Verbreitet ist die Auffassung, in der Euro-Krise stehe Europa als Integrationsmodell an einem Scheideweg und müsse jetzt quasi wählen zwischen gefährlichem Rückschritt einerseits und beherzter Abgabe von Souveränität an die europäische Ebene andererseits. Die Hoffnungen konzentrieren sich auf eine „politische Union“, auch wenn deren Inhalt immer noch unscharf und kontrovers ist. (Fortsetzung hier in der FAZ!)

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37 KOMMENTARE

  1. Sarrazin tritt in dem lesenswerten FAZ-Interview (mit interessanter Leserdiskussion) übrigens nicht – wie von manchen missverstanden – für den europäischen Bundesstaat ein, er benutzt diesen Moloch, vor dem uns Gott oder wer auch immer behüten möge, lediglich um die mögliche Optionen zuzuspitzen. Auch Sarrazin weiß, dass die meisten anderen Nationalstaaten des Kontinents viel zu sehr in sich ruhen und viel zu selbstbewusst sind, um ihre Kompetenzen in die Hände einer Zentralregierung zu legen.

    Übrigens: Hier geht’s zum neuesten Video von Beatrix von Storch und der Zivilen Koalition gegen den ESM:

    http://www.youtube.com/watch?v=F2KHwh5jGDg&feature=plcp

  2. Also jetzt für den letzten:

    Die Ursache der Schuldenkrise sind Kredite an nicht kreditwürdige. Punkt.

    In den USA und sonstwo.

    Der Orio hat damit insofern zu tun, weil der den kreditunwürdigen (PIIGS) das Leben auf Pump ermöglicht hat. Und warum: weil Deutschland seine Bonität via Oiro verliehen hat.

    Und das ganze Gejammer geht jetzt darum, dass die PIIGS ihr Schuldenmachen nicht mehr ungehemmt durchziehen können.

    Erst gibt ihnen der Kapitalmarkt ein Geld mehr, dann die noch kreditwürdigen (via Rettungsschirm) und zuletzt muss die EZB das Geld drucken. Das ist das ganze Geheimis, der ach so komplizierten Finanzwirtschaft.

    Schulden lassen sich mit noch mehr Schulden nicht bekämpfen. Aber gemach: bald ist wieder 1923….

  3. #1: Sorry, muss heißen: möglichen Optionen.

    Dies passt hier nun bestens – an anderer Stelle hatte ich es bereits als OT gepostet:

    Unerträgliche Anbiederung an die fade Pfarrerstochter aus der Uckermarck:

    http://www.news.de/politik/855330422/angela-merkel-hat-geburtstag-ein-liebesbrief-an-die-kanzlerin/1/

    Letzte Woche der unsäglich schleimige Artikel von Wolfram Weimers auf der “Achse”

    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/die_eiserne_kanzlerin_der_herzen/

    und jetzt das – Nordkorea lässt grüßen!

    Man muss versuchen die üble Rolle, die diese machtgierige Frau in der gesamten Euro-Rettungspolitik spielt, auch der breiten, eher unbedarften Masse vor Augen zu führen. Die systemtragenden Medien – Ausnahme u.a. die FAZ – fordern ja inzwischen geradezu dazu auf, diese unerträgliche Dame zu vergöttern.

  4. jeder Hunz und Kunz versteht was Sarrazin schreibt. Nur unsere 680 Abgeordneten ( die fast alle de ESM vertrag NICHT gelesen haben ) folgen blind unserer IM Erika wie dem rattenfänger von Hameln

    Das Riesige ESM-STOP-Schild übersehen unsere Politiker mit vollster Absicht , geht es doch alleinig um ihren Futtertrog

  5. Nochmal was zu Sarrazin:

    Er kann mir langsam gestohlen bleiben, weil es sich wie Sinn seiner Verantwortung entzieht.

    Er weigert sich eine Partei zu gründen und den Menschen eine Alternative zu geben. Schlaues Dahergeschwafel bringt mir nix.

    Und „seine“ SPD ist ja für die Einführung von Oiro-Bonds vorgestern. Und Sinn schaltet nur Anzeigen, fürs eigene Gemüht. Ich war ja dagegen damals. Kann man alles im Internet nachlesen…

    Nein, nein – feige sind sie. Alle beide….

