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Breivik-Opfer fordert mehr Meinungsfreiheit

Am 22. Juli 2011 entging er auf der norwegischen Insel Utøya nur knapp dem Tod. Nun fordert Bjørn Ihler mehr Meinungsfreiheit und will dieses Ziel mit der Gründung einer Stiftung unterstützen. Hintergedanke: Niemand soll sich wie Breivik ungehört fühlen und nur noch Gewalt als Lösung sehen.

Die „Welt“ berichtet:

„Wir brauchen mehr Offenheit, wie Ministerpräsident Jens Stoltenberg sagte“, meint Ihler. „Aber das heißt für mich, dass wir mehr mit Rechten und Rechtsextremen reden und diskutieren müssen, damit sie eine Möglichkeit haben, sich zu artikulieren und nicht gewalttätig zu werden.“

Mit solchen Sätzen eckt er an. So war der Spruch von der größeren Offenheit nicht gemeint, heißt es. (…)

Das hat ihm schon den einen oder anderen mahnenden Telefonanruf aus der Parteizentrale eingebracht. Bjørn Ihler will sich davon nicht beirren lassen. „Ich bin es gewohnt, in der Minderheit zu sein“, sagt er selbstbewusst.

Er will eine Nicht-Regierungsorganisation gründen, um die freie Meinungsäußerung zu fördern. „Wir brauchen Debatten, an denen alle teilhaben können“, sagt der angehende Theaterwissenschaftler. Das gelte auch für Extremisten. (…)

Bjørn Ihler ist sich sicher: „Da draußen denken viele wie er. Und was ich erlebt habe, soll nie wieder passieren.“

Ein zweifellos begrüßenswertes Konzept, das in einer Demokratie eigentlich den Normalfall darstellen sollte.