die mit ihren Leuten den Einzug der ersten Vertreter des FN in die Assemblée Nationale feiert und dadurch den Aufstand einer jungen Generation für die Werte und die Kultur der französischen Republik markiert:

    http://ripostelaique.com/segolene-marine-devant-la-defaite-rancoeur-egocentrique-contre-joie-collective.html

    So sieht die BernerZeitung den Niedergang von Ségolène Royal:

    http://www.bernerzeitung.ch/ausland/europa/Der-Niedergang-der-Segolene-Royal-/story/12687854

  20. Wer ein bisschen hinter die Kulisse bei den roten Hofdamen Frankreichs schauen möchte – bitte sehr:

    François Hollande hatte offenbar schon seit 2005 eine „Beziehung“ zur heutigen „Première Dame de France“… Das Gezwitscher von Valérie anlässlich der Wahl in La Rochelle war alles andere als zufällig… Bald wird noch das Plätzchen des Parteipräsidiums des Parti Socialiste frei…

    Und so weiter… Quelle cuisine!

    http://ripostelaique.com/la-premiere-concubine-de-france-regle-ses-comptes-avec-l-ex-du-president-de-la-republique.html

  21. Es gibt schönere Tage als der heutige!

    Der 17. Juni, Tag der Freiheit, hätte es wirklich verdient ein schönerer zu werden. Stattdessen wählen die Schafe ihre Schlächter. Nein, falsch — die Sklaven wählen ihre Herren, denn nach dem Schlachten wäre das Drama ja wenigstens vorbei.

  22. #3 Teufels Advokat (18. Jun 2012 07:30)

    Das wurde schon bei allen Themen, die sich mit diesem Thema beschäftigen, schon tausendmal erwähnt.

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