  6. #5 Woolloomooloo (17. Jul 2012 15:49)

    Sinn soll’ne Partei gründen?

    Henkel ist doch bei den Freien Wählern.

    Mit welchem Erfolg?

    Was soll die Kritik an Menschen, welche ihre Aufgabe VORBILDLICH erfüllen?

  7. #6 Ein Fremder aus Elea (17. Jul 2012 16:06)

    Was meinen Sie mit vorbildlich?

    Aus der Etappe kluge Ratschläge geben?

    Frankreich hat eine oirokritische Partei
    Finnland hat eine oirokritische Partei
    Niederlande hat eine oirokritische Partei
    Össterreich hat eine oirokritische Partei

    Und Deutschland? Und sie kommen mir mit den freien Wählern.

    Sie wissen doch wie ich, dass in der mediengeilen Welt heute ein Zugpferd da A u. O ist. Wer soll das sein? Eine ehemalige Landrätin, die Stoiber gestürzt hat?

    Sie sind feige. Gerade bei Sinn würde ihn sein Renommee als IFO-Chef als Nazischutz dienen….

  8. #7 Woolloomooloo (17. Jul 2012 16:17)

    Olaf Henkel gilt auch nicht als Nazi.

    Und?

    Sinn ist nur ein VWL Professor. Ich kenne einen Professor, welcher bei der FDP ist, so einfach ist das alles nicht.

    Und was das Ausland angeht, die Euro-kritischen Parteien dort wurden auch nicht von VWL Professoren gegründet. Seinen Sie mal ein bißchen fair.

    Sinn hat die Öffentlichkeit vorbildlich informiert. Und das ist seine Aufgabe und Verantwortung.

  9. #8 Ein Fremder aus Elea (17. Jul 2012 16:22)

    Die Öffentlichkeit ist informiert genug? Sie unterschätzen die Leute draussen.

    Nein, es mangelt an einer demokratischen Alternative, bei der man das Gefühl hat, die Stimme ist nicht verschwendet.

    Rückblick: warum gibt es in BW eine grüne Regierung. Weil die Leute daheim geblieben sind und nicht NPD wählen wollten.

    Und so ist es mit dem EFSF-ESM Insolvenzverschleppungsfond im nächsten Jahr. Die Mehrheit will sie nicht, aber die Kritiker machen Kritik lieber als Vorlesung…

  10. Die Banken nicht vergessen. Es kann schlicht nicht sein, das ein Geldinstitut too big to fail ist. Trennung von Investment und normalen Bankgeschäft ist nötig.

    Ansonsten guter Text von Sarrazin, mir gefallen die vielen Vergleiche aus der Geschichte. Hoffentlich nimmt das alles ein gutes und friedliches Ende. Nicht das eines Tages die Bundeswehr in Spanien einmarschiert, um zu das Geld zurückzuholen. Darauf läuft das nämlich hinaus wenn es heißt, das der spanische Staat für seine Schulden einstehen soll. Auch in der „Energiewende“ ist noch Zeit, das Ruder herumzureißen.

  11. Dank und chapeau für Sarrazin für diesen Artikel.
    Sowas stringentes hab ich schon länger nicht mehr gelesen. Was die Berliner Ochlokraten betrifft, leider Perlen vor die Säue.

  12. Gefährlichem (negativ) Rückschritt
    und
    beherzter (positiv) Abgabe von Souveränität

    manipulative Sprache um uns in irgendwas hinein drängen.

  13. Macht euch keine Illusionen. Kein „beschirmter “ Staat wird jewmals seine Schulden, die er per Rettungsschirm erhalten hat, zurückbezahlen. Bezahlt wird nur, was am Kapitalmarkt aufgenommen wurde. Der Rest ist längst verbrannt.

  14. Gäbe es die „Vereinigten Staaten von Europa“, gäbe es todsicher analog zu unserem segensreichen Länder-Finanzausgleich einen „Bundesstaaten-Finanzausgleich“, zwecks „Annäherung der Lebensverhältnisse“.

    Und Deutschland plus einige wenige andere, aber von der Finanzkraft her kleinere Dumme wären wieder die „Nettozahler“.

  15. Die Hoffnungen konzentrieren sich auf eine „politische Union“, auch wenn deren Inhalt immer noch unscharf und kontrovers ist. (Fortsetzung hier in der FAZ!)

