Ist auch das dem Internet geschuldet? Deutschlands Journalisten und Wikipedia-Wissenschaftsbetrieb verblöden zusehends. Gestern veröffentlicht die sonst honorige FAZ naiv-unkritisch die Ergebnisse eine Bitkom-Lobbystudie über die Nutzung neuer Medien an Deutschlands Arbeitsplätzen.

(von Thorsten M.)

Dabei wurde – oh Schreck – festgestellt, dass lediglich 61% der in Deutschland bei Unternehmen mit mehr als 10 Mitarbeitern beschäftigten Leute Computerzugang hätten. Damit stagniere man auf den Werten von 2009 und 2007 und verliere im europäischen Kontext den Anschluss, befinde sich gar nur auf Platz sechs.

Niemand macht sich aber die Mühe, einmal zu hinterfragen, wofür ein Fließbandarbeiter (nicht Vorarbeiter!), 80% der Landschaftsgärtner, Maurer, Straßenreiniger, Mitarbeiter einer Großschlachterei oder Geflügelfarm denn auch noch ihre Arbeitszeit am PC zubringen sollten?! Gilt nicht für mindestens 39% der Jobs eines wirtschaftsstarken Landes in größeren Firmen, dass sie auch heute noch sehr gut ohne den Zeitdieb PC und Internet auskommen können?! Sollte nicht die gute Nachricht sein, dass wir tatsächlich – im Gegensatz zu anderen Ländern – die ausufernde Verwaltungslastigkeit unserer Volkswirtschaft erfolgreich eingedämmt haben, tatsächlich „lean management“ betreiben?!

Ähnlich ist es mit der festgestellten Breitbandnutzung, bei der sich Deutschlands Firmen mit 88%-Anteil auf Platz 13 weit abgeschlagen hinter dem wirtschaftlich erfolgreichen Spanien mit 96% befände. Natürlich könnte die DSL-Versorgung bei uns auf dem Land besser sein. Das ist aber auch in anderen Flächenländern ein Problem, nur dass es da bei solchen Studien niemand mehr merkt, weil sich Firmen mit mehr als 10 Mitarbeitern dort längst aus der Fläche verabschiedet haben. Statt also unsere in vielen Gegenden einzigartige Wirtschaftsstruktur mit Weltmarktführern zwischen Kuhställen und Maisäckern zu loben, wird hier von irgendwelchen Lobbyisten und sonst im Feuilleton beheimateten Journalisten ein Problem konstruiert.

Sicher ist den Verfassern der Studie bei dem Satz „für die deutsche Wirtschaft ist das Web die Dampfmaschine des 21. Jahrhunderts“ „einer abgegangen“. Jämmerlich, dass der unreflektierte Nachplapperer aus der FAZ-Schreibstube glaubt mit dem Satz „es sieht so aus, als ob man noch ein paar Kohlen nachlegen muss, um nicht den Anschluss zu verlieren“, seine journalistische Arbeit für erledigt gehalten hat.

Nachlesen kann man den Nonsens nur im kostenpflichtigen Bereich der Zeitung. Wer weiß, vielleicht wollte man ihn dort vor kritischen Nicht-FAZ-Lesern verstecken?!

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26 KOMMENTARE

  1. http://www.20min.ch

    Roma abgereist-Abfall zurückgelassen.

    Man munkelt,das die Zigeuner jetzt in Richtung Ruhrgebiet und Berlin unterwegs sind!Tja,unsere Politiker wird´s freuen!So wird der Fachkräftemangel in Deutschland etwas behoben;)

  2. Das Regime lügt!

    Für hochqualifizierte Ausländer, die nicht aus EU-Staaten kommen, ist es künftig einfacher, sich in Deutschland niederzulassen. Zuziehen darf schon, wer einen Job mit mehr als 44 800 Euro Jahresverdienst vorweisen kann. Für Berufe mit vielen offenen Stellen – etwa Ingenieure – liegt die Schwelle bei 35 000 Euro. Die Aufenthaltsgenehmigung gab es bislang erst ab einem Jahresgehalt von mindestens 66 000 Euro.

