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Hanfparade 2012: „Wir sind Gras!“

Hanfaktivist Steffen Geyer in einer PlantageWie bereits gestern bei taz-Autor Ringel vermutet, spielt Gras eine gewisse Rolle bei der taz, zumindest bei der geneigten Leserschaft: Ausführliche Berichterstattung von der 16. Hanfparade! „Wir sind Gras!“ taz-Reporter Frank Sorge muss erst mal die Aktivisten suchen:

Viele Demonstranten sind es auch noch nicht, 13 Uhr am Wochenende entspricht nicht ganz den Gewohnheiten eines Kiffers. Sicher werden es im Laufe des Nachmittags noch mehr.“

Sprecher der Zombie-Veranstaltung: Steffen Geyer (siehe das rothaarige Mädchen oben im Bild und Webseite)

Dann übt Geyer mit den Zuhörern einen Slogan ein: „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns das Ganja klaut!“ Eher zufällig fällt aber in einem Beitrag ein anderes Motto, das begeistert aufgegriffen wird. Der menschliche Körper erzeuge eigene Suchtstoffe – deshalb sei es konsequent, auch die Menschen zu verbieten, führt der Redner inhaltlich euphorisiert einen längeren Gedankengang aus und stolpert irgendwie in den Schlusspunkt: Wir sind Gras. Großes Gelächter, spontan wird skandiert: „Wir sind Gras! Wir sind Gras!“

Komplett Gaga. Aber Hauptsache gute connections zu irgendwelchen windigen Szene-Komplizen:

Der süße Duft ist allerorten in der Luft, obwohl auch die Veranstalter von allzu offenem Konsum auf der Demo abraten. Per Lautsprecher wird die Telefonnummer eines professionellen Helfers weitergegeben – bei Durchsuchungen und anderen Zusammenstößen mit der Polizei.

Polizei guckte aber nur zu und sorgte für einen reibungslosen Marsch, auf dem sich die Rauschgiftsüchtigen über ihr schräges Weltbild austauschten:

Die Prohibition müsse enden. Immer wieder werde argumentiert, unsere Droge sei Alkohol und Cannabis nicht in unserer Kultur verankert. Bananen, sagt Klein, seien auch nicht in unserer Kultur verankert. „Es ist wichtig, Gesicht zu zeigen“, ruft Steffen Geyer ins Mikro, als der Zug für eine Zwischenkundgebung vor dem Bundesgesundheitsministerium anhält. (…) In Italien werde jetzt eher gekokst, sagt mir ein Italiener, die Preise seien auch stark gefallen. Gras sei harmlos und entspanne, aber mit Koks fühle man sich stark und aktiv. Das wäre gerade eher das, was die Leute wollen.  (…) Dann steuert die Demo den Zielort hinter dem Brandenburger Tor an. Die einen rufen „Gebt den Hanf frei“, die anderen „Gebt das Hanf frei“.

Der Kifferei hat wohl schon in das Grundschule angefangen?