    Soll das noch PI sein?

    Typische Dampfplauderei in diesem Beitrag.

  16. #10 Woolloomooloo,

    ich stimme Ihnen zu, weil nur diese „Alpha-Männchen“ tatsächlich etwas bewirken können.

    Es hat sich in den letzten Jahren gezeigt,
    dass alle systemkritschen Parteien und Gruppierungen von den „Pöbel & Gesox“ – Eliten und Medialen in die „rechte“ Populisten-Ecke gestellt werden.

    Dazu reicht es noch, denn die 68er Roten Garden befinden sich im letzten Stadium ihrer Entwicklungskurve, bevor sie gänzlich abschmieren.

    Nur von Katheder zu dozieren reicht nicht, sie müssen sich an die Spitze der Protestbewegung setzen.

  17. WIEN. Bundespräsident Heinz Fischer hat am Dienstag den Fiskalpakt und Vertrag für den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) unterzeichnet.
    http://www.nachrichten.at/

    ein „Vollkoffer“ wie man Österreich sagt.

  18. #17 Antidote (17. Jul 2012 17:22)

    Die Oiro-Gegner brauchen eine wählbare Alternative.

    Sarrazin ist ja Politiker, wäre also geeignet. Fachkenntinis: Volkswirt und ehemaliger Bundesbankvorstand.

    Sein damaliger Chef in der Bundesbank hat sich ja verbaschiedet. Er konnte diese Misere nicht mehr verantworten. Der Chef-Volkswirt der EZB – Stark – hat sich erenfalls zurückgezogen. Der ehemalige Chef-Volkswirt der EZB Issing wettert in der FAZ.

    Sinn ist zwar kein Politiker, aber wozu sieht er die Notwendigkeit per Zeitungsanzeige vor dem Rettungswahnsinn mit anderen 172 Prof. in die Arme zu fallen.

    Sie lassen die Leute allein, sie sehen dem Zug zu, wie er an die Wand fährt. Sie scheuen die Verantwortung, sie fliehen vor der Historie….

  19. Wieder eine glasklare Analyse Sarrazins. Unangreifbar, unwiderlegbar, wie alles, was von Sarrazin kommt. Ein Mann von höchster Intelligenz und Bildung und von absoluter intellektueller Redlichkeit. Wie turmhoch steht er über all diesen miesen, kleinen Kläffern, die ihm ans Bein pinkeln.

    Der Übergang zu einer gemeinsamen europäischen Währung war im Wesentlichen der Eitelkeit Frankreichs geschuldet. Frankreich war die starke D-Mark ein Dorn im Auge.

    Cherchez la femme France! Die französisch-deutsche Rivalität ist die beherrschende – negative! – historische Konstante für Deutschland, und daran wird sich wohl auch nie etwas ändern, allen (von französischer Seite perfiden und von deutscher Seite naiven) Freundschaftsbeteuerungen zum Trotz. Dazu Sarrazin:

    Letztlich brachen in den vergangenen 500 Jahren nahezu alle großen europäischen Konflikte an der Nahtstelle zwischen Frankreich und Deutschland auf, ob bei den Erbfolgekriegen, ob sonst irgendwo, fanden sich die beiden Länder immer auf unterschiedlichen Seiten der jeweiligen Schlachtlinie … (ab 37:30)

    … habe ich die Vermutung, daß wir an der Nahtstelle zwischen Deutschland und Frankreich, solange wir keine politische Union haben, die wir nicht bekommen werden, im Umfeld des Euro eine politisch-ökonomisch-moralische Dauerreibungsfläche haben werden. Solche Reibungsflächen neigen zu einem gewissen Wundscheuern, und darum schätze ich, daß innerhalb der nächsten zehn Jahre die Währungsunion an dieser Stelle mit 20%iger Wahrscheinlichkeit aufreißen wird. (ab 42:55)

    http://www.pi-news.net/2012/05/tv-tipp-sarrazin-bei-3-sat-2225-uhr/

  20. Ein sehr lesenswerter Artikel Sarrazins, der – wie ich nach der gestrigen, offenbar bewusst missverständlichen Ankündigung bereits vermutet hatte – keineswegs für einen europäischen Bundesstaat plädiert, sondern diesen eher als „Drohkulisse“ sieht gegenüber reformunwilligen, aber unterstützungsbedürftigen Staaten des romanisch geprägten Teils Europas, für die nationale Souveränität ein höheres Gut darstellt, als es hierzulande inzwischen der Fall zu sein scheint (betrachtet man die „politische Elite“).