    http://www.bild.de/ratgeber/verbrauchertipps/gesetzesaenderungen/das-aendert-sich-zum-1-august-2012-25386850.bild.html

    So oft schon wurde nachgewiesen, daß es den angeblich so dramatischen „Fachkräftemangel“ in der BRD gar nicht gibt. Alles Lüge, um die deutschen Arbeitnehmer immer weiter einzuschüchtern, und die Ankündigung weiterer Einwanderung verschärft den Druck auf die Arbeitnehmer noch mehr. Und: Arbeitslose Fachkräfte, massenweise befristete Arbeitsverträge, Hungerlöhne und Leiharbeit gäbe es nicht, wären Fachkräfte tatsächlich so heiß begehrt, wie es das Regime seit Jahren stur behauptet.

  3. #3 Mastro Cecco (29. Jul 2012 18:07)

    Ach was, der Mangel an Ingenieuren ist keine Lüge. Das zeigt auch ein Beispiel, das ich vor ein paar Jahren mitbekam, wo ein bereits berenteter Ingenieur von seiner ehemaligen Firma bekniet wurde, weiterzuarbeiten.

  4. #2 PIROL (29. Jul 2012 17:35)

    jo geil: entweder zu schreibst was uns in den Kram passt, oder du bist raus, Hoëcker

    Kommentarfunktion manuell geschlossen
    Aufgrund zu vieler unflätiger, ehrverletzender und beleidigender Kommentare zu dieser Story hat die Redaktion beschlossen, die Kommentarfunktion hier abzuschalten. Wir konzentrieren unsere Kapazitäten lieber auf Meinungsbeiträge, die sachbezogen und regelkonform sind. Dies ist im Sinne aller Leser und Kommentarschreiber, die fair spielen.

  5. @LucioFulci

    Unflätige,ehrverletzende und beleidigende Kommentare?Wann denn?Bring mal Beispiele!

  6. Es ist schon eine Schande, dass nur 61% der Mitarbeiter einen Internetzugang haben. Wie sollen denn die anderen 39% PI lesen können? Das geht aber nun überhaupt nicht!

  7. @LucioFulci

    Na?Hast auch nichts gefunden-oder?Immer wenn den selbsternannten Gutmenschen etwas nicht in den Kram passt,wird die Kommentarfunktion deaktiviert!Aber die Schweizer wehren sich wenigstens!Wir Deutsche lassen uns mit der abgeschliffenen Nazikeule niedermachen;)

  8. Ach was, der Mangel an Ingenieuren ist keine Lüge. Das zeigt auch ein Beispiel, das ich vor ein paar Jahren mitbekam, wo ein bereits berenteter Ingenieur von seiner ehemaligen Firma bekniet wurde, weiterzuarbeiten.

    Inzwischen glaube ich auch das da wohl was dran sein muss, allerdings:

    1. Wieso senken die laufend die Verdienstgrenzen? Von der Therorie her dürfte gar keine Notwendigkeit bestehen. (Auch wenn ich zur Zeit nicht glaube, dass man NUN Ingenieure aus irgendwo findet, die für das Gehalt nach DE ziehen).
    2. Wieso habe ich 2008 ca. 20% mehr verdient als jetzt? – Die damaligen Abschläge in der Krise sind immer noch nicht „wieder zurück“.

  9. #3 Mastro Cecco (29. Jul 2012 18:07)

    „Alles Lüge, um die deutschen Arbeitnehmer immer weiter einzuschüchtern, und die Ankündigung weiterer Einwanderung verschärft den Druck auf die Arbeitnehmer noch mehr.“

    Genau. Mich wundert immer wieder, dass gerade hier, wo die Leute doch besser informiert sein sollten (immerhin wird das Problemfeld Mohammedaner richtig erkannt), eine derart erschreckende Naivität vorherrscht.

  10. @ #4 Nelson #3 Mastro Cecco

    Ach was, der Mangel an Ingenieuren ist keine Lüge. Das zeigt auch ein Beispiel, das ich vor ein paar Jahren mitbekam, wo ein bereits berenteter Ingenieur von seiner ehemaligen Firma bekniet wurde, weiterzuarbeiten.