    @ Woolloomooloo:

    Halten Sie Ihre – zum Teil sehr scharf formulierte – Kritik an Thilo Sarrazin und Hans-Werner Sinn nicht für arg wohlfeil? Immerhin sind diese es, die zu ihrer Sicht der Dinge stehen, diese unermüdlich öffentlich zu machen suchen und sich damit exponieren – gegen mannigfaltige Widerstände und Anfeindungen. Ich kann sehr gut verstehen, dass man sich nicht leichtfertig entschließt, eine politische Karriere „auf zweitem Bildungsweg“ oder anstelle wohlverdienten Ruhestandes anzustreben. Zudem zeigt das Beispiel Paul Kirchhofs, wie schwer sich vom sachlichen wissenschaftlichen Diskurs geprägte Personen mit der AuseinandersetzungsUNkultur in Politik und Medien tun.

  21. #19 Irgendwer (17. Jul 2012 18:36)

    Sie haben recht, warum sollte Sarrazin den Worten Taten folgen lassen. Er schreibt lieber Bücher.

    Er ist aber noch Politiker. Und zwar in der SPD. Er ist quasi Christ in einer moslemischen Partei. Wer könnte ihm das verübeln? Immer schön mit dem Wind.

    Ich muss ihnen ehrlich sagen: ich fühle mich erarscht. Ich weiss, selbst woran der Oiro krankt und könnte ein Buch darüber schreiben.

    Issing, Sinn, Sarrazin machen Feuilleton mit Käsch in de Täsch.

    Weber ist bei der schweizer UBS und Stark im Ruhestand.

    Die schöne Weder di Mauro, ist nun auch zur UBS in die Schweiz gewechselt, und nun ist sie – oh Wunder – für die BAnkenrettung….

    Mir wird einfach übel….

  22. Finnland verlangt und bekommt Sicherheiten von Spanien.
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europas-schuldenkrise/spanien/schuldenkrise-spanien-gibt-finnland-pfand-fuer-hilfskredite-11823284.html

    Die deutschen „Eliten“ verlangen keine Sicherheiten und werden dabei vom Volk unterstützt.Mindestens 85,3 % der Wähler folgen den vier etablierten Parteien und wollen demzufolge ausländische Schulden bezahlen.
    Bei der vor kurzem erfolgten Wahl in NRW erhielten SPD 39,1+ CDU 26,3+ Grüne 11,3 +FDP 8,6 % der Stimmen, macht 85,3 %. Diese 4 Parteien haben ihre Verpflichtung für „Europa“ immer wieder klargestellt und ihre Wähler waren v-o-r-h-e-r darüber informiert.

    Wahre Freundschaft hat ihren Preis. Viva Espana.

  23. Zettel zum Sarrazin-Artikel, und warum man ihn gelesen haben sollte:

    „Sie haben erstens eine Kurzfassung von Sarrazins Euro-Buch gelesen.
    Zweitens verstehen Sie, wie es zu der jetzigen fatalen Situation kommen konnte. Drittens lesen Sie den Nachweis, daß eine Einheitswährung nicht unbedingt Frieden bedeutet und daß getrennte Währungen selbstverständlich nicht Krieg bedeuten müssen.

    Viertens zieht Sarrazin jenem Kaiser die Neuen Kleider aus, der geisterhaft durch die aktuelle Diskussion spukt: Der Meinung, daß die Einführung des Euro im Euro-Raum eine verstärkte Prosperität bewirkt habe. Fünftens erfahren Sie, warum der Euro gescheitert ist. Sechstens macht Sarrazin kristallklar, warum alle jetzigen gutgemeinten Rettungsmaßnahmen nicht an die Wurzel des Übels gehen werden.“
    http://zettelsraum.blogspot.de/2012/07/zitat-des-tages-wie-goethes.html

  24. #6 Woolloomooloo (17. Jul 2012 15:49)

    Nochmal was zu Sarrazin:

    Er kann mir langsam gestohlen bleiben, weil es sich wie Sinn seiner Verantwortung entzieht.

    […]

    Nein, nein – feige sind sie. Alle beide….

    Wenn Sie so gut wissen, wer sich seiner Verantwortung entzieht und wer feige ist – warum machen Sie dann nicht einfach selbst, was sie von Anderen einfordern?

    Große Töne können Sie ja schon mal spucken; nun wollen wir mal ihre praktischen Taten sehen.

    Wissen Sie, so langsam können mir Leute mit dieser so überaus bequemen Polit-Konsumhaltung gestohlen bleiben, die das „den Karren aus dem Dreck ziehen“ nur allzu gerne als Pflicht anderen um die Ohren hauen, statt selbst politisch tätig zu werden.

    Das hat was quengelig-infantil Unreifes: Ich bin böse mit Papi, weil Papi mir nicht das schwere Leben abnimmt…

  25. #28 Kartoffelstaerke (17. Jul 2012 21:09)

    Eigentlich sollte man auf ihren Post gar nicht antworten. Aber es geht mir wie Kewil. Sie sind zu blöd zum lesen.

    Ich habe für jeden infantilen Trottel geschrieben, dass es eines bekannnten Zugpferdes braucht, um die Opposition zu organisieren. Ein Niemand wie ich reicht da nicht – kapiert.

    Man muss die Reputation haben und wählbar sein. Man braucht einen allseits anerkannten Fachmann, der nicht in die Naziecke gestellt werden kann.

    Die Menschen dürsten geradezu nach einer wählbaren Alternative. Und Sie kommen mir mit dieser billigen Polemik….

  26. Frankreich war die starke D-Mark ein Dorn im Auge. Aber es scheute zurück vor einer Politik, die den Franc ebenso stark gemacht hätte wie die D-Mark. Das allein und das unerklärliche Agieren Helmut Kohls 1990 bis 1992, der die Wirkungen einer gemeinsamen Währung überhaupt nicht überblickte, haben uns den Euro beschert.

    Ich stelle immer wieder mit Staunen fest, dass viele Leute (der von mir sehr geschätzte Thilo Sarrazin inklusive) offensichtlich glauben, dass Politiker selbständig agieren und deshalb alleine an Euro-Desaster schuld sind.

    Die selbständig agierende Politik gab es jedoch nie und nirgends.
    DIE POLITIK DRÜCKT IMMER INTERESSEN BESTIMMTER GRUPPEN AUS.

    DIE MÄCHTIGSTE GRUPPE IN DEUTSCHLAND IST ZURZEIT DIE WIRTSCHAFTSLOBBY.
    Man muss davon ausgehen, dass in diesem Land nichts Wichtiges ohne Einfluss dieser Gruppe passiert. Nichts anders ist es beim Thema Euro, zumal Währung / Finanzpolitik zu Kerninteressen der Wirtschaft gehört.

    Daraus macht die Wirtschaftslobby auch kein Geheimnis. Sie bekennt sich öffentlich zu Euro und fordert seine Rettung, koste es, was es wolle.
    Siehe z.B. hier
    http://www.pi-news.net/2012/07/bga-ausenhandels-prasident-will-bald-eudssr/

    DAS HAUPTPROBLEM DEUTSCHLANDS ZURZEIT IST, DASS DAS LAND VON DER WIRTSCHAFTSLOBBY BEHERRSCHT WIRD. Es gibt leider keine anderen Gruppen, die mit der Wirtschaft konkurrieren können und ihren Einfluss auf Politik neutralisieren. Es gibt weder beachtenswerte Militär, noch einflussreiche Bürokratie, noch selbstbewusste Arbeitnehmerbewegung. Es gibt nur degenerierte grün-maoistische Linke, die sich leicht betrügen und ausnutzen liest.

    Der Bürgertum ist zersplittern. Die einen sind in Hartz-IV abgerutscht. Diejenigen, die noch Arbeit haben, hassen Hartzer und wollen sie für eine Teller Suppe arbeiten lassen.

    Deshalb kann die Wirtschaft fast alle ihre Interessen durchsetzen. Und vieles davon ist für das Land äußerst schädlich (Euro, Niedriglöhne, prekäre Arbeitsverhältnisse, Hartz-IV, Masseneinwanderung usw.)