    Es freut mich immer, wenn hier Behauptungen auch statistisch sauber belegt und nicht nur so dahin geworfen werden! „Das zeigt auch ein Beispiel“ – ganz sauber, ganz genau nachvollziehbar und nachprüfbar.

    Im übrigen habe ich das Gefühl, dass es beim wirklichen Ingenieursmangel auch darum geht, fähige und zuverlässige Leute zu finden, wie vielleicht den Rentner in deinem Beispiel, und nicht irgendwelche Wanderarbeiter, die immer dem besten Angebot hinterherlaufen, bevor sie eine Firma richtig kennengelernt haben.

  11. #4 Nelson
    Ach was, der Mangel an Ingenieuren ist keine Lüge. Das zeigt auch ein Beispiel, das ich vor ein paar Jahren mitbekam, wo ein bereits berenteter Ingenieur von seiner ehemaligen Firma bekniet wurde, weiterzuarbeiten.

    ———————————————-

    Ja, das gibt’s auch bei Otto. Schön in teilzeit, damit keine Sozialabgaben anfallen. 🙂

    „Fachkräftemangel“ ist eine Schimäre! Das weiß Jede(r), der/die ‚was auf dme Kasten hat und sich irgendwo bewirbt! EINSTELLUNGSSTOPP herrscht bei vielen, vielen Unternehmen!

    Schuld sind auch die Medien mit ihrer Verkürzungssucht: So wird aus „Gewinn vor Steuern (engl. EBIT)“ nicht etwa ein „Vor-Steuern-Gewinn“, sondern ein „Vorsteuergewinn“! Hahaha! Wer vom Fach ist, und weiß, was „Vorsteuern“ sind, lacht sich gleichfalls tot. Denn wie kann man Gewinn aus „Vorsteuern“ generieren?
    Aber das ist das, was dpa-afx in den Ticker gibt, und alle per Copy&Paste veröffentlichen.

    Und so ist „Fachkräftmangel“ die Kurzform von „Mangel an Fachkräften mit niedrigem Gehaltswunsch“! 🙂

  12. Gäbe es – von Ausnahmen abgesehen – Facharbeitermangel, dann würden die Firmen alles tun, um qualifizierte Fachkräfte zu halte und sich nicht an Leiharbeitern bedienen. Solange dieser Sektor boomt, gibt es keinen Facharbeitermangel. Und Ingenieure sollen für 35.000 € arbeiten? Entweder will man auch hier die Löhne drücken oder die Ingenieure kommen aus Saudi-Arabien. Können supergut den Koran und sonst gar nichts.

  13. Und Ingenieure sollen für 35.000 € arbeiten?

    Es ist durchaus nicht ausgeschlossen, dass diese „Reingeschmeckten“ am Ende einer Fresskette platziert sind und demzufolge 5 oder mehr Vermittler dazwischen hängen und dann auch noch in Arbeitnehmerüberlassung arbeiten.

    Dann kommt dieses Gehalt wirklich raus.

    Aber das machen die Fachkräfte dann nicht mit. Die gehen eher in ein anderes Land …

  14. #2 PIROL (29. Jul 2012 17:35)

    Interessante Fotostrecke…. :kotz:

    http://www.20min.ch/schweiz/romandie/story/Roma-lassen-Abfall-zurueck—Volksseele-kocht-12711549

    …und ein interessanter Bericht, die waren sogar zu faul, ihren Müll in den bereitgestellten Container zu werfen.

    Naja, jeder Mensch gestaltet sich seine Umwelt offenbar wirklich so, wie es ihm gefällt.

    Man munkelt,das die Zigeuner jetzt in Richtung Ruhrgebiet und Berlin unterwegs sind!

    Man sollte Willkommen-Schilder und Wegweiser zu besonders toleranten und bereicherungssüchtigen Adressen aufstellen. 😉

  15. #13 Fensterzu (29. Jul 2012 21:35)

    Ich habe es bewusst so formuliert („Beispiel“), damit sich Honks daran hochziehen können.