    PS Frankreich konnte Deutschland weder Euro aufzwingen, noch Wiedervereinigung verhindern – dafür hat sie gar kein Mittel. Hätte Deutschland Euro nicht gewollt, gäbe ihn nicht.

  27. (1.)Ein europäischer Bundesstaat könnte eine stabile Zukunft haben, (2.) eine Europäische Union ohne gemeinsame Währung hätte sie ganz sicherlich. (3.)Eine Schulden- und Haftungsgemeinschaft souveräner Staaten auf deutsche Kosten hat sie dagegen ganz sicher nicht.

    (3.) ist zweifellos richtig. ESM mit Bankenunion ist der Bankrott Deutschlands und damit der Bankrott des restlichen Europa. Es kann aber sein, dass man auf diesem gegenwärtig verfolgten Weg doch irgendwann die Reißleine zieht oder diese von den „Märkten“ gezogen wird. Diese Alternative hat aber den „Vorteil“, dass es eben halt in „gewohnten“ Bahnen noch eine Zeit lang weiter geht.

    (1.) wäre anscheinend eine Währungsunion ohne deutsche Haftung in der Hilfen nicht automatisch über einen ESM abgerufen werden können, sondern an strikte Bedingungen geknüpft sind und deren Einhaltung von einer europäischen Regierung „rechtsverbindlich“ überwacht werden kann. Aber daran würden ja die Südländer bankrott gehen, bzw. politisch zerbrechen. Hier kann ich Sarrazin also nicht folgen. Allerdings meint er ja, dass Frankreich sich diese Kontrolle ohnehin nicht bieten läßt.

    (2.)Eine Europäische Union ohne gemeinsame Währung mag eine Zukunft haben, aber die Frage ist, was zwischen dem Ende der jetzigen Währungsunion und dem Anbruch dieser Zukunft passiert?

    Ich gehe davon aus, dass diese Alternativen auch den politisch „Verantwortlichen“ vollkommen bewußt sind. Der aktuellen Politik geht es ja nicht um Europa und auch nicht um den Euro, das ist ja nur vorgeschoben, um sich nicht mit Alternative (2.), die kurzfristig die unsicherste ist, beschäftigen zu müssen.
    Denn die Frage ist, wie würde die Alternative (2.), also die Abschaffung des Euro ablaufen? Das ist ja vermutlich nicht umsonst zu haben, bzw. das kostet und zwar nicht erst in einem Jahr, sondern sofort. Dazu äußert Sarrazin sich nicht!

  28. #30 Woolloomooloo (17. Jul 2012 21:27)

    Eigentlich sollte man auf ihren Post gar nicht antworten. Aber es geht mir wie Kewil. Sie sind zu blöd zum lesen.

    Sicher, sicher…

    Großkotzigkeit kann ich aber offenbar trotzdem noch ganz gut wahrnehmen, wie ihre überaus stilsichere Reaktion zeigt.
    😉

  29. Es ist schon seltsam, manche Leute meinen, wenn du eine Situation oder einen Zustand beschreibst und mit Fakten untermauerst, dann musst du auch gleich eine Lösung aufzeigen. Ne is klar! Selber denken und handeln ist eine Möglichkeit. Aber von Ferne mit Dreck schmeißen und sich hinter der Tastatur verstecken.
    Herr Sarrazin hat seinen Beruf verloren, seine Frau ebenfalls.Er und seine Familie ist angefeindet worden, öffentlich an den Pranger in den Medien.Das ist mehr als Ihr Tastaturquetscher zu geben bereit seit.
    Wer das selbe zu geben bereit ist, kann den Hals aufreißen. …… Alle anderen einfach mal die Fresse halten!

  30. Um es noch mal knapper auszudrücken: Die öffentliche Diskussion um die Euro-„Krise“ krankt daran, dass die Positionen der Politik als „Auffassungen“ bezeichnet (ernst genommen) werden (müssen). Es handelt sich aber nicht um Auffassungen, sondern um Ideologien (Zwangs- und Scheinpositionen), die solange wie möglich verdecken sollen, wer die Zeche zu zahlen hat.

    Da weder H. W. Sinn noch Sarrazin dies öffentlich so klarstellen können (bzw. nicht tun), können sie auch die Konsequenzen der eigenen Position nicht detailliert und unverblümt darstellen und gegen die Konsequenzen der offiziellen Politik abwägen.

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