  16. Wo stand denn diese Meldung in der FAZ, auf welcher Seite, wann, was stand drüber? In meiner FAZ jedenfalls steht sie nicht. Der Satz „Für die deutsche Wirtschaft ist das Web die Dampfmaschine des 21. Jahrhunderts: Es treibt die Konjunktur an und öffnet die Tür zu völlig neuen Geschäftsfeldern“ stammt von Michael Hüther, dem Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, schon etwas älter. Die BITKOM-Meldung über die „IT-Nutzung an deutschen Arbeitsplätzen“ ist auch schon etwas älter, von Montag, da wird aber nichts „beklagt“, sondern nüchtern festgestellt:

    http://www.bitkom.org/de/presse/8477_72885.aspx

  17. Obwohl ein einzelnes Beispiel natürlich keine Statistik macht, sagt es jedenfalls mehr aus, als dummes Geschwätz wie „Das weiß doch jeder!“.

    Mal ein paar Zahlen zu der Gehaltsentwicklung:

    Spitzengehalt Ingenieure im Fahrzeugbau
    2005: 70.700
    2010: 83.260
    plus 17%

    Spitzengehalt Ingenieur IT-Branche
    2005: 67.200
    2010: 84.627
    plus 26%

  18. Jeder halbwegs intelligente Landwirt setzt heutzutage auf Computertechnik. Ohne ist ein effizientes arbeiten gar nicht möglich.
    Die Traktoren auf den Maisäckern werden per GPS gesteuert, die Kühe per computerisierter Melkanlagen gefüttert und gemolken.
    Wer glaubt, er könne seinen Bauernhof wie vor 100 Jahren führen wird nicht weit kommen.
    Der Automechaniker von heute muss erstmal eine Diagnose mit dem Computer durchführen, bevor er an irgendwas rumschraubt.

    Ausserdem ist es in größeren Firmen unerlässlich eine effiziente Kommunikation zu haben. Das geht natürlich heutzutage auch mit Smartphones, aber klassisch ist halt der PC und email. Viele Firmen outsourcen auch arbeitsbereiche wie Lohnbuchhaltung, ohne PC geht da gar nichts.

    Ich kann die Statistik auch nicht 100% interpretieren, aber nahezulegen, dass Computer in den meisten Bereichen gar nicht wichtig sind halte ich für albern.

    Thorsten M. verschwendet seine Zeit sicher lieber bei ausgeprägten Behördengängen, bein warten in der Telefonwarteschleife, beim durchstöbern von eingestaubten Wälzern in der Bibliothek. Und natürlich beim beten in der Kirche 😉

  19. @ #20 Heta

    Ach Heta, sie tun mir leid. Sie müssen ein zutiefst vom Leben frustrierter Mensch sein…

    In meiner FAZ von gestern kommt das tatsächlich vor unter C2 Beruf und Chance unter dem Titel „In der Dampfmaschine gehen die Kohlen aus“…

    Gibt es einmal einen Beitrag hier auf PI, an dem Sie nichts rummäckeln? Und selbst wenn sie schon einmal mit einer Kritik recht gehabt haben sollten: Melden Sie sich beim Team doch selbst als Autor. Oder überweisen Sie Geld, damit die Ehrenamtlichen PI-Akteure damit vielleicht Zeit kaufen können um (noch) besser zu recherchieren?!

  20. Ähnlich ist es mit der festgestellten Breitbandnutzung, bei der sich Deutschlands Firmen mit 88%-Anteil auf Platz 13 weit abgeschlagen hinter dem wirtschaftlich erfolgreichen Spanien mit 96% befände.

    Das ist mal wieder so, wie immer hier in Spanien! Der Anteil der „Breitbandlinien“ geht durch WIFI, also drahtlos. Man hat zwar einen Vertrag mit vielen MB, doch hier in Spanien darf man das alles nicht so wörtlich nehmen.

  21. #23 Reconquista2010:

    Warum plötzlich so zartbesaitet? Ich wollte nur wissen, wo der Artikel steht, mehr nicht, und danke, dass Sie mir’s gesagt haben. Kein Wunder, dass ich den Artikel nicht gefunden habe, das Buch „Beruf und Chance“ werfe ich immer gleich in die Tonne.

  22. #8 PIROL (29. Jul 2012 18:52)

    nee, nix gefunden. nur einen willkürlich geschlossenen Bereich, wie du schon sagtest.

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